Als Zeitungsmann Quoyle nach einem Leben voller Demütigungen und ohne Höhepunkte seine entfremdete Frau Petal bei einem Autounfall verliert und mit der kleinen Tochter Bunny zurückbleibt, entscheidet er auf Drängen seiner resoluten Tante Agnis, ein neues Leben im Land seiner Ahnen zu beginnen - auf Neufundland vor der Küste Kanadas.
In dem winzigen Fischerdorf Killick-Claw trifft er auf eine Reihe so exzentrischer wie liebenswürdiger Einheimischer und bekommt zu seiner eigenen Überraschung einen Job als Reporter bei der Lokalzeitung "The Gammy Bird", für die er bald in der Kolumne "Schiffsmeldungen" die Geschichten anlegender Boote und ihrer Besitzer aufschreibt.
Doch während diese kleine berufliche Revolution für moralischen Auftrieb des gebrochenen Mannes sorgt, wird er in seinem Privatleben mit Dämonen der Vergangenheit konfrontiert. Nicht genug damit, dass ihn Petal in Albträumen plagt - nach und nach erfährt er, dass es in seiner Familie ganze Generationen unglückseliger Gestalten gab und manch dunkles Geheimnis ans Tageslicht kommen mußs.
Doch zunehmend findet Quoyle in diesem zerklüfteten wie schönen Land zu sich selbst und nimmt zum ersten Mal in seinem Leben sein Schicksal selbst in die Hand. Unterstützt von Menschen, denen man es zwar nicht ansieht, die aber alle selbst eine Last zu schleppen haben - der urige Verleger Buggit etwa, Wavey Prowse, die allein erziehende Mutter eines behinderten Kindes, zu der Quoyle bald mehr als nur platonische Gefühle entwickelt.
Doch bevor es auch nur für einen dieser Menschen eine Zukunft gibt, müssen sie sich ihrer tief vergrabenen Vergangenheit stellen ...
Filmkritiken
film-dienst 2002-06: Eine mit atmosphärischer Eindringlichkeit und beiläufigem Humor inszenierte Romanverfilmung, die den im Mittelpunkt stehenden seltsamen Einzelgänger aus der stimmungsvollen Beschreibung der Umwelt heraus anlegt. Die ebenso poetischen wie symbolischen Bilder einer in ewiger Winterlichkeit erstarrten Hemisphäre führen in ein faszinierendes Zwischenreich von Mysterien und Realität, das mehr zur Erklärung der Charaktere beiträgt als die eher unglückliche Besetzung der Hauptrolle mit einem allzu vertrauten Filmstar.
Kultur Spiegel 2002-03: Weil Lasse Hallström der Bestseller von E. Annie Proulx gefiel, entführt er seine Zuschauer für bleierne zwei Kinostunden ins neblige Neufundland. Kevin Spacey, Julianne Moore und Judi Dench spielen bedeutungsschwer und wie unter Wasser.
Cinema 2002-04: Wie schon in der tragikomischen Bestseller-Vorlage lernt man in Lasse Hallström Salz, Wind und Meer atmender Adaption eine Hand voll Ureinwohner kennen - und lieben -, Quoyle auf den Weg bringen. "Nur zu reagieren, war neu für mich", sagt Kevin Spacey.
Der Spiegel 2002-13: Regisseur Lasse Hallström, im letzten Jahr mit der klebrigen Literaturverfilmung "Chocolat" unter die Süßwarenhändler gegangen, überzeugt diesmal anfangs mit lakonischen Witz und hohem Erzähltempo. Doch in der Mitte des Films wirft er das Ruder herum und gerät schwer vom Kurs ab - und versinkt fast in falscher Dramatik und der Vergangenheitsbewältigung seines Helden.
Olaf Schneekloth (TV-Today) 2002-07: Zu Herzen gehende, aber auch sehr humorvolle Inselgeschichte - so gut wie die Romanvorlage.
(TV-Spielfilm) 2002-07: Stimmungsvolles Schicksalsdrama, exquisit besetzt und erstaunlich witzig.