Ausführlicher Inhalt zu John Q - Verzweifelte Wut

Szenenfoto Der Tag fängt schlecht an: Fabrikarbeiter John Quincy Archibald (Denzel Washington) ist mit den Ratenzahlungen im Rückstand - sein Wagen wird abgeholt. Seine Frau Denise (Kimberly Elise) ist sauer, auch als John ihr erklärt, dass er entweder das Haus oder das Auto abbezahlen konnte - da war ihm das Haus wichtiger. Mehr ist im Augenblick nicht drin, denn John hat zwar eine feste Stelle in der Fabrik, bringt aber wegen Kurzarbeit zu wenig Lohn nach Hause. In seiner Freizeit sucht John einen zweiten Job, doch wer hat schon eine Chance, wenn sich 400 Kandidaten auf eine einzige Stelle bewerben? John ist zwar ein erfahrener Arbeiter, wird aber als "überqualifiziert" abgelehnt.

Johns neunjähriger Sohn Mike (Daniel E. Smith) bietet dem Vater die 45 Dollar an, die er zusammengespart hat. Doch John verspricht ihm, dass sie die Durststrecke auch ohne Mikes Opfer überstehen werden.

Nach dem Gottesdienst in der Kirche ist ein Baseball-Match angesagt, bei dem Mike mitspielt. Die Eltern sitzen auf der Tribüne und feuern ihn an. Plötzlich, während Mike gerade die Chance bekommt, einen Homerun zu vollenden, bricht er auf dem Spielfeld ohnmächtig zusammen. John und Denise bringen ihn sofort ins Chicagoer Hope Memorial Hospital. Nach der Untersuchung eröffnen die Direktorin Rebecca Payne (Anne Heche) und Herzspezialist Dr. Turner (James Woods) den fassungslosen Eltern, dass Mike unter einer schweren Herzkrankheit leidet und in akuter Lebensgefahr schwebt. Dr. Turner formuliert die Alternativen: Herztransplantation oder baldiger Tod.

Rebecca Payne ist bereits über die finanzielle Situation der Archibalds im Bilde. Obwohl Dr. Turner zur Transplantation rät, mußs sie die Behandlung ablehnen, denn Johns Krankenversicherung zahlt die extrem kostspielige Operation nicht. John traut seinen Ohren kaum, denn er hat immer seine Beiträge gezahlt. Doch bei der Versicherung erfährt er, dass er kürzlich heruntergestuft worden ist: Obwohl er eine feste Stelle hat, zählen für die Versicherung nur die tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden - bei Kurzarbeit hat John den schwarzen Peter und kann im Höchstfall mit 20.000 Dollar Unterstützung rechnen.

Szenenfoto Das Krankenhaus verlangt aber mindestens ein Drittel der 250.000 Dollar als Anzahlung, also 75.000 Dollar. Wohlmeinende Freunde raten ihm, bei verschiedenen Organisationen seinen prekären Fall zu schildern und Zuschüsse zu beantragen. Mit Denise geht er also Klinken putzen, aber Erfolg hat er damit nicht. Mittlerweile sammeln seine Freunde und Kollegen, um die Archibalds zu unterstützen, John macht die letzten spärlichen Wertsachen zu Geld, die ihm noch bleiben. So kommen 6000 Dollar zusammen - ein Tropfen auf den heißen Stein.

Obwohl John diese Summe als Anzahlung leistet, beschließt die Direktion des Krankenhauses, Mike nach Hause zu entlassen, weil keine Änderung der Situation zu erwarten ist. Mike geht es zunehmend schlechter, und die verzweifelte Denise herrscht ihren Mann an: "Tu endlich was!" In der ausweglosen Situation sucht John Dr. Turner im Krankenhaus auf und stellt ihn zur Rede. Er verspricht Turner hoch und heilig, das Geld aufzubringen - nur mußs Mike sofort geholfen werden. Turner erklärt, er könne der Direktion zwar Empfehlungen machen - aber Entscheidungen trifft er nicht. Er sichert John sogar zu, auf sein beträchtliches Honorar zu verzichten - aber auch das vermindert die Kosten nur geringfügig.

Szenenfoto Plötzlich zieht John eine Pistole und bedroht Turner, nimmt die Patienten und das Personal in der Notaufnahme als Geiseln und verriegelt die Türen mit Ketten. Die Notfall-Patienten müssen sofort behandelt werden - also befiehlt John Dr. Turner, sein Bestes zu geben. Ein Krankenwagenteam liefert einen Mann mit Bauchschuss ein. John lässt den Verletzten herein, jagt aber die Helfer fort und verriegelt die Tür wieder. Er zwingt Turner, die lebensbedrohliche Schusswunde zu versorgen.

Die Krankenwagenfahrer haben inzwischen die Polizei alarmiert. Ein Spezialteam unter Leitung von Lieutenant Frank Grimes (Robert Duvall) riegelt das Krankenhaus ab. Über das Walkie-Talkie des Wachmanns Max (Ethan Suplee), der sich in Johns Gewalt befindet, nimmt Grimes Kontakt zu John auf und erfährt dessen Forderung: Direktorin Rebecca Payne soll Mike auf die Liste der Herztransplantationspatienten setzen.

Szenenfoto Polizeichef Monroe (Ray Liotta) erscheint vor dem Krankenhaus und bespricht die Lage mit Grimes. Monroe will demnächst wiedergewählt werden und erwartet, dass Grimes den Geiselnehmer unverzüglich ausschaltet, weil unschuldige Geiseln in Lebensgefahr schweben. Grimes verweigert ein gewaltsames Vorgehen - er hat langjährige Erfahrungen mit derartigen Situationen.

John fragt Turner und den diensthabenden Notarzt (Rick Sood), der sich ebenfalls unter den Geiseln befindet, wieso Mike bis vor wenigen Tagen trotz Vorsorgeuntersuchungen als völlig gesund galt, obwohl er so schwer krank ist. Der Notarzt stellt sich gegen Turner und das Gesundheitssystem und macht seinem Ärger offen Luft: Er behauptet, dass die von den Arbeitgebern finanzierten Krankenversicherungen ihre Vertragsärzte bestechen, damit diese bei ihren Schutzbefohlenen keine schweren Krankheiten feststellen - das ist billiger, als langwierige Behandlungen zu bezahlen. Turner mußs zugeben, solch ein Verhalten sei möglich, wenn er es auch nicht für wahrscheinlich hält.

Szenenfoto John lässt eine in den Wehen liegende Frau, ihren Mann und eine Frau mit ihrem Säugling frei, wiederholt aber an Grimes' Adresse nachdrücklich seine Forderung: Wenn Rebecca Payne nicht innerhalb einer Stunde Mikes Behandlung zusagt, will John eine Geisel töten.

Unter den Geiseln befindet sich auch der kaltschnäuzige Mitch (Shawn Hatosy), der seine Freundin Julie (Heather Wahlquist) mit gebrochenem Arm ins Krankenhaus gebracht hat. Bald wird klar, dass es offensichtlich Mitch selbst war, der Julie brutal zusammengeschlagen hat. Obwohl Wachmann Max Mitch warnt, greift der sich ein Skalpell und eine Sprühdose und attackiert damit John in einem günstigen Moment. Es gelingt ihm fast, John zu überwältigen, und er ruft Julie zu Hilfe. Aber statt ihn zu unterstützen, macht sie ihrer aufgestauten Wut endlich Luft und schlägt stattdessen auf Mitch ein, den John daraufhin schnell überwältigt und an die Heizung kettet.

Szenenfoto Grimes versucht Denise zu überreden, John zur Aufgabe zu bewegen. Doch sie ist misstrauisch und lehnt ab. Endlich erklärt sich Rebecca Payne bereit, Mike kostenlos zu behandeln. Ohne dass Grimes etwas merkt, bereitet Monroe eine Sonderaktion vor: Ein Scharfschütze soll durch das Lüftungssystem in die Notaufnahme eindringen und John erschießen. Als Grimes das erfährt und heftig protestiert, entbindet Monroe ihn kurzerhand von seiner Aufgabe - in einem Wahljahr will er schnell sichtbare Resultate präsentieren.

Telefonisch teilt die überglückliche Denise ihrem Mann mit, dass Mike ab sofort auf der Operationsliste steht. Die Polizei kann die Vorgänge in der Notaufnahme über eine Überwachungskamera genau beobachten. Das hat auch eines der örtlichen Fernsehteams mitbekommen, das mit Reporter Tuck Lampley (Paul Johansson) live vom Schauplatz des Verbrechens berichtet. Dem TV-Techniker gelingt es, sich ohne das Wissen der Polizei in das Videosystem des Krankenhauses einzuklinken, und so erlebt das Fernsehpublikum direkt mit, wie John durch Denise von der guten Wendung der Ereignisse erfährt und anschließend mit seinem todkranken Sohn telefoniert.

Szenenfoto In diesem Moment schießt der Scharfschütze auf John und verletzt ihn an der Schulter. John überwältigt den Schützen - live vor Millionen Zuschauern. Polizeichef Monroe erkennt sofort, dass er verloren hat. Er setzt Grimes wieder ein und überlässt ihm die schwierigen weiteren Verhandlungen. Denn jetzt hat John jegliches Vertrauen verloren. Grimes schenkt ihm jedoch reinen Wein ein - für John gäbe es nur zwei Möglichkeiten: entweder Gefängnis oder Tod.

Doch John gibt nicht auf: "Ich werde meinen Sohn nicht begraben!" Er fordert, dass Mike in seinem Krankenbett in die Notaufnahme gebracht wird. Dort bestätigt Dr. Turner, dass Mike im Sterben liegt. Jetzt spielt John seinen letzten verzweifelten Trumpf aus: "Nehmen Sie mein Herz", sagt er zu Turner, "und pflanzen Sie es meinem Sohn ein. Wenn ich mich erschieße, werden Sie sich dann weigern, ein getestetes und geeignetes Spenderherz nicht einzusetzen?" Bisher hat John seine Geiseln mit einer leeren Waffe bedroht, denn er wollte auf jeden Fall vermeiden, Menschen zu verletzen. Jetzt lädt er die Waffe. Unter extremem Druck erklärt Dr. Turner sich bereit, das Herz des Vaters auf den Sohn zu übertragen.

Was John nicht wissen kann: Inzwischen ist einem Unfallopfer ein Spenderherz entnommen worden, das Mikes Leben retten kann. Als Rebecca Payne diese Nachricht erhält, informiert sie umgehend Denise, die sofort John anruft. Doch John nimmt das Gespräch nicht an. Er hat alles getan, was ein Vater tun kann. Die Weichen sind gestellt. Er hat die Waffe bereits an seine Schläfe gesetzt. Und er will sich von seiner Frau auf keinen Fall von seinem Entschluss abbringen lassen ...

Dirk Jasper FilmLexikon
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