Panic Room
Filmkritik von Patrick Gotta
Szenenfoto

Du mußst den Thrill nicht suchen, denn der Thrill kommt direkt zu dir nach Hause, wenn er will ...

Panic Room ist zwar das Werk eines Meisters, jedoch kein Meisterwerk, denn wenn man den Vergleich mit Finchers Geniestreichen wie Sieben und Fight Club anstellt, bleibt man schnell auf der Durststrecke. Dennoch zieht der düstere, anfangs noch an "Kevin allein zu Haus" erinnernde Thriller das Netz aus Angst und Beklemmnis schneller zusammen, als so manchem Zuschauer lieb sein wird. Spätestens dann, wenn Jäger zu Gejagten werden und niemand mehr klare Grenzen zwischen Katz und Maus in dieser packenden Hetzjagd ziehen kann ...

Erwähnenswert ist die für Fincher-Verhältnisse typische, herausstechende Anfangssequenz. Hier werden die Namen der Mitwirkenden in HOLLYWOOD-Buchstaben-Manier plastisch an diverse New York Gebäude projeziert, um dein Eindruck von uns längst vertrauten Namensschildern zu erwecken. Dieses "Goodie" ist im Vorfeld auch bitter nötig, um das unnötige Happy End nach dem erhofften Ende wieder wett zu machen.

Besonders überzeugend wirkt Forest Whitaker als wahrer Kopf der Bande, der mit seinem liebenswürdigen und unschuldigen Auftreten von Anfang an die Sympathien der Zuschauer auf sich lenkt und somit nicht nur in der Handlung die Fäden zieht. Sofort steht fest: Er ist nicht der Böse, sondern seine Situation fordert ihn, Böses zu tun. Aufpassen sollte wohl Jodie Foster, um sich nicht im schauspielerischen Schatten von Forest Whitaker zu erkälten. Lange nicht so gut agierend wie in Das Schweigen der Lämmer und anderen Werken wartet sie hier mit Einfällen auf, die statt "Meg Altman" wohl eher den Filmnamen "Meg Gyver" rechtfertigen würden.

Zum perfekten Feinschliff hätten es sicher auch ein paar "Gags" weniger, stellenweise ernstere Dialoge und vernünftigere Handlungen der Darsteller getan. Trotzdem wird David Fincher mit diesem Mix aus düsterer Thriller-Atmosphäre, aufwendigen Kamerafahrten und einem angepassten Soundtrack an seine bisherigen Erfolge anknüpfen und den Kinoraum überzeugend in Panik hüllen ...

Dirk Jasper FilmLexikon
© Patrick Gotta für DEM © Fotos: Columbia Tristar © 1994 - 2010 Dirk Jasper