Ausführlicher Inhalt zu The Isle

Szenenfoto Am Rande eines abgelegenen Sees lebt Hee-Jin, Hüterin der Bucht und Besitzerin mehrerer einsamer Fischerhausboote. Sie bewegt sich wortlos in ihrer geheimnisvollen Welt, in die lediglich ab und zu ein paar Angler eindringen um ein paar Tage auf den kleinen Hausbooten zu verbringen. Hee-Jin versorgt die Männer tagsüber mit Lebensmitteln, Ködern und Prostituierten; nachts verkauft sie ihnen ihren eigenen Körper.

Eines Tages taucht Hyun-Shik auf. Er ist auf der Flucht vor sich selbst und der Polizei, weil er seine Frau und ihren Liebhaber aus Eifersucht getötet hat. Die Bilder seiner Tat suchen ihn immer wieder lebhaft heim. Völlig in sich gekehrt zieht er sich auf eines der Hausboote zurück um seinem zukunftslosen Leben ein Ende zu setzen. Hee-Jin ist fasziniert von Hyun-Shik, der ebenso schweigsam und mysteriös ist wie sie. Vorsichtig beginnt sie ihn zu beobachten- nachts im Schlaf und in Momenten seiner tiefen Verzweiflung. Als er eines abends entschlossen eine Pistole an seinen Kopf setzt, verhindert Hee-Jin den Selbstmord: unbemerkt taucht sie unter sein Hausboot und attackiert ihn überraschend aus dem Wasser mit einem Messer. Völlig verwirrt und überrumpelt mit einer tiefen Wunde im Bein sieht Hyun-Shik seine Retterin noch mit ihrem Boot davonfahren.

Hyun Shik scheint von seinem eigentlichen Vorhaben abzukommen und beschäftigt sich indem er angelt, die Fische allerdings wieder freiläßt, kleine Gegenstände aus Draht formt, und aufmerksam Hee-Jin beobachtet, die sich immer näher an ihn herantraut. Er schenkt ihr schließlich eines seiner kleinen Kunstwerke, das sie liebevoll annimmt. Langsam und leise dringen beide in die Welt des anderen ein.

In einem starken Regenschauer besucht Hee-Jin Hyun-Shik auf seinem Hausboot, und es kommt zu einer ersten körperlichen Annäherung der beiden. Doch ohne jede Romantik macht sich Hyun-Shik über Hee Jin her, er wird grob und fordernd; sie wehrt sich und läuft davon. Daraufhin schickt Hee-Jin Hyun-Shik sofort eine Prostituierte, damit er die Möglichkeit hat sich sexuell abzureagieren. Mit ihr will er jedoch nur ein wenig reden um nicht allein zu sein, und gewinnt gerade dadurch ihre Sympathie. Bei einem zweiten Treffen schlafen sie miteinander, beobachtet durch eine kleine Luke von Hee-Jin. In rasender Eifersucht versucht auch sie später ihn zu küssen. Doch diesmal ist sie wild und brutal, und er wehrt ab.

Szenenfoto Bald darauf erscheint die Polizei um eine Kontrolle des Fischgrundes durchzuführen. Hyun Shik ist unruhig aus Angst entdeckt zu werden. Doch dann stürzt ganz plötzlich in Panik ein anderer Flüchtiger aus seinem Versteck und wird auf seiner Verfolgung von einem Schuss verwundet. Hyun-Shik, Zeuge dieses Unglücks, packt die Verzweiflung. Unfähig, die Situation zu ertragen, schluckt er mehrere kleine Angelhaken hinunter, und zieht sie wieder hoch. Er zerfleischt sich damit selbst. Hee-Jin findet ihn blutend und nach Luft ringend. Sie versteckt ihn vor der Polizei und befreit ihn danach von seiner körperlichen Qual. Mit einer Zange entfernt sie vorsichtig die Haken, und während Hyun-Shik noch mit dem Tod ringt, öffnet sie sich dem hilflosen Mann, und schläft mit ihm.

Diese blutige Intimität läßt Hyun-Shik seine psychischen und körperlichen Qualen vorerst ertragen. Nach diesem Tag wird die Beziehung der beiden schnell intensiver. Sie pflegt und umsorgt ihn, bis seine Wunden verheilt sind. Ein vertrauter Alltag beginnt, mit gemeinsamen Nächten und Picknick im Schilf.

Szenenfoto Doch als die Prostituierte erneut auftaucht, sieht Hee-Jin ihre Liebe bedroht. Gefesselt sperrt sie das Mädchen in eines der Hausboote. Bei einem Versuch sich zu befreien stürzt die Prostituierte jedoch ins Wasser und ertrinkt. Als ihr Zuhälter auf der Suche nach ihr sich an ihren letzten Freier Hyun-Shik wendet, und rasend vor Wut auf ihn einprügelt, kommt Hee-Jin zu Hilfe und ertränkt auch ihn in ihrem See. Gemeinsam beschweren und versenken sie seine Leiche. Die Grausamkeit die sie nun verbindet verdunkelt zunehmend Hyun-Shuks Gedanken. Seine Drahtgebilde zeigen nur noch Galgen, und dumpf zerhackt er geangelte Fische. Er erträgt ihre Nähe nicht mehr und stößt sie von sich weg. Er will den See und sie nun endlich verlassen. Diese Zurückweisung nimmt Hee-Jin nicht hin. Sie ist nicht bereit ihre Beute herzugeben. Bei seinem Versuch an Land zu schwimmen entdeckt sie Hyun-Shik, und zieht ihn an einem Angelhaken zu seinem Hausboot zurück. Als sie fürsorglich seine Wunden versorgen will, beginnt er auf sie einzuschlagen. Aus dieser Brutalität heraus erwächst Leidenschaft, und er schläft mit ihr, bis er weinend über ihr zusammenbricht.

Szenenfoto Am nächsten Morgen packt er erneut seine Sachen und steigt in ihr Motorboot. Doch gerade als er den See verlassen will, wird er von einem Schrei Hee-Jins zurückgehalten. Sie ist es, die diesmal ihr Leben aufgeben will, und sich mit Angelahaken selbst verstümmelt. Hyun-Shik kehrt sofort um, rettet sie und pflegt sie wieder gesund. Er mußs feststellen, dass er nicht von ihr loskommen kann. Schon längst ist ihre Beziehung zu einer selbstzerstörerischen Abhängigkeit geworden.

Als neue Wochenendgäste dann durch einen unglücklichen Zufall das grausame Geheimnis der beiden im See aufdecken, bleibt für sie keine andere Wahl. Sie fahren gemeinsam mit ihrem Hausboot davon. Wie Fische, die sich in den gegenseitigen Ködern verhakt haben, müssen sie trotz quälender Schmerzen zusammen bleiben.

Dirk Jasper FilmLexikon
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