Produktionsnotizen zu The Gift - Die dunkle Gabe

So düster und packend die Geschichte manchmal erscheinen mag, Regisseur Sam Raimi sah The Gift - Die dunkle Gabe immer als liebenswerten, unterhaltsamen Film, der angefüllt ist mit höchst originellen Figuren wie Annie Wilson.



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"Annie mußs ihre Kinder versorgen. Das ist keine leichte Aufgabe, denn es gibt viele Menschen, die ihr wegen ihren hellseherischen Fähigkeiten misstrauen. Manche halten sie sogar für eine Hexe", berichtet Sam Raimi. "Nichts könnte von der Wahrheit weiter entfernt sein. Tatsächlich ist Annie Herz und Seele der kleinen Gemeinde. Sie kommt allen Leuten entgegen und hilft ihnen. Sie ist der Kitt, der die Gemeinde beisammen hält.

Das Projekt The Gift - Die dunkle Gabe wurde angeschoben, als Ruth Vitale von Paramount Classics dem Produzenten Tom Rosenberg das Drehbuch vorlegte. Er war hingerissen. "Ich sagte zu Ruth: Ich bin mehr als interessiert - ich werde diesen Stoff sofort verfilmen", erinnert er sich. Rosenberg machte sich umgehend daran, das Projekt mit dem Produzenten Jim Jacks zu entwickeln. Jacks war von Anfang an durch seinen Freund und Autor Billy Bob Thornton mit dem Stoff verbunden. "Billy Bob erzählte mir bereits vor fünf oder sechs Jahren von der Idee", erzählt Jacks.

"Als ich mit Paramount zusammensaß, um meinen Deal mit dem Studio unter Dach und Fach zu bringen, bestand ich ausdrücklich darauf, an der Realisierung von The Gift - Die dunkle Gabe teilzuhaben." Als Sam Raimi seine Zusage für die Regie erteilte, gaben die Produzenten Vollgas. In ihren Augen war Raimi der ideale Mann für den Stoff: Er holt aus Schauspielern wunderbare Leistungen heraus und hat ein Gefühl für ungewöhnliche Stoffe. "Sam hat eine intuitive Gabe, neuartige Kamerawinkel zu entdecken. Er weiß bestens Bescheid über den Umgang mit der Kamera, und er weiß, wie man sie postieren mußs, um den Schauspielern zu helfen", meint Produzent Jim Jacks.

Besetzung und Figuren

Rosenberg ahnte noch einen weiteren Vorteil, der sich aus der Verpflichtung Raimis ergeben würde: "Ich wusste, dass Sam wie ein Magnet auf großartige Schauspieler wirkt, die es lieben, mit ihm zu arbeiten." Der Produzent sollte mit seiner Vermutung Recht behalten. Die Besetzung der Oscar-nominierten Australierin Cate Blanchett für die Rolle der Annie - die Protagonistin des Films - war ein echter Coup. "Cate entspricht dieser Rolle hundertprozentig", sagt Sam Raimi. "Sie hat ein bewundernswertes Gespür für Drama im allgemeinen und verfügt über das Talent, sich ihre Darstellung quasi von außen zu betrachten, wie es fast nur einem Regisseur oder einem Autor möglich ist. Ganz nebenbei ist sie auch noch eine umwerfende Schauspielerin."

Cate Blanchett sieht ihre Figur folgendermaßen: "Annie wird von den Menschen um sie herum missverstanden, tatsächlich ist sie ihre Rettung. Annie ist eine Mischung aus Sozialarbeiterin und Hellseherin. Weil sie auf gewisse Weise ihr eigenes Leben nicht wirklich lebt, hat sie sich geöffnet, um die Probleme der anderen auf sich zu nehmen." Sie führt aus: "Sie empfindet viel Schuld, weil sie sich dafür verantwortlich fühlt, den Tod ihres Ehemannes nicht verhindert zu haben. Annie mußs sich erst noch damit auseinandersetzen, warum ausgerechnet sie weiterlebt. Ich würde sagen, dass alle Menschen, die Annie trifft, von Problemen unterschiedlichster Natur geplagt werden. Aber sie ist eine alleinstehende Mutter, die sich mit drei Söhnen durchschlagen mußs, und hat daher nicht die Zeit, sich auch noch darum intensiv zu kümmern. Darauf beruht ihr Schuldkomplex."

Um sich auf die Rolle vorzubereiten und die Figur genau zu verstehen, betrat Cate Blanchett Neuland. "Ich bin die Art von Mensch, der nicht wissen will, was in der Zukunft passieren wird, also habe ich nie einen Hellseher konsultiert oder mir die Karten legen lassen. Für die Rolle mußste ich meine Ressentiments überwinden. Ich habe zahlreiche Hellseher oder Medien besucht. Es war eine unglaubliche Erfahrung. Die meisten Hellseher, mit denen ich mich unterhielt, empfinden ihre Fähigkeit als Gabe, die sie anderen Menschen zurückgeben wollen. Denn mit dieser Gabe verbindet sich eine große Verantwortung." Zudem sprach Blanchett mit traditionellen Therapeuten: "Das war wichtig für mich. Ich wollte einfach einige Zeit mit Menschen verbringen, die sich mit den Problemen anderer auseinandersetzen."

Raimi beschreibt Annies Gabe als eine bereichernde, positive Kraft, die es ihr erlaubt, gleichzeitig zwei nebeneinander existierende Welten zu erleben: "Annie kann die Welt der Geister und Seelen erleben, während wir nur die für uns greifbare Welt sehen können. Diese Tatsache macht vielen Figuren in The Gift - Die dunkle Gabe Angst und lässt sie auf Distanz zu Annie gehen." Die unwiderstehliche Kombination aus Cate Blanchetts Beteiligung, der Aussicht auf Sam Raimis umsichtige Regie und das provokative Drehbuch von Billy Bob Thornton und Tom Epperson lockte schnell weitere Toptalente an. Dazu gehören Giovanni Ribisi, der Oscar-nominierte Greg Kinnear, Katie Holmes, Keanu Reeves und Oscar-Gewinnerin Hilary Swank.

Ribisi übernahm die Rolle des Automechanikers Buddy Cole, der sich auf Annie als Heilerin verlässt und ihren Rat sucht, um mit den Problemen zurechtzukommen, die in seiner Vergangenheit verankert sind. "Annie ist einer der wenigen Menschen, die ihm wirklich Liebe geben", meint Ribisi. "Ich glaube nicht, dass sich Buddy allzu wohl in seiner Haut fühlt. Er will gar nicht wirklich da sein, und er möchte eigentlich auch nicht, dass sein Leben weitergeht."

Greg Kinnear wurde die Rolle des Schuldirektors Wayne Collins übertragen, der Annie kennenlernt, als er sie in sein Büro ruft, um mit ihr über das Verhalten ihres Sohnes zu reden. "Wayne ist ein einfacher Typ mit einfachen Bedürfnissen. Am Anfang der Geschichte laufen die Dinge in seinem Leben so, wie er sie sich vorstellt", berichtet Kinnear. "Es sieht so aus, als wenn Wayne wirklich alles hätte. Er ist stolz auf seinen Job und hat mit Erfolg um eine hübsche Frau aus der Gesellschaft geworben, die mittlerweile seine Verlobte ist." Kinnear betont aber, dass sich hinter der Saubermannfassade eine durchaus zwielichtige Persönlichkeit verbirgt: "Mit jeder Figur in diesem Film verbindet Wayne eine gänzlich andere Beziehung."

Waynes Verlobte, Jessica King, wird von Katie Holmes dargestellt. Sie ist das ultimative Beispiel für das, was man als Papis Liebling treffend umschreibt: Jessica beweist, dass Jugend, Reichtum und Schönheit, gemischt mit einem Hang zu sexuellen Seitensprüngen, gerade in einer Kleinstadt ein gefährlicher Cocktail sein kann. "Jessica ist ein unanständiges Mädchen. Sie weiß sehr genau, wie man eine gute Zeit hat", sagt Katie Holmes über ihre Figur.

Einer von Jessicas Liebhabern ist der brutale Redneck Donnie Barksdale, der von Keanu Reeves gespielt wird. Reeves versucht, die Motivation für das antisoziale Verhalten seiner Figur zu erklären: "Es hat vermutlich einmal einen Punkt in Donnies Leben gegeben, an dem er enormen Schmerz in einem Umfeld empfand, wo es ihm unmöglich war, dieses extreme Gefühl zu zeigen. Wenn er diesen Schmerz gezeigt hätte, hätte er vermutlich kräftig eins auf die Mütze bekommen. Sein Zorn ist eine verinnerlichte Wut, die keine Stimme mehr hat. Er kann ganz einfach nicht mit seinen Gefühlen umgehen."

Oscar-Gewinnerin Hilary Swank ist als Donnies Frau Valerie zu gehen. "Donnie sorgt dafür, dass sie sich gut fühlt", erläutert Swank. "Mit ihm fühlt sie sich sicher. Sie haben sich getroffen, als sie noch jung waren. Und sie bleibt trotz seiner gewalttätigen Ausrutscher Donnies an seiner Seite, weil sie sich kein anderes Leben vorstellen kann." Die Schauspielerin suchte in Savannah einen Berater auf, der auf die Behandlung misshandelter Frauen spezialisiert ist. Und sie beteiligte sich aktiv bei der Ausarbeitung von Valeries Auftreten und Aussehen: "Ich ging zu WalMart, wo ich alle Kostüme für meine Figur einkaufte. Und ich ließ mir einen Haarschnitt verpassen, wie ich ihn mir für Valerie vorstellte. All das half mir wunderbar, mich in der Rolle zurecht zu finden."

Produktionsbeginn in Savannah

Bewaffnet mit einer Spitzenbesetzung und einem hervorragenden Regisseur zog die Produktion im Februar 2000 ins warme, sonnige Savannah, Georgia, wo man die geeigneten Locations für Raimis leicht schaurigen Stil gefunden hatte. Der komplette Dreh fand in der historischen Stadt an der Ostküste statt, die 1732 von dem Kolonialisten James Oglethorpe gegründet worden war.

Savannah und seine Nachbargemeinden - Rincon (600 Einwohner) und Thunderbolt (wo man passenderweise mit Hilfe der Effektabteilung ein Gewitter filmte) - nahmen den Platz für das fiktive Brixton ein. In Film befindet sich also kein unmittelbarer Verweis auf Savannah.

43 Tage sollten die Dreharbeiten in dem Städtchen, das man wegen seiner Gemütlichkeit und seinem entspannten Charme bald liebevoll "Slow-vannah" nannte, andauern. Wie in dem Ort in The Gift - Die dunkle Gabe, verbergen sich auch in Savannah hinter der pittoresken Fassade Abgründe. Die anhaltenden Gerüchte von Voodooritualen und Spukhäusern verleihen der Stadt eine leicht unheimliche Atmosphäre, die wunderbar zum übernatürlichen Charakter des Films passten. Selbst das Haus, in dem Sam Raimi untergebracht war, soll angeblich von Geistern heimgesucht werden. Natürlich war sich der Regisseur der ungeheuren visuellen Möglichkeiten bewusst, die sich aus dem Dreh in Savannah ergaben.

Sagt Produzent James Jacks: "Sam Raimi liebte die Bäume der Stadt und alles andere, was Savannah so einzigartig macht. Er erkannte sofort die Möglichkeiten, wie er den Film angesichts der Kulisse noch spannender machen konnte." "Savannah hat all diese unglaublichen Eichen, knorrig und verästelt, die wunderbar dabei helfen, das Publikum glauben zu lassen, dass neben unserer Welt womöglich noch eine andere existiert, in der auch Übernatürliches möglich ist", erklärt Raimi. „Diese Bäume sagen uns, dass das Leben womöglich geheimnisvoller ist, als wir es wahrzunehmen in der Lage sind. Genau diese Wahrnehmung besitzt die von Cate Blanchett dargestellte Figur: die Vorstellung einer Realität, die über unsere Realität weit hinausgeht."

Ausstattung

Wie Sam Raimi ließ sich auch Kameramann Jamie Anderson vom ganz natürlichen Charme Savannahs verzaubern: "In einer Szene geht Annie in einen Hinterhof, wo ein gewaltiger Baum steht, und hat eine Vision, die mit diesem Baum zu tun hat. Als wir in Savannah ankamen, fiel uns gleich die Anzahl wunderschöner Bäume auf, von riesigen Eichen, von deren Ästen spanisches Moos hängt, zu unheimlichen Zypressen, die entlang des Flusses wachsen."

Anderson und Raimi zögerten nicht lange und arbeiteten die Bäume in ihr visuelles Konzept für The Gift - Die dunkle Gabe ein. "Die Bäume ziehen sich wie ein roter Faden durch den Film, verbinden Szenen miteinander und fallen allgemein als durchgehende Präsenz auf", berichtet Anderson. "Sie erwiesen sich als perfektes Symbol für die Akzeptanz des Todes und später auch für die Bekräftigung des Lebens - ein Thema, das Sam bei diesem wunderbaren Film besonders am Herzen lag."

Ausstatter Neil Spisak ließ sich ebenfalls von den großartigen alten Ahornbäumen und Weiden inspirieren. Sowohl das Haus, in dem Bezirksstaatsanwalt David Duncan residieren sollte, als auch der Country Club wurden als Drehorte ausgewählt, weil sie von Bäumen umgeben sind. Die Locations waren elegant, aber nicht grandios. "Duncans Haus wählte ich, weil ich die unglamouröse Variante eines teuren Hauses in einer etwas isolierten Stadt zeigen wollte", erläutert Spisak, dem es überdies wichtig war, dass alle Drehorte einen ähnlichen Stil haben sollten.

Kostüme

Kostümdesignerin Julie Weiss arbeitete eng mit Cate Blanchett zusammen, um die Garderobe für Annie zusammenzustellen: "Nachdem wir ein gemeinsames Verständnis für die Figur entwickelt hatten, war es wirklich nicht mehr allzu wichtig, was sie in einer einzelnen Szene trägt, weil das keine von Annies Prioritäten ist." Blanchett faszinierte die Crew während des Drehs mit ihrer chamäleonartigen Fähigkeit, bei jeder Szene wie verwandelt auszusehen. "Cate ist ziemlich genau die Person, die sie zu spielen hat. Es war nicht sehr schwer, sie zu einkleiden, weil sich Cates Verständnis für Mode und Ästhetik nahezu mit dem von Annie deckt", beschreibt Weiss. "Man weiß immer, dass sie zuerst ihren Söhnen in die Mäntel helfen wird, bevor sie ihren eigenen anzieht. Ihre Kleidung ist einfach ein fester Bestandteil dessen, wer sie ist."

Stunts

Stuntkoordinator Mark Stefanich sah sich mit der gewaltigen Aufgabe konfrontiert,die riskante Szene vorzubereiten, in der Buddy seinen Vater in einem schrecklichen Akt der Rache in Flammen aufgehen lässt. Der Stuntmann, der Buddys Vater spielte, mußste diverse Voraussetzungen erfüllen: Er mußste die Grundbegriffe der Schauspielerei beherrschen, und Stefanich und Regisseur Sam Raimi mußsten seine bisherigen Erfahrungen im Umgang mit Feuer abnicken. "Nicht jeder würde es jemandem erlauben, ihn an einen Stuhl festzubinden und dann anzuzünden", sagt Stefanich. "Zum Glück wählte Sam einen guten Freund von mir, Erik Cord, der im Lauf seiner Karriere bereits etwa 30 Feuerszenen gemeistert hat. Das ließ uns etwas ruhiger werden."

Raimi und Stefanich wollten, dass der Schauspieler zehn bis fünfzehn Sekunden in Flammen stehen sollte. "Erik trug mehrere Lagen schützender Maßnahmen: Nomex, ein schützendes Stuntgel, lange Unterwäsche und eine Regenmaske, damit das Gel auch drinnen blieb und sein Outfit nicht feucht aussah. Dann zogen wir ihm eine Jeans darüber an und darüber noch einmal einen Pyjama", erläutert Stefanich. "Als letzte Maßnahme tränkten wir seine Garderobe mit einer feuerabweisenden Substanz, die uns zusätzlich noch ein paar Sekunden sicherte."

Clever gewählte Kameraperspektiven und der entsprechend platzierte Stuhl lassen den Eindruck entstehen, dass tatsächlich die Haut des Stuntmans brennt. Stefanich meint abschließend: "Erik ist obendrein ein sehr guter Schauspieler, also ist die Szene besonders glaubwürdig." Derlei Tricks waren nicht nötig bei der Szene, in der Jessicas lebloser Körper aus dem See gezogen wird. Anfangs sollte eine Puppe zum Einsatz kommen, doch die wirkte zu steif. Die Alternative war etwas riskanter: Ein Stuntdouble mußste sich wie eine Leiche im kalten, trüben Wasser treiben lassen. Wieder eine Aufgabe für den Stuntkoordinator, der die Filmemacher abermals überzeugen konnte, dass das Unmögliche möglich war.

Effekte

Wind-, Nebel- und Regenmaschinen wurden vom Effekteteam zum Einsatz gebracht, um den Eindruck gewaltiger Unwetter entstehen zu lassen. Sam Raimi bestand auf einen Sturm in der Szene, in der Annie überraschend im Haus von Bezirksstaatsanwalt David Duncan auftaucht. Vern Hyde, Leiter der Effektabteilung, setzte gleich drei Windmaschinen auf ungewöhnlich engem Raum ein. "Ich hatte jeweils eine Maschine an den Seiten und eine Maschine vor dem Haus", berichtet er. "Sie waren aufeinander gerichtet und entfesselten einen gehörigen Orkan."

In einer Szene sollte ein gewaltiger Regensturm auf Annies Haus niederprasseln. Hyde und Crew benutzten dafür eine neuartige Apparatur, die benutzt werden soll, komplette Footballfelder gleichmäßig zu bewässern. Annies Haus und Umgegend sind natürlich viel kleiner. Die Nachbarn und Zuschauer waren beeindruckt. "Es sah super aus", konstatiert Hyde.

Glauben Sie?

Das unheimliche Thema des Films sorgte für unentwegte Diskussionen am Set. Die Meinungen der Filmemacher und Schauspieler über die Möglichkeit übernatürlicher Phänomene differierten gewaltig. Katie Holmes beispielsweise lacht, wenn sie auf die Frage nach dem "Glauben oder nicht glauben" anwortet: "Ganz ehrlich: Manchmal ja. Halten Sie mich deshalb für verrückt?" Absolut nicht, sagen die Filmemacher. "Ich tendiere dazu zu glauben, dass es da draußen etwas gibt, das man nicht wahrnehmen kann. Ich weiß nicht genau, was das sein könnte. Aber, ja: Da ist schon etwas dran", meint Jim Jacks. Tom Rosenberg stimmt zu: "Annies Gabe ist kein ,Vielleicht’, sie ist ein ,Ganz sicher’."

"Auf eine sehr bestimmte Art und Weise glaube ich unbedingt daran", sagt auch Giovanni Ribisi, während Keanu Reeves sich an Ereignisse erinnert, "in denen Menschen etwas zu mir sagten, was in der Zukunft passieren könnte, und es tatsächlich eintraf". Hilary Swank will die Existenz des Übernatürlichen nicht ausschließen, meint aber, dass wir selbst großen Anteil an unserem Schicksal tragen: "Ich würde sagen, wir spielen eine Rolle darin, wie wir unser Leben führen, welchen Weg wir gehen - egal, was Wahrsager voraussagen."

Cate Blanchett hat bei ihren Recherchen für The Gift - Die dunkle Gabe gelernt, dass es schwierig zu bestimmen ist, ob etwas real ist oder nicht: "Das klingt alles so wissenschaftlich und doch ist es keine Wissenschaft. Also: Ich weiß nicht. Aber es gibt viele Dinge, die nicht erklärbar scheinen." Greg Kinnear sagt: "Dieser Film setzt sich auf eine sehr menschliche und sehr interessante Weise mit übernatürlichen Phänomenen auseinander. Aber darum geht es in der Geschichte überhaupt nicht. Es geht um Menschen. Dieser Aspekt zieht sich sehr unaufdringlich durch den Film. Ich glaube, das Publikum wird sich danach interessante Fragen stellen und diskutieren, ob sie daran glauben oder nicht."

Vielleicht bringt Drehbuchautor Tom Epperson am besten auf den Punkt, um was es in The Gift - Die dunkle Gabe geht: "Die Natur des Lebens ist nicht materiell sondern spirituell. Wir sind nicht hier auf der Erde, um Macht und Reichtum nachzujagen, sondern um unsere Seelen wachsen zu lassen."

© Fotos: Helkon © 1994 - 2010 Dirk Jasper