Produktionsnotizen zu Spy Game - Der Finale Countdown

Spy Game - Der Finale Countdown ist ein spannender Politthriller mit beeindruckenden Schauplätzen, den Tony Scott (Der Staatsfeind Nr. 1) für Universal Pictures in Szene setzte. Für die Hauptrollen holte er sich mit Robert Redford und Brad Pitt zwei der größten Hollywoodstars vor die Kamera.

Es ist das erste Mal, dass man Redford und Pitt gemeinsam auf der Leinwand sieht, dennoch ist Spy Game - Der Finale Countdown nicht ihr erster Film.

Ihre Wege kreuzten sich bereits 1992, als sie den Film Aus der Mitte entspringt ein Fluß drehten. Robert Robert Redford stand damals aber als Regisseur hinter der Kamera, und Brad Pitt war sein Hauptdarsteller. Ein brisanter Stoff zwischen Action und Spannung Douglas Wick (Red Wagon Entertainment) und Marc Abraham (Beacon Pictures) - die Produzenten des Films - wurden bereits vor fünf Jahren auf die Geschichte von Spy Game - Der Finale Countdown aufmerksam. Autor Michael Forst Beckner erzählt darin von der Freundschaft zweier CIA-Agenten in der Zeitspanne von 1975 bis 1991. Es war eine Ära komplexer Veränderungen. In der Welt kriselte es an vielen Fronten, und die CIA spielte dabei immer eine entscheidende Rolle.

"Ein altgedienter CIA-Veteran ist gezwungen, sich noch einmal mit Geschehnissen auseinanderzusetzen, die sich während der zweiten Hälfte des Kalten Krieges zugetragen hatten", erzählt Beckner, "kurz vor seiner Pensionierung wird der alte Krieger mit der Vergangenheit konfrontiert, doch seine Erinnerungen erlebt der Zuschauer aus der Perspektive seines einstigen Protegés."

Beckner beschäftigt sich nun schon seit vielen Jahren mit dieser Thematik. Er schrieb Bücher über die CIA und produzierte die TV-Serie "The Agency". Sein Anliegen ist dabei stets, den Patriotismus einer moralisch zweideutigen Zeit zu analysieren: "Ich möchte verdeutlichen, dass Patriotismus eine sehr persönliche Sache sein kann, wenn es darum geht, das Richtige tun zu wollen."

"Die CIA von 1991 hat allerdings nichts mehr mit der CIA von heute zu tun", stellt Beckner klar, "der Film Spy Game - Der Finale Countdown ist nicht als Kritik an diese Institution zu verstehen, sondern handelt von menschlichen Leidenserfahrungen. Es geht um Erlebnisse, die man ein Leben lang mit sich trägt, und man mußs lernen, damit klar zu kommen."

Eine Geschichte, die auch die Produzenten Wick und Abraham sofort in den Bann zog. "Für mich ist diese Geschichte wie eine Metapher", erklärt Wick, "es geht um die Erlösung eines Mannes, der sich in einem Jüngeren wiederzuerkennen glaubt. Vorsichtig beginnt er, aus dem noch unreifen Jüngling einen hervorragenden CIA-Agenten zu machen."

"Es war sehr bewegend für mich, als ich diese Geschichte las", meint auch Abraham, "die Art und Weise, wie historische Ereignisse durch das Eingreifen der CIA in Vietnam, Berlin und Beirut lebendig werden, verleiht dem Ganzen eine epische Breite. Der Titel des Films ist insofern fast schon wieder ironisch. Denn das hier ist kein Spiel, es geht um Leben und Tod. Themen wie Freundschaft, Schmerz und Desillusion werden sehr ergreifend und prägnant beschrieben."

Die Geschichte versprach aber auch genügend Spannung, Action und exotische Schauplätze auf der ganzen Welt. Genau das reizte vor allem Regisseur Tony Scott, der ein Millionenpublikum schon mit atemberaubenden Actionfilmen wie "Top Gun - Sie fürchten weder Tod noch Teufel", "Crimson Tide - In tiefster Gefahr", "Tage des Donners" und Der Staatsfeind Nr. 1 begeistern konnte.

"Der Film kommt einer rasanten Fahrt gleich," so Scott, "Ausgangspunkt der Story ist China. Dann wechseln wir nach Vietnam, wo sich die Helden zum ersten Mal begegnen. In Berlin beginnt Muir den jungen Bishop auszubilden und in Kairo befinden wir uns auf dem Höhepunkt des Konflikts. Sechzehn Jahre amerikanische Geschichte werden retrospektiv bis ins kleinste Detail geschildert. Unser Film lebt vor allem von drei Elementen. Erstens von den faszinierenden Schauplätzen. Zweitens von den erstaunlichen Schnitten, die den Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit verdeutlichen, und drittens von den vielschichtigen und komplex angelegten Charakteren, die zudem von großartigen Schauspielern verkörpert werden."

Das Traumpaar Robert Redford & Pitt Schon 1998 hatte Robert Redford von dem Filmprojekt erfahren und kurze Zeit später sein Interesse für die Figur des altgedienten Nathan Muir signalisiert. Das begeisterte wiederum den Produzenten Marc Abraham: "Als Bob seine Absicht erklärte, die Rolle gern spielen zu wollen, war uns klar, dass wir vor einem einzigartigen Projekt standen. Bob beeindruckte mich mit seiner Authentizität und seinem Charisma bereits in "Die drei Tage des Condors". Für mich ist das einer der besten Spionagefilme aller Zeiten. Wir waren uns also sicher, dass er die perfekte Besetzung für die Rolle des Nathan Muir wäre, und diese großartig ausfüllen könnte."

"Zwei Dinge zeichnen Robert Redford als Schauspieler aus", so Wick, "erstens nimmt man ihm ab, ein guter Freund zu sein, und die Freundschaft zwischen Muir und Bishop ist schließlich ein wichtiger Bestandteil unserer Story. Und zweitens ist er von einer bestimmten geheimnisvollen Aura umgeben. Sieht man ihn auf der Leinwand, glaubt man, er würde just in diesem Augenblick etwas aushecken. Die Vorstellung, so einen Typen inmitten des CIA-Apparates zu erleben, dem er immer einen Schritt voraus ist, war für uns alle sehr reizvoll."

Wick weiter: " Robert Redford spielt in Spy Game - Der Finale Countdown die Komplexität seiner Figur gekonnt aus. Das Publikum wird einen Robert Redford in Höchstform erleben."

Für den Schauspieler selbst ist Spy Game - Der Finale Countdown ein Film so richtig nach seinem Geschmack, "ein intelligenter Actionfilm, raffiniert in Szene gesetzt. Diese Qualität spürte ich von Anfang an. Nathan Muir übt einen Beruf aus, der totale Hingabe verlangt. Für die Sicherheit seines Landes mußs er Risiken eingehen, und wenn er seinen Job richtig machen will, mußs er hart bleiben. Kompromisse gibt es nicht, selbst wenn es um zwischenmenschliche Beziehungen geht. Er ist seit vielen Jahren im Geschäft, und womöglich wurde ihm nie bewusst, dass er jede emotionale Bindung zugunsten seines Jobs aufgegeben hat. Erst im Augenblick der Erlösung erkennt er seine menschlichen Werte und handelt danach."

Nachdem Robert Redford an Bord war, stellte sich die Frage, wer die Rolle des jungen und unerfahrenen Tom Bishop überzeugend ausfüllen könnte.

Abraham kannte die Antwort: "Wer würde einen ungestümen Scharfschützen in Vietnam, der zu einem Top-Spion aufsteigt besser spielen als Brad Pitt? Wir konnten uns wirklich glücklich schätzen, dass Brad vom Drehbuch sofort angetan war. Außerdem reizte es ihn, endlich mit Robert Redford gemeinsam vor der Kamera zu stehen."

Pitt war sofort gefesselt von der anspruchsvollen und intelligenten Handlung, in der viele Actionszenen eingebettet sind: "Die Geschichte ist wie ein Schachspiel", erklärt Pitt, "ein Zug folgt dem nächsten, doch die Strategie dahinter bleibt zunächst im Verborgenen. Erst nach und nach enthüllen sich die Details. Es ist der Schnelligkeit und Cleverness von Tony Scott zu verdanken, dass dieser Film für jeden zu einem großartigen Erlebnis wird."

Seine Rolle beschreibt der Schauspieler folgendermaßen: "Tom Bishop ist ein Idealist. Doch seine Grundsätze verlieren ihre Gültigkeit, nachdem er die Entscheidungen der CIA und seines Mentors Nathan Muir infrage stellen mußs."

Pitt weiter: "Wer für die CIA arbeitet, mußs sich klar werden, dass er ein Doppelleben führt. Enge Bindungen können solche Typen nicht eingehen. Freundschaften gibt es für sie nicht. Bishop blickt dieser Wahrheit ins Gesicht und gerät in einen Konflikt, der ihn in zwei gegensätzliche Richtungen zieht."

Die Möglichkeit, wieder mit Robert Redford zu arbeiten, begeisterte Pitt total. Als sie vor zehn Jahren den Film "Aus der Mitte entspringt ein Fluss" drehten, war Robert Redford der Regisseur, und Pitt sein Darsteller. Diese Konstellation kam ihren Rollen in Spy Game - Der Finale Countdown als Mentor und Protége ziemlich nahe, und das gab dem Ganzen eine besondere Note. Dazu Robert Redford: "Wir hatten uns während der Dreharbeiten zu Aus der Mitte entspringt ein Fluß immer sehr gut verstanden. Es entstand schon damals eine Vertrautheit, die wir nun auch in unseren ersten gemeinsamen Film als Schauspieler in die Geschichte einbringen konnten."

Die Chemie zwischen Robert Redford und Pitt stimmte also. Und viele, die während der Dreharbeiten vor Ort waren, fühlten sich an das Gespann Paul Newman und Robert Redford aus den Filmen "Butch Cassidy und Sundance Kid" und "Der Clou" erinnert. Mit dem einzigen Unterschied, dass diesmal Robert Redford die Rolle des Älteren übernahm, der vom Leben gezeichnet ist, während Pitt den jungen impulsiven Aufsteiger verkörperte.

"Für die beiden Hauptrollen hätte man sich keine bessere Besetzung wünschen können," freut sich Tony Scott, "Bob spielt den nachdenklichen und gereiften Muir ohne Ecken und Kanten. Brad dagegen handelt als Bishop spontan und lässt sich von seinen Emotionen leiten. Beide können voneinander lernen. Es ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen."

Nachdem man mit Robert Redford und Brad Pitt eine Traumbesetzung gefunden hatte, mußste nur noch die weibliche Hauptrolle besetzt werden: Elisabeth Hadley, Mitarbeiterin einer Hilfsorganisation, die in Beirut lebt und die Freundschaft und berufliche Beziehung der beiden Männer in ernste Gefahr bringt.

"Es war alles andere als einfach eine glaubwürdige Darstellerin für diese Rolle zu finden", erinnert sich Scott, "einerseits mußs man ihr abnehmen, dass sie Flüchtlingslager in Beirut leiten kann, andererseits war es erforderlich, dass sie auch die sexuelle und emotionale Anziehungskraft zu Brad spüren lässt. So etwas können nur wenige Schauspielerinnen. Deshalb waren wir froh, auf Catherine McCormack gestoßen zu sein. Sie ist absolut wirklichkeitsnah und auch noch wunderschön."

Für Catherine McCormack war es natürlich eine Ehre, mit einem so großartigen Team zusammenzuarbeiten. "Tony verehre ich über alles", erzählt sie begeistert, "er hat sein Ziel immer genau vor Augen und weiß, was er will. Als Regisseur gelingt es ihm stets, am Drehort die richtige Atmosphäre zu schaffen."

Robert Redford und Pitt haben es der Schauspielerin ebenfalls angetan. "Für Brad war es sehr wichtig, dass unsere Beziehung im Film so glaubwürdig wie möglich wirkt. Wenn er mir dann das Leben rettet, ergibt sich das als Notwendigkeit unseres Spiels", erklärt sie, "natürlich bewundere ich auch Robert Redford, vor dem ich mich nur zutiefst verneigen kann. Mit Bob und Brad zu arbeiten, war für mich eine einmalige und beeindruckende Erfahrung, die ich nie wieder vergessen werde."

Großartige Schauplätze auf der ganzen Welt Die Geschichte von Spy Game - Der Finale Countdown erforderte eine intensive Suche nach den optimalen Schauplätzen, die für den Schnitt des Films eine entscheidende Rolle spielten. "Die Geschichte wird aus den Räumen der CIA-Zentrale erzählt. Doch zwei Drittel des Films spielen in der Vergangenheit und in der Außenwelt. Hier arbeiteten wir ausschließlich mit Rückblenden", berichtet Tony Scott, "mir war es wichtig, die Ruhe des Bürokratismus der Hektik an den weltweiten Krisenherde gegenüberzustellen. Es geht um einen Zeitabschnitt von sechzehn Jahren, und mittels rasanter Schnitte springen wir zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her. Die Möglichkeit, mit Rückblenden in der Zeit vorwärts und rückwärts gehen zu können, ist ein hervorragendes filmisches Mittel - ein wahres Geschenk."

Es gab noch weitere glückliche Fügungen: Der erste große Drehort war ein verlassenes Gefängnis im englischen Oxford aus dem 16. Jahrhundert. Im Film befindet sich das Gefängnis in China, in dem Bishop festgehalten wird. Scott gesteht: "Wahrscheinlich gibt es in ganz China kein Gefängnis, dass unserem viktorianischen Bau ähnelt. Aber wenn man solche Dinge überzeugend darstellt, werden es die Zuschauer glauben."

Um solche Illusionen perfekt in Szene zu setzen, mußste Produktionsdesigner Norris Spencer ganze Arbeit leisten. "Über Schauplätze in China hatten wir leider nur sehr wenige Informationen. Das stillgelegte Gefängnis in Oxford bot jedoch die richtige Größe und erwies sich als optimale Kulisse für unsere Gefängnisszenen." Danach ging es für Darsteller und Team nach Budapest. Die ungarische Hauptstadt bildete eine hervorragende Kulisse für die Filmszenen, die eigentlich in Deutschland spielen. Zuerst wollte Scott an Originalschauplätzen in Berlin drehen, "doch das heutige Berlin hat mit dem Berlin von 1975 nichts mehr gemeinsam. Für unsere Zwecke passte Budapest viel besser ins Bild, um jene Zeit wieder aufleben zu lassen. Die Stadt ist ein bisschen heruntergekommen, aber trotzdem wunderschön."

Die meisten Aufnahmen in Budapest wurden draußen gedreht. Täglich waren die Sets von Menschenmassen umlagert, die den Dreharbeiten mit zwei der größten Filmstars begeisternd beiwohnten. Sie hatten dabei auch die Gelegenheit, extrem spannende Szenen mitzuerleben. "Eine Szene, in der es um eine Konfliktsituation der beiden Helden auf einem Dach geht, haben wir sogar aus einem Hubschrauber heraus gefilmt", erzählt Scott, "ich habe die beiden mit der Kamera ganz nah umkreist. Dann filmte ich aus der entgegengesetzten Richtung den Hubschrauber."

"Budapest ist eine außergewöhnliche Stadt, die für unsere Zwecke wie geschaffen war", schwärmt der Regisseur, "ich meine damit nicht nur die visuellen Eindrücke, sondern auch die Möglichkeit, eine besondere Atmosphäre aufzubauen, die Nervosität und Anspannung vermittelt. Man sucht immer nach neuen Wegen, die den Plot unterstützen und die Handlung voran treiben. Das darf nie Selbstzweck sein, sondern mußs der einzelnen Szene dienen."

Die Szenen, die in Vietnam und Beirut spielen, entstanden in Wirklichkeit in Marokko. Die kleine Stadt Quarzazate am Rande der Sahara wurde zu einem Armeegelände umfunktioniert. Als Kulisse diente dieser Ort schon vielen anderen großen Filmprojekten, wie "Spione wie wir", "Gladiator", "The Four Feathers", "Die Mumie kehrt zurück" und das James-Bond-Abenteuer "Der Hauch des Todes".

Doch bis man dieses grüne Paradies inmitten der Wüste erreicht, mußs man einen langen Weg durch Hitze und Trockenheit zurückzulegen. An diesem Schauplatz wurde die erste Begegnung zwischen Muir und Bishop gedreht. Auch die Hubschrauberszenen, die Pitt als jungen Feldwebel im Feuersturm zeigen, entstanden hier.

Nachdem die Szenen im Kasten waren, zog das Team weiter nach Casablanca, der größten Stadt Marokkos. Dort wurde auf Hausdächern, in Wohnhäusern, auf Basaren, in den Straßen und natürlich im berühmten Hafen gefilmt, um den Zuschauer das vom Krieg gepeinigte Beirut vor Augen zu führen. "In Casablanca liegt der älteste und größte Hafen Afrikas", bemerkt Scott, "es ist eine exotische und aufregende Stadt. Es war für uns ein wirklich einzigartiges Erlebnis."

Damit waren die Dreharbeiten im Ausland abgeschlossen und das Team und die Darsteller kehrten nach Großbritannien zurück, um in London und Umgebung weitere Szenen zu filmen. In den Shepperton Studios errichtete man die mächtige Schaltzentrale der CIA.

Für Produktionsdesigner Norris Spencer war das eine große Herausforderung, die er mit Ehrfurcht und Verantwortung annahm. "Tony Scott beauftragte mich, alles so genau und korrekt wie möglich zu gestalten. Dafür mußsten wir viel recherchieren, und schließlich entdeckte Tony eine Dokumentation von Discovery Channel, die über Operationen der CIA berichtet. Das war absolut spannend, denn die CIA ist wohl eine der undurchsichtigsten Institutionen mit einer ungeheuren Verantwortung. Die CIA erstattet dem US-Präsidenten täglich Bericht."

Die meisten Aufnahmen bei der CIA entstanden also in Shepperton. Andere Szenen, in denen Flure und Türen bei der CIA vorkommen, wurden in einer pharmazeutischen Fabrik nördlich von London aufgenommen. Es war das erste Mal, dass ein Filmteam überhaupt die Erlaubnis bekam, in diesen Räumen zu drehen.

Action in schwindelerregenden Höhen Spy Game - Der Finale Countdown fesselt den Zuschauer mit atemberaubenden Hubschrauber-szenen, die schon allein diesen Film zu einem ganz besonderen Filmerlebnis werden lassen. Um die bestmögliche Wirkung zu erzielen, vertraute Scott ganz den Erfahrungen seines Stuntpiloten Marc Wolff. Ihm sind die außergewöhnlichen Flugaufnahmen zu verdanken. Scott und Wolff lernten sich bereits vor über zwanzig Jahren durch ihre gemeinsame Arbeit an einem Werbespot kennen. Heute ist Wolff ein Experte, wenn in schwindelerregenden Höhen für Nervenkitzel gesorgt werden mußs. Sein Können stellte er schon öfters unter Beweis, wie etwa in Der Soldat James Ryan, Mission: Impossible und in den "Indiana Jones"- und "Star Wars"-Filmen.

Seine Aufgabe in Spy Game - Der Finale Countdown beschreibt er so: "Oberstes Gebot ist eine exakte Choreographie. Dafür braucht man ein gut eingespieltes Team, das für die Sicherheit am Boden sorgt. Zuerst wird alles genau ausgemessen, dann werden Markierungen angebracht, damit die Hubschrauber auch dort hin fliegen, wo sie Tony haben will. Stets mußs der Sicherheitsabstand und die Reihenfolge der Starts beachtet werden. Es startet einer nach dem anderen, und es ist wichtig, dass sich jeder genau an diese Vorgaben hält. Denn die Abstände der Propeller zu den Bäumen und Gebäuden betragen oftmals nur wenige Meter. Die Sicherheitskräfte am Boden achten strengstens darauf, dass alles mindestens zweimal überprüft wird und die Orientierungshilfen nicht weg wehen."

"Manche Szenen, wie zum Beispiel die Landung auf dem Gefängnisdach mit den Modellen U.S. Huey und Laotian M1.2 haben aber auch extrem viel Spaß gemacht", grinst Wolff, "es ist toll, so mitten in der Nacht bei Regen und Nebel zu fliegen . Mit unseren Hubschraubern filmten wir außerdem die Vietnam-Szenen mit Brad Pitt."

Wolff weiter: "Das Modell M1.2 stammt aus dem Jahre 1962 und sah für die damalige Zeit richtig cool aus. Auch Tony war sofort begeistert. Kopfzerbrechen bereitete uns aber die Szene, in der wir diesen Hubschrauber zum Absturz bringen mußsten. Die Maschine ist verdammt schwer zu steuern. Es ist so, als wenn man sie plötzlich um eine 10-Cent-Münze herum wirbeln müsste. Das war hart, aber es hat einen Mordspaß gemacht."

Durch die Flugstunts hatte der Pilot die Gelegenheit, unmittelbar mit den beiden Stars zu arbeiten: "Bob und Brad waren großartig. Bob fliegt auch privat Hubschrauber, daher war ihm das alles ziemlich vertraut. Aber für Brad war es wie eine Fahrt im Karussell. Er war total begeistert."

Pitt erinnert sich an die Flugszenen: "Ich fühlte mich wie ein Siebenjähriger, der wieder Soldat spielen darf. Für Jungs ist das eine richtig tolle Sache."

Nach etlichen Jahren der Planung und intensiver Dreharbeiten von vier Monaten, fiel für Spy Game - Der Finale Countdown am 16. März 2001 die letzte Klappe.

Dirk Jasper FilmLexikon
© Fotos: UIP © 1994 - 2010 Dirk Jasper