|
|
"Ich bin in Bel Air
aufgewachsen, genau gegenüber von Aaron Spelling. Die meisten
Leute würden das wohl auch für besser halten als ein
miefiges Vanderbilt-Gebäude."
Elle Woods
Produzent Marc Platt verliebte sich auf Anhieb in Elle Woods, als die Titelheldin von Amanda Browns damals noch unveröffentlichtem Roman auf seinem Schreibtisch landete. Amanda Brown, selbst blonde Anwältin, hatte an der juristischen Fakultät von Stanford studiert und dort den perfekten Ort für eine anthropologische Studie der Spezies Jurastudent gefunden. Das Ergebnis ihrer Untersuchung war der Roman "Legally Blonde", dessen witzige, charmante und unschuldige Protagonistin zwar lauter Schicki-Micki-Kram im Kopf hatte, deren Beherztheit sie aber überall zum Erfolg führen würde, in den heiligen Hallen von Harvard, ebenso wie in einem schlagzeilenträchtigen Mordprozess. Platt erkannte sofort, dass in dieser intelligenten Blondinen-Komödie auch eine anrührende Geschichte über die Überwindung von Erwartungshaltungen und Vorurteilen steckte.
"Die Story war witzig und sexy, hatte aber auch eine Botschaft", erinnert sich Marc Platt. Die Welt sieht Elle als hübsche Blondine und sonst nichts. Elle dagegen fällt weder voreilige Urteile über sich selbst, noch über andere. Sie findet die Welt und alle Menschen und sich toll und von dieser Grundeinstellung kann sie nichts und niemand abbringen. Sie ist wahrlich eine moderne Heldin, die sich nicht unterkriegen lässt. "Platt fühlte sich schon immer zu besonderen Frauenfiguren hingezogen, nicht umsonst arbeitete er schon mit Jessica Lange für das Ehedrama Blue Sky zusammen und mit Julia Roberts bei ihrer oscargekrönten Rolle als schnoddrige Anwaltsgehilfin in Erin Brockovich.
dass Elles Geschichte einen ganz hintersinnigen Humor haben sollte, stand von Anfang an fest. Platt gab den Roman den Drehbuchautorinnen Karen McCullah Lutz und Kirsten Smith zur Bearbeitung, die gerade Shakespeares "Der Widerspenstigen Zähmung" in die erfolgreiche Teenagerkomödie 10 Dinge, die ich an Dir hasse verwandelt hatten. Die beiden reicherten die Geschichte mit ihrem ganz besonderen satirischen Biss an und peppten sie mit Reminiszenzen an die Pop-Kultur, trendigem Slang und überraschenden Enthüllungen auf. "Karen und Kirsten sehen die ganze Welt auf eine sehr lustige Weise durch die Brille von Mitzwanzigerinnen", konstatiert Platt. "Deshalb sind ihre Drehbücher auch so spritzig und kraftvoll wie ein Pop Song."
"Schätzchen,
du mußst nicht Jura studieren. Jura ist etwas für Leute,
die hässlich, langweilig und seriös sind. Du bist nichts
davon."
Elles Vater
Auch die Autorinnen verliebten sich sofort in Elle Woods. "Sie ist die personifizierte Girl Power und entdeckt in Harvard, dass sie viel mehr im Leben erreichen kann, als sie dachte, dabei aber sie selbst bleiben kann", fügt Kirsten Smith hinzu. Nachdem das Drehbuch fertig war, begann die Suche nach einem geeigneten Regisseur. Natürlich blond sollte von jemandem inszeniert werden, der dieser frechen Satire die nötige Würze beisteuern würde. Wer könnte das besser als jemand für den diese snobistische Uni-Welt selbst völliges Neuland wäre? Dem jungen australischen Regisseur, Robert Luketic, gefiel die anrührende und doch bissige Americana um Elle Woods auf Anhieb. Besonderen Gefallen fand er daran, wie die Heldin ihren Weg, vom belanglosen kalifornischen College-Girl zu einer Frau, die sich ihrer eigenen Fähigkeiten genau bewusst ist, meistert. "Mir gefallen alle Geschichten, in denen jemand sich selbst treu bleibt", erklärt Luketic. Natürlich blond erzählt davon auf witzige und neuartige Weise. Endlich mal eine Komödie über den Glauben an sich selbst."
"Sie könnte
etwas Wimperntusche vertragen und ein paar Strähnchen im Haar.
Aber sie sieht nicht wirklich total daneben aus."
Elle zu Paulette
Herz, Seele und Haarfarbe von Natürlich blond ist Elle Woods. Von Anfang an kam für die Filmemacher nur eine in Frage: Reese Witherspoon, eine der besten jungen Komödiendarstellerinnen, die Hollywood derzeit zu bieten hat. "Sie vereint Intelligenz, brillante Komik und selbstverständlich das natürliche Blond, um Elle Leben einzuhauchen", schwärmt Marc Platt. Robert Luketic ergänzt: "Es hat mich sehr beeindruckt, wie sie sich in die Rolle eingebracht hat. Sie hat in Beverly Hills die typischen Mädchen beim Lobster Salat Essen beobachtet und bei deren Wellness Sessions auf den Tages-Beauty-Farmen. Und sie brachte das Bezaubernde an Elle Woods genau auf den Punkt."
Auch Witherspoon verliebte sich - wie jeder, der Elle Woods kennenlernt - auf Anhieb in die Figur und deren ständigen Kampf endlich ernst genommen zu werden: "Die Geschichte hinterfragt unsere Wahrnehmung. Man zieht im Leben so schnell voreilige Schlüsse über andere. Für mich war es interessant, den Unterschied, zwischen dem, wie eine Person nach außen wirkt und ihrem tatsächlichen Inneren zu erforschen." Witherspoon sieht Elle und Natürlich blond auch als Ermutigung: "Jeder hat eine Phase in seinem Leben, in der er nicht mehr an sich selbst glaubt, aber Elle beweist mit ihrem ganz besonderen Esprit, dass jeder seine Ängste überwinden und gemäß seinen Voraussetzungen Erfolg haben kann. Welche auch immer das sein mögen. Manche Menschen kommen nach ganz nach oben, weil sie über Platon und Sokrates Bescheid wissen, andere eben deshalb, weil sie sich mit Porsches und Clinique Kosmetik auskennen. Letztlich geht es nur darum, sinnvoll einzusetzen, was man hat und an sich selbst zu glauben." Die Schauspielerin hatte einen Riesenspaß daran, die ständig aufgedrehte Elle zu spielen. "Allerdings war es ziemlich anstrengend ständig so unter Strom zu stehen, wie Elle. Sie macht ja niemals Pause."
"Wenn ich mit 30
Senator sein will mußs ich endlich aufhören,
herumzuvögeln."
Warner Huntington III
Der unverbrüchliche Optimismus, den Elle ausstrahlt wurde zum essentiellen Bestandteil der Figur, die Reese Witherspoon vor der Kamera erschuf. "Elle sollte eine unerschütterliche Unschuld ausstrahlen. Sie glaubt einfach an das Gute im Menschen und an das Gute in der Welt und daran ändert sich den ganzen Film hindurch nichts. Ich wollte diesen Charakterzug unbedingt so bunt und überzeugend wie möglich darstellen", erklärt Reese Witherspoon. Mindestens ebenso bunt ist Elles topaktuelle Designergarderobe, die Witherspoon einen ganz besonderen Kick gaben. "Niemand würde dieses Zeug auf offener Straße anziehen. Aber zu Elle passt es einfach. Auch bei Kleidung geht es ja immer darum zu zeigen, wer man ist."
Elles Gegenspielerin ist Vivian Kensington, gespielt von Selma Blair. Die dunkelhaarige angehende Business-Frau ist Warners Verlobte. "Selma spielt die Rolle perfekt, weil sie ihr superperfektes, hinterfotziges Wesen genau auf den Punkt bringt und trotzdem erahnt man, dass sich hinter dieser Maske ein witziger und netter Mensch verbirgt", schwärmt Regisseur Luketic. Selma Blair fand es aufregend, Vivians Boshaftigkeit erst auf die Spitze zu treiben und dann langsam ihrer Wandlung Raum zu geben. "Sie ist am Anfang geradezu widerlich. Der reiche Oberschicht-Typ, der niemals ohne Perlenkette aus dem Haus geht und auf alle anderen herabblickt. Ich habe in meinem Leben schon viele Vivian Kensingtons kennen gelernt. Sie will einfach nicht wahrhaben, dass Elle ein wertvoller Mensch ist - egal wie bewundernswert sie erscheinen mag - und sie glaubt ihr Vorurteil zu beweisen, in dem sie ganz besonders gemein zu ihr ist. Erst als Vivian anfängt, Elle als Mensch zu sehen und nicht nur als die blonde Ex-Freundin ihres Verlobten, ändert sich alles."
"Ich kenne dich
doch. Du warst in meinem Kurs in L.A., du hattest den besten High
Kick, den ich jemals gesehen habe"
Brooke Taylor zu Elle
Es gibt keinen Zweifel daran, dass Elle Woods eine unerhörte Wirkung auf Männer ausübt. Dazu gehört leider auch, dass der Mann, der ihr einen Heiratsantrag machen soll, statt dessen das genaue Gegenteil tut. Es ist ja nicht so, dass Warner Huntington III Elle nicht mögen würde. Aber seine Familie findet, dass Elle mehr wie ein Spice Girl wirkt und das ist nun mal nicht tragbar für einen Mann mit den juristischen und politischen Ambitionen eines Bill Clinton.
Warner wird von Matthew Davis gespielt, einem Newcomer, der als Sieger aus einer riesigen Casting-Runde hervorging. "Er hat die Figur erst zum Leben erweckt", erklärt Robert Luketic, "er hat alles, was einem Mädchen wie Elle gefallen könnte und brachte es außerdem sehr witzig rüber, wie Warner genau das einfach wegwirft." Davis sieht Warner "als Typen ohne jedes Rückgrat", der nicht einen Millimeter vom vermeintlichen Pfad zur Vollkommenheit abweicht, den ihm seine Familie vorschreibt."
"Er gehört zu der Sorte von Jungs, deren Väter nur einen Anruf tätigen und schon hat die tollste Uni sie aufgenommen. Aber Warner spielt trotzdem eine Liga zu hoch. Er hat eigentlich alles im Leben, aber er weiß nicht, wie man zu sich selbst steht. Elle macht ihm genau das vor, wozu er nie fähig wäre und das zieht ihm den Boden unter den Füßen weg."
Luke Wilson spielt den ruhigen, zurückhaltenden Emmett, das Gegenteil von Warners aufdringlichem Snobismus und der erste Rechtsexperte, der bezweifelt, dass unter Elles polierter Oberfläche nicht noch etwas anderes steckt. Die beiden Autorinnen schrieben Luke Wilson die Rolle auf den Leib. Emmett sollte schüchtern, hübsch und bodenständig sein und dafür kam kein anderer in Frage", stellt Karen McCullah Lutz fest. Was Emmett an Elle findet, war Luke Wilson sofort klar: "Er steht auf Leute, die anders sind als andere", erklärt der Schauspieler "und er hilft Elle, über sich hinauszuwachsen."
Auch Professor Callahan will Elle "helfen". Bühnen- und Filmveteran Victor Garber spielt den einflussreichen Lehrer, der sie in das Praktikumsprogramm seiner Kanzlei aufnimmt, nur um später mit eher eigennützigen Absichten aufzuwarten. Für Garber ist Elle "einzigartig, witzig, authentisch, unschuldig und eine Inspiration für jeden Menschen. Dabei steckt in ihr noch so viel mehr als Callahan glaubt."
Elle ist umgeben von den verschiedensten Frauentypen: Margot und Serena, ihre Freundinnen aus der Studentinnenverbindung in Kalifornien, ihre Maniküre und Psychotherapeutin Paulette, die stahlharte Professorin Stromwell, die staubtrockene, feministische Kommilitonin Enid und ihre erste Mandantin, eine berühmte Fitness Queen aus Kalifornien, die des Mordes angeklagt ist. Ebenso verschieden wie ihre Rollen ist die Riege der Schauspielerinnen, die sie verkörpern.
Der einzige Platz im feindlichen Umfeld von Harvard, an dem Elle zunächst Zuflucht findet, ist der Kosmetiksalon, in dem die dralle Maniküre Paulette immer ein offenes Ohr für sie hat. Schauspielerin und Komödiantin Jennifer Coolidge verkörpert Paulette. Für sie ist Elle ein moderner Westernheld Shane. "Sie reitet sozusagen in die Stadt und verändert das Leben der Menschen, so hilft sie Paulette dabei, Selbstwertgefühl und Energie wiederzugewinnen. Mögen andere auf Elle herabsehen, für Paulette ist sie ein unglaublich intelligenter Mensch, der auch noch nett zu ihr ist." Paulette ist selbst nicht die Allerhellste und ihr Leben ist reichlich verkorkst, aber sie hat ein Herz aus Gold. Für Produzent Marc Platt stand fest, dass Jennifer Coolidge die perfekte Paulette war, "weil sie witzig und bewegend zugleich sein kann. Zu ihr kann der Zuschauer leicht einen persönlichen Bezug herstellen."
"Wer auch immer
behauptet, Orange sei das neue Pink, hat ein echtes
Problem."
Elle Woods
Die angehenden Stars Jessica Cauffiel und Alanna Ubach spielen Elles schrille Verbindungs-Schwestern. Bei den Vorbereitungen auf ihre Rollen, gerieten beide in den Sog des Campus-Lebens, als sie inkognito die heißesten Läden auf diversen Unis heimsuchten. "Verbindungs-Studentinnen sind gebildet und sehr eloquent, aber dennoch rutscht ihnen ab und zu die eine oder andere tussihafte Bemerkung heraus", stellten sie bei ihren Recherchen fest. Was Jessica und Alanna aber zur Mitarbeit an Natürlich blond bewegte, war die Quintessenz der Geschichte: "Diese Komödie verdeutlicht, dass man niemanden danach beurteilen kann wie er aussieht, sich kleidet oder über welchen Wortschatz er verfügt, sondern nur nach seiner inneren Einstellung."
Den wohl schärfsten Kontrast zu den quirligen Kalifornia Girls bildet Enid, Elles feministische Studienkollegin, gespielt von Meredith Scott Lynn. "Enid ist ziemlich krass drauf und Elle verkörpert auf den ersten Blick für sie all, das was sie verachtet, weil sie ihre Weiblichkeit mit tollen Klamotten, Make Up usw. unterstreicht. Das Interessante an Enid ist aber, dass sie trotz all ihrer feministischen Rhetorik schlicht und ergreifend rasend eifersüchtig auf Elle ist." Ein positives Rollenvorbild für Elle ist ihre einzige weibliche Dozentin Professor Stromwell. Holland Taylor hatte endlich die Gelegenheit, eine etwas beschwingtere Juristin zu spielen, als die trockene Richterin aus der Gerichtsserie "The Practice - Die Anwälte". "Stromwell macht eigentlich keine Gefangenen. Sie ist hart wie Stahl, aber gerade das machte ja den Spaß beim Spielen aus."
Ali Larter spielt die Fitness-Queen und Heldin zahlreicher Work-out-Videos, die des Mordes angeklagt ist und deren Schicksal von Elle abhängt. Für Larter "war es ein Riesenspaß, jemanden zu spielen, den jeder eindeutig für schuldig hält." Auch die spritzigen Dialoge von Natürlich blond gefielen ihr: "Der Film ist wie Clueless am College mit der ganzen Designergarderobe und den witzigen Zitaten." "Außerdem geht es ja darum, dass Frauen das bekommen, was sie wollen, in dem sie einsetzen, was sie zu bieten haben. Darum geht es für Brooke und darauf kommt ja auch Elle im Verlauf der Geschichte."
Eine der gefährlichsten Zeugen der Staatsanwaltschaft ist Mrs. Windham Vandermark, die Ex-Frau des Mordopfers, die von Raquel Welch gespielt wird. Welch, selbst ein Fan von Reese Witherspoon "lachte sich schon bei der Lektüre des Skripts kaputt." "Mrs. Vandermark mußste der Typ von Frau sein, der einen Raum betritt und alle Blicke auf sich zieht - Raquel Welch war dafür die Traumbesetzung."
Abgerundet wird das Ensemble vom größten Star des Films - und dem einzigen, der in eine Handtasche passt: Moonie, der Chihuahua spielt Elles ständigen Begleiter "Bruiser". "Eigentlich sollte er ja nur ein Chihuahua sein", schmunzelt Robert Luketic, aber er bekam schnell eine größerere Rolle. Er hat soviel Charisma und stiehlt fast jedem die Show. Ich wollte, dass er all das tut, was auch Elle tut. Moonie setzt sich sogar ohne Murren beim Friseur unter den Haartrockner.
Ausstattung und Kostüme von Natürlich blond spiegeln Elle Woods quietschbunte, leicht überfrachtete Einstellung zum Leben wider. Für Regisseur Robert Luketic "sollte alles so aussehen, als ob man sich mitten im "Californian Dream" befinde - und zwar in Technicolor. Elle bringt sogar Farbe in das verstaubte Harvard und lässt alles in einem ultimativen, pinkfarbenen Höhepunkt enden. Für Produzent Marc Platt integrierte Ausstatterin Missy Stewart Elles etwas überzogenen Stil "in ein überhöhtes Gesamtkonzept der Realität. Elles Welt steht für Spaß und Freude im Gegensatz zu der kalten, grauen Welt der Elite Uni der Harvard Law School. Stewart erweckte ihre Vorstellung vom südkalifornischern Lifestyle "in Form eines Gartens" zum Leben, in dem seltene exotische Pflanzen üppig blühen - Elle und ihre Kommilitoninnen. "Blumen kommen im ersten Teil des Films ständig vor, ein bisschen wie bei Matisse", lacht Missy Stewart.
Sämtliche Szenen des Films wurden in Südkalifornien gedreht. Die University Of Southern California doubelte die Harvard Law School, während die Cal Tech in Pasadena als Ersatz für die fiktive CULA (California University at Los Angeles) herhalten mußste. Für Stewart, die schon die Ausstattung von Good Will Hunting übernommen hatte, war es mit Hilfe von reichlich Efeu nicht schwer, Cambridge, Massachusetts nach Kalifornien zu verlegen.
"Die Regeln der
Haarpflege sind simpel und unumstößlich: Jede
Cosmo-Leserin wüsste sie."
Elle Woods
Auch die Kleider von Kostümbildnerin Sophie de Rakoff Carbonell sind Teil des ausgeklügelten Designschemas von Natürlich blond. "Für Robert waren die Kleider von Elle eine eigene Figur im Film", erklärt Sophie. "Also mußsten sie, egal in welcher Umgebung Elle sich befand, ins Auge fallen." Elles Outfits werden durch nicht minder opulente Frisuren ergänzt. Haarstylist Joy Zapata kreierte fast 40 verschiedene Stylings, von großen Barbie-Puppen-Löckchen bis zu seidigen, glatten Kaskaden blonder Strähnen. Zapata taufte Natürlich blond schließlich scherzhaft um in Das Haar, Das Hollywood Auffrass. "Elles Haare haben ein Eigenleben in diesem Film und zum Glück hat Reese mindestens ebenso dicke, schöne blonde Haare wie Elle."
Für einen Haarstylisten war die Mitarbeit an einem ein Film, in dem selbst Haarpflegetipps wichtig sind, natürlich sehr schmeichelhaft. "Haare spielen eine immens wichtige Rolle", erklärt Joy Zapata. "Reese kam zu mir in den Trailer als Reese und ich verpasste ihr diese schwingende Pamela Anderson, Gianni Versace, Beverly Hills-mäßige Frisur und dann ging sie als Elle aus der Tür. Die Haare katapultierten sie förmlich in die Rolle. Mögen sich auch Haare, Kostüme und Ausstattung von Natürlich blond zu Elle Woods "Joie de vivre" ergänzen, in einer Szene kulminieren alle Anstrengungen: Elle bringt Paulette im Kosmetikinstitut bei, wie man die Aufregung eines Mannes erregt: Der "Bend And Snap"-Tanz. Insgeheim hatte Robert Luketic schon immer ein Faible für Musicalnummern, ist sich aber bewusst, dass diese bei einem modernen Publikums nicht immer ankommen.
"Ich wusste um das Risiko, war mir aber sicher, dass es einen Weg geben mußste, die Szene ohne harten Übergang in den gesamten Film einzupassen." Er engagierte die legendäre Choreographin Tony Basil, um die Szene mit den Schauspielerinnen einzustudieren und den Tanz durch den Schönheitssalon in eine Demonstration weiblicher Verführungskraft zu verwandeln. "Für Tony Basil ist das Ergebnis "hervorragend, gerade weil die verschiedensten Typen von Frauen darin vorkommen - diverse Lebensalter, Körperformen, Kleidergrößen, Farben u.s.w. Neben Elle und Paulette ist das komplette Spektrum von Frauen, dem man in einem Schönheitssalon begegnen kann, hier versammelt."
Basil mußste die
Szene unter enormem Zeitdruck choreographieren. "Früher
hätten wir Monate geprobt und Wochen gedreht, heute hat man
nur noch einen Tag Zeit für eine derartig komplexe Szene."
Basil schaffte es, obwohl die meisten der Darstellerinnen so etwas
noch nie zuvor gemacht hatten." Auch für Hauptdarstellerin
Reese Witherspoon war es eine aufregende Erfahrung: "Überall
tanzten Leute herum. Das Ganze trug eine unglaubliche Energie in
sich und darum geht es ja schließlich bei Elle
Woods."
|
|
| © Fotos: 20th Century Fox © 1994 - 2010 Dirk Jasper |
