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Jersey, eine der Inseln zwischen
England und Frankreich, kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Mit
ihren zwei Kindern lebt Grace (Nicole Kidman) in einem
einsamen viktorianischen, etwas unheimlichen Anwesen. Bislang hat
sie Anne (Alakina Mann) und Nicholas (James Bentley) vorenthalten,
dass ihr Vater im Krieg vermutlich ums Leben gekommen ist.
Eines Morgens bahnen sich drei Gestalten den Weg durch den dichten Nebel und bitten im Haus um eine Anstellung als Bedienstete: Mrs. Mills (Fionnula Flanagan), eine plump wirkende aber aufgeschlossen aussehende Hausdame um die 60, Mr. Tuttle (Eric Sykes), ein offensichtlich verwirrter, drahtiger und hochgewachsener Gärtner, und Lydia (Elaine Cassidy), ein junges, melancholisches Zimmermädchen. Die drei sind überrascht, als sie erfahren, dass Grace sie bereits erwartet hat.
Nachdem sie die Neuankömmlinge in das Haus gelassen hat, erfährt Grace von Mrs. Mills, dass Lydia stumm ist. Für die Hausherrin ist das ein regelrechtes Geschenk des Himmels. Sie ist sehr empfindlich, was Lautstärke anbelangt und neigt zu unerträglicher Migräne. Als sie die neuen Bediensteten durch das Gebäude führt, erklärt sie ihnen die Hauptregel für die Führung des Haushalts: IMMER mußs das Haus in Halbdunkel getaucht sein. IMMER müssen alle Vorhänge zugezogen sein. IMMER mußs die letzte Tür geschlossen und verriegelt werden, bevor die nächste geöffnet werden darf.
Kurz darauf lernen die Bediensteten den Grund
für die eigenartigen Maßnahmen: Die Kinder von Grace
leiden an einer Lichtallergie. Aus diesem Grund mußs das Haus
stets in völlige Dunkelheit getaucht sein. Bevor die Kinder
ein Zimmer betreten, mußs Sorge getragen werden, dass
sämtliche Vorhänge zugezogen sind und jegliches Licht
fern gehalten wird. Bei der Führung zeigt sich Grace erstaunt,
dass sich die Bediensteten bestens auf dem Anwesen auszukennen
scheinen. Sie erfährt, dass die drei vor Jahren bereits
für die Vorbesitzer des Hauses gearbeitet hatten.
Nach einem Monat ist es Mrs. Mills gelungen,
das Vertrauen der schüchternen, misstrauischen Kinder zu
gewinnen. Sie berichten der Hausdame von einem düsteren
Geheimnis, von "dem Tag, an dem Mutti völlig durchdrehte". Es
war der gleiche Tag, an dem die vorangegangenen Bediensteten ihre
Stellung kündigten und das Haus verließen.
Nach und nach zeigt Grace ihr wahres Gesicht: Sie ist herrisch, streng, repressiv und besessen von ihren katholischen Prinzipien. Jeden Morgen impft sie den Kindern Geschichten über Gut und Böse, Sünde und Bestrafung ein. Das hinterlässt seine Spuren: Der schwächliche Nicholas zieht sich immer weiter in sich selbst zurück, während die extrovertierte Anne der Mutter mit unverhohlener Ablehnung entgegentritt. Sie verfügt über eine lebhafte Fantasie und ärgert ihren kleinen Bruder mit Geister- und Gruselgeschichten.
Eines Tages beginnt Anne von einem anderen Kind,
Victor, zu erzählen, das ebenfalls im Haus leben soll. Grace
winkt zunächst ab, doch als Nicholas Angstzustände
bekommt, weil Anne darauf besteht, dass sich Victor mit ihnen im
Kinderzimmer aufhalte, mußs sie reagieren. Sie beschimpft Anne
und bestraft sie für ihr Verhalten: Mehrere Stunden am Tag
soll sie laut aus der Bibel vorlesen, bis sie ihre Behauptung
zurücknimmt und die Jungfrau um Vergebung bittet.
Anne ist erregt und verwirrt. Ihre Mutter hatte ihr immer erzählt, wenn sie lüge, werde sie nach dem Tod in die Vorhölle für Kinder kommen, dem Ort zwischen Leben und Tod, an dem die Seelen keine Ruhe finden. Doch nun sagt sie die Wahrheit und wird dennoch bestraft. Anne kommt zu der Überzeugung, dass es womöglich besser ist zu lügen.
Alles scheint sich wieder normalisiert zu
haben, da hört Grace merkwürdige Geräusche und
Stimmen aus dem Stockwerk über ihr. Obwohl sie alles
durchsucht, kann sie nichts entdecken. Grace ist verunsichert. Zu
allem Überfluss präsentiert Anne ihr eine Zeichnung, auf
der sie eine ganze Familie skizziert hat: einen Mann, seine Frau,
seine Mutter, die Anne nur "die Hexe" nennt, und seinen Sohn
Viktor. Anne behauptet, sie hätte "Die Anderen" bereits
öfters im Haus gesehen, in der Küche, den Gängen,
der Eingangshalle.
Entsetzt lässt Grace alle Vorhänge im Haus öffnen. Das Licht soll Aufschluss geben, wo sich "Die Anderen" verbergen. Erneut kann sie nichts finden - mit Ausnahme eines alten Albums voller eigenartiger Fotos. Grace fällt auf, dass eine Seite leer ist.
Um eine Erklärung für all die
merkwürdigen Ereignisse zu finden, will Grace den Priester im
Ort aufsuchen. Sie will losgehen, als Mrs. Mills ihr in den Weg
tritt und sie von dem Besuch abbringen will. Der Nebel sei zu
dicht, der Weg zu gefährlich. Grace ignoriert sie und bricht
auf.
Tatsächlich macht es der Nebel unmöglich, den Weg zu finden, um das Grundstück zu verlassen. Grace verirrt sich.
Noch bevor sich der
Nebel wieder lichtet, werden sich alle Vorzeichen für immer
geändert haben: Grace wird nie wieder jemandem vertrauen
können, denn offensichtlich ist nichts, wie es erscheint. Sie
wird sich ihren Bediensteten gegenüberstellen und sich mit der
Wahrheit über ihre Kinder auseinander setzen müssen. Vor
allem wird sie sich den eigenen Dämonen stellen müssen,
deren Natur im Augenblick nur "Die Anderen" voll und ganz verstehen
...
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| © Fotos: Senator © 1994 - 2010 Dirk Jasper |
