Ausführlicher Inhalt zu Im Fadenkreuz - Allein gegen Alle

Szenenfoto Adria, Mitte der 90er Jahre. Ein US-Flugzeugträger patrouilliert vor der kroatischen Küste. Mit täglichen Aufklärungsflügen über dem Bürgerkriegsland Bosnien kontrollieren die NATO-Piloten die Einhaltung eines der vielen höchst fragilen Waffenstillstandsabkommen zwischen Bosniern, Kroaten und Serben. Doch die Einsätze verstärken nur den Frust vieler Soldaten - der Eindruck herrscht vor, dass man aus politischen Gründen dabei zusieht, wie ein Land dem Abgrund entgegentreibt.

Am deutlichsten spricht sich Lt. Chris Burnett (Owen Wilson) für ein militärisches Eingreifen zur Beendigung des Bürgerkrieges aus. Sein Vorgesetzter, Admiral Reigart (Gene Hackman), weist ihn zurecht, dass die Überwachungsflüge schon Ernstfall genug seien. Burnett überreicht ihm seine Demission. In wenigen Wochen will er aus der Armee austreten.

Am nächsten Tag startet er mit Lt. Michael Stackhouse (Gabriel Macht) zu einem Routineflug über bosnisches Territorium. In einem gerodeten Waldstück entdecken die Piloten illegale militärische Aktivitäten. Sofort nehmen sie Kurs auf die Stelle - wohl wissend, dass sie sich damit strikten NATO-Anweisungen widersetzen. Denn die beobachteten Armee-Einheiten befinden sich außerhalb der erlaubten Flugroute. Doch der Zweck scheint diesmal die Mittel zu heiligen. Burnett und Stackhouse dokumentieren mit der Bordkamera den Bruch des Waffenstillstandsabkommens: Am Boden, tief im Wald versteckt, finden serbische Truppenbewegungen statt. Und das unbestechliche Auge der Digitalkamera sieht noch etwas - ein nur halb von Schlamm bedecktes Massengrab.

Szenenfoto Aus Angst vor der Entlarvung befiehlt Truppen-Kommandeur Lokar (Olek Krupa) den Abschuss des US-Jets. Zwei Boden-Luft-Raketen jagen den Piloten hinterher - der einen Rakete kann Stackhouse mit einem gewagten Manöver noch ausweichen, die andere trifft das Flugzeug am Heck. In letzter Sekunde katapultiert der Schleudersitz die beiden Piloten aus dem Cockpit. Burnett landet unversehrt, sein Partner verletzt sich jedoch schwer: Beim Aufprall bricht er sich ein Bein.

Um sich einen Überblick über ihre geografische Lage zu verschaffen und besseren Funkkontakt herzustellen, macht Burnett sich zur nächsten Anhöhe auf. Doch bevor er dort ankommt, tauchen plötzlich serbische Milizen auf. Sie kreisen Stackhouse ein, Lokar stellt ihm ein paar Fragen auf Englisch. Er sieht, dass der Amerikaner Todesangst hat. Höhnisch grinsend teilt der selbst ernannte Kommandeur dies seinen Leuten mit. Die stimmen in sein Gelächter ein - und ziehen ab. Nur ein Mann bleibt zurück: Lokars rechte Hand, ein Scharfschütze und bezahlter Killer (Vladimir Mashkov). Er zieht seine Pistole und schießt Stackhouse kaltblütig in den Kopf.

Szenenfoto Entsetzt weicht Burnett zurück. Er hat die ganze Szene von weitem beobachtet. Sein Aufschrei ist durchs ganze Tal zu hören. Sofort beginnen die Freischärler auf ihn zu schießen, verfehlen ihn aber. Lokar befiehlt seinen Gefolgsleuten, Burnett so lange zu jagen, bis sie ihn haben - tot oder lebendig. Doch dem US-Soldaten gelingt es, seine Verfolger abzuschütteln. Auf einem Berggipfel funkt er den Flugzeugträger vor der Küste an. Admiral Reigart verspricht, ihn aus seiner verzweifelten Lage zu befreien.

Nur wenig später mußs Reigart sein Wort brechen. Bei einer Unterredung mit Admiral Piquet (Joaquim De Almeida) erfährt er, dass die NATO-Führung über den illegalen Flug der F/A-18 informiert wurde und aus politischen Gründen von einer Befreiungsaktion absieht. Von offizieller serbischer Seite heißt es, dass marodierende Banden den US-Jet abgeschossen hätten - und nicht die reguläre Armee. Damit kommt ein militärisches Eingreifen auf bosnischem Hoheitsgebiet nicht in Frage.

Szenenfoto Die Konsequenz: Chris Burnett mußs sich ohne fremde Hilfe bis zum nächsten UNO-Stützpunkt durchschlagen - und der liegt Dutzende von Kilometern entfernt.

Der junge, unerfahrene Pilot steht kurz davor zu resignieren. Doch Reigart spricht ihm Mut zu, erinnert ihn an seine Soldatenehre und an die gute Ausbildung, die er erhalten hat: Er wird es schaffen, ganz sicher, verspricht der kampferprobte Admiral. Seine Worte geben Burnett wieder Auftrieb.

Aber kaum hat er den ersten Hügel hinter sich gelassen, taucht am Horizont plötzlich die Soldateska wieder auf. Systematisch durchkämmen die Freischärler das Tal. Noch haben sie Burnett nicht entdeckt - da fällt er einen Abhang hinunter, überschlägt sich und bleibt benommen liegen. Als er Sekunden später wieder zu sich kommt, traut er seinen Augen nicht. Er liegt in einem Haufen bereits halb vermoderter Leichen. Das Massengrab, schießt es ihm durch den Kopf. Instinktiv stellt er sich tot. Die Milizionäre sind nur wenige Meter von ihm entfernt. Doch Burnett ist in dem Schlammloch nicht von den Ermordeten zu unterscheiden. Ohne ihn gesehen zu haben, zieht der Trupp wieder ab.

Szenenfoto Auf dem Weg zur UNO-Schutzzone kommt Burnett an einer verlassenen Raffinerie vorbei. Gerade noch rechtzeitig bemerkt er, dass das Gelände komplett vermint ist. Ein zufällig vorbeikommender Jeep mit serbischen Soldaten löst die Stolperfallen und damit eine Kettenreaktion von gewaltigen Explosionen aus. Nur mit viel Glück und Geschick entkommt Burnett diesem Inferno - doch nicht seinem Verfolger, dem Scharfschützen. Dem ist es gelungen, sich erneut an seine Fersen zu heften. Die gnadenlose Jagd geht weiter. Der Amerikaner nutzt das unwegsame Terrain, baut seinen Vorsprung aus und hat Glück: Auf einer Gebirgsstraße kommt ihm ein Zivilfahrzeug entgegen. Es sind bosnische Jugendliche auf dem Weg in die zur UNO-Schutzzone deklarierten, nahe gelegene Stadt Hac: Burnetts Ziel.

Doch der vermeintlich sichere Ort entpuppt sich als die wahre Hölle auf Erden. Die serbische Soldateska setzt sich über sämtliche UNO-Bestimmungen hinweg - mit Panzern greifen sie die muslimische Enklave an und schießen auf alles, was sich bewegt. Ein Entrinnen scheint unmöglich ...

Dirk Jasper FilmLexikon
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