Produktionsnotizen zu Schlimmer geht's immer

Gibt es einen Punkt, an dem es nicht mehr schlimmer kommen kann? Martin Lawrence und Danny DeVito gehen in Kampfstellung, um genau das der verrückten Komödie Schlimmer geht's immer von MGM Pictures herauszufinden.

Der von Sam Weisman George - Der aus dem Dschungel kam nach einem Drehbuch von Matthew Chapman "Gewagtes Spiel" gedrehte Film wurde von Turman-Morrissey/Hyde Park Entertainment produziert und ist auch in den Nebenrollen mit talentierten Schauspieler besetzt.

Der Film basiert auf einem Roman von Donald E. Westlake (der für sein Drehbuch zu "Grifters" eine Oscar®-Nominierung erhielt) und wurde von Lawrence Turman, David Hoberman, Ashok Amritraj und Wendy Dytman, zusammen mit den Ausführenden Produzenten John Morrissey, Martin Lawrence und David Nicksay und Ko-Produzent Peaches Davis realisiert. Sie haben ein fachmännisches Team für dieses Projekt zusammengestellt, zu dem Kameramann Anastas Michos (Der Mondmann), Produktionsdesigner Howard Cummings (Ein Freund zum Verlieben) und die beiden Cutter Garth Craven (Die Hochzeit Meines Besten Freundes) und Nick Moore (Notting Hill) gehörten. Die Kostüme wurden von dem bereits einmal für den Oscar nominierten Jeffrey Kurland (Bullets Over Broadway, Erin Brockovich) entworfen, die Musik stammt von Tyler Bates (Kingdom Come, Get Carter - Die Wahrheit tut weh).

Den Roman Schlimmer geht's immer hatte die Produzentin Wendy Dytman bereits für die Turman-Morrissey-Company entdeckt, als von ihm noch nicht mehr als die Druckfahnen vorlagen. Er entstammt der Serie von Romanen, an der Donald E. Westlake seit über dreißig Jahren schreibt, den "Dortmunder Books", von denen bereits einige verfilmt worden sind. "Westlake ist ein wunderbarer Autor. Wie Elmore Leonard und Carl Hiaasen besitzt er großes Talent dafür, wunderbare, schillernde Figuren zu erfinden", sagt Dytman, die seit langem ein Westlake-Fan ist. "Ich mochte seine Bücher schon immer, aber dieses erschien mir am besten von allen aus der Serie für eine Verfilmung geeignet." Und Regisseur Sam Weisman fügt hinzu: "Was mich daran angezogen hat, war die Tatsache, dass es mich an die Geschichten von Damon Runyon erinnert hat, auf denen das Musical ,Guys and Dolls' basiert."

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen zwei scheinbar sehr unterschiedliche Männer und ihre absurden Hahnenkämpfe - auf der einen Seite Max Fairbanks, ein sehr reicher, mächtiger Mann, der sich mit Hilfe seiner Skrupellosigkeit ein unglaublich erfolgreiches Geschäftsimperium aufgebaut hat, auf der anderen Seite Kevin Caffrey, ein sehr anspruchsvoller Dieb. Die beiden treffen durch einen Zufall zusammen, und ein Augenblick genügt, um ihr Schicksal zu besiegeln.

"Es ist eine einfache, aber starke Ausgangssituation", sagt Turman. "Du hast etwas, das ich haben will. Wie bekomme ich es zurück? Das ist ein klassisches Thema innerhalb der Filmgeschichte, angefangen bei "Die Kanonen von Navarone"." Was als harmloser kleiner Rache-Akt beginnt, eskaliert rasch in einem offenen Machtkampf, wobei jeder der beiden in dem anderen überraschenderweise seinen Meister findet.

Beim Casting zu diesem Film bewies Turman einen klaren Instinkt, was die Rolle von Max, dem milliardenschweren Tycoon, betrifft. "Ich bin zu Danny DeVito gegangen, noch bevor ich die zweite Hauptrolle besetzt hatte, weil mir Danny ideal für diese Rolle erschien. Er hat genau diese perfekte Mischung aus Gerissenheit, Härte und Verletzlichkeit, die perfekt ist für Max." "Max ist sehr stur und dickköpfig. Er will immer, dass alles so gemacht wird, wie er es will", sagt Danny DeVito. "Aber er ist auch ein Typ mit viel Charisma und jeder Menge Energie." Und Produzent David Hoberman fügt hinzu: "Max ist eine großartige Figur, die sich aus Liebe zum Spiel in diese Sache hineinbegibt. Er ist kühn, aber zugleich auch jemand, den wir gern haben." Nachdem DeVito eingewilligt hatte, Fairbanks zu spielen, machten die Filmemacher sich auf die Suche nach einem Schauspieler für die Rolle des Diebes.

Sie brauchten einen besonderen Schauspieler, der in der Lage sein würde, dieser Figur auf der Leinwand Leben einzuhauchen, jemanden, der die Balance zwischen Komödie und Liebesgeschichte halten kann, der zugleich liebenswert und komisch ist. Die perfekte Rolle für Martin Lawrence. " Martin Lawrence hat eine sehr warme, sympathische, charmante Ausstrahlung", sagt Turman. Und Hoberman stimmt ihm zu: "Martin ist ein ungeheuer begabter Komiker."

Martin Lawrence fand das Projekt attraktiv, weil es ihm einmalig erschien. "Ich fand die Geschichte interessant, und ich dachte mir, dass wir es mit der richtigen Besetzung schaffen könnten, etwas wirklich Besonderes daraus zu machen", sagt der Schauspieler, der an diesem Film außerdem als Ausführender Produzent mitgewirkt hat.

Nachdem die Hauptrollen besetzt waren, beeilte sich Weisman, die Geschichte mit Leben zu füllen. Mit seiner über fünfzehnjährigen Erfahrung als Komödien-Regisseur, inklusive einiger Nominierungen für den Emmy Award und dem nachgewiesenen Erfolg von Filmen wie George - Der aus dem Dschungel kam, brachte Weisman die perfekten Voraussetzungen mit, um in dieser Komödie genau den richtigen Ton zu treffen. Selbst von seiner Ausbildung her Schauspieler, ist Weisman ein Schauspieler-Regisseur. "Er geht mit einer riesigen Menge Enthusiasmus an alles heran, und die Schauspieler lieben ihn dafür", sagt Hoberman, mit dem Weisman bereits bei George - Der aus dem Dschungel kam ein Team gebildet hat.

"Sam ist der geborene Regisseur", sagt Martin Lawrence. "Er schafft es, das Beste aus jedem von uns herauszuholen. Er lässt uns Raum zum Improvisieren." William Fichtner pflichtet ihm bei: "Sam vermittelt mir wirklich das Gefühl, dass er die einzelnen Teile mit großer Begeisterung zusammenfügt und dass er die besten Leute um sich versammelt, die er kriegen kann. Er schafft einen sehr sicheren und kreativen Raum zum Arbeiten." Glenne Headly fügt hinzu: "Sam liebt Komödien sehr, darum lacht er auch viel. Es ist sehr angenehm, wenn man eine Komödie dreht und da ist jemand, der lacht, weil einem das das Selbstvertrauen gibt, weiterzugehen."

"Es gibt in dem Film tatsächlich eine Szene (ich sag' aber nicht, welche), in der man mein Lachen hören kann", gesteht Weisman. "Das ist sogar schon der dritte Film in Folge, bei dem das passiert ist, weil wir den Dialog nicht ersetzen wollten; wir hoffen einfach, dass die Leute in den meisten Kinos denken, dass es sich um das Geräusch eines kleinen Tiers handelt."

Weisman ist der Hauptgrund dafür, dass der Film in und um Boston, Massachusetts gedreht wurde; er wollte, dass die Geschichte in einer Umgebung spielt, die er kennt. Die Produktion hat drei Monate lang die bekanntesten Wahrzeichen der Stadt einbezogen, inklusive der Boston Commons, des Public Gardens, Beacon Hill und des State House. Weil Weisman selbst ein berühmter Bürger der Stadt ist und in der Gemeinde aktiv, wurde der Produktion die Erlaubnis eingeräumt, an einigen außergewöhnlichen Schauplätzen zu drehen. So wurde beispielsweise das alte Jordan-Grundstück in dem lieblichen Dörfchen Manchester-by-the-Sea (das einst der Eigentümer-Familie der Jordan-Marsh-Kaufhäuser gehörte) als die Strandvilla der Fairbanks genutzt.

Als es daran ging, die restlichen der wichtigsten Rollen zu besetzen, zeigte sich, dass das Drehbuch etwas bereithält, das selten zu finden ist: interessante Rollen für Frauen. Tatsächlich sind es sogar die Frauen, die sich schließlich zusammentun, um der Egomanie ein Ende zu bereiten und die Geschichte zu einem Ende zu bringen.

"Der Film ist von einer Menge schrulliger Figuren bevölkert, was ungewöhnlich ist für eine Big-Budget-Komödie", sagt Nora Dunn, die Max' Frau Lutetia spielt, den einzigen Menschen, auf den Max hört. Nora war die erste Schauspielerin, die für die Rolle vorsprach. "Wir mochten sie sofort", sagt Produzent Hoberman. "Sie strahlt Würde aus und Klasse. Sie passt einfach zu Danny."

In den Augen von Glenne Headly, die die Rolle der Gloria spielt (Max' getreue, allzu loyale, Tarotkartenlegende Assistentin), ist der Film eine "eher altmodische Komödie". "Glenne ist eine absolut einzigartige Schauspielerin", sagt Turman, der seit langem zu ihren Bewunderern zählt.

Für die Rolle der schönen Amber, das Objekt von Kevins Begierde, mußsten die Filmemacher eine Schauspielerin finden, die auf Anhieb Kevin in ihren Bann zieht und in seinem merkwürdigen Freundeskreis wie ein Fisch auf dem Trockenen wirkt: Carmen Ejogo. Die in England geborene, halb schottische, halb nigerianische Schauspielerin, die durch ihr Porträt der Sally Hemmings in der CBS-Miniserie und in Kenneth Branaghs "Verlorene Liebesmüh" Aufsehen erregte, war perfekt für diese Rolle.

"Sie ist ein Mädchen, das Kevin sofort umhaut", sagt Turman, "weil sie anders ist als alle, die er jemals zuvor getroffen hat." Hoberman erklärt, dass die Macher des Films zwar sofort beeindruckt waren von Ejogos gutem Aussehen, aber erst bei ihrem zweiten Vorsprechen für die Rolle darauf stießen, dass sie etwas Einzigartiges für diesen Part mitbrachte. "Sie war hereingekommen und hatte die Rolle mit einem amerikanischen Akzent gelesen", erinnert sich Hoberman. "Dann ließen wir sie sie mit einem englischen Akzent lesen. Wir haben über diese Figur nachgedacht, über diese Frau, die von außen in Kevins Welt hineinkommt und sich dort assimilieren mußs. Und wir haben entschieden, dass es wirklich interessant wäre, wenn sie mit einem englischen Akzent sprechen würde, was Carmen natürlich sehr entgegenkam."

Was die Männer angeht, so brachte Emmy-Preisträger John Leguizamo sein Talent und seine Erfindungsgabe in die Rolle Bergers, Kevins Partner-in-Crime, ein. "Er ist ein ungeschickter Dieb, der bei allen krummen Dingern immer was falsch macht", sagt Leguizamo. Da er immer daran interessiert ist, seine Begabungen in neue Richtungen weiterzuentwickeln, wollte er die Gelegenheit nutzen, einem bekannten Thema eine neue Note hinzuzufügen. "Ich dachte mir, dass es komisch wäre, Martins Kumpel zu spielen wie Hope und Crosby, Abbott und Costello." Er und Lawrence haben sich gegenseitig hervorragend zu ihrer komischen Darstellung inspiriert. "Gemeinsam waren sie sehr komisch", sagt Hoberman. "John ist ein großartiges Gegengewicht zu Martin. Sie stacheln sich gegenseitig an."

In der Rolle von Kevins Onkel Jack ist Bernie Mac zu sehen. Mac fand vergangenen Sommer durch Spike Lees phänomenalen Hit "The Original Kings Of Comedy" große Aufmerksamkeit, einen Dokumentar-Film über Macs ausverkaufte U.S.-Tournee mit drei anderen Comedians, die sowohl ein Kritiker- als auch ein Box-Office-Erfolg war. Was Mac an der Rolle anzog, war, dass sie sich von seiner gewohnten Kost abhob. "Sie gab mir die Gelegenheit, mich in einer anderen Arena zu präsentieren", sagt der Schauspieler. "Sie gab mir die Gelegenheit, mich zu fordern und eine Figur zu spielen, die ganz anders ist."

Mac und Lawrence sind langjährige Kollegen und waren schon lange, bevor einer von ihnen Erfolg hatte, miteinander befreundet. "Ich habe Martin immer respektiert und er mich, schon seit unseren Tagen im Comedy-Club. Ich glaube, das ist wichtig, wenn sich zwei Leute mögen."

Die Besetzung liefert auch eine echte Überraschung: der mit seinem kantigen Kinn ansonsten markig daherkommende William Fichtner spielt einen ungewöhnlichen und hochgradig eigenartigen Kriminalbeamten, der wegen der Diebstähle in der Strandvilla der Fairbanks ermittelt. "Mein Manager bat mich, das Drehbuch zu lesen und hatte dabei eine andere Rolle für mich im Auge", sagt Fichtner. "Ich kam dann zurück zu ihm und sagte: ,Nein, nein, nein, das da ist die Rolle. Ich mußs Tardio spielen.'" Detective Tardio unterläuft jegliche Erwartung, die man an einen Polizeibeamten aus Boston haben mag - Tardio ist weder ein Männer- noch ein Frauentyp, sondern definitiv etwas völlig Eigenes. Mit seiner ausschweifenden Großtuerei und seiner Vorliebe für flauschige weiße Hunde ist Tardio ein Individuum, dessen Einzigartigkeit einen veranlasst, sich zu fragen, was ihn jemals zur Boston Police Force geführt hat. "Er mußs wirklich gut sein in seinem Job", sagt Fichtner, "denn ich kann mir nicht vorstellen, warum die Polizei sonst an ihm festhalten sollte."

Weisman hatte zwar keine Zweifel an Fichtners schauspielerischen Fähigkeiten, aber er suchte ursprünglich jemanden mit einer weniger maskulinen Ausstrahlung. Fichtner erzählt, wie es ihm gelang, ihn zu überzeugen: "Eine Freundin von mir macht für E! die Haare und das Make-up. Sie kam zu mir und half mir mit einer Perücke und ein bisschen Make-up aus." Mit diesem neuen Look ging er dann zu den Filmemachern und ließ seinen Charme spielen. "Es genügte, dass Sam und David sagten: ,Ich glaube, das wird funktionieren.'" Von da an arbeiteten der Kostümbildner Jeffrey Kurland, der Make-up-Künstler Ken Chase und Hair-Stylist Jan Alexander zusammen daran, Fichtner in den merkwürdigen und komischen Detective zu verwandeln, den man im Film sieht.

Abgerundet wird die Besetzung durch Ana Gasteyer als Bergers schrille, aber liebenswerte Frau und Richard Schiff (aus der TV-Serie "The West Wing") als Max Fairbanks persönlichen Anwalt, einen Mann, der die undankbare Aufgabe hat, mit Max' zahlreichen Rechtsverdrehungen klarzukommen und zudem auch mit dessen nicht gerade angenehmer Persönlichkeit. Larry Miller spielt Max' überaus eifersüchtigen Sicherheitschef, und Lenny Clark und Siobhan Fallon geben als Schlosser/Ausbruchskünstler-Ehepaar, das sich ständig anschreit, wie nur Leute es tun können, die sich abgöttisch lieben, dem Ganzen zusätzliche Würze.

Martin Lawrence sagt über die Nebendarsteller: "Das sind alles sehr begabte Leute. Ich habe mit allen von ihnen gerne zusammengearbeitet, weil jeder von ihnen der Geschichte eine andere Dimension verleiht."

Und Weisman fügt hinzu: "Jeder von ihnen hat seine besonderen Momente, in denen er besonders gut ist, und es ist sehr erfreulich, ihnen dabei zuzusehen. Sie alle haben sich köstlich amüsiert." Und sowohl die Schauspieler als auch die Filmemacher sind sicher, dass es den Zuschauern genauso gehen wird.

Dirk Jasper FilmLexikon
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