Ausführlicher Inhalt zu Eis Kalt

Szenenfoto Das Leben ist eine einzige Party, und gefeiert wird sie in Bull Mountain. Das zumindest ist das Motto in diesem, vom Massentourísmus noch unentdeckt gebliebenen Skiparadies im Herzen Alaskas, in dem die dicken Freunde Rick (Jason London), Luke (Zach Galifianakis), Anthony (Flex Alexander) und Pig Pen (Derek Hamilton) groß, aber noch nicht wirklich erwachsen geworden sind.

Getreu der Maxime des verstorbenen Stadtgründers Papa Muntz, der am Hang gerne die Hosen runter ließ, sich aber bei der Abfahrt nur ohne die Flasche Whiskey wirklich nackt fühlte, genießt die Clique ihr Leben. Auf dem Snowboard sind sie Draufgänger und natürlich ist ihr Radar immer auf hübsche Frauen ausgerichtet, damit den Augen auch das Wesentliche nicht entgehen kann.

Ein bisschen die Orientierung verloren hat dabei Rick, da ist sich Freund Luke sicher. Noch immer trauert Rick seiner Sommerliebe Anna (Caroline Dhavernas) nach, die ihm nach drei traumhaften Sommerwochen im mexikanischen Cancun das Herz brach. Eine Liebeskrankheit, zu der sich nach Meinung seiner Freunde noch chronische Blindheit gesellt. Denn Rick erkennt Jenny (A.J. Cook), das einzige, bildhübsche Mädchen in der Clique, das mit den Jungs auf dem Board und in der Kneipe El Matador mithalten kann, nicht als das, was sie tatsächlich ist und für ihn auch sein will: eine Traumfrau. Um den romantisch Gefrusteten aufzumuntern, der mit seiner Hiobsbotschaft, dass Bull Mountain von Besitzer Ted Muntz (Willie Garson) verkauft werden soll, auch noch die Stimmung kellertief legt, beschließt man gemeinsam, dass es wieder einmal Zeit ist, das alljährliche Ritual, die Wahl zum King of the Mountain, vorzunehmen.

Kurze Zeit später stehen die Jungs mit Jenny und einem gefüllten Glas Bier in den Händen auf dem vom Mondlicht nur spärlich beleuchteten Hang. Wer als Schnellster im Tal ist und dabei den meisten Restalkohol im Glas hat, gehört für das nächste Jahr zum Snowboardadel. Dann ist die Jagd eröffnet, rast die irre Clique euphorisiert hangabwärts, springt mit Spins und Flips über Schanzen und Hütten, surft auf Holzgeländern und versucht, möglichst lässig wirkend, den Erstkontakt mit Bäumen zu vermeiden. Als Erster aus der Bahn fliegt Pig Pen, den Jenny mit geöffnetem Anorak und Blick auf ihre Naturwunder blendet, als Gewinner ins Ziel fliegt Rick, der zwischen seinen Backen clever einen Bierspeicher einrichtete. Der Abend klingt aus, wie alle Abende in Bull Mountain ausklingen. Luke, wie immer alkoholisch narkotisiert, wird Opfer eines Streichs und erfüllt im Tiefschlaf seinen Teil einer innig geliebten Tradition.

Während er am nächsten Morgen irgendwo im Schnee von einem zärtlichen Eisbären begrüßt wird, herrscht Aufregung in der Stadt. Jack Majors (Lee Majors), aalglatter Unternehmer und Pistenkrake aus Colorado, der beschauliche Orte wie diesen mit unstillbarem Dollar- und Umwandlungshunger verschlingt, ist eingetroffen, um den Kauf von Bull Mountain vorzubereiten und für seine Investoren in der Stadt ein paar kosmetische Veränderungen vorzunehmen. Irgendwo auf einer Holzbank träumt Pig Pen von seiner wahren Berufung: Mit Snowboard und Fallschirm auf dem Dach einer festsitzenden, mit Bikini-Babes gefüllten Gondel landen und sich den hilfesuchenden Engeln mit den besänftigenden Worten vorstellen "Mein Name ist Pen, Pig Pen, bitte bleibt ruhig und zieht Euer Oberteil aus".

Szenenfoto Währenddessen entscheidet sich in der Stadt die Zukunft Bull Mountains. Auf Anhieb hat Rick, wie seine Freunde bisher Angestellter im Skiressort von Ted Muntz, das Vertrauen von Jack Majors gewonnen und wittert seine Chance, mit dessen Hilfe endlich den Traumberg Hangman's Peak als neues Surfparadies erschließen zu können. dass der neue künftige Besitzer bei seiner Antrittsrede ein Regelwerk in Telefonbuchstärke als Bergbibel vorstellt, seinen Angestellten eine peinlich uncoole Uniform verpasst und seine großen Pläne für Bull Mountain noch etwas nebulös verkündet, nimmt Rick gutgläubig hin. Nicht so seine Freunde, die unken, dass die Ursprünglichkeit von Bull Mountain wohl bald von der Mondänität Aspens verdrängt werde.

Alle Bedenken gegenüber Majors weichen aber in wenigen Hundertstelsekunden, als die Töchter des Schneepaten die Schwelle zum El Matador überschreiten. Mit laszivem Blick, blonden Haaren, blauen Augen und knallengem Glitzertop stellt sich Inga (Victoria Silvstedt) als Stieftochter Majors und Bereicherung der Stadtkultur vor. Nur bei einem der Freunde erzielt Ingas süße Schwester Anna noch größere Wirkung. Als sie Luke ihren Lieblingssong auflegen lässt, erstarrt Rick zu Stein. "Von allen Bars und Skiorten in Alaska, warum mußste sie gerade hierher kommen", stammelt er ungläubig, als er in Anna seine wortlos verschwundene Urlaubsliebe wiedererkennt. Der Schock sitzt tief - so tief, dass Rick sein abendliches Date mit Jenny vergisst. Vermeintlich gelassen nimmt das Mädchen am nächsten Tag seine Entschuldigung hin, ähnlich wie Ted Muntz den neuen Namen "Behinderter", den ihm Majors verpasst hat.

Szenenfoto Trotz dieser Aufregungen scheint in den nächsten Tagen wieder Normalität ins Paradies einzuziehen. Pig Pen meistert erfolgreich seinen ersten Chat im Lesben-Room, ohne zu ahnen, dass sich vor einem anderen Bildschirm der Stadt der arrogante Schnösel Eric mit ihm ins Glück klickt. Luke erobert, heroisch vom Dach des El Matador surfend, das mitleidige Herz von Inga, die den Verletzten im Whirlpool aufheizt. Auf Lukes Lebensweisheit "Kein Gehirn, keine Kopfschmerzen" findet Inga mit "Kein Bikini, keine Bräunungslinien" eine ideale Antwort, um dann den Liebestrunkenen mit seiner Lust und einer Wasserdüse allein zu lassen. Und während sich seine Freunde diesen Lebensherausforderungen stellen, versöhnt sich Rick mit Anna, die erklärt, warum sie damals Hals über Kopf verschwunden ist. Ihre Gefühle waren echt, aber weil Anna bereits verlobt war, hatte ihre Liebe damals keine Chance.

Szenenfoto Obwohl Annas Verlobter Barry seinen Besuch angekündigt hat, verfolgt Rick mit neuem Mut seinen romantischen Traum. Wie sehr sich mittlerweile Bull Mountain verändert hat, wird ihm im Annafieber kaum bewusst. Aus dem guten alten El Matador wurde ein luxuriöser Society-Schuppen namens Powder Room, aus der Skistation ein Gastronomiezirkus mit Tofuzelten und Champagnerlounges, mit dem Majors seinen Sponsoren die Zukunft zeigen will.

Das Schneeparadies schließlich, in dem alles erlaubt war, mutiert zur eisgekühlten Sicherheitszone, in der Majors Pistenpolizei über die Einhaltung der Sitten wacht. Majors Pläne sind, dass Rick das gesamte Areal als Manager leiten soll. Als aber Ted Muntz auf Majors Befehl Pig Pen, Luke und Anthony entlässt, und die Jungs schon an echte Arbeit auf Ölbohrinseln denken müssen und Bull Mountain verlassen wollen, erwacht Rick endlich aus seinem süßen Traum.

Mit einer flammenden Rede und den letzten Worten von Papa Muntz "Don't go changing", die Barkeeper Lance partout Billy Joel zuschreiben will, versammelt Rick die Freunde um sich und ruft zum Widerstand auf. Am Tag, als die Investoren sich mit großen Erwartungen unten am Hang versammelt haben, stehen verwegene Rebellen hoch oben auf dem Berg, um Majors auf dem Snowboard in die Pläne zu fahren. Als sie johlend talwärts rauschen, fallen die Hosen am Berg, wie auch unten in der Menge, um den Schneecowboy bis auf die Socken zu blamieren und nach Colorado zurückzutreiben ...

Dirk Jasper FilmLexikon
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