Ausführlicher Inhalt zu Wir müssen zusammenhalten

Szenenfoto In einer sudetendeutschen Kleinstadt in der Tschechoslowakei.

In der Abendsonne hält ein schwarzer Wagen mitten in einer idyllischen Naturlandschaft. Drei Männer haben es eilig: der Fahrer Horst Prohaska hält David Wiener, dem Sohn seines jüdischen Arbeitgebers eilfertig die Tür auf. Der dritte im Bunde, der Tscheche Josef Cizek, ist leitender Angestellter der Wieners. Die drei erleichtern ihre Blase, danach flachst Josef und fährt dem pinkelnden Horst kurz davon.

Die Zeiten ändern sich und mit ihnen die soziale Stellung von David, Horst und Josef. Die Wieners müssen ihre Villa räumen, und ihr ehemaliger Fahrer Prohaska macht als Sudetendeutscher Karriere. Peinlich genau notiert der Mann - der auf Grund seiner Herkunft immer als "Wurst" beschimpft wurde - welche Habseligkeiten die Wieners auf ihren Wagen laden. Josef Cizek, der ehemalige Angestellte, gewährt der jüdischen Familie Unterschlupf. Er hat noch das Kinderzimmer frei. Josef und seine Frau haben keine Kinder.

Die Wieners werden nach Theresienstadt deportiert. Dort soll es den Juden ja ganz gut gehen, glaubt Josefs Frau Marie. Und das schreibt auch Tante Frieda, die bereits dort ist, erzählen die Wieners. Komisch nur, dass die Tante den Husten des Onkels erwähnt, denn der ist bereits seit 15 Jahren tot.

Der junge David Wiener ist aus einem polnischen KZ geflohen und hastet durch seine Heimatstadt. Der Hausmeister, sein ehemals so freundlicher Nachbar hat Angst und schreit laut "Jude, Jude". Doch keiner hört ihn.

Kurz darauf kommt mal wieder Horst Prohaska die Cizeks besuchen. Josef nennt ihn nur verächtlich den "Händehoch", seitdem er Parteimitglied der NSDAP ist. Horst hat sich ein wenig in Marie verguckt und versorgt die Cizeks mit Mangelartikeln wie Wurst und Zigaretten. Da er auch gern politisiert, verwandelt sich eine Wurstkette in die Divisionen der deutschen Wehrmacht und die von der Wurst eingekreiste Zuckerdose mußs als Moskau-Ersatz herhalten. So erklärt der noch hundertprozentige Horst den zweifelnden Cizeks die Genialität der deutschen Kriegsstrategie.

Szenenfoto Josef ist ein ewig grantelnder, tschechischer Patriot, der eigentlich nie ein Risiko eingehen würde. Als er erfährt, dass in die Villa der Wieners Deutsche einziehen werden, versucht er, einen Teil ihrer Wertgegenstände sicher zu stellen. Dabei trifft er auf den Flüchtling David. Josef will helfen, aber eigentlich nicht sein Leben riskieren. Ohne wirkliche Überzeugung versteckt er den jungen Mann in seinem Wandschrank, der geheimen Speisekammer, wo die Cizeks, wie so viele in diesen schweren Zeiten, ihr geräuchertes Schweinefleisch horten.

Dumm nur, dass ein halbes Schwein und ein jüdischer Flüchtling in einer kleinen Kammer nicht gut zusammen passen. Also wird das Schweinefleisch gekocht, verarbeitet und gegessen. Der Duft des Illegalen bringt die Nachbarn zum Tuscheln. Auch Prohaska schneit mal wieder unangemeldet herein, um die Cizeks zu warnen und erteilt kluge Ratschläge zum Überleben in Okkupationszeiten. So lässt sich Josef darauf ein, für die Deutschen und Horsts neuen Chef Kepke zu arbeiten. Dafür wird er von seinen tschechischen Nachbarn auf der Strasse geschnitten.

Szenenfoto Weil Josef jetzt arbeitet, wagt sich der verliebte Horst in sein Haus und überredet Marie zu einem Ausflug. Widerwillig fährt sie mit, doch diesmal wird Prohaska beim Picknick zu aufdringlich. Marie weist ihn zurück. Zur gleichen Zeit mußs sich Josef einem peinlichen, medizinischen Test unterziehen, der seine Unfruchtbarkeit beweist.

Der Krieg geht dem Ende zu. Die Rote Armee kommt immer näher. Der überzeugte Nazi Kepke, der bereits zwei Söhne im Krieg verloren hat, fällt in Ungnade, als auch sein dritter Junge - noch ein Pimpf - auf der Flucht erschossen wird. Kepke mußs raus aus der Villa und Prohaska, der sich an Marie rächen will, möchte ihn bei den Cizeks unterbringen. In ihrer Not erfindet Marie eine nicht existierende Schwangerschaft, denn bei Schwangeren dürfen die Behörden niemanden einquartieren.

Szenenfoto Prohaska droht jetzt ganz unverblümt mit harten Konsequenzen. "Die Zeiten sind brutal und schonen keinen", warnt er und will Beweise sehen. Dafür kommt als Mann nur noch David in Frage. Vor dem Akt müsste aber vielleicht doch noch das Christusbild über dem Ehebett entfernt werden, sorgt sich Josef.

Als Marie wirklich schwanger wird, entschuldigt sich Prohaska reumütig. Jetzt glaubt auch er nicht mehr an einen Endsieg und versucht bereits, sich neu zu arrangieren. Immer wieder beschwört er die Cizeks: "Wir müssen zusammenhalten". Er ahnt, dass Josef einen Trumpf im Ärmel hat, und dass jemand im Wandschrank sein mußs. Die Deutschen werden immer nervöser und bei einer Razzia droht das Geheimnis aufzufliegen. Da stellt sich Horst den Deutschen couragiert in den Weg und rettet die Cizeks.

Szenenfoto Kurze Zeit später kommen die Befreier, und mit ihnen jede Menge selbst ernannte Widerstandskämpfer, so wie der Hausmeister, der David einst verraten wollte. Es kommt zu blutiger Vergeltung. Viele Kollaborateure werden gedemütigt und geschlagen, einige umgebracht.

Bei Marie haben die Wehen eingesetzt, der Doktor, der mit den Deutschen zusammen arbeitete, wurde interniert. Josef versucht den neuen Machthabern klar zu machen, dass er unbedingt einen Arzt braucht. Aber die sind misstrauisch. Erst als Josef vom versteckten David erzählt, lassen sie ihn unter den Gefangenen suchen. Und da behauptet Josef plötzlich, Hans Prohaska, den er unter den Festgesetzten entdeckt, sei der Arzt.

Szenenfoto Der falsche Arzt, ein verkehrter Widerstandskämpfer und echte tschechische wie russische Genossen machen sich nun auf den Weg in die Wohnung der Cizeks. David ist jedoch vor lauter Schreck geflohen, und Marie gerät in Panik, als sie Horst sieht. Bevor alles jedoch in einer schrecklichen Tragödie endet, taucht David wieder auf. Da plötzlich erstaunlich viele vorgeben, Jude zu sein, oder Juden versteckt zu haben, prüft der Politoffizier die Authentizität der eintätowierten Nummer auf Davids Arm.

Und so rettet David am Ende nicht nur Josef und Marie, sondern auch Prohaska, den gewendeten Nachbarn und - seinen eigenen Sohn.

Dirk Jasper FilmLexikon
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