Produktionsnotizen zu Die Männer Ihrer Majestät

Als komisches Drama im weitesten Sinn des Begriffs, erlaubt Die Männer Ihrer Majestät dem Zuschauer einen Blick hinter die Linien von Gesellschaft, Klassen und Geschlechter - und gleichzeitig einen neuen Blick auf sich selbst.



Für die britische Stand-Up-Sensation Eddie Izzard war die kritische Auseinandersetzung mit alltäglichen Gegebenheiten und deren spöttische Entlarvung von jeher die Basis all seiner Programme. Und Matt LeBlanc, der hier als O'Rourke zu sehen ist, beweist, dass er nicht nur gut aussieht, sondern auch Intelligenz, Intuition und Sensibilität besitzt - Eigenschaften, die einen guten Schauspieler auszeichnen.

Obwohl die Geschichte um den bunt zusammengewürfelten, als Frauen verkleideten Haufen, der sich in Deutschland einschleichen und eine kriegswichtige Chiffriermaschine stehlen soll, auf Tatsachen beruht, dürfte es für viele Zuschauer eine Überraschung sein, wie das Thema Transvestismus hier behandelt wird - nämlich jenseits von purem Slapstick und tumbem Schenkelklopfer-Humor.

Das Drehbuch zu Die Männer Ihrer Majestät kursierte bereits seit etwa fünfzehn Jahren in Hollywood, ohne dass der richtige Produzent und die richtigen Stars dafür gefunden werden konnten. Im Frühjahr 1999 war es schließlich Marco Weber, der das Buch aus seinem Dornröschenschlaf erweckte, indem er den britischen Comedy-Schreiber David Schneider mit einer Neufassung des Stoffes betraute. Als Regisseur verpflichtete Weber Stefan Ruzowitzky, dessen "Alpen-Western" "Die Siebtelbauern" (1998) ihn beeindruckt hatte.

Ruzowitzky bringt ihre gemeinsame Vision des Films auf den Punkt, wenn er erläutert: "Wir hatten weder eine derbe Transvestiten-Nummern-Revue noch einen knallharten, Action-orientierten Kriegsfilm im Sinn. Die Männer Ihrer Majestät setzt sich vielmehr aus den zahlreichen, gänzlich unterschiedlichen Elementen verschiedener Genres zusammen."

Als nächstes wurde Jeff Stockwell engagiert, um eine zweite Drehbuchfassung von Die Männer Ihrer Majestät zu erstellen. Diese lag im Juni 2000 vor und schon kurz darauf wurde Matt LeBlanc unter Vertrag genommen. "Nachdem Matt an Bord war," erinnert sich Weber, "klappte alles wie am Schnürchen. Eddie (Izzard), James (Cosmo), David (Birkin) und Nicolette (Krebitz) sicherten postwendend ihre Mitarbeit zu."

Besonders wichtig für die Produktion war natürlich das Engagement Izzards, jenes Mannes, der Transvestismus "chic" gemacht hat. Eddie Izzard, der sich selbst als "Lesbe in einem Männerkörper" bezeichnet und das "Verkleiden" ins Zentrum seiner fünf umjubelten, unter anderem Emmy-gekürten One-Man-Shows stellte, meint dazu jedoch nur ganz bescheiden: "Matt, der Steven O'Rourke spielt, ist der wahre Held der Geschichte, ich wirble nur im Hintergrund herum."

Neben all den talentierten Darstellern war besonders ein realistischer Set vonnöten. Das Nazi-Deutschland vor und nach den alliierten Bombenangriffen wieder zum Leben zu erwecken, war eine des schwierigsten Aufgaben. Dennoch meisterte sie Produktionsdesigner Frank Bollinger, indem er Budapest als Drehort entdeckte. Die Innenstadt der Donau-Metropole gleicht den architektonischen Gegebenheiten des damaligen Berlin - und blieb im Gegensatz zur deutschen Hauptstadt von Bomben verschont.

Dirk Jasper FilmLexikon
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