Ausführlicher Inhalt zu Was nicht passt, wird passend gemacht

Szenenfoto Ein wunderschöner Ruhrgebietsmorgen. Während sich Witwer Horst (Willi Thomczyk) liebevoll sein Wurstbrot schmiert und Familienmensch Kümmel (Hilmi Sözer) sich zärtlich von seiner schwangeren Frau verabschiedet, schläft Kalle (Ralf Richter), ihr Kumpel vom Bau, immer noch den Schlaf der Gerechten. Doch jetzt heißt es aufstehen, schließlich ist heute Zahltag. Denn ihr Chef Werner Wiesenkamp (Dietmar Bär) steht bei ihnen mal wieder mächtig in der Kreide.

Der kleine Bautrupp taucht bei Wiesenkamps Villa auf und platzt mitten in eine Garten-Party, die der Bauunternehmer für die Honoratioren der Stadt gibt. Nichtsahnend erblickt Horst plötzlich sein einziges und über alles geliebtes Töchterlein Astrid (Alexandra Maria Lara), das bei Wiesenkamp als Kellnerin jobbt. Wiesenkamp ist der Auftritt seiner drei verlotterten Arbeiter vor den eleganten Gästen ziemlich peinlich und so bugsiert er sie unauffällig in den Partykeller, wo er ihnen ganz standesgemäß ein Blechfass Bier spendiert.

Als Horst durchs Kellerfenster blickt, entdeckt er, dass Astrid auch noch dem jungen Architektur-Studenten Philipp (Peter Thorwarth) schöne Augen macht. Da platzt ihm der Kragen. Dummerweise ist Philipp der Neffe des Stadtrats (Heinrich Schafmeister) und eigentlich bereits auf dem Weg nach Kuala Lumpur, wo er in einem Architektenbüro jobben will. Dazu braucht er aber noch einen Nachweis für ein dreimonatiges Praktikum auf dem Bau. Für Wiesenkamp die ideale Gelegenheit, dem Politiker einen Gefallen zu tun!

Mehr als missmutig verlassen die drei das Grundstück ihres Chefs. Nicht nur, dass es wieder keine Kohle gab, jetzt haben sie auch noch diesen Uni-Schnösel am Hals. Wenigstens hat ihnen Wiesenkamp zugesichert, dass er dem Rat von Horst folgen und ihnen vom so genannten "Polenstrich" eine billige Arbeitskraft besorgen wird.

Szenenfoto Am nächsten Morgen taucht Philipp frohgemut auf der Baustelle auf, und ist völlig perplex. Entgegen seinen Erwartungen ist alles picobello sauber, herrscht entspannte Stimmung und überall sind lauter fröhliche Arbeiter, die gerade für "Wetten, dass ...?" eine Übung mit dem Kran einstudieren. Doch das Ganze stellt sich schnell als Missverständnis heraus. Der Architekturstudent ist versehentlich auf der Nachbar-Baustelle gelandet. Und diese wird von Wiesenkamps verhasstem Bruder Ernst (Michael Brandner) geleitet. Hier findet man wahrhaft paradiesische Arbeitszustände - ganz im Gegensatz zu dem, was Philipp bei Horst und Kollegen erwartet.

Endlich auf der "richtigen" Baustelle angekommen, ist Philipp davon überzeugt, dass er von Wiesenkamp sofort und ohne körperliche Arbeit die Unterschrift für seinen Praktikumsnachweis erhält. Leider ist Wiesenkamp noch nicht da, und Horst, der Polier, macht ihm schnell klar, wer der Boss am Bau ist. Also heißt es für Philipp erst einmal Betonsäcke schleppen. Noch nicht ganz mit den Gegebenheiten auf der Baustelle vertraut, leistet sich Philipp den ersten Fauxpas: Er wirft den Betonmischer an. Darin hat Kalle allerdings die tägliche Bierration aufbewahrt, die jetzt im Eimer ist. Wenig später kommt auch Astrid auf die Baustelle. Sie bittet Philipp, am Abend bei ihr vorbeizuschauen, um ihr bei der Installation einer neuen Software zu helfen.

Szenenfoto Noch bevor Horst seinen Praktikanten weiter schikanieren kann, bringt Wiesenkamp endlich den versprochenen Polen vorbei. Und während Marek (Armin Dillenberger), so heißt der billige Malocher, darüber aufgeklärt wird, wer hier Chef 1 und Chef 2 ist, machen die Jungs von der anderen Baustelle schon Feierabend. Philipp soll inzwischen das Gerüst in der Baugrube sichern. Doch kaum hat er seinen Job erledigt, passiert etwas ganz Furchtbares: Marek fällt kopfüber vom Gerüst und macht keinen Mucks mehr. Philipp ist entsetzt und will sofort einen Krankenwagen rufen. Doch als die Sanitäter am vermeintlichen Unfallort ankommen, ist der Pole wie vom Erdboden verschluckt.

Inzwischen hat Horst seinem Boss die traurige Nachricht von Mareks Tod überbracht. Wiesenkamp ist sofort zur Stelle und erfährt schnell, was seine Leute im Schilde führen. Sie wollen Schweigegeld abkassieren. Dann würden sie die Leiche verschwinden lassen und niemandem etwas davon erzählen. Schließlich einigt man sich nach zähen Verhandlungen auf 50 Riesen. Philipp, der die Unterredung mitverfolgt hat, ist entsetzt.

Szenenfoto Frei nach dem Motto - Was nicht passt, wird passend gemacht - wird Marek scheinbar von Horst, Kümmel und Kalle fein säuberlich zersägt und anschließend fachmännisch im Keller des Rohbaus einbetoniert. Weder Wiesenkamp noch Philipp ahnen, dass sie von dem ausgekochten Trio ordentlich reingelegt werden. Denn der Pole ist in Wirklichkeit gar nicht tot, sondern Horsts polnischer Cousin. Der bekommt seinen Anteil des Wiesenkamp-Geldes und soll dann wieder in Richtung Heimat verschwinden.

Am gleichen Abend stattet Philipp Astrid seinen versprochenen Besuch ab. Horst feiert derweil mit Cousin und Kumpels im Keller des Hauses den gelungenen Coup. Als er Wind davon bekommt, dass sein Praktikant schon wieder bei seiner Tochter herumhängt, schmeißt er diesen hochkant raus. Nicht ohne gleichzeitig sicherzugehen, dass Philipp dabei keinen Blick auf Marek erhaschen kann, der sturzbetrunken einen Stock tiefer vor sich hin lallt.

Szenenfoto Erst am nächsten Tag bekommen Horst, Kümmel und Kalle zu spüren, was sie da eigentlich angerichtet haben. Sämtliche Maschinen werden von der Baustelle abgeholt, und Wiesenkamp mußs seinen Jungs mitteilen, dass er total pleite ist, und kann ihnen nur empfehlen, woanders unterzukommen - zum Beispiel bei seinem verhassten Bruder. Da bekommen die drei mit einem Mal ein schlechtes Gewissen. Sie beschließen, weiter zu ihrem Chef zu halten und versuchen, ihn aus dieser prekären Situation zu befreien.

Wichtigstes Ziel ist dabei, das Haus rechtzeitig fertig zu stellen. Zum Beispiel mit Kalles genialen, wenn auch nicht immer ganz legalen Billigbau-Ideen. Doch da werden Horst und seine Mannen auch schon vor das nächste Problem gestellt. Bei Aushebearbeiten stoßen sie auf eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Anstatt den Fund zu melden, buddeln sie das gigantische Metallteil schleunigst wieder ein. dass dadurch das Haus ein wenig kürzer wird, ist doch kein Problem. Schließlich wird das, was am Standard-Modell "Waldesruh" nicht passt, eben passend gemacht.

Szenenfoto Nun gilt es erst einmal, die Bauherrn zu düpieren. Ein manipuliertes Maßband genügt, und schon fällt das stark ökologisch angehauchte Lehrerehepaar Urte (Crescentia Dünsser) und Arno (Nicholas Bodeux) auf den Trick herein. dass man sich durch die Toilettentür eher zwängen mußs, wird dabei billigend in Kauf genommen. Schwieriger ist es da schon, den Architekten (Stefan Jürgens) zu übertölpeln, der für den nächsten Tag sein Kommen angekündigt hat. Jetzt hat Philipps Stunde geschlagen. Er nistet sich bei Astrid ein und ändert an ihrem Computer in einer Nacht- und Nebelaktion die Pläne, frei nach dem Motto: Was nicht passt, wird passend gemacht ...

Der Architekt staunt nicht schlecht, als er am nächsten Morgen das Chaos auf der Baustelle begutachtet. Doch auch ihm gelingt es nicht, dem Bautrupp irgendwelche Fehler in die Schuhe zu schieben. Schließlich haben sich die Jungs exakt an "seine" Pläne gehalten.

Szenenfoto Jetzt könnte eigentlich alles seinen gewohnten Gang gehen. Horst und seine Männer stellen den Bau fertig, Wiesenkamp ist nicht mehr pleite, und Philipp kann endlich seine Astrid in die Arme schließen.

Doch erstens kommt es anderes und zweitens als man denkt. Philipp macht auf einer nächtlichen Zechtour die Bekanntschaft von üblen Schlägertypen und - sehr zu Astrids Leidwesen - einer besonders verständnisvollen Prostituierten. Dann taucht plötzlich die Polizei auf dem Bau auf und sucht nach einer Leiche. Und als Wiesenkamps Frau mit fliegenden Fahnen zu seinem Bruder wechselt, dreht Werner schließlich völlig durch und wird zur fliegenden Bombe.

Nur gut, dass das Haus der Nachbarbaustelle auf einem Stollen liegt. Denn nun können Horst, Kümmel, Kalle und Co. doch noch einmal ihrer Lieblingsbeschäftigung frönen und das, was nicht passt, ein für alle Mal passend machen ...

Dirk Jasper FilmLexikon
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