Ausführlicher Inhalt zu Iris

SzenenfotoEngland in den 50er Jahren:

In Oxford begegnet die junge, lebenshungrige Iris Murdoch (Kate Winslet) John Bayley (Hugh Bonneville), einem schüchternen, jungen Mann, der sich eigentlich mehr für Literatur als für Frauen interessiert. Er ist fasziniert von der eigenwilligen Frau, die sich nicht um Konventionen schert und auch sie fühlt sich hingezogen zu dem etwas kauzigen und eher menschenscheuen Mann.

Das ungewöhnliche Paar erlebt einen sorgenfreien Sommer voller gemeinsamer Radtouren und Bädern in der Themse - sie geniessen das Leben auf eine ganz eigene unschuldige Art. Iris, die eigentlich niemanden wirklich an sich heranlässt, vertraut John völlig - sie gesteht ihm sogar einen ersten Roman geschrieben zu haben und lässt ihn darin lesen.

Auf einer ausgelassenen Party, bei der John sich nicht unbedingt wohlfühlt, kommt es dann nach Wochen zu einem ersten Kuss. Doch John hat es mit seiner ersten und einzigen großen Liebe nicht einfach. Obwohl sie sich John geöffnet hat, lebt Iris wie auch zuvor sehr freizügig und unbeschwert, verteilt ihre Zuneigung unabhängig von Normen an Männer und Frauen. Wenn es John auch schwer fällt und es einige heftige Diskussionen gibt, akzeptiert er nach einiger Zeit jedoch ganz bewusst das Wesen von Iris und diese besondere Art einer Beziehung. Auch Iris ist klar, dass ihre Beziehung zu John etwas sehr wertvolles ist: Er ist ihr wichtiger als all die anderen, er ist ihr Leben.

Die beiden heiraten 1956.

SzenenfotoDie 90er Jahre:

Inzwischen ist Iris Murdoch (Judi Dench) eine gefeierte britische Literatin und Denkerin und John Bayley (Jim Broadbent) ein angesehener Literaturkritiker. Die beiden sind seit mehr als 40 Jahren glücklich miteinander verheiratet.

Alles weist auf den Alltag eines aufeinander eingespielten Ehepaares hin, das völlig in sich zu ruhen scheint. Beide gehen ihrer geliebten Arbeit, dem Schreiben und Philosophieren, nach und einzig die chaotische Unordnung im Haus der beiden wirkt etwas ungewöhnlich bei solch analytisch denkenden Menschen.

Szenenfoto Doch der Eindruck des perfekten Lebens trügt. Iris ist besorgt, immer wieder vergisst sie Dinge, wiederholt sich in ihren Argumenten oder verliert den Faden. Als der Zustand sich nicht verbessern will, egal wie sehr sie versucht sich zu konzentrieren, entwickelt sich ihre anfängliche Sorge zur Angst, sie könne ihr Gedächtnis verlieren.

Als Iris bei einem Live-Interview bei der BBC mitten in einer Antwort nicht mehr weiter weiß und völlig verstört zu Hause erscheint, wird John zum ersten Mal wirklich bewusst, dass etwas mit Iris nicht stimmen kann: Sie ist nicht mehr die stets souveräne Iris, wie er sie kennt.

Dr. Gudgeon (Kris Marshall), teilt Johns Meinung und ordnet Tests an. Zu dieser Zeit wird die Veröffentlichung von Iris' 27. Roman gefeiert. Doch die Stimmung ist gedrückt. Iris fürchtet, sie könne sich völlig im Land der Schatten verlieren. Die Diagnose der Ärzte ist niederschmetternd und bestätigt Iris' Ängste: Sie ist an Alzheimer erkrankt. Es gibt nichts, was man dagegen tun kann.

Szenenfoto Schon kurze Zeit später ist Iris nicht mehr wiederzuerkennen: Sie ist desorientiert, erkennt Menschen nicht wieder, verwechselt und vergisst Worte und folgt einem zunehmend verzweifelter werdenden John auf Schritt und Tritt durch ihr notorisch unaufgeräumtes Haus. John versucht alles, um Iris in ihre gemeinsame Welt zurückzuholen, ihre Sprache zu lernen - doch Iris scheint ihn nicht mehr zu verstehen.

Wenige klare Momente, in denen John eine Wärme und Liebe fühlt, die ihn Iris ganz nah sein lassen - näher als jemals zuvor - helfen ihm, sich einem Leben mit komplett neuem Rollenverständnis zu stellen.

Dirk Jasper FilmLexikon
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