Ausführlicher Inhalt zu Die Scheinheiligen

Szenenfoto "Die Polizei kommt gleich nach dem Herrgott". Mit dieser Einstellung versuchen die Polizisten Django und Bene den Holzschnitzer und Landstreicher Johannes auf einem bayerischen Feldweg einzuschüchtern. Als dies nicht gelingt, greift Django kurzerhand zum Gewehr und Johannes flüchtet im Kugelhagel über die Felder ins nächste Dorf. Dort sucht er ein Quartier für die Nacht und wird hinterlistig zur unbeliebten, alten "Trennerin" geschickt. Auch sie schießt auf ihn. Der Wahnsinn! Doch Johannes ist hartnäckig. Er wartet, bis Magdalena Trenner eingeschlafen ist und nimmt ihr das Gewehr ab.

Nach anfänglichem Misstrauen kommen sich die beiden näher. Johannes hilft ihr, den verwahrlosten Haushalt in Ordnung zu bringen und erfährt, dass alle im Dorf auf die Ländereien der Alten aus sind. Tatsächlich mußs der Bürgermeister des Ortes Daxenbrunn Geld in seine leeren Kassen schaffen. Eine eigene Autobahnausfahrt soll her, an der eine Hendlbraterei gebaut werden soll: auf dem Trenner-Grund. Unterstützt wird der Bürgermeister von seinem alten Schulfreund, dem Landtagsabgeordneten Dr. Seigis. Natürlich nicht gratis, da mußs schon ein schönes Grundstück für dessen Tochter rausspringen.

Inzwischen haben Django und Bene einen Asylbewerber, Theophile, beim verdutzten Pfarrer abgeliefert. Dessen Auffassung von Nächstenliebe beschränkt sich jedoch aufs Predigen: Bloß weg mit dem Heiden. Ein Gemeindemitglied soll ihn gefälligst aufnehmen. Magdalena Trenner, die zum Erstaunen aller mit Johannes zum ersten Mal seit langem wieder die Sonntagsmesse besucht, nimmt Theophile mit. Wohl wissend, dass sie damit einige Dorfbewohner brüskieren kann, was ihr sichtlich Spaß macht. Auch Johannes? Anwesenheit im Dorf ist gewissen Leuten ein Dorn im Auge ? außer dem Herrn Pfarrer, der schon auf ihn wartet. Eine Marienfigur soll der Johannes für ihn kopieren, damit er die echte an einen Kunstliebhaber verkaufen und den leeren Kirchensäckel füllen kann. Sein "Herrgott", der Strauss Franz Josef, dessen Porträt über sein Tun wacht, ist davon nicht so begeistert ...

Szenenfoto Der Bürgermeister hält Kriegsrat. Jetzt wo die "Trennerin" zwei Männer im Haus hat, wird es noch schwieriger werden, ihr den Grund abzuluchsen und sie in ein Altenheim zu stecken. Ein Besuch bei ihr bestätigt: So leicht lässt die sich nicht vertreiben. Man greift zum letzten Mittel: Ein Haberfeldtreiben. Das fällt allerdings buchstäblich ins Wasser. Panik macht sich breit: Die Genehmigung für eine Autobahnausfahrt in der Tasche zu haben, ohne das dazugehörige Land zu besitzen kann peinlich werden, vor allem für Dr. Seigis.

Doch bevor weitere Pläne ausgeheckt werden können, stirbt Magdalena Trenner friedlich während eines fröhlichen Festes auf ihrem Hof. Die Freude der Mauschler ist von kurzer Dauer. Ein spitzfindiges Testament wird von Johannes genüsslich verlesen. Es kommt zu einem wahrlich feurigen Showdown in Oberbayern.

Dirk Jasper FilmLexikon
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