Filmkritiken
Der Spiegel 2002-09: Es ist, wie sich zeigt, in seiner Verzwicktheit ein zu sperriger Brocken für zwei Stunden Kino: Die Hughes-Brüder, risikolustig mit Bildstilen experimentierend, müssen so viele Figuren und Handlungsfäden im Auge behalten, dass ihre Erzählung von Mord zu Mord weniger zusammen- als auseinander läuft. Und doch: Der Reiz dieses angestrengt ausgeklügelten Films liegt eben darin, wie er lauter faktische Details zu einem ganz und gar fiktiven Zusammenhang fügt - bis hin zu einer Schlussvolte, die nicht die Identität des Mörders, aber die seines letzten Opfers in Frage stellt.
Rüdiger Rapke (TV-Movie) 2002-05: Die blutrünstige Geschichte von Englands Mega-Mordbuben - normalerweise idealer Stoff für erstklassiges Grusel-Kino. Nicht so bei den Hughes Brothers. Ihre Horror-Story wirkt eher wie eine Studie über die viktoriansiche Gesellschaft. Zwar wabert auch hier der Nebel schaurig-schön durch Londons Gassen. Echte Spannung aber kommt nicht auf.
Cinema 2002-03: In stimmungsvollen, düsteren Bildern lassen die Hughes-Brüder den opiumsüchtigen Depp in Londons nebligen Gassen flanieren. Er stößt unentwegt auf Mauern des Schweigens, bis er Jack the Ripper schließlich auf die Schliche kommt. Eine atemberaubende und verblüffend plausible Reise in eine Vergangenheit, vor der die Royals "not amused" sein dürften.
Rhein-Zeitung 2002-03-02: Der Film tut so, als könne er Einblick in das kranke Hirn des Mörders geben, wenn er die übelstzugerichteten Opfer immer wieder in aller Deutlichkeit zeigt. Das ist aber ein Missverständnis. Ein guter Thriller belässt es immer wieder bei Andeutungen, lässt Freiräume für die Vorstellungskraft des Betrachters.
film-dienst 2002-05: Ambitionierte Variation des bekannten "Jack the Ripper"-Themas, die sich dezidiert als Verfilmung des gleichnamigen Moore/Campbell-Comics versteht und ihre suggestive Kraft weniger aus der äußeren Spannung der kriminalistischen Vorlage als aus den überzeugenden Darstellern sowie dem hohen formalen Gestaltungswillen entwickelt.
Kultur Spiegel 2002-03: Die Jagd nach Jack the Ripper von Albert und Allen Hughes mit viel Lust an viktorianischem Schauer als königliche Verschwörung erzählt: Johnny Depp, beflügelt und zunehmend benebelt vom Laudanum, phantasiert ein Mordkomplott, das genauso plausibel und um einiges unterhaltsamer ist als konkurrierende Theorien.
Hörzu 2002-09: Blutrünstig und schonungslos inszenierten die Brüder Hughs einen intelligenten und eindringlichen Thriller über ein ruhmloses Kapitel der britischen Kriminalgeschichte. Finster, aber schaurig schön.
Die Welt 2002-03-14: Jack the Ripper ist Pop geworden. Chirugie-Patienten sollten besser den Film besser meiden.
Rolf von der Reith (TV-Today) 2002-05: Geniales Spiel mit dem Genre und den Nerven der Zuschauer.
Andreas Banaski (TV-Spielfilm) 2002-05: Optisch opulentes, aber ohne Raffinesse gestricktes Grusel-Garn.