Ausführlicher Inhalt zu Die Mothman Prophezeiung - Tödliche Visionen

Szenenfoto John Klein (Richard Gere) kann sich sein Leben nicht perfekter vorstellen: Als Starreporter der Washington Post ist er auf der Höhe seiner beruflichen Laufbahn. Privat läuft alles bestens: Mit seiner über alles geliebten Frau Mary (Debra Messing) hat er sich gerade entschieden, nicht länger zu warten und das gemeinsame Traumhaus in einer Vorstadt von Washington zu kaufen. Es ist der beste Moment seines Lebens. John wird sich die nächsten zwei Jahre immer wieder daran erinnern ...

Denn es bedarf nur eines kleinen unbedachten Moments, das große Glück wie ein Kartenhaus einstürzen zu lassen. Der Moment kommt bei der gemeinsamen Fahrt von der Vorstadt nach Hause. Ein Windstoß und ein vermeintlich vorbeihuschender Schatten reichen aus, Mary das Lenkrad panisch herumreißen und das Auto gegen einen Baum lenken zu lassen. John bleibt unverletzt, Mary hat eine schwere Kopfverletzung. Eine anschließende Untersuchung im Krankenhaus hält ein erschütterndes Ergebnis bereit: Der Unfall wird keine bleibenden Schäden hinterlassen, aber in Marys Kopf konnte unerkannt ein Gehirntumor wuchern. Unheilbar, lautet die Diagnose der Ärzte.

John Klein bleibt noch ausreichend Zeit, Abschied von der dahinsiechenden Mary zu nehmen. Auf dem Sterbebett erinnert Mary ihn an den Abend des Unfalls und fragt ungläubig, ob er nicht die gleiche Erscheinung gesehen habe. John weiß nicht, wovon sie spricht.

Nachdem Mary ihre Augen für immer schließt, findet John einen Notizblock mit Zeichnungen - düstere, erschreckende, sinistre und doch faszinierende Zeichnungen, die eine immer wieder anders aussehende Gestalt zeigen. Nur ein Element findet sich in allen Skizzen: glutrote Augen, die sich förmlich ins Gehirn zu brennen scheinen.

Zwei Jahre später hadert John Klein noch immer mit seinem Schicksal. Er hat sich in seine Arbeit vergraben, um die schlimmsten Wochen seines Lebens vergessen zu können. In Momenten des Innehaltens kann er sich des Eindrucks nicht erwehren, dass er womöglich nicht allein sein könnte. Es ist ein merkwürdiges nagendes Gefühl, das der Pragmatiker stets schnell verdrängt. Eine Reportage über einen möglichen Präsidentschaftskandidaten erlaubt es ihm, Washington DC für ein paar Tage den Rücken zu kehren. Mit dem Auto nimmt er den mehrstündigen Weg Richtung Süden nach Richmond auf sich, wo sein Auftrag auf ihn wartet. Er wird niemals ankommen ...

Szenenfoto Mitten im Nirgendwo gibt John Kleins Wagen den Geist auf. Jeder Versuch, ihn neu zu starten, schlägt fehl. Verärgert macht er sich auf den Weg, nach dem nächstgelegenen Bauernhof zu suchen. Die Begrüßung ist drastisch: Hausbesitzer Gordon Smallwood (Will Patton) bedroht den Fremden mit einem Gewehr und hält ihn in Schach. Johns Irritation nimmt noch zu, als Gordon ihm vorwirft, der Eindringling stünde nun bereits zum wiederholten Male bei ihm vor der Haustür. Bald taucht die Kleinstadtpolizistin Sgt. Connie Parker (Laura Linney) auf, um zu vermitteln und den mysteriösen Vorfall aufzuklären.

Sie erkennt John, den sie bereits mehrfach im Fernsehen gesehen hat, und erklärt sich bereit, ihn in die Stadt mit-zunehmen, wo er übernachten und sein Auto reparieren lassen könne. Im Auto berichtet sie John von eigenartigen Ereignissen, die die Bürger ihrer Gemeinde in den vergangenen Wochen vermehrt heimsuchen. Manche sehen Gestalten mit Schwingen und brennenden roten Augen, andere hören beim Telefonieren merkwürdig kreischende Geräusche, als würden Tonbänder zu schnell abgespielt. Erst jetzt erkennt John, dass sich Point Pleasant, Connies Gemeinde, nördlich von Washington befindet - 1000 Meilen von dem Ort entfernt, den er eigentlich auf schnellstem Wege hatte ansteuern wollen.

Szenenfoto John beschließt sofort, den Auftrag in Richmond abzusagen. Er spürt, dass er in Point Pleasant bleiben mußs, dass er eine Erklärung für das Geheimnisvolle, Düstere finden mußs. Je mehr Menschen er in Point Pleasant befragt, desto deutlicher wird für ihn die Erkenntnis, dass der Unfall seiner Frau vor zwei Jahren unmittelbar mit den Geschehnissen in der Kleinstadt zusammenhängt. Ihre Angaben decken sich auf bizarre Weise mit den Zeichnungen, die er auf Marys Block vorgefunden hatte. John mußs mehr wissen.

Wieder ist es Gordon Smallwood, der John einen Schritt weiter bringt. Längst hat er Freundschaft mit dem verängstigten Mann geschlossen, der unter den Erscheinungen mehr und mehr leidet. Besonders die letzte Begegnung mit dem Mothman hat ihm zugesetzt: Diesmal hat die Kreatur zu ihm gesprochen. Er nannte sich Indrid Cold und wies auf ein Ereignis hin, das bevorstehen soll.

Szenenfoto Je länger er in der Stadt bleibt, desto mehr verdichten sich für John die Anzeichen, dass die Manifestationen des Mothman Methode haben. Ein Besuch bei dem Forscher Dr. Alexander Leek (Alan Bates) soll Klarheit schaffen. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse - und John wird klar, dass er als Medium auserwählt wurde, die Welt vor einer grauenvollen Katstrophe zu warnen. Oder wird er ganz einfach nur, langsam aber stetig, wahnsinnig?

Dirk Jasper FilmLexikon
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