Die gefeierte Literatin und Denkerin Iris Mudoch ist seit mehr als 40 Jahren mit dem Literaturkritiker John Bayley verheiratet.
Schon in den frühen Tagen ihrer Romanze war die überlegene Autorin diejenige, die das Sagen hatte. John stand stets in ihrem Schatten und mußste akzeptieren, dass Iris ihre Freiheit auch mit anderen Männern und Frauen zelebrierte. Und doch blieben die beiden ein Paar und wuchsen im Lauf der Jahre immer näher zusammen.
Bis zu jenem schicksalhaften Tag im Jahr 1997, als ihre Dynamik auf den Kopf gestellt und ihre Beziehung der schwersten Belastungsprobe überhaupt ausgesetzt wird: Die Ärzte diagnostizieren Alzheimer bei Iris.
Doch John ist nicht bereit, die Liebe seines Lebens kampflos aufzugeben ...
Filmkritiken
film-dienst 2002-10: Literaturdrama über die englische Schriftstellerinn Iris Murdoch, die nach einer erfolgreichen Karriere an Alzheimer erkrankte. Intelligent, humorvoll und ironisch verquickt der Film die Krankheitsgeschichte mit Rückerinnerung an jene Jugendtage in Oxford, als sie ihren Ehemann John Bayley kennenlernte. In den Hauptrollen glänzend besetzt und dank subtiler Bilder in der Beschreibung der Krankheit durchaus sehenswert, verschenkt das Drehbuch dennoch viel, weil die Verbindung zwischen den Erinnerungen an den Beginn der Beziehung und der Krankheitsgeschichte nicht immer plausibel erscheint.
Der Spiegel 2002-20: "Iris" handelt von den Schrecknissen der Alzheimer-Krankheit, von der Frage, was aus der Liebe wird, wenn ein Partner sich bis zur Unkenntlichkeit verändert. Als Vorlage dient das Schicksal der Erfolgsautorin Iris Murdoch (gespielt von Kate Winslet und Judi Dench) und ihres Mannes Bayley (gespielt von Hugh Bonneville und Kim Broadbent). Doch Eyre verlässt sich nicht auf die Skurrilität seiner Vorbilder, sondern donnert die Story seiner melancholisch-verdüsterten Figuren mit viel Musikschwulst zu: So gehen seinem Film über Gedächnisverlust aller Witz und alle Gedanken verloren.
Cinema 2002-05: Tristesse pur? Gewiss. Aber kein violinenumsäuselter Bhindertenkitsch. Richard Eyre blättert in Rückblenden warmherzige Szenen einer Ehe auf, in der zwei gegensätzliche Charaktere - Iris dominant und impulsiv, John ein stotternder Kauz, der nicht eben die Welt entflammt - zur Ruhe kommen. Umso mehr Wehmut löst das tragische Finale aus. So mußs es sich anfühlen, wenn man einen Partner verlässt, obwohl man ihn liebt.
Bärbel Pfannerer (TV-Movie) 2002-11: "Iris" ist keine konventionelle Biografie, sondern schildert im steten Wechsel zwischen gestern und heute besondere Momente des Lebens von Iris Murdoch. Das Resultat: fesselnd, rührend und auch mal schmerzhaft ungeschminkt. Ein Genuss.
Kultur Spiegel 2002-05: Die subtile Umsetzung einer seltsamen Intellektuellen Love-Story verhindert allerdings, dass daraus je Kolportage wird. Verdienter Oscar für Broadbent.
Olaf Schneekloth (TV-Today) 2002-11: Zu Herzen gehendes Drama über die Kraft der Liebe im Schatten einer tückischen Krankheit.
Dörte von der Reith (TV-Spielfilm) 2002-11: Garantiert kein Li-La-Laune-Film und gerade deshalb so sehenswert.