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Berlin im Winter 1932. Es findet eine
Gerichtsverhandlung statt, die der Staatsanwalt zu einem
politischen Schauprozess machen will. Doch die Angeklagten, die
legendären Einbrecher Franz (Ben Becker) und Erich Sass
(Jürgen Vogel)
haben mit ihrer charmant-frechen Art das Publikum auf ihrer Seite.
Man spürt, dass selbst der Kriminalsekretär Fabich (Henry
Hübchen), der die Brüder seit ihrem ersten Bankeinbruch
gejagt hat und nun als Zeuge aussagt, Sympathie für sie
empfindet.
Frühjahr 1924. Um ihre Steuerschulden begleichen zu können, knacken Franz und Erich Sass ausgerechnet im Landesfinanzamt ihren ersten Tresor - eine Präzisionsarbeit mit dem Schneidbrenner. Sie entkommen nur knapp dem Polizeikommando unter Kriminalsekretär Fabich, werden aber zu Hause festgenommen. Gemeinsam mit ihren Eltern (Karin Baal und Otto Sander) leben sie in einer bescheidenen Arbeiterwohnung in Moabit. Die Brüder betreiben eine Autowerkstatt, was den Besitz eines Schneidbrenners rechtfertigen würde. Sie geben jedoch an, dass dieser just am Tage des Einbruchs gestohlen wurde. Somit kann Fabich ihnen nichts nachweisen und mußs die Brüder Sass nach dem Verhör wieder laufen lassen.
Ein Jahr später. Wie die Presse meldet,
sollen die Sass einen weiteren Tresor auf spektakuläre Weise
geknackt haben. Erneut werden die Brüder verhaftet. Der Druck,
den die Vorgesetzten auf Fabich ausüben, ist enorm. Doch
wieder fehlt es an Beweisen, und er mußs die beiden einmal
mehr als freie Bürger aus dem Präsidium
entlassen.
Die Brüder sind kaum wieder zu erkennen. Sie machen keinen Hehl aus ihrem plötzlichen Reichtum - elegante Kleidung, ein Mercedes-Cabrio. Doch trotz des neuen Lebensstils haben sie ihre Herkunft nicht vergessen. Alte Freunde finden plötzlich Geldscheine in den Briefkästen und können Schulden bezahlen. Franz und Erich Sass werden immer beliebter und als Volkshelden gefeiert.
Dadurch aber machen sie sich auch neue
Feinde: In der Mulackritze, der Stammkneipe der beiden, verlangt
die Immertreu-Bande um Muskel-Adolf (Martin Feifel), die den Kiez
kontrolliert, ihren Anteil. Doch Franz und Erich wollen nicht
zahlen.
Sie genießen das Leben und die Liebe in den wilden Zwanzigern. Während Erich seiner alten Jugendfreundin Gertrude (Julia Richter) wiederbegegnet, trifft Franz die extravagante Jüdin Sonja Weiss (Jeanette Hain). Sonja ist mit Leon Weiss, einem der Chefs der Diskonto-Bank verheiratet. Doch Franz wird die Liebe ihres Lebens.
Die Brüder Sass weigern sich weiterhin
standhaft, Schutzgelder an die Immertreu-Bande zu zahlen. Erst als
ihr Vater brutal ermordet wird, sind sie zu einem Gespräch
bereit. Zum Schein bieten Franz und Erich der Bande einen
gemeinsamen Raubzug an, den Gertrude der Polizei "verrät". Bei
dem Großeinsatz werden die Ganoven erschossen, die Brüder
Sass können unbemerkt flüchten und setzen sich eine Zeit
lang nach Venedig ab.
Dort genießen sie ausschweifende Tage mit Sonja, bis deren Mann Leon im Hotel auftaucht. Leon sitzt im Vorstand der Diskonto-Bank, die acht Millionen Mark an Wahlkampfgeldern der NSDAP verwaltet; er hat - als Jude - dagegen gestimmt und soll nun von seinem Posten entbunden werden. Franz' und Erichs Plan für den nächsten gigantischen Einbruch wird immer konkreter.
Bei ihrer Ankunft am Anhalter Bahnhof werden
Sass-Brüder bereits mit Spannung von der Presse erwartet und
wie Helden gefeiert. Doch die Freude, wieder zu Hause zu sein, ist
nur von kurzer Dauer. Leon Weiss wird auf offener Straße von
den Nazis erschossen und Sonja trennt sich in ihrem Schmerz von
Franz. Sie will nicht noch einmal den Verlust eines geliebten
Menschen erleben müssen.
Franz und Erich Sass ziehen in eine Villa und beginnen dort, ihren größten Coup vorzubereiten. Ihr Ziel ist der Diskonto-Bank-Tresor, der als uneinnehmbar gilt. Vor ihrem Haus und vor sämtlichen Geldinstituten werden Wachen postiert. Aber den Brüdern gelingt es, die Polizei auszutricksen.
Tag und Nacht graben sie unbemerkt in der
Kanalisation einen Tunnel in Richtung Diskonto-Bank. Als sie
endlich völlig erschöpft die Wand des Tresors erreichen,
wird plötzlich die Polizei alarmiert. Der seit Tagen im
Tresorraum postierte Wachmann hat sie gehört. Nach einer
kurzen Aufforderung, sich zu ergeben, lässt die Polizei den
Tunnel fluten. In dem Glauben, dass die Brüder ertrunken sind,
werden alle Wachen abgezogen. Doch wieder konnten Franz und Erich
in letzter Sekunde unbemerkt entkommen. Indirekt hat ihnen die
Polizei sogar geholfen. Denn der lange Aufenthalt des Wachmannes im
Tresor war nur durch einen gesonderten Lüftungsschacht
möglich. Und dieser verschafft den Brüdern jetzt einen
ungestörten Zugang.
Wie im Rausch brechen sie die 400
Schließfächer auf, denen ihre Besitzer neben Geld auch
ihre größten Schätze anvertrauten. Der Schock bei
der Berliner Polizei ist unvorstellbar, der Ruf der Brüder
Sass als "die Meisterdiebe" endgültig bestätigt.
Gemeinsam mit Gertrude wollen sie über Dänemark in die
USA flüchten. An der Grenze wird das Trio jedoch erkannt. Der
verzweifelte Versuch, dänischen Boden zu erreichen, scheitert.
Die deutsche Polizei schießt auf das Fluchtauto. Die
Brüder Sass werden nur leicht verletzt, doch Gertrude stirbt
noch im Wagen.
Das war vor wenigen Wochen.
Jetzt warten alle gespannt auf die
Urteilsverkündung. Der Richterspruch aber sorgt für eine
Überraschung: Franz und Erich Sass werden freigesprochen. Man
kann ihnen nichts nachweisen. Im Gerichtsflur trifft Franz zum
ersten Mal wieder auf Sonja. Ein kurzer Blick genügt, und sie
wissen, dass sich an ihrer Liebe zueinander nichts geändert
hat. In großer Eile wird die Ausreise nach Amerika
vorbereitet. Sonja soll die Brüder am Hamburger Hafen treffen.
Ein letztes Mal treffen sich Franz und Erich vor ihrer Stammkneipe,
der Mulackritze, um gemeinsam ihre Reise nach Hamburg anzutreten.
Doch bevor sie ihren bereitgestellten Wagen erreichen, werden die
Brüder von Kugeln durchsiebt. Franz kann Fabich, der den
Brüdern noch zu Hilfe kommen wollte, in den wenigen Sekunden
vor seinem Tod noch ein Versprechen abnehmen.
Statt seiner
fährt Fabich nach Hamburg, um sich mit Sonja zu treffen. Er
überreicht ihr einen Koffer voller Geld. Sonja weiß, dass
dies die letzte Nachricht der Brüder Sass gewesen ist. Und sie
weiß, dass ihr Kind niemals seinen Vater kennen lernen
wird.
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| © Fotos: Constantin © 1994 - 2010 Dirk Jasper |
