Ausführlicher Inhalt zu Kommando Störtebeker

Szenenfoto Himmel, Arsch und Wolkenbruch! Hört das denn nie auf? Schon wieder mußs die Mannschaft einer reich beladenen Kogge um ihr Leben bangen, weil ein gewisser Klaus Störtebeker es nicht lassen kann, Schiffe versenken zu spielen.


Kaum hat er sich das Gold unter den Nagel gerissen, verschwindet er mit seinem Kahn auch schon wieder am Horizont. Mit seinen Männern schippert er schnurstracks zu seinem Versteck an der Nordseeküste, um seine fette Beute zu verbuddeln. Nur Pech, dass er bei seiner Rückkehr in einen Hinterhalt gerät. Jetzt soll Störtebeker einen Kopf kürzer gemacht werden. Der Henker schwingt schon die Axt, als Störtebeker seinen Peinigern noch das Versprechen abnehmen kann, zumindest seine Leute vor dem Tod zu retten, wenn es ihm gelingt, kopflos an ihnen vorbei zu schreiten. Tatsächlich kann er sich ohne Haupt noch einmal auf die Beine stellen, eilt an den ersten Männern vorbei und - stolpert.

Szenenfoto Dabei verliert Störtebeker eine Schatzkarte, die 600 Jahre später auf dem Tresen in der Hafenkneipe "Zum rostigen Anker" wieder auftaucht. Ein kauziger Seebär (Klaus Dittmann) kaut dem jungen Matrosen Bommel (Ferdinand Dux) gerade ein Ohr ab. Dies sei die Karte, die den Weg zu Störtebekers Schätzen zeigt, erzählt der Saufbold und überlässt sie Bommel für eine Pulle Rum.

75 Jahre müssen vergehen, ehe für Bommel die Zeit zur Schatzsuche gekommen ist. Inzwischen ist aus ihm ein 90-jähriger Opa geworden, der es aber immer noch faustdick hinter den Ohren hat. Sein Enkel Bruno (Otto Waalkes) liebt die Geschichten von der Zeit, als er noch König der Weltmeere war. Seinem Sohn Paul kommen da zwar schon mal Zweifel, aber diesmal klammert er sich an das Seemannsgarn vom großen Schatz des Störtebeker wie an einen Rettungsanker. Denn Paul (Bastian Pastewka) braucht dringend Geld, viel Geld.

Szenenfoto Paul hat Mist gebaut, und das nur, weil er bei seinem Chef, Direktor Kaluppke (Robert Missler), endlich um eine Gehaltserhöhung bitten wollte. Er kam aber - wie üblich - gar nicht zu Wort, weil Chef Kaluppke mal wieder einen dringenden Auftrag für ihn hatte: Paul sollte die stolze Summe von 30.000 Mark auf ein Spendenkonto zur Erhaltung des städtischen Krankenhauses einzahlen.

Paul hatte das auch fest vor, aber Frau Hoppmann (Beate Hasenau),die Zigarren paffende Putz-Perle der Firma hatte einen heißen Tipp fürs Schweinrennen bekommen. Und da Paul nicht nein sagen kann, lässt er sich bequatschen, vorher noch schnell einen Abstecher auf die Rennbahn zu machen. Vielleicht hat er ja auch einmal Schwein in seinem Leben.

Szenenfoto Aber "Lord Leberwurst" war lendenlahm, und zur Krönung eines ohnehin miserablen Tages hat Paul auch noch versehentlich den falschen Geldumschlag verzockt. Die Spendengelder sind futsch, und Paul kann noch nicht mal mit seiner eigenen Frau Renate (Karin Eckhold) darüber reden. Denn die hat die Spendenaktion schließlich ins Leben gerufen und würde ihren Mann glatt einen Kopf kürzer machen.

Die Banken lassen Paul im Stich, und so bleibt ihm nur noch der Glaube an die Story von Opas Schatzkartenhälfte. Leider mußs Paul Baby Bruno mit auf Schatzsuche nehmen, damit Renate keinen Verdacht schöpft.

Szenenfoto Erste Station ihrer Spritztour ist Hamburg. Auf St. Pauli hofft Opa, die alte Spelunke wiederzufinden, in der er einst die andere Hälfte der Schatzkarte verlor. Der Geruch von Rum führt Opa Bommel auf die richtige Spur. Die Hafenkneipe heißt noch immer "Zum rostigen Anker" und hinterm Tresen steht tatsächlich noch die flotte Lola (Kerstin-Marie Mäkelburg), die für Opa Bommel schon vor 75 Jahren eine Schwäche hatte - und das hat sich im Laufe der Jahre nicht verändert. Lola kann ihn gerade noch vor dem durchtriebenen Professor Lugano (Robert Missler) warnen, der die andere Hälfte der Karte hat und zu allem bereit ist, den fehlenden Teil zu bekommen.

Szenenfoto Doch die Warnung kommt zu spät. Lugano steht mit seinen dunklen Gestalten bereits an der Eingangstür und unterbreitet Opa Bommel einen verwegenen Vorschlag. Ein harmloses Kartenspiel soll darüber entscheiden, wer beide Hälften und damit den Schatz bekommen soll. Allerdings hat er den Alten falsch eingeschätzt, denn Opa Bommel hat beim Pokern stets mehr als ein Ass im Ärmel.

Diese Schmach kann ein Lugano nicht auf sich sitzen lassen. Er hetzt seine Jungs hinterher, die nicht ahnen, mit welchen Gegnern sie es zu tun haben. Es beginnt eine Verfolgungsjagd quer durch Hamburg, die selbst einen James Bond alt aussehen lässt. Der ist übrigens gerade in der Stadt, um einen neuen Film abzudrehen, inklusive Superauto, das Opa gerade recht kommt, um seine Verfolger abzuschütteln.

Szenenfoto Auch ein paar St. Pauli-Fans auf der Suche nach Bayern-Anhängern kommen den Bommels in die Quere. Und zack, ehe sich Paul versieht, ist er schon mit der gesamten Fan-Horde auf dem Weg ins Stadion. Und als wäre er Paul Breitner in seinen besten Jahren, steht er auf einmal inmitten wild um sich schießender Profi-Kicker, die alle wie irre hinter einem Ball her sind. St. Pauli gegen Bayern München, was für ein Spiel. Die Fans sind außer Rand und Band und toben wie wild auf den Rängen. Paul ist mit dem ganzen Gekicke natürlich völlig überfordert. Ball nach links, Ball nach rechts komisch, Paul schießt den Ball immer dahin, wo er nicht hin soll. Die Fans sind sauer. Die Stimmung kocht, die Fans drohen den Rasen zu stürmen. Und als hätte ihn der Fußballgott persönlich gesandt, kommt Opa Bommel um Paul aus dem Pulk zu retten. Plötzlich zischt eine Rakete an, die das runde Leder direkt ins Tor der Bayern befördert. Das Spiel ist gerettet! Das Ding kam direkt aus dem Bond-Mobil und sollte eigentlich ganz wo anders landen. Abpfiff - und der Sieger steht fest. Die St. Pauli Fans sind aus dem Häuschen. Paul hat es mal wieder geschafft.

Szenenfoto Paul ist das alles zu viel. So viel Aufregung ist er nicht gewöhnt, und er beschließt, zur nächsten Polizeistation zu gehen - vielleicht kann Vater Staat ja helfen. Auf der Davidswache werden die Bommels schon erwartet. Korrupte Gesetzeshüter, die mit Lugano unter einer Decke stecken, buchten die Bommels kurzerhand ein und kassieren die Schatzkarte. Da sitzen sie nun wie begossene Pudel in ihrer Zelle, und die Rocker, die mit ihnen einsitzen, sehen auch nicht gerade Vertrauen erweckend aus. Aber zum Glück bleibt ein echter Rocker nicht lange im Knast. Wozu hat man schließlich Kumpels, die einen ohne mit der Wimper zu zucken "raushauen"? So kommen auch die Bommels wieder auf freien Fuß. Aber wohin in dieser lauwarmen Nacht? Ein Schlafplätzchen unter freiem Himmel im Bismarckpark ist alles, was sie bekommen können. Während Paul und Bruno dermaßen erledigt sind, dass sie nur noch wegkippen, geht Opa die fesche Lola nicht mehr aus dem Sinn.

Szenenfoto Am nächsten Morgen sind die Sorgen nicht kleiner geworden. Paul würde am liebsten alles hinwerfen und gestehen, aber Opa Bommels Kampflust ist nun geweckt. Mit zwei Harpunen bewaffnet, stürmt der Alte Luganos Lagerhaus und mußs zu seinem Entsetzen feststellen, dass die Gangster Baby Bruno in ihrer Gewalt haben. Opa und Enkel werden geknebelt und landen auf dem Fließband einer Fischverarbeitungsmaschine. Nun wächst Paul über sich hinaus. Mit einem Laster verschafft er sich Zugang zu dem Gebäude, doch die Gangster schießen wie wild auf alles, was sich bewegt. Im Eifer des Gefechts gelingt es Bommel Senior, die Karte an sich zu reißen. Dabei verletzt er sich, fällt ohnmächtig ins Hafenbecken und sinkt langsam auf den Meeresboden.

Szenenfoto Dort wartet schon der Sensenmann (Monty Arnold) auf ihn. Aber Opa hat noch keine Lust, den Löffel abzugeben. Schließlich tobt oben das Leben, und auch sein Sohn braucht dringend seinen Beistand. Inzwischen sind auch eine Ambulanz und ein Fernsehteam aufgetaucht, und Opa winkt seinen Fans von der Bahre. Als er seine Schatzkarte betrachtet, mußs er feststellen, dass durch sein kurzes Tauchmanöver die Tinte zerlaufen ist. "Sie ist wertlos", wimmert Paul, aber Opa durchzuckt ein Geistesblitz: Erst jetzt verrät die Karte, wo der Schatz wirklich verborgen ist. Denn vor 600 Jahren reichte die Nordseeküste noch bis zur Insel Sylt! Auch Paul fällt es wie Schuppen von den Augen, und er brüllt begeistert: "Störtebekers Gold ist auf Sylt vergraben!"

Szenenfoto O Paul, du Idiot! Denn live und in Farbe haben die Kamerateams diese Info gerade in Millionen Haushalte gesendet! Hysterie bricht aus, denn jetzt heißt es: 'Sylt - wir kommen!' Alles buddelt und hackt, was das Zeug hält, und Sylt sieht aus wie ein Schweizer Käse.

Auch die Bommels versuchen ihr Glück, und als Opa auf eine Schatzkiste stößt, scheint das Schicksal es doch einmal gut mit Paul zu meinen. Doch leider ist die Truhe so leer wie sein Bankkonto! Aus der Traum! Paul weiß nicht mehr weiter und steht kurz davor, den Kopf zu verlieren.

... wäre da nicht Klaus Störtebeker, der wie vor 600 Jahren nicht tatenlos zusehen kann.

Dirk Jasper FilmLexikon
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