Produktionsnotizen zu Rat Race - Der nackte Wahnsinn

Mit Rat Race - Der nackte Wahnsinn ist es Regisseur Jerry Zucker gelungen, einige der herausragendsten Komödianten gemeinsam vor die Kamera zu holen. Zucker zeichnete gemeinsam mit seinen Partnern Jim Abrahams und David Zucker (ZAZ) für legendäre Kinoerfolge verantwortlich. Aus ihrer Factory stammen mehrere der wichtigsten Komödien der vergangenen 25 Jahre: Nach frühen Erfolgen wie "Kentucky Fried Movie" und "Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug" entstanden unter ihrer Oberleitung u.a. auch "Die nackte Kanone" und die romantische, mehrfach für einen Oscar® nominierte Komödie "Ghost".

Als Regisseur drehte Jerry Zucker zuletzt Der 1. Ritter mit Richard Gere, Julia Ormond und Sean Connery, während er als Produzent Dem Himmel so nah mit Keanu Reeves, "My Life" mit Michael Keaton und den Welterfolg Die Hochzeit meines besten Freundes mit Julia Roberts und Cameron Diaz betreute. Mit Rat Race - Der nackte Wahnsinn hat sich Zucker, wie er sagt, selbst ein Geschenk gemacht und ist mit fliegenden Fahnen zu seinen Anfängen zurückgekehrt: der turbulenten Komödie. Wiederbelebung eines vernachlässigten Genres Wie kam es zu Rat Race - Der nackte Wahnsinn? Am Anfang stand ein Telefonanruf. Drehbuchautor Andy Breckman erinnert sich: "Die Jungs von Paramount sind vor drei Jahren auf die glorreiche Idee gekommen, dass es an der Zeit sei, ein lange vernachlässigtes Genre wieder zu beleben: die spektakuläre, actionreiche Verfolgungsjagd in der Art von Stanley Kramers epochalem Werk "Eine total, total verrückte Welt". In den sechziger Jahren gab es dann noch einige sehr beachtliche Folgefilme, aber seit einiger Zeit hat sich keiner mehr wirklich an einen solchen Stoff getraut."

Präzise Vorstellungen hatte zu Beginn des Projekts niemand. Breckman erinnert sich, dass er aus der ersten Projektbesprechung das folgende 'dramaturgische Konzept' mit nach Hause nahm: "Sechs unterschiedliche Typen sollten sich in einer Folge von aberwitzigen und haarsträubenden Szenen gegenseitig verfolgen."

"Das hat enorme Vorteile, wenn sich niemand traut, eine Geschichte, die es ja noch gar nicht gibt, zu kanalisieren", so Breckman weiter. "Für mich als Autor war diese Herausforderung natürlich so etwas wie ein Blanko-Scheck."

Die Produzentin Janet Zucker, die seit langem mit Jerry Zucker verheiratet ist und eine anerkannte Autorität auf dem Gebiet der Projektentwicklung darstellt, erzählt: "Das Studio schickte das Buch zuerst an mich. Ich hielt es auf der Stelle für eines der witzigsten Drehbücher seit langem. Mein erster Impuls war, das mußs Jerry machen! Ich wusste allerdings nicht, ob er überhaupt noch einmal eine Komödie drehen wollte, da er sich in den vergangenen Jahren eher auf dramatische Stoffe konzentriert hatte. Ich erinnerte mich aber, dass Jerry sehr Andy Breckmans Drehbücher für "SGT. Bilko" und "I.Q." geschätzt hat, und so kostete es mich nicht viel Mühe, ihn wenigstens dazu zu bewegen, Rat Race - Der nackte Wahnsinn zu lesen. Tatsächlich, konnte ich ihn bei der Lektüre immer wieder laut auflachen hören - und da war mir klar, dass wir auf dem richtigen Weg waren."

Für Jerry Zucker war es eine Herausforderung, erneut eine Komödie zu drehen: "Ich habe den Film gedreht, weil ich mich in das Drehbuch verliebt hatte. Es ist ein sehr filmischer Stoff mit vielen großen, aufwändigen Actionszenen - so etwas wie James Bond - nur viel lustiger."

"Komödien sind merkwürdigerweise nicht besonders gut angesehen, aber eigentlich ist es doch das größte Geschenk an ein Publikum, wenn sie ihre Probleme für einige Stunden vergessen können", ergänzt Janet Zucker. "Jerry arbeitet sehr gerne mit vielen unterschiedlichen Schauspielern. Die Chance, eine actionreiche Komödie mit vielen Stunts zu drehen, war für ihn sicher sehr verlockend."

Der Produzent Sean Daniel fügt hinzu: "Jede Figur ist völlig überdreht und verwickelt sich immer wieder in die absurdesten Situationen, bei denen jeder glaubt, dass es eigentlich nicht mehr schlimmer kommen kann ... aber es gibt nichts, was sich nicht doch noch steigern ließe."

Für Jerry Zucker gleichen alle Personen im Film unterschiedlichen Schachfiguren in einer großen Partie: "Sie sind alle in ihrem Leben zu kurz gekommen. Jede Person trägt ein dickes Päckchen ungelöster Probleme mit sich rum, hat sich aber einen unverwüstlichen Rest an Optimismus bewahrt, dass irgendwann einmal auch sie das große Los ziehen wird."

Eine Top-Besetzung Das Drehbuch begeisterte nicht nur Jerry Zucker. Dessen Begeisterung allerdings und seine Entscheidung, den Film auch zu inszenieren, trugen erheblich dazu bei, dass alle Rollen in Rat Race - Der nackte Wahnsinn mit den jeweiligen Wunschschauspielern besetzt werden konnten:

Mit der Verpflichtung von John Cleese, Jon Lovitz und Dave Thomas war es gelungen, einige der größten Stars aus den erfolgreichsten Comedy-Programmen der gesamten Fernsehgeschichte, nämlich Monty Python, Saturday Night Live und Second City-TV, erstmals gemeinsam in einem Film zusammenzubringen.

Seit ihrem gemeinsamen Erfolg "Ghost", für den Whoopi Goldberg 1990 einen Oscar® als beste Nebendarstellerin gewann, ist Rat Race - Der nackte Wahnsinn das erste Projekt, dass Jerry Zucker und Whoopi wieder zusammen führt. "Tatsächlich haben beide seit damals immer wieder Ausschau gehalten, wie sich ihre Wege wieder kreuzen könnten. Bei RAT RACE war es dann endlich so weit: Man hatte den Eindruck, die Rolle der Vera Baker, dieser liebe- und humorvollen Rabenmutter, sei ausdrücklich für sie und niemanden sonst geschrieben worden."

Am Set scherzte Cuba Gooding Jr.: "Mit Whoopi Goldberg und mir selbst ist Rat Race - Der nackte Wahnsinn der Film mit der weltweit höchsten Konzentration schwarzer Oscar®-Gewinner, den es je gab."

Cuba Gooding Jr. hatte Jerry Zucker eines Nachts mit einem Anruf aus dem Schlaf geschreckt, da er den Regisseur nach der Lektüre postwendend wissen lassen mußste, dass er mit von der Partie sei, egal wer sonst noch dazukommen und egal, wann es losgehen würde. Janet Zucker ist dieser Vorfall gut im Gedächtnis geblieben: "Obwohl Jerry zuerst einigermaßen missgelaunt über die nächtliche Störung war, haben die beiden dann doch noch lange am Telefon miteinander gelacht - und dafür mir den Schlaf geraubt."

"Die Besetzung des Mr. Pollini mit Rowan Atkinson alias Mr. Bean war eine ganz spezielle Herausforderung", so Janet Zucker weiter. "Pollini ist ein grenzenlos optimistischer und gutmütiger Mensch. Aber nehmen Sie einen Floh, der ist für sich genommen auch optimistisch und gutmütig. Die Schöpfung allerdings hat für ihn vorgesehen, dass er eher als eine Plage betrachtet wird." Zusätzliches Komik-Potential gewinnt diese Besetzung auch insofern, als Atkinson, der archetypische britische Komiker, einen Italiener wie aus dem Bilderbuch darstellen sollte.

Der Produzent Sean Daniel: "Jede Figur in dem Film ist so eigenwillig gezeichnet, dass sie den anderen die Show stiehlt. Jeder spielt sich in den Vordergrund, und das ist genau das, was wir wollten. Jede Figur ist in ihrer Art einmalig und haarsträubend, aber dennoch fügt sich alles zu einer Einheit und gibt dem Film eine ganz neue, bisher unbekannte komödiantische Qualität."

Der Kern der Komödie Janet Zucker resümiert: "Jerry hat ein nahezu vegetatives Gespür für das Timing komischer Szenen. Er weiß, dass Komik dann am explosivsten ist, wenn sie nicht vor dem Rand der Peinlichkeit zurückschreckt - aber wehe sie geht darüber hinaus! Er besitzt außerdem eine genaue bildliche Vorstellungskraft. Jerry wollte, dass alle Figuren des Films gewöhnliche Menschen sein sollten - gewöhnliche Menschen, die in unglaubliche Geschichten verwickelt werden! In Jerrys Filmen haben alle Figuren ihre eigene Persönlichkeit und Ausstrahlung, so dass man sie mag, auch wenn sie manchmal schäbig sind oder etwas Hinterhältiges tun. Man soll sich an all diese Figuren erinnern, so wie man an gute Freunde denkt - die haben ja auch nicht immer nur gute Seiten." Die Dreharbeiten Die Dreharbeiten von Rat Race - Der nackte Wahnsinn begannen im August 2000 in der Umgebung von Calgary, Kanada. Die dortigen Highways standen für jene Straßen, über die die Rat Racers bei ihrem Run auf das große Geld jagen: von Las Vegas nach Silver City, durch Nevada, Arizona und New Mexico.

Die Wüstenszenen wurden im südlichen Oregon aufgenommen, einer Region die landschaftlich der Wüste um Las Vegas und Silver City sehr ähnelt, ohne dessen klimatische Extreme. Die Szenen mit Cuba Gooding Jr. und den Lucille-Ball-Imitatorinnen schließlich entstanden in den Ausläufern der kanadischen Rocky Mountains.

Wie schon in etlichen anderen Filmen spielt auch in Rat Race - Der nackte Wahnsinn Jerry Zuckers Mutter eine kleine Rolle, diesmal ist sie eine der aufgekratzten Lucilles in Cubas Bus. "Sie spielt in jedem meiner Filme mit", erzählt Jerry Zucker. "Das ist für mich wie die Kurzauftritte von Alfred Hitchcock in seinen Filmen. Da ich mich selbst aber nicht traue, schicke ich meine Mutter vor."

Nach ihrer Tour durch Kanada und den Nordwesten der USA zog die Produktion dann Ende September an den Ausgangspunkt der Story, nach Las Vegas, Nevada. Sämtliche Szenen in den Hotels, Casinos und auf dem Flughafen wurden an den Originalschauplätzen gedreht, d.h. im McCarren International Airport von Las Vegas und in einem der vornehmsten Hotels der Wüstenmetropole, dem Venetian Hotel Resort-Casino. Das Venetian, ein Entertainment-Komplex, worin nach landläufiger Einschätzung die Essenz von Las Vegas am deutlichsten zum Vorschein kommt, ist der Herrschaftsbereich des von John Cleese meisterhaft porträtierten Casino-Tycoons Donald Sinclair. "Sinclair ist zwar sehr reich", beschreibt John Cleese seine Rolle, "aber er will sich selbst im Kreis dieser Superreichen als etwas Besonderes hervortun und sie fester an sein Casino binden. Mich haben am Drehbuch vor allem die vielen, ganz unterschiedlichen Charaktere begeistert.

Indem der Film von sechs Charakteren oder Paaren erzählt, die sich gegenseitig gar nicht kennen, und indem er sie bei ihrer Jagd nach dem Geld begleitet, erlebt man eben nicht nur eine, sondern sechs verschiedene Geschichten. Dadurch bekommt der Film natürlich eine ganz eigene Qualität, denn jede der Geschichten kann in einem anderen Stil erzählt werden."

Den Oktober und November verbrachte die Crew von Rat Race - Der nackte Wahnsinn an verschiedenen Orten in Nevada und Südkalifornien. Dort wurde der überwiegende Teil jener Episoden gedreht, worin die Umwege, Abkürzungen und Sackgassen thematisiert werden, mit denen sich sämtliche Rat Racers auseinander zu setzen haben. Jerry Zucker über die Atmosphäre der Dreharbeiten und des Films: "Herzustellen war diese 'angepiekste' Stimmung, worin man ständig zwischen slapstickhaften Eskalationen und surrealem Humor pendelt, und wo man immer mit dem Schlimmsten rechnet; nicht, dass es dann unbedingt noch schlimmer kommt, aber auf jeden Fall anders - darauf darf man schon Wetten abschließen. dass das Publikum ständig mitzieht bei dieser Wette und sich fühlt wie in einem permanenten Wechselbad zwischen Empathie und Schadenfreude - das ist unser Ziel."

Dirk Jasper FilmLexikon
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