Ausführlicher Inhalt zu Feuer, Eis und Dosenbier

Szenenfoto Die kleine Heidi und der kleine Türlich finden beim Spielen auf der Alm lustige "Spielsachen" - eigentlich eine Halde mit Wohlstandsmüll, den Großstadttouristen dort zurückgelassen haben. Türlich probiert eine Dose Bier, fällt sturzbetrunken in ein großes Gänsenest, rutscht darin in den Bach und wird schaukelnd zu Tal geschwemmt.

Wanne-Eickel im Ruhrgebiet, 16 Jahre später. Türlich (Rick Kavanian) steht immer noch auf Dosenbier, außerdem auf Joints und Bob Marley. Zusammen mit seinem Kumpel Josch (Axel Stein) leistet er seinen Zivildienst als Krankenwagenfahrer ab. Doch die beiden sind normalerweise so zugedröhnt, dass sie sehr viel mehr Verletzte produzieren als retten. Weil sie ständig negative Schlagzeilen machen, platzt dem Chefarzt ihres Krankenhauses endlich der Kragen: Er feuert Josch und Türlich und droht damit, sie umgehend zum Wehrdienst einziehen zu lassen.

Als die beiden noch über diesen "Witz" lachen, schlägt ein Kommando der Bundeswehr-Feldjäger buchstäblich ihre Tür ein, um die fahnenflüchtigen Kiffer zur Grundausbildung abzuholen. Josch und Türlich können jedoch entkommen, und Türlich erinnert sich an einen "sicheren Ort", wo sie Unterschlupf finden: das "Waisenheim zum Heiligen Franziskus". Dort lebt noch immer jener Pater Lennarz, der Türlich vor 16 Jahren aus der Ruhr gefischt hat. Mit einem gepflegten Bier stoßen der Pater und sein Ex-Zögling auf die alten Zeiten an.

Außerdem wartet hier ein Brief auf Türlich: Seine Sandkastenfreundin Heidi (Eva Habermann) berichtet, sie habe 16 Jahre gebraucht, um alle Waisenheime anzuschreiben und ihn zu finden. Sie bittet Türlich, auf die Alm zurückzukehren, denn sein Ururgroßvater, der legendäre Alm-Öhi (Herbert Fux), ist krank, und Türlich soll sein Erbe antreten.

Szenenfoto Türlich fällt es wie Schuppen von den Augen: Blitzartig erinnert er sich an seine verdrängte Jugend auf der Alm, und er spürt genau, dass er Heidi immer noch von Herzen liebt. Josch horcht auf, als er "Österreich" hört: "Das ist doch Ausland! Da kann uns die Bundeswehr nichts mehr anhaben!" Gesagt, gefahren. Eine reichliche Ration Dosenbier hilft den Deserteuren über die lange Busreise hinweg, und im Skiparadies Ischgl angekommen, fühlen sie sich wie im siebten Himmel, denn das Alpen-Ibiza quillt förmlich über von heißen Babes.

Doch wie reißt man hier Frauen auf? Für protzige Autos ist in den Bergen kein Platz. Josch geht ein Licht auf, als er den feschen Franz (Andreas Elsholz) von der Bergwacht beobachtet: Der Franz hat gerade eine Touristin aus der weißen Hölle gerettet, und alle Skihäschen himmeln ihn an.

Szenenfoto Sofort bewerben sich Josch und Türlich bei der Bergwacht und stellen sich als neue Ischgl-Bewohner vor. Aber sie werden nur ausgelacht, als sie sich auf Türlichs Freundin Heidi berufen, denn die wohnt in "Klein-Ischgl", einem Acht-Seelen-Nest hoch droben auf der Alm, wo Après-Ski ein Fremdwort ist. Dort wacht der Öhi darüber, dass kein Tourist die Natur verschandelt.

In Klein-Ischgl werden Türlich und Josch von Kugeln aus Öhis Flinte empfangen, denn der ist so verwirrt, dass er sich zunächst nicht an Türlich erinnert. Erst als Heidi auftaucht, werden die Freunde mit offenen Armen willkommen geheißen. Bei einem zünftigen Käsefondue lernen sie auch den stotternden Geißenpeter kennen, mit dem die naive Heidi gern "Onkel Doktor" spielt. Am nächsten Morgen seift Heidi den Geißenpeter in der Regentonne ab, während der Öhi Türlich und Josch vor seinen Schlitten spannt und sich ins Tal hinunterziehen lässt. Der Öhi hat einen Termin bei dem amerikanischen Milliardär Tronald Dump (Christoph M. Ohrt), der seit langem versucht, dem Alten seinen Berg abzukaufen, um dort einen Fun-Park zu errichten. Der Öhi will davon nichts wissen, er putzt sich mit dem vorbereiteten Vertragsentwurf die Nase und stellt dem überraschten Dump seinen Enkel Türlich als Erben vor. Gleichzeitig nimmt er Türlich den Schwur ab, niemals einen Skilift, Touristen oder auch nur elektrischen Strom auf den Berg zu lassen.

Szenenfoto Josch findet die Alm schnell zum Gähnen. Begeistert lassen sich Türlich und er von zwei Bikinimädchen in Dumps Hauptquartier locken, wo der verschlagene Tycoon den Jungs jede Menge Girls und Gerstensaft verspricht - wenn Türlich ihm die Nutzungsrechte für den Berg überschreibt. Die beiden bekommen große Augen, unterschreiben und werden zur Belohnung sofort in die Bergwacht aufgenommen.

Dort versuchen der smarte Franz und sein Kumpel Falco (Thorsten Feller) die unerwünschten Neulinge lächerlich zu machen. Bei Josch gelingt das, denn er hat noch nie auf Brettern gestanden. Doch Türlich hat trotz der vielen Ruhrpott-Jahre sein angeborenes Ski-Talent behalten - er lässt auf der Piste selbst Franz alt aussehen. Sofort rettet er ein gestürztes Girl aus dem Schnee und wird als Held gefeiert.

Szenenfoto Abends turtelt Türlich mit Heidi - Josch kommt sich in Öhis Hütte zunehmend überflüssig vor. Er überredet seinen Freund, im Tal "ein Fass aufzumachen", und die beiden finden sich in "Tronalds Tenne" wieder, wo Dump sie zur Party einlädt. Josch hat den Eindruck, dass eine attraktive Brünette heftig mit ihm flirtet. Leider handelt es sich um ein Missverständnis: Josch erlebt zwar endlich echt heißen Sex, doch als er schließlich kapiert, was abgeht, hat ihn nicht die Brünette, sondern Dumps abgetakelte Mutter aufs Kreuz gelegt. Zu allem Überfluss taucht in diesem Moment Heidi auf und kündigt Türlich empört die Freundschaft, als sie merkt, dass er den Öhi und Klein-Ischgl an Dump verraten hat.

Enttäuscht und einsam pflückt Heidi Edelweiß auf der Alm - sie merkt nicht, dass sie am Fuße eines Lawinenhangs in höchster Gefahr schwebt. Lärm mußs in diesem Fall um jeden Preis vermieden werden, aber der Flachländer Josch warnt sie ausgerechnet mit einem Signal aus dem stimmgewaltigen Alphorn - prompt donnert die Lawine zu Tal.

Szenenfoto Heidi wird verschüttet, doch Alleskönner Türlich rettet sie heldenhaft vor dem weißen Tod. Großspurig behauptet Josch, Türlich habe "auf seine Anweisungen" gehandelt - er will damit bei den Babes Eindruck schinden. Das geht Türlich endgültig über die Hutschnur. Wütend brüllt er Josch an: "Nicht du hast sie gerettet, Josch. Im Gegenteil. Du hast die Lawine ausgelöst und Heidi fast umgebracht. Du bist ein Versager!" Damit ist die Freundschaft zerbrochen. Gleichzeitig haben es finstere Attentäter auf das Leben des Öhi abgesehen: Eine Flasche Gift in seinem Käsefondue setzt dem Leben des unverwüstlichen Alten ein Ende.

Josch weiß jetzt: Er hat seinen besten Freund für immer verloren. Gerade will er sich das Leben nehmen, als er bemerkt, dass Geißenpeter sich in Dumps Hotel herumtreibt. Sofort ist Joschs Jagdtrieb wieder erwacht: Er schleicht sich an Dump und seine Bande heran. Sie besteht aus den smarten Jungs von der Bergwacht und aus dem so unschuldig wirkenden Verräter Geißenpeter. Dump entwickelt gerade einen elaborierten Plan, mit dem er den Besitz des Öhis in seine Hand bekommen will. Dann soll der Berg gesprengt werden, damit Dump anschließend den Vergnügungspark Mountain World darauf errichten kann: "Ein Berg komplett aus Plastik!"

Szenenfoto Dump entdeckt den Lauscher und schießt auf ihn, Josch kann aber mit knapper Not entkommen. Gerade will er Türlich von Dumps Komplott berichten, da entführt der Schurke Heidi, um Türlich zu erpressen: Entweder er verkauft den Berg an Dump, oder Heidi fliegt mitsamt einer gewaltigen Zeitbombe und dem ganzen Berg in die Luft. Jetzt müssen die zerstrittenen Freunde sich wohl oder übel wieder vertragen, denn nur gemeinsam können sie es mit dem Bösewicht aufnehmen.

Werden sie Dumps geheimes Quartier ausfindig machen und den Wettlauf gegen die Zeit gewinnen? Wird ihnen dabei das Bier ausgehen? Werden sie Heidi aus den Klauen des Tycoons befreien und den Öhi rächen? Und wie lange wird der es in seinem kalten Grab aushalten?

Dirk Jasper FilmLexikon
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