Filmkritiken
Dirk Jasper FilmLexikon: "Memento" erschüttert die vermeintliche Sicherheit der persönlichen Identität und stellt traditionelle Erzählstrukturen in Frage. Der Film ist furchteinflößendes, überzeugendes, erstaunliches und kreatives Kino.
Volker Bleeck (TV-Spielfilm) 2001-26: Wie ein raffiniertes Puzzlespiel setzt sich Leonards Suche nicht nur in seiner bruchstückhafen Erinnerung, sondern auch im Bewusstsein des Zuschauers zusammen - bis das letzte Stück passt und ein überraschendes Bild zeigt. Die Idee zu "Memento" kam den Briten Nolan auf einer Autofahrt mit seinem Bruder Jonathan, der daraus eine Kurzgeschichte für das US-Magazin Esquire machte. Christopher verwandelte "Memento" in ein wahres Mirakel und eine rares Meisterwerk.
Cinema 2001-12: Das zweite Werk des Briten Christopher Nolan ist ein philosophischer Film noir und ein cineastisches Puzzle. Die Suche seines Helden erzählt er vom Ende zu ihrem Anfang hin. Beim stückweisen Vordringen in die Vergangenheit eines Erinnerungslosen werden dabei zunehmend sich geglaubte Fakten und Identitäten in Frage gestellt. In den USA hat sich das Independent-Werk schon zu einem kleinen Box-Office-Hit entwickelt - denn "Memento" macht den Zuschauer zum Wiederholungstäter.
Oliver Kaever (TV-Movie) 2001-26: Durch einen raffinierten Trick erreicht Nolan, dass sich die Zuschauer ebenso orientierungslos fühlt wie die Hauptfigur: Er erzählt die komplizierte Geschichte rückwärts. So entwickelt sich ein irritierend-intensiver Albtraum, der uns fasziniert und fordert. Ein Geniestreich - auch wenn man das Ganze beim ersten Mal garantiert nicht kapiert.
Kultur-Spiegel 2001-12: Weil der Regisseur Christopher Nolan das übliche Who dunnit zu langweilig fand, erzählt er die Geschichte einfach rückwärts - eine anspruchsvolle und seltsam flüchtige Reflexion über Zeit, Wahrnehmung und Erinnerung.
film-dienst 2001-25: Formal kühner Thriller, der seine Geschichte vom Ende zum Anfang treibt, um den Zuschauer an der Orientierungslosigkeit des Helden Anteil nehmen zu lassen., und dabei an existenzielle Fragen rührt.
Rolf von der Reith (TV-Today) 2001-26: Ultraspannendes Ratespiel, das im Thriller-Genre Maßstäbe setzt.