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* Mit dem lautlosen Segelflugzeug lassen sich im Aufwind kreisende Vögel bis in große Höhen verfolgen. Vogelzüge können damit über kurze Strecken begleitet werden.
* Auf Modellflugzeuge wurden Kompaktkameras montiert. Die Fernsteuerung erlaubte exakte Flugmanöver, so dass Vögel aus nächster Nähe gefilmt werden konnten, etwa, wenn sie starten oder in Formation fliegen. Die Funksteuerung wird entweder vom Boden oder vom Hubschrauber aus betrieben. Dabei sind zwei Überwachungsmonitore im Einsatz, einer zur Steuerung des Flugzeugs, der andere zur Überwachung des Kamerablickwinkels. Die Reichweite der Fernsteuerung betrug bis zu achtzig Kilometer. Gerät eines der Flugzeuge außer Reichweite, wird es von einem eingebauten Spezialcomputer automatisch zum Abflugort zurückgesteuert und zur Landung gebracht.
* Modellhubschrauber sind eine Alternative zum Modellflugzeug, wenn dieses wegen der schwierigen geografischen Verhältnisse (Klippen, Steilhänge o.ä.) schwer oder gar nicht manövrierbar ist.
* Mit dem Hubschrauber lassen sich Vogelzüge auch über weite Strecken verfolgen. Für die Filmaufnahmen waren die Hubschrauber des Teams mit einem "Tyler-System" ausgerüstet, einem kreiselgestützten Fotosystem, das die Vibrationen des Hubschraubers ausgleicht. Die Kamera ist dabei an schnell rotierenden Motoren aufgehängt.
* Das Deltaflugzeug, bzw. der Deltadrachen hat den Vorteil, dass Zugvögel seine Nähe nicht scheuen. Mit dem Drachen lassen sich mitten in den Formationen und aus nächster Nähe atemberaubende Aufnahmen machen.
* Vögel, die in der Vogelschule in Bois-Roger in Frankreich geprägt worden sind, wurden mit einem Mini-Sender versehen, dessen Signale über das Funktelefonnetz empfangen werden können. So konnten verirrte Vögel präzise geortet und schnell wiedergefunden werden. Wichtig war dabei die Größe des Senders, der auf den Aufnahmen nicht zu sehen sein durfte. Die winzigen Geräte wurden in Zusammenarbeit mit dem Labor für Tierphysiologie in Straßburg und dem Telekom-Unternehmen Sagem entwickelt.
* Mit dem Ballon schließlich lassen sich kurze Strecken schnell, geräuschlos und in verschiedenen Höhen zurücklegen und ideale Kamerapositionen finden. Nomaden der Lüfte kommt ohne ein einziges Wort eines Kommentators aus. Die Vögel haben ihre eigenen, mannigfachen Stimmen und zusammen mit den Geräuschen des Windes, der Wellen, des Regens und des Schnees erzählen sie ihre eigene Geschichte.
Ähnlich verhält es sich auch mit dem musikalischen Konzept, das Jacques Perrin zu seinem Film gefunden hat. Eine "pastorale Symphonie" nennt er den Gesang der Vögel, der kaum menschliche Instrumente zur Betonung braucht. Solisten, Duetts und riesige Chöre erheben in Nomaden der Lüfte ihre Stimme, und die Virtuosität der Nachtigall, der Amsel oder der Spottdrossel paart sich mit dem exotischen Gesang des Einsiedlervogels von Bewick. Ihr Trillern und Zwitschern, verbunden mit dem Rhythmus der Schwingen, den Balzrufen und Alarmschreien, wenn ein Angreifer sich nähert, bildet schließlich die ganz eigene Melodie des Films.
In einem großen sterilen Raum der Vogelschule, in dem Temperatur und Luftfeuchtigkeit exakt regulierbar waren, wurden die Eier ausgebrütet und zum Schlüpfen gebracht. Waren die Jungen auf der Welt, folgten sie auf Schritt und Tritt ihren menschlichen Ersatzeltern. "Dein Mutterherz schmilzt dahin, wenn acht kleine Gänseküken schnatternd und im Watschelgang nicht mehr von deiner Seite weichen," so Céline Le Barz, eine der Betreuerinnen, die leuchtend gelbe Jacken trugen, damit die Küken sie auch nach einem Schichtwechsel als Bezugspersonen erkennen konnten.
Wichtig dabei war, dass die Tiere so selbständig heranwuchsen, dass sie später in der freien Wildbahn bleiben konnten. "Die Vögel mußsten lernen, ihr Futter selbst zu suchen, sie mußsten ihre Muskeln trainieren und sich an die Kamera- und Flugausrüstung gewöhnen, die während der Dreharbeiten ihr ständiger Begleiter war," sagt Perrin. Für diese Ausbildung war die Schule gut gerüstet: Verschiedene Volieren von insgesamt etwa 3.000 Quadratmetern Fläche waren den Bedürfnissen der jeweiligen Alterstufe angemessen. Zwei Teiche und eine Ackerlandschaft boten reichlich Auslauf und Raum für das Training mit den Fluggeräten, besonders mit dem Ultraleichtflugzeug. Damit konnten die Kameraleute im Flug ganz dicht an die Tiere heran.
Die kanadischen Schneegänse gehören zu den Stars des Films. "Mit ihrem kontrastreichen schwarzweißen Gefieder sind sie äußerst fotogen," schwärmt Perrin. "Sie führen die Zuschauer über die grandiosen Landschaften Nordamerikas hinweg zum kurzen, aber prächtigen Sommer der Tundra."
Im Frühling war die Zeit der Ausbildung in Bois-Roger schließlich beendet, und die Dreharbeiten begannen. Im hohen Norden Kanadas, ihrem natürlichen Lebensraum, wurden die Vögel beim Antritt ihrer langen Reise gefilmt. "Endlich war die Phase der Vorbereitungen vorbei," erinnert sich Sylvain Mailard, der erste Kameraassistent. "Mit den ersten Aufnahmen haben wir unsere vagen Vorstellungen vom weltweiten Zug der Vögel zum Leben erweckt."
Der Film wurde schließlich gedreht in (und über) Deutschland, Frankreich, der Schweiz, Belgien, Portugal, Italien, Spanien, in der Straße von Gibraltar, Großbritannien, Skandinavien, Island, Finnland, Russland, Sibirien, Ungarn, den Deltas von Danube und dem Bosporus, im Mittleren Osten, in Israel und der Wüste von Judea, im Nil-Delta, Nordafrika, der Sahara, Zentralafrika, der Sandbank von Arguin, am Kap Horn, in Südafrika, Australien, Tasmanien, Neuseeland, Südostasien, Südkorea, Japan, China, im Himalaya, auf Java, Borneo, in Indonesien, Alaska, Grönland, dem Norden Quebecs, in den Rocky Mountains, im Yosemite Park, im Grand Canyon, an der Straße von Panama, auf Kuba, in der Karibik, in Argentinien, Chile, der Cordillera der Anden, dem Terra del Fuego Archipel, in der Arktis und im Pazifik.
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| © Fotos: Kinowelt © 1994 - 2010 Dirk Jasper |