Produktionsnotizen zu Freche Biester!

Starla Grady ist schön, brillant, immer und überall das Zentrum der Aufmerksamkeit und natürlich ein Siegertyp. Aber jetzt ist Konkurrenz in der Stadt. Die Neue trägt ein Béret und, wenn es nach ihrem Willen geht, bald auch Starlas Krone. Aber wer ist diese verführerische Intrigantin, die in der High School von Splendona, Texas ins Rampenlicht treten will?

Freche Biester!, eine klassische Komödie über die Gefahren des Starkults und die Eifersucht unter Teenagern, entstand, als zwei Drehbuchautoren, Lamar Damon und Robert Lee King, einfach zu viel Spaß hatten. "Der Grad ist schmal zwischen einer glatten Komödie und etwas, das mehr Kanten und Reizpotenzial aufweist", erklärt Bernd Eichinger, einer der ausführenden Produzenten von Freche Biester! "Regisseurin Melanie Mayron hat die Geschichte leichthändig in einen Schauplatz integriert, den man sofort wiedererkennt. Im Grunde geht es in unserem Film um Täuschung und Akzeptanz, nur eben an einer texanischen High School."

Zentrum der Handlung in dieser stürmischen neuen Komödie ist das fiktive texanische Städtchen Splendona. Das Mädchen, das hinter dem Rücken um den Thron kämpft, gibt sich als aufrichtige französische Austauschschülerin aus. Aber ist sie das wirklich? Genau dieses Zweifeln ist das Problem in dieser ansteckend komischen Teenkomödie, die voller Witz und unerwarteter Wendungen ist. Regisseurin Melanie Mayron erkannte sofort das komische Potenzial, das in dieser quicklebendigen Mischung unterschiedlicher Persönlichkeiten, Lebensstile und Interessen steckt: "Starla holt sich diese europäische Austauschschülerin ins Haus, und dieses Mädchen zerstört ihr Leben. Dieser Film garantiert eine abgefahrene, witzige Komödie, die Risiken nicht scheut und wirklich Spaß macht." Wer will ein Biest sein ? Jane McGregor, eindrucksvoller Kino-Newcomer und bekannt aus der MTV-Serie "Live Through This" rechtfertigt den Star in Starla, der Hauptfigur von Freche Biester! Starla, ganz auf den Spuren von Bette Davis in Alles über Eva, ist die Margo Channing von Splendona, die Königin, die plötzlich eine aus dem Nichts auftauchende Rivalin bekämpfen mußs. In ihrer ersten Hauptrolle schlüpft McGregor in diese ehrgeizige und energische Figur. "Starla stellt sich jeder Herausforderung mit Stärke und Entschlossenheit", erläutert der aufstrebende Jungstar. "Sie ist sehr selbstbewusst und will mit allem Einsatz unbedingt eine Karriere als TV-Moderatorin in einem der großen amerikanischen Nachrichten- und Infotainmentprogramme aufbauen. Sie ist das Produkt ihrer oberflächlichen Welt, kann manchmal richtig gemein sein, aber wird sich dessen nicht einmal bewusst."

Piper Perabo, der Shooting Star von Jerry Bruckheimers Kassenhit Coyote Ugly, spielt in Freche Biester! Starlas Konkurrentin, das junge Trojanische Pferd Genevieve LePlouff. Perabo genoss die Herausforderung dieser Figur, die für sie eine völlig neue Rollenerfahrung darstellte. "Eine Kollegin erzählte mir, dass Bösewichte und Schurken schauspielerisch am meisten bieten, und das hat mich wirklich motiviert, diese Rolle anzunehmen. Genevieve ist ein bißchen besessen von Starlas Leben und genau das bringt sie in Schwierigkeiten. Sie ist eine Hochstaplerin, die genau nach den Dingen sucht, die sie als Freundin erscheinen lassen. Sie gibt vor, höflich zu sein, aber wickelt dich tatsächlich nur ein."

Bernd Eichinger erinnert sich, wie begeistert die Darsteller waren, von der erfahrenen Schauspielerin und Regisseurin Melanie Mayron inszeniert zu werden: "Melanie bringt genau diese Ausgewogenheit mit, die man für eine Komödie braucht. Weil sie selbst viele Jahre vor der Kamera gestanden hat, kann sie den Darstellern die Sicherheit vermitteln, um diesen schmalen Grat zum Grotesken zu finden, der zur richtigen Komödie zurückführt. Schauspieler erkennen Melanies Gespür für die Komödie." Ganz besonders Perabo genoss die Zusammenarbeit mit ihrem neuen Mentor: "Wir haben ein gemeinsames Vokabular, das die Kommunikation sehr leicht machte, wenn wir über gewisse Szenen diskutierten."

Michael McKean, ein Veteran vieler Komödien, wurde von Melanie Mayron für die Rolle des sexuell frustrierten Französischlehrers Monsieur Duke besetzt. "Bei dieser Figur", erläutert die Regisseurin, "geht es um einen Lehrer, der in der Umgebung von Teenagern und kurzen Röcken erheblichen Kontrollverlust erleidet. Ich kenne Michael seit Jahren und wollte nicht den üblichen Typ besetzen. Er ist ein Schauspieler, der fantastisch improvisieren kann und ein komödiantischer Charakterdarsteller. Ich wusste, dass er diese Figur vielschichtig anlegen und ihr eine richtige Präsenz im Film geben könnte. Als ich ihn darauf ansprach, war er auf Anhieb begeistert und erschien drei Tage später am Set."

Nicki Aycox, der junge aufstrebende Star, der als Starlas Freundin Tanner Jennings zu sehen ist, nahm sich Melanie Mayrons Regieanweisungen und Ratschläge sehr zu Herzen. "Nicki ist smart und besitzt gute Instinkte", beschreibt Mayron ihre junge Darstellerin. "In ihrer Rolle mußs sie so etwas wie eine typische Blondine verkörpern, aber eine Karikatur wollte ich dabei auf keinen Fall. Nicki brachte eine liebenswerte Intelligenz ein, die Tanner wirklich authentisch zu einer Figur aus Fleisch und Blut werden ließ."

Alexandra Adi, ein anderer talentierter Neuling und Darstellerin des sinnlichen Teens Ashley Lopez, fasst über die Zusammenarbeit mit Mayron zusammen, was alle im Team empfanden: "Eine Regisseurin, die auch Schauspielerin ist, ist schlicht ein Segen, denn sie weiß, was man selbst durchmacht. Unter ihrer Regie kann man wirklich aufblühen und sich weiterentwickeln." Tatsächlich gelang es Mayron, aus dieser Veteranen und Newcomer zusammenführenden Besetzung einige herausragende komödiantische Darstellungen herauszukitzeln. "Einer der großen Vorzüge eines Regisseurs, der als Schauspieler seine Karriere begonnen hat," erläutert Mayron, "ist das Verständnis für die Bedürfnisse des Darstellers und damit eine gemeinsame, alles erleichternde Sprache. Dadurch entsteht ein natürliches Sympathiegefühl hinter der Kamera, das einfach wunderbar ist."

Neureich sieht ein, wie man aussehen mußs Gedreht wurde Freche Biester!, diese witzige Enthüllungskomödie über den stressigen Wettbewerbsaspekt eines Teenagerlebens, in den luxuriösen Eigenheimsiedlungen, die in den neu geschaffenen High-Tech Vororten von Dallas, Texas, aus dem Boden schossen. In Kostümen und eigens kreierten Outfits spiegelt sich der Look einer neureichen Familie wider, die sich nach außen anders, ihrer Umgebung angepasst, zu geben versucht und möglicherweise dabei ihre eher traditionell verankerten Familienwerte übersieht. Die Hochglanzumgebung und der leicht schäbig-vulgäre Touch des Grady-Hauses etablieren symbolisch die falsche Werteorientierung, die es einer bildhübschen Betrügerin erlauben, eine ganze Gemeinde zu blenden. Drehbeginn der frechen Teenkomödie, die mit ihrem texanischen Schauplatz an Dallas, dem Zentrum des Bundesstaats, als Drehort nicht vorbeigehen konnte, war Halloween 2000. Zu diesem Zeitpunkt hatten Locationscouts die Umgebung bereits genau durchforstet und waren in jeder Hinsicht fündig geworden, um das Drehbuch richtig umsetzen zu können.

Mehrere Schulbezirke in der Umgebung von Dallas zeigten sich dabei äußerst kooperationsbereit. Einige der Unterrichtssequenzen wurden an der brandneuen Dr. John Horn High School im texanischen Mesquite, südöstlich von Dallas abgedreht. Zum Teil drehte man über die Dezemberfeiertage, was der begeisterten Crew die Möglichkeit gab, in der verwaisten Schule eigene High School-Erinnerungen wiederaufleben zu lassen. Für die Football-Szenen fand man im Norden von Dallas das The Colony Football Stadion, während die Innenaufnahmen, etwa für das französische Vorbilder imitierende Grady-Haus, in Plano stattfanden, der Niederlassungstätte einiger der größten amerikanischen High-Tech-Firmen. Dabei gelang es den beiden Produktionsdesignern Anne Stuhler und Roswell Hamrick, diesen Drehorten einen zusätzlichen witzigen Touch zu verleihen.

Die grundlegende Idee in der Ausstattung war es, den modischen Aufputz, der mit einer durch High Tech neureich gewordenen Familie assoziiert werden kann, in gebührender Form auszustellen. "Die Gradys leben in diesem riesigen, wunderschönen Neo-Nouveau-Haus", erläutert Kameramann Charles Minsky das Konzept des Films. "Wir versuchen, die Mädchen wirklich glamourös erscheinen, den Film mit satten, leuchtenden, den Reichtum reflektierenden Farben durchfluten zu lassen. Die Menschen, die hier wohnen, sollen hübsch aussehen. In Freche Biester! geht es um einen bestimmten Gesellschaftskreis, der auf hohem Niveau lebt. Wo früher Rinder weideten, gibt es nun einen riesigen Bauboom. Und diesen Kontrast wollten wir in einem Mikrokosmos illustrieren."

Kostümdesignerin Julia Caston erntet einhelliges Lob von der gesamten Besetzung für ihre individuellen Kreationen, die das Wesen der einzelnen Charaktere, vom schüchternen, französischen Teenager bis zur schrill und selten passend zur Gelegenheit gekleideten Dame, so vortrefflich einfangen. Wie viele ihrer Kollegen bewunderte auch Julia White, die Bootsie, die Grady-Clanmutter, spielt, ihre Garderobe. "Julia Caston hat wirklich fantastische Kostüme entworfen. Immer wenn ich zum Set kam, hieß es sofort 'Das will ich auch haben. Julia sollte eine Bootsie-Kollektion auf den Markt bringen'."

Viele Jahre lang listete eine Website im Internet die besten noch nicht verfilmten Drehbücher Hollywoods auf, und zu den Auserwählten gehörte auch Freche Biester! von Lamar Damon und Robert Lee King. Das Skript landete schließlich bei Constantin auf dem Schreibtisch von Bernd Eichinger, der dann grünes Licht für die Verfilmung gab. "Wir haben den Stoff schon in einer frühen Fassung gelesen, gekauft und weiterentwickelt", erinnert sich der international renommierte und erfolgreiche Produzent. Freche Biester! ist eine Komödie mit einer witzigen Prämisse, die überall verstanden werden kann. Für mich geht es beim Filmemachen zunächst immer um ein intelligentes Drehbuch und genau deshalb zog mich dieser Stoff an."

Dirk Jasper FilmLexikon
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