Ausführlicher Inhalt zu From Hell

London, 1888. Ein Unwetter braut sich zusammen über dem Londoner East End, in Whitechapel, da wo die Armen und Mittellosen wohnen. Die Prostituierte Mary Kelly (Heather Graham) ahnt nichts von der Gefahr, in der sie sich befindet, von den Schatten, die schon bald nach ihr greifen werden. Wie ihre besten Freundinnen, Kate Eddowes (Lesley Sharp), Liz Stride (Susan Lynch), Dark Annie Chapman (Katrin Cartlidge) und Polly Ann Nicholls (Annabelle Apsion) ist sie vollauf damit beschäftigt, in den schmutzigen Gassen des Unterschicht-Viertels die paar nötigen Pennys zu verdienen, um sich am Abend einen Platz zum Übernachten leisten zu können.

Das Leben dieser Frauen ist schwierig und gefährlich. Vor allem die brutale Nickles-Gang und deren skrupelloser Geldeintreiber McQueen machen ihnen das Leben schwer: Ein Britisches Pfund verlangt er wöchentlich als Schutzgeld - ein Vermögen für die mittellosen Frauen. Wer nicht zahlt oder zahlen kann, macht Bekanntschaft mit McQueens gefürchtetem Messer.

Marys Freundin Ann Crook scheint das bessere Schicksal zu erwarten: Sie hat sich in den wohlhabenden Albert verliebt, der sie in einer geheimen Zeremonie geheiratet hat. Während Mary über das Baby der beiden wacht, kann Ann sich zum Schäferstündchen mit dem Geliebten treffen. Es wird jäh unterbrochen von Männern eines Sonderdezernats der Polizei, die Albert und Ann getrennt voneinander verschleppen. Mary wird aus der Entfernung Zeugin des brutalen Vorfalls. Schnell begreift sie, dass sich das Wissen um die Beziehung zwischen Ann und Albert in bare Münze umsetzen lässt.

Doch längst haben sich Mächte verschworen, die fünf Frauen mundtot zu machen und mit ihnen das Geheimnis um Ann und Albert sterben zu lassen. Nun schickt sich eine finstere Gestalt an, mit dem unbedarften Kutscher Netley (Jason Flemyng) in Whitechapel loszuziehen, um eine unaussprechliche Mission durchzuführen und die Stadt in Angst und Schrecken zu versetzen.

Szenenfoto In einer Opiumhöhle will Inspektor Abberline (Johnny Depp) den Schmerz der Erinnerung an seine verstorbene Frau betäuben. Die Drogen haben allerdings noch einen weiteren Effekt: Sie verstärken seine hellseherischen Fähigkeiten. In einer verschwommenen Vision erkennt er schemenhaft einen Mann in Schwarz und die grausam verstümmelte Leiche einer Frau. Von seinem Assistenten und Freund Godley (Robbie Coltrane) wird Abberline in die Realität zurückgeholt: In Whitechapel wurde tatsächlich eine Frau ermordet - offensichtlich das Werk der Nickles-Bande - und Abberline soll ermitteln.

Die Nachricht von diesem Mord hat auch Mary und ihre Freundinnen erreicht. Den Luxus, die Straßen Whitechapels ein paar Tage nicht mehr zu frequentieren, können sie sich nicht leisten, also gehen sie weiter ihrer Arbeit nach. Polly Ann Nicholls wird in einer einsamen Straße von einer Kutsche aufgelesen. Im Inneren bietet ihr ein geschmackvoll gekleideter Herr Trauben und Alkohol an. Polly beginnt, sich zu entspannen, da wird ihr die Kehle durchgeschnitten. An einer verlassenen Ecke wird ihre Leiche zurückgelassen, allerdings nicht bevor ihr der Mörder den Leib aufschneidet und ein Organ entnimmt. Jack the Ripper hat zum ersten Mal zugeschlagen.

Szenenfoto Am Tatort weiß Inspektor Abberline, dass er von der Realität eingeholt worden ist: Polly Ann Nicholls ist unverkennbar die Frau aus seinen Visionen - und ganz offenbar Opfer eines anderen Täters. Die Methode lässt eine rituelle Tat vermuten, und ein Traubenstiel in der Hand der Toten weist auf einen Mann aus der besseren Gesellschaft hin, auch wenn Abberlines Vorgesetzter, Polizeichef Sir Charles Warren (Ian Richardson), diese Möglichkeit kategorisch ausschließt.

Bei Pollys Beerdigung spricht Abberline erstmals Mary Kelly an, doch sie zeigt ihm die kalte Schulter: Noch nie in ihrem Leben konnte sie einem Polizisten vertrauen. Sie zieht sich lieber mit ihren Freundinnen zurück, denen sie ihre Träume von einem besseren Leben in Irland anvertrauen kann. Gemeinsam schmieden sie Pläne, wen sie mit ihrem Wissen erpressen könnten. Doch schon am nächsten Tag ist wieder eine von ihnen dem Ripper zum Opfer gefallen.

Szenenfoto Bei der übel zugerichteten Leiche von Dark Annie Chapman, der der Killer grausam die Eingeweide über die Schulter gelegt hat, entdeckt Abberline die gleichen Spuren wie bei Polly Ann Nicholls. Er ist sich sicher, dass es sich um denselben Mörder handelt - und dass er in der besseren Gesellschaft zu finden ist: Nur ein Mann mit ausgeprägtem chirurgischem und anatomischem Fachwissen kann in der Lage sein, diese Bluttaten mit Präzision durchzuführen.

Trotz striktem Verbots von Sir Charles Warren sucht Abberline das London Hospital auf, um sich seine Vermutung von einem Fachmann bestätigen zu lassen. Tatsächlich nimmt sich Sir William Gull (Ian Holm), der verdiente Leibarzt der Königlichen Familie, die Zeit, Abberline zu assistieren und mit den nötigen Informationen zu versorgen. Der Inspektor weiß jetzt, dass er auf der richtigen Spur ist.

Szenenfoto Von Mary Kelly, die mehr und mehr Vertrauen zu dem Polizisten fasst, erfährt Abberline die Geschichte Ann Crooks, ihrer Ehe mit einem reichen Galan und ihrer Entführung durch die Geheimpolizei. Mit einem gefährlichen Trick beschafft sich Abberline die Unterlagen des Falls. Gemeinsam mit Mary sucht er das Sanatorium auf, in dem Ann vor sich hin dämmert. Als sie in ihrer Gegenwart neben wirrem Zeug auch immer wieder von "ihrem Prinzen" erzählt, fügen sich für den Inspektor wichtige Puzzleteile zusammen: Bei Anns Albert handelt es sich tatsächlich um Prinz Edward, den designierten Thronfolger.

Abberline wird der Grund für die Mordserie schlagartig klar. Er ahnt, wer die Drahtzieher sein könnten, in wessen Auftrag Jack the Ripper handelt. Er weiß allerdings nicht, dass sich der Mörder längst einer ganz anderen Instanz unterstellt sieht. Seine Arbeit hat erst begonnen ? und Mary Kelly, an die Abberline sein Herz verloren hat, steht auf seiner Opferliste ganz weit oben ...

Dirk Jasper FilmLexikon
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