Hintergrund zu Kommando Störtebeker

Wer sagt eigentlich, dass Elefanten nicht auf zwei Beinen stehen könnten? Der Zeichner Ully Arndt und der Texter Gunter Baars lieferten schon 1987 den Gegenbeweis, als sie sich von Otto Waalkes die Erlaubnis holten, die Ottifanten zu "trainieren".



Gunter Baars und Ully Arndt begleiteten die Dickhäuter von nun an auf ihrem internationalen Erfolg. Die Abenteuer erschienen in über 40 Zeitungen und Zeitschriften in ganz Europa. Deutsche, Österreicher, Schweizer, Engländer, Franzosen und Skandinavier schlossen die sympathischen Dickhäuter schnell ins Herz.

Mehr als 5000 Comic-Strips wurden bis heute veröffentlicht, und im Achterbahn-Verlag erschienen bisher 13 Comic-Bände. Die 13 sollte auch weiterhin die Glückszahl bleiben, als sie im Herbst 1993 mit einer eigenen Zeichentrickserie die Bildschirme eroberten. In 13 Episoden à 25 Minuten wurden Opa Bommel, sein Sohn Paul, Schwiegertochter Renate und Baby Bruno in die verrücktesten Abenteuer verwickelt. Über 28 Millionen Zuschauer saßen bei der Erstausstrahlung vor der Mattscheibe und brachten RTL Marktanteile von bis zu dreißig Prozent.

Wie lässt sich diese Beliebtheit erklären? Ganz einfach: Für jeden Zuschauer gibt es eine Figur, mit der er sich identifizieren kann. Zum Beweis eine kleine Charakterstudie:

Opa
Ist der Alte nicht doch schon ein bisschen senil? Von wegen, Opa steckt sie alle in die Tasche, für seinen Enkel ist er der Star, beim Pokern ist er der Größte, und auch bei den Frauen hat er so manchen Trumpf im Ärmel.

Paul
Paul Bommel benimmt sich manchmal wie ein Elefant im Porzellanladen. Er ist tolpatschig und ängstlich, will es allen recht machen und manövriert sich leider immer wieder in Situationen, in denen er über sich hinaus wachsen mußs.

Renate
Sie setzt sich stets für die Schwachen und Armen ein, doch für einen Kaffeeklatsch mit ihren Freundinnen mußs immer Zeit sein. Sie liebt ihre Familie und ist vor allem für Paul eine große Hilfe.

Baby Bruno
Das aufgeweckte Bürschchen macht zwar noch die Windeln voll und kann kaum sprechen, aber in seinen Gedanken ist er den Erwachsenen weit voraus. Ohne seinen Teddy Honk geht Baby Bruno nicht aus dem Haus.

Die anderen Mitwirkenden

Frau Hoppmann
Zigarren, Schweinerennen und der Wischmopp gehören zu den Leidenschaften der knurrigen Putzfrau, und ihr größtes Glück ist ein frisch gebohnerter Fußboden.

Direktor Kaluppke
Er ist Chef vom Scheitel bis zur Sohle: altmodisch und streng, aber es gibt Tage, an denen er sich auch von einer liebenswerten Seite zeigt. Auch wenn das manchmal nur passiert, um in der Öffentlichkeit gut dazustehen.

Frollein Lusch
Sie ist die Sekretärin von Paul Bommel. Und sie setzt die Prioriäten: Erst die Nägel lackieren, dann die Pflanzen begießen und dann vielleicht einen Brief schreiben.

Professor Lugano
Mit seinem Humphrey Bogart-Outfit sieht er aus wie ein Gang-ster, und er ist auch einer. Zwar gibt Professor Lugano vor, mit Antiquitäten zu handeln, in Wirklichkeit betreibt er aber dunkle Geschäfte. Er ist immer von einer Horde zwielichtiger Gestalten umgeben, die für ihn die Arbeiten erledigen, an denen er sich nicht die Finger schmutzig machen möchte.

Der Fiesling
Seinen Namen hat er sich redlich verdient, denn er kennt weder Gewissen noch Erbarmen. Ein skrupelloser Zeitgenosse, der sogar eher von der Schusswaffe als von seinem Gehirn Gebrauch macht.

Der Schläger
Ihm fehlt die Intelligenz, um für sich selbst zu denken. Also hört er auf seinen Boss Lugano, der den bulligen Schläger fürs Grobe einsetzt.

Lola
Obwohl sie keine 20 mehr ist, lässt sie gern ihre weiblichen Reize spielen. Seit über 70 Jahren wartet Lola in der Hafenkneipe "Zum rostigen Anker" auf bessere Zeiten und den tollen Seeman, der damals für eine Pulle Rum eine Hälfte von Störtebekers Schatzkarte bekam

Dirk Jasper FilmLexikon
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