Produktionsnotizen zu Eis Kalt

" Eis Kalt beeindruckte uns als wunderbare und witzige Ensemblekomödie", beschreibt Emmett Malloy, der zusammen mit seinem Bruder Brendan Regie führte, seinen ersten Drehbucheindruck. "Und durch die Snowboard-Action erhielt das Projekt eine zusätzliche Facette, die uns ganz besonders gefiel."

"Das Drehbuch erinnerte mich an die Ensemblekomödien, mit denen ich aufwuchs", erzählt Jonathan Glickman, der Eis Kalt mit Lee R. Mayes und Michael Aguilar produzierte. "In gewisser Weise ist darin auch eine "protzig-gegen-rotzig"-Thematik verarbeitet."

"Diese Snowboarder sind ganz normale Typen, die ein bisschen Spaß haben wollen", beschreibt der ausführende Produzent Gary Barber die Hauptfiguren. "Mehrere Jahre lang haben sie in einem kleinen Skiressort gearbeitet, das nun mit großen Plänen den Besitzer wechselt." Emmett Malloy fügt hinzu: "Die Stadt ist eine Art Rohdiamant und kämpft um die Erhaltung ihrer Integrität. Mit den Jungs verhält es sich ähnlich. Sie führen ein anspruchsloses Leben, haben nicht viel, aber alles, was sie wirklich brauchen."

Eis Kalt, erläutert die ausführende Produzentin Lauren Shuler Donner, "ist ein Fun-Film, der in einem coolen Snowboard-Refugium in Alaska angesiedelt ist." Und Jonathan Glickman ergänzt: "In gewisser Weise geht es auch um ein klassisch amerikanisches Thema, wenn diese Charaktere den Kampf gegen die Modernisierungspläne von Jack Majors aufnehmen, die den reinen und unschuldigen Lebensstil, den sie in dieser Stadt so lieben, bedrohen. Jeder kann sich damit identifizieren, von Freunden oder Freundinnen verlassen worden zu sein, oder weiß was passiert, wenn sich das vertraute Umfeld plötzlich verändert oder gar verschwindet."

Die Grundidee für Eis Kalt geht auf Michael Aguilar zurück, der die Entwicklungsabteilung von Lauren Shuler Donners Produktionsfirma 'The Donners' Company' leitet und das Konzept mit Autor Jon Zack ausarbeitete. "Gereizt hat mich an diesem Projekt", so Aguilar, "von Menschen zu erzählen, die sich für einen anderen Lebensstil entschieden haben, in unserem Fall eben für das Leben eines Snowboarders. Es ist eine ausgesprochen romantische Vorstellung, nicht täglich Verantwortung, Stress und Druck ausgesetzt zu sein, nur so viel zu arbeiten, um leben zu können und jeden Tag aufs Snowboard zu steigen. Unsere Charaktere haben sich ganz bewusst für diesen Weg entschieden, wollen die wunderbare Natur, in der sie aufwuchsen, genießen und Spaß beim Snowboarden haben. Wenn sie gegen die Zerstörung ihrer Heimatstadt ankämpfen, bleiben sie damit auch sich selbst treu."

Die Zeit der Jugend "Da es in unserem Film um junge Leute und ihre Welt geht, sollte sich das auch im Regiestuhl mit jungen Talenten niederschlagen", erläutert Shuler Donner ihre Verpflichtung der Malloy-Brüder. "In der Malloy-Familie gibt es eine Surf- und Snowboard-Tradition. Beide kennen sich in der Welt der besonderen Extremsportarten aus, haben Dokumentationen, aber auch viele Musikvideos gedreht, die sich durch einen Sinn für Humor auszeichneten." Aufmerksam wurden die Produzenten auf die beiden Brüder, als sie von deren Agenten mit "Thicker Than Water" eines ihrer Surfvideos zur Ansicht vorgelegt wurde. "Aufgrund ihrer großen Erfolge als Cutter von Trailern und Videoclips hielten wir alle die Malloy-Brüder für die beste Wahl", pflichtet Gary Barber bei. "Sie sind große Musikfans, Snowboarder, Energiebündel und gehören der Generation an, um die es in unserem Film geht. In ihren Musikvideos, darunter auch ihrem kürzlich für die Foo Fighters abgedrehten Clip, ist eine Handlungslinie sichtbar. Daran konnten wir ihr Potenzial als gute visuelle Geschichtenerzähler erkennen."

"Dieses im Milieu von Action- und Extremsportarten angesiedelte Drehbuch", ergänzt Emmett Malloy, "ist ganz nah an unseren eigenen Erfahrungen, denn als Filmemacher kennen wir uns in der Welt der Surfer aus. Es gibt Berührungspunkte zwischen Surfern und Snowboardern", weiß auch Mike Aguilar. "Deshalb verstanden sich die Malloys darauf, eine Szene zu vertreten, die im Grunde schwer zu vertreten ist." "Zum Image der Snowboarder", ergänzt Jonathan Glickman, "gehört ein gewisses Außenseiter- oder Rebellentum. Aber man mußs nicht zu diesem Milieu gehören, um Spaß mit unserem Film zu haben, ebenso wenig, wie man Teil einer Studentenverbindung sein mußs, um über "Ich glaub', mich tritt ein Pferd" lachen zu können."

"In der Vision der Malloys", so Shuler Donner, "stand Spaß, Tempo und Witz an erster Stelle, aber auch die Charaktere sollten nicht aus den Augen verloren werden, ebenso wenig wie die Zärtlichkeit und das Herz, die die Basis der Geschichte bilden." "Unser Ansatz orientierte sich an den Charakteren", erklärt Brendan Malloy. Der Motor sind die Figuren, die Stadt und das Leben, das sie leben. Wenn man hinter den Snowboardern die Menschen, die nicht nur ihren Sport im Kopf haben, erkennen kann und mit ihnen fühlt, sind die Möglichkeiten der Komödie nahezu unbegrenzt."

"Ich glaube, dass sich jeder mit diesen Figuren identifizieren kann", meint Mike Aguilar. "Denn diese Story erzählt von lebenslanger Freundschaft in einer Kleinstadt." Und Jonathan Glickman fügt hinzu: "Diese Figuren, ihre Gemeinschaft und ihr Glaube daran - all das mußste unbedingt glaubwürdig sein. Im Kino gibt es eine lange Tradition von Geschichten über Unterdrückte, die sich gegen verhasste Feinde stemmen. Im Genre der Komödie kann man dies bis zu den Filmen mit den Marx Brothers und noch weiter zurückverfolgen.

In Sachen Komik kann es in Eis Kalt durchaus derb und verrückt zugehen, denn sie gründet sich darauf, dass diese Typen sich als Familie sehen. Weil wir uns mit ihnen identifizieren können, sind wir in der Lage, entspannt mit ihnen zu lachen, als gehörten wir dazu, anstatt nur Beobachter zu sein. Meiner Ansicht nach ist der Grund für die Beliebtheit des derben, etwas unflätigen Humors, dass wir uns alle des Unsinns der menschlichen Existenz bewusst sind, dass jedem zu jeder Zeit etwas unglaublich Peinliches passieren kann. Man mußs nur in der Lage sein, über das typisch Menschliche auch in der eigenen Situation lachen zu können."

"Der Schlüssel für diesen Humor liegt in seiner realen Grundlage", erklärt Emmett Malloy. "Um einen Gag richtig verstehen zu können, mußs er etwas in Erinnerung rufen, was man bei jemand anderem bereits erlebt hat. Wir etwa wuchsen in einer großen Familie und einer chaotischen Umgebung auf. Wenn man zum Beispiel ins College kommt, tauscht man seine Privatsphäre für ein Gemeinschaftsleben aus, sieht man weit mehr Menschen, als man das je gewollt hat, erlebt ihre kleinen Eigenarten und Charakterzüge, die man ziemlich ungewöhnlich und witzig findet." "Meiner Ansicht nach", fügt Shuler Donner hinzu, "sind die Grundvoraussetzungen für Komödie Timing und eine komische Ader. Im Film kommt auch noch die Inszenierung dazu, das Wissen, wie man einen Gag aufbauen und zünden lassen mußs."

"Obwohl es etwas derberen Humor in unserem Film gibt", räumt Mike Aguilar ein, "bringen unsere smarten Darsteller Zach Galifianakis, David Koechner und Tom Lennon Intelligenz ein. Was als komisch erlebt wird, ist sehr subjektiv, aber das Geheimnis beginnt mit der Darstellung, und wir schätzen uns glücklich, große junge Talente in unserem Film zu haben." "Wir suchten nach Darstellern", erklärt Emmett Malloy, "denen man auch abnehmen würde, dass sie in solche Situationen geraten konnten." "Während des Castings", ergänzt Shuler Donner, "sahen wir uns manchmal zwei Schauspieler zusammen an, nur um einen Eindruck zu bekommen, wie sie miteinander umgehen. Denn man mußs ihnen schließlich abnehmen, dass sie ihr ganzes Leben lang befreundet sind."

"Die Rolle des Rick war am schwersten zu besetzen", erinnert sich Aguilar, "denn sie erforderte eine gewisse schauspielerische Bandbreite und Balance." "Jason London besitzt eine Sensibilität, die es ihm ermöglicht, einen Gag zu verstehen, aber auch den realen Bezug einer Situation im Film", bemerkt Jonathan Glickman. "Das konnte man schon bei seiner Hauptrolle in "Dazed and Confused" beobachten. Rick ist eher der Vernünftige", beschreibt Aguilar Londons Figur näher. "Luke und Pig Pen sind dagegen wilde und völlig abgedrehte Typen. Aber Rick trägt auch die romantische Komponente des Films, wenn die Frau, die sein Herz gebrochen hat, wieder in sein Leben tritt, als er sie gerade zu vergessen begann. Jason hat die Balance perfekt gehalten zwischen den romantischen und komischen Anforderungen an seine Figur."

"Ich fand das Skript sehr komisch", erinnert sich London an seine ersten Eindrücke, die auch seine Kollegen teilten. "Nach einer langen Arbeitswoche wollen sich die Leute im Kino entspannen und einfach ablachen. Das ist nun einmal so, das ist das Kind in uns. Rick ist mit seinen Freunden, diesen Clowns, aufgewachsen, deshalb ist ihr Humor ihm sehr vertraut. Er ist ein ganz normaler junger Bursche, der seit Kindesalter an auf dem Snowboard steht. Wie seinen Freunden auch, fehlt ihm vergleichbare Lockerheit, wenn es um Frauen geht." "Rick ist auch derjenige", so Emmett Malloy, "der den Plan von Jack Majors durchschaut. Majors ist so ein Typ, der eine Stadt nur mit Dollarzeichen in den Augen mustert, der Eigentumswohnungen oder Einkaufszentren sieht und überall Profite wittert."

Der Sechs-Millionen-Dollar-Mann "Jack Majors wirkt anfangs immer sehr charmant", beschreibt Lee Majors seine Figur. "Er ist ein recht arroganter Unternehmer, und wenn er beginnt, Macht und Einfluss spüren zu lassen, erkennen auch die Kids, was er wirklich vorhat. Ich habe in letzter Zeit eine Reihe von Komödien gedreht", nimmt Majors Bezug auf seine Auftritte in der TV-Farce "Hotel" und der BBC-Sitcom "Too Much Sun", für die er in England arbeiten konnte. "Meine Karriere startete 1963, und seitdem war ich in vielen TV-Serien zu sehen, an die ich mich oft für fünf Jahre gebunden habe. Viele Kinofilme konnte ich deshalb nicht drehen, somit war dieses Projekt eine tolle Chance, mit jungen Leuten in einem Ensemble zu arbeiten, in dem ich unter den Kids deutlich der Älteste bin. Jeder dieser jungen Darsteller war perfekt besetzt. Ich war schon gerührt, als einige mir erzählten, dass sie früher "Der Sechs-Millionen-Dollar-Mann" oder andere Serien mit mir gesehen haben. Ich hoffe, ich konnte ihnen ein wenig vermitteln, was Professionalität, Pünktlichkeit und Textsicherheit in diesem Beruf bedeutet.

Ich hatte diesbezüglich einen tollen Lehrmeister in Barbara Stanwyck", führt Majors aus, der mit dem Hollywoodstar in "Big Valley" zusammenspielte. "Wenn Du nur zwei Minuten zu spät kamst, ließ ihre Reaktion nicht lange auf sich warten. Das alles begann 1964, und seitdem bin ich nie wieder zu spät am Set gewesen. Lee Majors war ein echter Profi, der uns mit Herzblut unterstützte", schwärmt Brendan Malloy. "Er mußs in seiner Rolle Dinge tun, die man von ihm normalerweise nicht erwartet, und trotzdem ließ er Engagement nie vermissen." Und Bruder Emmett fügt hinzu: "Lee verhielt sich getreu dem Geist unserer Komödie, war locker und humorvoll. Seine Stunts führte er selbst aus, und unser Film zeigt eindrucksvoll, wie gut er Ski fährt."

"Ted Muntz ist in dieser Stadt aufgewachsen, trotzdem hasst er die Kälte und will nur weg von hier", beschreibt Willie Garson seine Figur, den Sohn des Stadtgründers Papa Muntz. "Mit diesem Berg in Alaska sitzt er auf einem Juwel, aber er denkt nur an Verkauf und an deutlich wärmere Gegenden. Dieses Projekt gefiel mir auf Anhieb. Nicht nur wegen des Skripts, sondern auch, weil die Malloys auch wussten, warum es eigentlich witzig war. Jede Figur hat eine eigene komödiantische Entwicklung und ist mit den Handlungsfäden der anderen verbunden. Charakterkomik spielt in diesem Film eine absolut zentrale Rolle. Jeder Mensch repräsentiert einen Typ, auf dem man humoristisch aufbauen kann. Wir sollten über uns lachen können. Solange es nicht wirklich bösartig oder verletzend ist, kann man sich über alles lustig machen."

"Zach Galifianakis habe ich als Stand-up-Komiker gesehen, und er war einfach genial", erinnert sich Mike Aguilar, der Galifianakis als Luke besetzte. "Es gibt eine Menge Szenen in diesem Film", so der junge Darsteller, "in denen ich Komik durch meinen Körper ausdrücken kann. Und das hat mich wirklich fasziniert." "Pig Pen ist ein ziemlich verrückter Typ", beschreibt Derek Hamilton seine Rolle. "Er ist der klassische jüngere Bruder, der zu Luke aufsieht, der smart ist und ständig einen flotten Spruch parat hat. Er hat immer davon geträumt, von einer der schönsten Frauen, die man sich nur vorstellen kann, entjungfert zu werden und tut so, als hätte er schon jemanden in Aussicht. Aber da läuft absolut nichts. Das Drehbuch fand ich von Anfang an sehr komisch. In unserem Film reicht die komödiantische Bandbreite von Slapstick bis hin zu intelligenter Komik. Schauspielerisch komme ich eher vom Drama, und so war es ein Segen, so gute Komödianten um sich zu haben. Damit fiel es mir sehr leicht, mich anzupassen, alle Hemmungen fallen zu lassen und genauso verrückt wie die anderen zu sein."

"Sie ist natürlich bildschön", schwärmt Derek Hamilton von seiner Partnerin Victoria Silvstedt, die 1993 Miss Schweden und 1997 Playmate of the Year war, "aber darüber hinaus auch klug, professionell und auf sehr natürliche Weise komisch." "Ich wusste genau, dieser Film würde eine Menge Spaß machen", erzählt Silvstedt. "Zum einen wegen des Drehbuchs, zum anderen aber auch wegen des Schnees und des Skifahrens. Als Schwedin liebe ich natürlich den Winter. Meine Figur Inga ist das süße und unschuldige Mädchen vom Dorf.

So sind die Eindrücke in Bull Mountain mit den ganzen niedlichen Jungs zunächst einmal überwältigend. Sie nützt diese Situation sofort aus, flirtet mit jedem männlichen Wesen, das sich bewegt, trägt enge Klamotten und sorgt selbst bei bitterster Kälte dafür, dass ihr Körper auch wirklich zu sehen ist. Blondinen wie sie wachsen in Bull Mountain nicht auf den Bäumen, und sie genießt es, wenn alle von ihr und ihren Maßen hingerissen sind. Inga hat Spaß am Leben, aber nie auf Kosten von anderen. Sie hat einen starken Akzent und versteht wegen der sprachlichen Kluft häufig nicht wirklich, was um sie herum eigentlich vor sich geht. Das ist bei dieser Figur das komische Element."

"Anthony träumt von der Teilnahme an den Olympischen Spielen", erzählt Flex Alexander über seine Rolle. Gut genug dafür ist er nicht, aber sein Kumpel Pig Pen stachelt ihn unverdrossen an, dieses Ziel zu erreichen. Anthony liebt die Frauen und ist eigentlich ein sehr sanfter Typ." Alexanders Partnerin Caroline Dhavernas beschreibt Mike Aguilar als "exotisch, schön und überzeugend in dramatischen wie auch komischen Szenen. "Ich habe schon in Dramen gespielt und reichlich Tränen fließen lassen", erzählt Dhavernas. "Aber in einer Komödie mitgewirkt habe ich bislang noch nicht. Deshalb hat mich dieses Projekt ganz besondes interessiert. Meine Figur Anna hatte mit Rick vor Monaten eine Romanze in Cancun. Als sie in die Stadt zu ihrem Vater kommt, hat sie keine Ahnung, dass auch Rick dort lebt. Anna liebt Rick, aber weil sie verlobt ist, ringt sie mit sich, um eine Entscheidung zu treffen."

"A.J. Cook ist toll als Jenny", schwärmt Produzent Aguilar. Mühelos vermittelte sie das attraktive Mädchen, das den Jungs auch der beste Kumpel sein konnte." "Jenny ist Spitze, das coolste Girl", begeistert sich Cook über ihre Figur. "Sie und Rick sind gute Freunde. Weil es in der Stadt nur wenige Girls wie sie gibt, wird ständig mit ihr geflirtet. Nur der Junge, der sie wirklich interessiert, bemerkt das nicht." Die Besetzung von Eis Kalt komplettieren David Denman als Barkeeper Lance, David Koechner als Stumpy, Thomas Lennon als Eric und Lewis Arquette in seiner letzten Rolle als Stadtgründer Papa Muntz.

"Wir wollten eine Atmosphäre schaffen", so Brendan Malloy, "in der unsere Darsteller viele Freiheiten besaßen, denn Spontanität halten wir in Komödien für extrem wichtig. Während des Drehs haben wir Szenen unterschiedlich angelegt und probiert, nur um zu sehen, ob sich irgendetwas Witziges daraus entwickelt. Oft sind die besten Momente Konsequenz dieser Strategie gewesen." "In vielen Sequenzen sind bis zu zehn Darsteller zu sehen, da mußs man mit vielen Persönlichkeiten und Dynamiken jonglieren", berichtet Emmett Malloy. "Wenn man ein Ensemble inszeniert, macht sich ein Instinkt für Komödie wirklich bezahlt. Jeder bringt eigene Ansichten ein, und als Regisseur mußs man diese beurteilen und für die eigene Arbeit einsetzen können. Das wir dies ermöglichen konnten, verdanken wir auch dem Freiraum, den uns die Produzenten gaben. Sie haben uns ermutigt, unseren Instinkten zu vertrauen und die Gags zu platzieren, die wir witzig fanden."

"Die Malloys sind ein tolles Team", erzählt Dhavernas. "Manchmal gab der eine Regieanweisungen, manchmal der andere. Funktioniert hat es immer perfekt. Sie ließen uns alle Freiheiten, zu improvisieren und beim Drehen wirklich auch selbst Spaß zu haben. Das war großartig." "Unsere Zusammenarbeit ist eine wirkliche Kollaboration", beschreibt Brendan Malloy die Vorgehensweise der Brüder. "Wir teilen die Verantwortlichkeiten eines Regisseurs nicht untereinander auf, sondern machen alles gemeinsam. Schon seit unserer Kindheit stehen wir uns sehr nah und arbeiten auch immer wieder zusammen. Gefühlsmäßig sind wir uns sehr ähnlich."

Auf den Brettern, die die Welt bedeuten "Snowboarden ist ein richtiger Massensport", führt Emmett Malloy in die Materie ein. "Wahrscheinlich ist es die populärste Extremsportart, noch beliebter als Surfen oder Skateboarden." "Wir wollten diesen Sport in seinen riskantesten Momenten zeigen, so, wie wir es noch nie gesehen haben", erläutert Lauren Shuler Donner. "In unserem Film stellt sich Snowboarden noch attraktiver dar als in den Videos, die man in den Spezialgeschäften kaufen kann", sagt Michael Aguilar. "Die Latte für uns lag hoch, denn die Snowboard-Werbespots, die heute ausgestrahlt werden, schauen wirklich toll aus."

"Weil es sich bei der Begeisterung für diesen Sport wirklich um ein globales Phänomen handelt", so Roger Birnbaum, "haben wir Top-Athleten aus der ganzen Welt verpflichtet." "Die Filmemacher wollten keine Stuntleute als Snowboarder haben, sondern Originale, die echten Profis", erzählt Rob "Sluggo" Boyce, ein Snowboardprofi, der als Koordinator und Experte verpflichtet wurde. "Wenn man die echten Könner beobachtet, sieht man, wie Snowboard und Athlet miteinander verwachsen sind, als wären sie mit dem Brett an den Füßen geboren." Zu den professionellen Snowboardern, die sich für den Film eine Auszeit aus ihren Wettbewerben nahmen und entweder sich selbst spielten oder einige der Darsteller doubelten, gehörten Todd Richards als Barry, Jason Bothe als Lifty, der japanische Half-Pipe-Weltmeister Rio Tahara als Tetsuo und Rob Boyce als einer der Snownook-Typen. Tara Dakides, Devun Walsh, Javas Lehn und Sean Johnson spielten sich selbst, während Jason Bothe, Jeff Keetly, Sean Kerns, Tosh Osaka und Omar Lundie Stuntaufgaben übernahmen.

"Obwohl einige Darsteller sichtbar Snowboarder sind", so Emmett Malloy, "will man als Zuschauer eigentlich die Besten sehen. Ansonsten macht es keinen Sinn, diesen Sport in riesigen Kinobildern zu zeigen." "Wir haben uns mit diesen Profis zusammengesetzt und sie gefragt, was sie gerne machen oder sehen wollten und wie man das dann auf coolste Art drehen könnte", kommentiert Aguilar. "Diese Extremsportler treten ständig in Snowboardvideos auf, kennen also diese Welt. Und weil die Malloys selbst zur Szene gehören, wussten sie auch, wo die Kameras am besten aufzustellen waren, damit die Einstellungen auch wirklich cool wirkten."

"In der Planungsphase der Stunts", berichtet Brendan Malloy, "entschieden wir uns dafür, auf jede Art von Spezialeffekt zu verzichten. Uns ging es um Realismus, schließlich ist dieser Sport auch ohne Mätzchen absolut erstaunlich. Wir wollten nicht irgendeinen Typen filmen, dann umschneiden und ihn drei Salti in der Luft schlagen und dann die Sicherungsdrähte vom Computer entfernen lassen. Das Publikum weiß schließlich genau, was in diesem Sport machbar ist. Unsere Profis sind Superstars. Wir haben sie respektiert und auf sie gehört, wenn sie Vorschläge gemacht haben. Unsere Strategie war zweigleisig. Entweder diese Profis in eine möglichst extreme und spektakuläre natürliche Umgebung bringen, oder diese mit Sprungschanzen und anderen Hilfsmitteln künstlich zu erzeugen. Wenn wir unsere Snowboarder an den Drehort brachten und sie nach ihren Vorschlägen fragten, musterten wir den Berg, während sie nach Straßen, Häusern oder Dächern Ausschau hielten, die sie überspringen konnten."

"Der harte Kern der Profiszene ist in gewisser Weise recht elitär, insofern, dass nur eine Handvoll Athleten wirklich gut davon leben können", erläutert Emmett Malloy. "Diese Typen sind sich bewusst, dass sie ein tolles Leben haben. Einige von ihnen haben uns als Darsteller wirklich überzeugt. Es war einfach großartig zuzusehen, wie diese Jungs im Schnee aus sich herausgingen." "Nur in den Dialogszenen habe ich sie manchmal bedauert", erinnert sich Brendan Malloy. "Dann mußsten sie manchmal zehn Stunden mit uns verbringen, wenn wir einen Satz aus den unterschiedlichsten Perspektiven aufnahmen. Man konnte richtig beobachten, wie sie unruhig wurden und sich nach ein bisschen Action sehnten."

"Todd Richards, einer der weltweit besten Snowboarder, spielt Annas Freund Barry", erläutert Lauren Shuler Donner. "Die echten Fans werden ihn ganz sicher erkennen. Die Ironie dabei ist, dass seine Figur nach einem Unfall beim Snowboarden gelähmt ist und im Rollstuhl sitzen mußs. Todd Richards ist auf dem Snowboard ein Gott", schwärmt Willie Garson. Und er führt ein absolut tolles Leben, sieht gut aus, scheffelt Geld und reist in der Welt herum. Mit ihm wollten wir alle tauschen."

"Diese Jungs werden fürs Snowboarden bezahlt", schwärmt auch Jason London. "Das ist sogar ein noch besserer Job als meiner. Und natürlich sind sie ein bisschen verrückt und ganz sicher echte Adrenalin-Junkies. Was sie im Schnee anstellen, ist wirklich erstaunlich." "Einer von denen kam den Berg heruntergeflogen", blickt Derek Hamilton zurück. "Er flog in der Luft und die Leute waren um ihn herum und oft auch unter ihm. Ich habe ihn gefragt, ob er denn nicht Angst gehabt hätte, mit jemandem zu kollidieren und er antwortete nur, dass es nichts anderes sei als die Schauspielerei. Man wäre von vielen Menschen umgeben und versuchte sich darauf zu konzentrieren, was von einem erwartet würde. Einfach wahnsinnig, wie sich diese Typen von allen möglichen Ablenkungen befreien können."

"Die meisten unserer Darsteller waren keine Wintersportler", beschreibt Shuler Donner eine der grundsätzlichen Herausforderungen. "Unsere Profis trainierten sie, brachten sie zunächst aufs Trampolin und einige Wochen vor Drehbeginn schließlich auf die Hänge." "Alle waren eifrige Schüler und haben die Grundlagen schnell verstanden", erzählt Rob "Sluggo" Boyce. "Flex Alexander stand das erste Mal in seinem Leben auf einem Snowboard und schon ging es ab und den Berg runter. Es war einfach unglaublich", erinnert sich Shuler Donner. "Wir haben eine Menge Stunts in diesem Film und ich kann sie nicht ausführen", gesteht Galifianakis. "Das Trinken aber habe ich selbst übernommen. Außerdem bin ich Extremkegler und Backgammonspieler. Mein Stuntdouble ist ein unglaublicher Snowboarder. Meine Figur ist nicht einfach zu doubeln, denn obwohl Luke ein guter Snowboarder ist, kollidiert er ständig mit irgendwelchen Dingen, zum Beispiel mit Picknicktischen."

"Ich habe es einmal versucht", erzählt Jason London von seinen ersten Snowboarderfahrungen, "aber danach tat mir alles viel zu weh, um es ein weiteres Mal anzupacken. Mein Bruder und viele meiner Freunde sind tolle Snowboarder. Immer wieder haben sie versucht, mich mitzunehmen, aber ich habe dankend abgelehnt, um ihnen nicht zur Last zu fallen. Und jetzt kann ich es ihnen zeigen." "Ich wuchs mit dem Skifahren auf und gehörte zum Nationalteam Schwedens," berichtet Victoria Silvstedt. "Trotzdem fand ich Snowboarden immer sehr schwer zu lernen. Meiner Ansicht nach ist es anspruchsvoller als Skifahren. Ich glaube auch, dass diese Herausforderung die Kids heute zum Snowboarden zieht."

"Es ist viel einfacher, wenn man einen dieser Profis um sich hat, die einem die Technik beibringen", räumt Jason London ein. "Das Schwierigste ist eigentlich, die Angst vor der Geschwindigkeit zu überwinden. Je schneller man ist, desto leichter kann man stürzen, weil man über die Oberfläche gleitet, wie ein flacher Kieselstein über das Wasser. Jeden Tag habe ich versucht, auf dem Hang Zusatzschichten einzuzulegen. Schließlich hatten wir ihn für uns, und das auch noch umsonst. Ich glaube, ich werde versuchen, mehr wie ein Snowboarder zu leben, denn ich bin ganz sicher süchtig nach diesem Sport geworden."

"Beim Snowboarden stehen das Brett und die damit verbundenen Risiken im Vordergrund", erklärt Shuler Donner das Wesen des Sports. "Das spiegelt sich auch im Lebensstil der Sportler wider. Alles ist locker und lässig, ohne den Glamour, von dem die Skiwelt manchmal umgeben ist. Snowboarden ist dazu im Grunde der Totalkontrast, eine Rebellion dagegen." "Unter Snowboardern herrscht eine sehr freie, vorurteilsfreie Atmosphäre", fügt Derek Hamilton hinzu. "Als ich mit diesem Sport begann, stellte es mich immer auf, landete ich immer unsanft.

Sluggo erklärte mir dann, dass man sich nicht auf ein bestimmtes Fahrmanöver vorab einstellen könne, sondern es dem Berg überlassen müsse, wohin es gehen soll. Ich hielt das auch fürs Leben eine ziemlich coole Philosophie, sich vom Berg führen zu lassen. Manche der Snowboardmanöver sind wirklich schwer zu erklären", so Hamilton abschließend, "aber eine Pobremse kenne ich, denn dafür bin ich berühmt."

Eis Kalt in Kanada Die Dreharbeiten begannen am 6. November 2000 in Vancouver, British Columbia, wobei die Innenaufnahmen in den Capilano Studios stattfanden. Obwohl es in British Columbia den mildesten Winter seit 75 Jahren gab, richteten sich die Filmemacher darauf ein und zogen weiter ins Landesinnere. Dabei wurde die bezaubernde Stadt Salmo zu einem der wichtigsten Drehorte. Der letzte große Film, für den diese Gegend, die West Kooteneay Berge, die Naturkulisse lieferte, war "Schnee, der auf Zedern fällt", der vor drei Jahren in Greenwood, Nelson und im Slocan Valley gedreht wurde.

"Wir haben im Studio darauf gewartet, dass für unsere Außendrehs endlich Schnee fallen würde", erzählt Produktionsdesigner Michael Bolton. "Als die Zeit aber knapp wurde, brachten die Trickspezialisten zwei Schneemaschinen mit, die wir aber glücklicherweise nicht benötigten." "Wir flogen nach Nelson", erklärt Mike Aguilar, "um im Nachbarstädtchen Salmo zu drehen. Von Vancouver sind das vier Stunden. Als wir ankamen, war alles noch grün, und dann schneite es zwei Tage lang. Ein besseres Timing konnte es nicht geben. Wir haben Glück gehabt, denn immerhin spielt die Hälfte des Films in freier Natur."

"Salmo ist ein kleiner, cooler Ort, und die Leute dort waren fantastisch", erinnert sich Jason London. "Die Stadt gruppiert sich im Grunde um eine Straße, ist sehr malerisch und charmant und bietet tolle Ausblicke auf die umgebende Bergkulisse", fügt Aguilar hinzu. "Salmo war perfekt", so Michael Bolton, "denn sie sah aus, wie viele Alaska-Städte, die ich selbst kannte." Zwei Monate vor Beginn der Dreharbeiten begann Boltons Crew, mit Farbe den malerischen Charme der Stadt noch stärker zu betonen.

"Unser Film handelt von der Rettung dieser Stadt", erläutert Emmett Malloy. "Deshalb ging es auch darum, einen Ort vorzustellen, an dem man wirklich leben, für den man kämpfen wollte. Alles sollte hell, heiter und lebhaft wirken." "Die Malloys haben eine Menge Gags im Szenenhintergrund eingebaut", erzählt Willie Garson. "Sehr unauffällig im Übrigen, was besonders gut ist." "Filme wie "Caddyshack", "Babyspeck und Fleischklößchen" und "Ich glaub', mich knutscht ein Elch" lieben wir", gesteht Brendan Malloy. "Gerade wegen der vielen witzigen Dinge, die sich im Hintergrund abspielen. Wir haben in unserem Film Ähnliches versucht. In den optischen Aufbau ist so viel Detailliebe eingeflossen, dass sich überall Dinge finden lassen, über die man lachen kann."

Was die Farbmenge anbetrifft, die das Designteam benötigte, stellte Michael Bolton einen kleinen persönlichen Rekord auf. Seine Crew strich auch die Gebäude am Grouse Mountain sowie im Hamlock Valley Ski Resort, damit alles so aussah, als hätten die Dreharbeiten an nur einem Ort stattgefunden. Im Hemlock Valley wurden die Einstellungen gedreht, die die Natur um das Bull Mountain Chalet darstellen sollten. Während der Dreharbeiten hatte die Crew den Berg von Montag bis Donnerstag exklusiv für sich.

Um ihren Anteil am Design des Films leisten zu können, studierte Kostümdesignerin Carla Hetland die Modetrends der Snowboardszene. Die Charaktere, die voll zur Szene gehörten, oder eben davon träumten, trugen massive Sneakers und Baggy Pants. Hetland mußste den Kontrast der glatten, schicken Skiwelt, wie sie etwa Figuren wie Jack Majors repräsentierten, zum relaxten, hippen Styling der Snowboarder deutlich machen. Weil Stuntleute und Darsteller natürlich in der gleichen Kleidung zu sehen sein mußsten, waren die einzelnen Kostüme immer mehrfach anzufertigen. Die Figur von Ted Muntz fällt unter die Kategorie "weniger hip". "Ted mußs einfach lächerlich aussehen", beschreibt Garson Outfit und Aufzug seines Charakters. "Ursprünglich sollte er mit dicken Brillengläsern herumlaufen, aber weil das wenig originell war, ging ich zum Zahnarzt und ließ eine Zahnspange anfertigen. Es war fantastisch."

Als im Laufe der Produktion an dem Drehort, der für das King Mountain Rennen ausgewählt worden war, zu wenig Schnee lag, zog das Team zum Apex Mountain Skigebiet um, was sich im Ergebnis auch auszahlen sollte. "Als wir den ursprünglich geplanten Drehort wechselten", erinnert sich Brendan Malloy, "entwarfen wir zusammen mit Sluggo einen riesigen Snowboardpark mit gewaltigen Sprüngen, damit wir auch wirklich tolles Material für unseren Film bekämen."

"Alles, was das Snowboarden so spektakulär macht", ergänzt Michael Aguilar, "haben wir in diesen Park integriert." Gedreht wurde die ganze Rennsequenz in der Nacht, was für Kameramann Richard Crudo eine weitere Herausforderung bedeutete. Die Dreharbeiten endeten schließlich am 9. Februar 2001, nachdem man noch einige Helikopter- und Luftaufnahmen im Hinterland, in der Nähe von Squamish and Whistler, abgedreht hatte. Die Postproduktion fand dann in Los Angeles statt

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