Ausführlicher Inhalt zu A Beautiful Mind - Genie und Wahnsinn

Szenenfoto Wir schreiben das Jahr 1947. John Forbes Nash, Jr. (Russell Crowe) ist in Princeton eingetroffen, um sein weiterführendes Studium in höherer Mathematik aufzunehmen. "Das geheimnisvolle Genie aus Virginia" hat weder die richtigen Vorbereitungskurse besucht, noch stammt er aus einer der alteingesessenen oder wohlhabenden Familien; somit genießt er keinerlei Privilegien, die ihn seinen Eintritt in die "Ivy League" erleichtern würden - doch er hat das renommierteste Stipendium erhalten, das Princeton zu vergeben hat. Das bedeutet: er gehört wirklich hier her.

Es fällt Nash jedoch nicht leicht, sich in Princeton zurechtzufinden - und auch das ehrwürdige College tut sich mit dem Neuankömmling recht schwer. Gesellschaftliches Geplänkel und oberflächliche Nettigkeiten haben für ihn keinerlei Bedeutung, und auch die Vorlesungen sind ihm ziemlich gleichgültig. Er ist von einer einzigen Idee besessen: eine wahrhaftig originelle Theorie zu entwickeln. Er ist davon überzeugt, dies sei seine Aufgabe, sein Lebensweg - die einzige Möglichkeit, jemals etwas Bedeutsames zu bewirken.

In der Mathematischen Fakultät von Princeton herrscht erbitterter Wettbewerb, und einige von Nashs Kommilitonen würden ihn nur zu gerne scheitern sehen. Dennoch tolerieren sie ihn, und unbeabsichtigt spornen sie ihn sogar zu Höherem an. Eines Nachts sind sie gemeinsam in einer Kneipe, und die Reaktion seiner Kameraden angesichts einer heißen Blondine erweckt Nashs Aufmerksamkeit.

Während er die Rivalität unter seinen Mitstudenten beobachtet, nimmt die Idee, die Tag und Nacht in seinem Kopf herumspukt, plötzlich konkrete Formen an. Daraus entsteht seine Forschungsarbeit zum Thema "Spiel- und Entscheidungstheorie" über die mathematischen Prinzipien des Wettbewerbs - eine Theorie, die im kühnen Widerspruch steht zur Doktrin von Adam Smith, dem Vater der modernen Wirtschaftswissenschaften. 150 Jahre gültiges Gedankengut ist urplötzlich überholt, und Nashs Leben hat sich auf immer verändert.

Kurz darauf erhält Nash einen begehrten Posten als Forscher und Dozent am MIT, doch er ist nicht zufrieden. Die Wissenschaft spielte beim amerikanischen Sieg im Zweiten Weltkrieg eine große Rolle, und nun, mitten im Kalten Krieg, sehnt sich Nash danach, in diesem neuen Konflikt ebenfalls eine Rolle zu spielen. Sein Wunsch geht in Erfüllung, als der undurchschaubare William Parcher (Ed Harris) ihn für einen geheimen Einsatz als Code-Dechiffrierer anwirbt. Nash taucht mit Leib und Seele in diese anstrengende Arbeit ein, während er weiterhin am MIT arbeitet. Und dort wird ihm nun eine ganz neue Herausforderung gestellt, verkörpert durch die schöne und hochbegabte Physikstudentin Alicia Larde (Jennifer Connelly), die Nash in eine Theorie einweiht, die er niemals ernsthaft in Erwägung gezogen hatte: die Liebe.

Szenenfoto Nash und Alicia heiraten, doch er kann ihr nichts über das gefährliche Projekt anvertrauen, an dem er für Parcher arbeitet. Der Stress, die Heimlichtuerei und die ständige Gefahr fordern ihren Preis: Nash ist verschlossen, obsessiv und schließlich völlig verloren in einer anderen Welt - Halluzinationen begleiten ihn auf Schritt und Tritt. Die Diagnose lautet: paranoide Schizophrenie.

Völlig verzweifelt angesichts des Gesundheitszustandes ihres Mannes leidet Alicia darunter, ein gebrochenes Genie zu lieben. Das glamouröse Paar aus ihren Anfangszeiten existiert nicht mehr, und jeder Tag scheint neue Schrecken zu bringen. Doch Alicia kann in ihrem Mann noch immer den charismatischen Menschen erahnen, in den sie sich einst verliebte - und das stärkt ihre Verbindung zu Nash. Seinerseits inspiriert von ihrer immerwährenden Liebe und gestärkt durch ihr Vertrauen, entscheidet sich Nash schließlich dafür, gegen die Krankheit anzukämpfen - eine Krankheit, die eigentlich als unheilbar gilt und sich sogar progressiv verschlimmern soll.

Szenenfoto Der bescheiden gewordene Nash hat nun einfachere Ziele, doch diese sind umso schwieriger zu erreichen. Noch immer von seinen Dämonen verfolgt, noch immer getrieben von den schwindelerregenden Anforderungen der mathematischen Theorie, setzt er nun alles daran, zurück zu seiner eigenen Normalität zu finden.

Mit eisernem Willen setzt er seine Arbeit fort und wird 1994 mit dem Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet. Mittlerweile haben sich seine bahnbrechenden Erkenntnisse zum Thema "Gleichgewicht in der Spiel- und Entscheidungstheorie" zu den einflussreichsten Thesen des zwanzigsten Jahrhunderts entwickelt - und aus Nash ist ein Mann mit einem schönen Herzen und einem schönen Geist geworden.

Dirk Jasper FilmLexikon
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