Ausführlicher Inhalt zu The Golden Bowl

Szenenfoto Bevor der Fürst Charlottes Freundin Maggie Verver kennenlernte, waren er und Charlotte ein Liebespaar, mußsten sich aber trennen, weil sie zu arm waren, um einander heiraten zu können.

Charlotte taucht wenige Tage vor seiner Heirat mit Maggie wieder in London auf und bittet den Fürsten, sie bei ihrer Suche nach einem Hochzeitsgeschenk für Maggie zu begleiten. Sie landen in einem Antiquitätengeschäft in Bloomsbury, wo man ihnen eine goldene Schale zeigt. Aber der Fürst weist sie zurück, denn er hat sofort erkannt, dass die Schale nicht golden sondern nur vergoldet ist und dass sie zudem einen Sprung hat.

Zwei Jahre später: Mr. Verver, Maggie, der Fürst und das Baby (Principino genannt) leben als glückliche Familie in einem herrlichen englischen Landhaus namens Fawns. Maggie versucht ihren Vater für ihre Ehe und ihr geteiltes Herz zu entschädigen, indem sie ihm unablässig demonstriert, dass sich nichts zwischen ihnen geändert hat. Der Fürst bietet all sein Feingefühl auf, um die Balance in ihrer Beziehung aufrechtzuerhalten und die alte Verbindung zwischen Vater und Tochter unter keinen Umständen zu stören.

Er führt das Leben eines englischen Landedelmannes und scheint zufrieden, wenn auch etwas träge und vielleicht gelangweilt. Es ist ein eher provinzielles Leben, das in keiner Weise in Einklang steht mit dem großen Reichtum der Ververs und dem großen Adelsgeschlecht des Fürsten.

Szenenfoto Charlotte kommt zu Besuch nach Fawns. Fanny Assingham, eine Freundin und Vertraute der ganzen Familie, warnt Charlotte, sie solle nichts über die einst enge Beziehung zwischen ihr und dem Fürst verlauten lassen; denn es sei für alle besser, ganz neu zu beginnen.

Charlotte stellt Maggie und dem Fürsten frei, alleine zu verreisen, während sie Mr. Verver Gesellschaft leistet. So wie Maggie insgeheim Schuldgefühle hegte, weil sie ihren Vater durch ihre Heirat verlassen hatte, plagten ihn ähnliche Gefühle, weil Maggie seinetwegen ein schlechtes Gewissen hatte. Als er mit Charlotte alleine ist, erzählt er ihr von seiner beeindruckenden Kunstsammlung und seinen ehrgeizigen Plänen, in American City, seiner Geburtsstadt in Amerika, ein Museum zu errichten. Doch hat er auch den Wunsch, Charlotte zu erwerben nicht nur als strahlende Ergänzung seiner Sammlung, sondern auch, um Maggie von ihren Schuldgefühlen zu befreien. Er macht Charlotte einen Antrag und sie nimmt ihn an unter der Bedingung, dass Maggie und der Fürst der Heirat zustimmen.

Szenenfoto Maggie gibt ihrem Vater voller Begeisterung ihr Einverständnis, und der Fürst gibt seines - eher zwiespältig - Charlotte.

Zwei Jahre später: Charlotte spielt nun als Mrs. Verver die große gesellschaftliche Rolle, für die sie aufgrund ihrer Schönheit und Persönlichkeit schon immer geschaffen war. Sie hat die Familie in höhere gesellschaftliche Kreise eingeführt wo sie jedoch in erster Linie von ihr selbst und dem Fürsten repräsentiert wird; Maggie und Mr. Verver ziehen das ruhige Leben zu Hause mit Principino vor. Dieses Arrangement scheint allen zu gefallen und es gefällt Charlotte und dem Fürst mehr und mehr. Da sie sich stets in Gesellschaft des anderen befinden, steht einem Wiederaufleben ihrer früheren Beziehung nichts mehr im Wege.

Szenenfoto Unweigerlich werden sie zum Liebespaar wobei sie gleichzeitig schwören, das Glück ihrer Ehepartner und die Unantastbarkeit ihrer Heiratsverträge zu wahren. Obwohl Maggie mit ihrem Vater und ihrem Kind glücklich und zufrieden scheint, liebt sie ihren Mann doch so sehr, dass Sie ihren Verdacht unterdrückt. Sie will nicht darüber sprechen, um die feine Balance innerhalb der Familie nicht zu zerstören und vor allem nicht einen ähnlichen Verdacht in Mr. Verver zu wecken. Um ihren Vater zu schützen und ihren Ehemann zu behalten, mußs sie ihre Zweifel verbergen.

Aber irgendwie teilen sie sich dem ehebrecherischen Paar mit die beiden kümmern sich nun aufs liebevollste um Maggie und achten darauf, dass sie nicht zu viel Zeit alleine mit ihrem Vater verbringt - aus Angst vor dem, was sie ihm sagen könnte.

Szenenfoto Auf der Suche nach einem Geschenk für ihren Vater gerät Maggie durch Zufall in den Antiquitätenladen in Bloomsbury und kauft die goldene Schale. Als der Händler die Ware liefert, sieht er Photos von Charlotte und dem Fürst und in der Annahme es handle sich um Freunde von Maggie, schildert er ihren Besuch in seinem Geschäft und die Zeichen von Vertrautheit zwischen ihnen. Zum ersten Mal wird Maggie klar, dass sich ihr Mann und ihre Freundin bereits vor ihrer Ehe nahegestanden hatten. Sie erzählt der gemeinsamen Freundin Fanny von ihrer Entdeckung diese hält die goldene Schale hoch und lässt sie absichtlich zu Boden fallen. In diesem Moment betritt der Fürst das Zimmer und sieht sich mit der zerbrochenen Schale und dem erhärteten Verdacht seiner Frau konfrontiert, den sie ihm nun zum ersten Mal eröffnet.

Szenenfoto Der Fürst reagiert auf ihre Entdeckung nicht mit Verteidigung sondern mit wachsamem Schweigen. Er schweigt Maggie, Mr. Verver und Charlotte gegenüber. Aber Charlotte spürt die Veränderung und wird von schrecklichen Qualen geplagt. Was weiß der Fürst, was weiß Maggie, was weiß Mr. Verver? Niemand sagt etwas, jeder scheint die anderen zu beobachten. Das Schweigen wird zu einem Käfig, in dem Charlotte, einer schönen Tigerin gleich, qualvoll leidend auf und abläuft.

Schließlich stellt Charlotte Maggie zur Rede und fragt, was passiert sei, warum sie so anders zu ihr sei? Maggie lügt, sagt nein, es ist nichts, alles sei so wie immer. Charlotte fordert sie auf, dies mit einem Kuss zu besiegeln und gerade als Maggie Charlotte den unehrlichen Kuss gibt, wird sie von ihrem Mann und Mr. Verver beobachtet, die beide ihr Schweigen und ihre Wachsamkeit beibehalten.

Szenenfoto Mr. Verver macht niemandem gegenüber auch nur die geringste Andeutung, was er denkt oder welchen Verdacht er möglicherweise hat. Aber langsam und im Stillen fasst er einen Entschluss; und seine Frau, obgleich sie nicht weiß, worum genau es sich handelt, ist sicher, dass sie diejenige sein wird, die den fälligen Preis zu zahlen hat, wie immer er auch aussehen mag. Sie lebt weiterhin in qualvoller Ungewissheit. Sie erfüllt ihre Pflichten als Ehefrau, vor allem was seine Kunstsammlung anbelangt, sein Lebenswerk, deren begeisterte Studentin und Kuratorin sie geworden ist.

Man sieht sie Besuchergruppen durch die Sammlung führen, denen sie lautstark, stolz und anschaulich die Qualitäten der Kunstwerke vor Augen führt doch ihre Stimme gerät dabei fast zum Schmerzensschrei. Ihr Mann zieht schweigend seine Kreise um sie, die Hände in den Taschen, wo er ein Ende eines seidenen Fadens festzuhalten scheint, dessen anderes Ende um ihren schönen Hals gewunden ist und mit dem er sie einem ihr unbekannten Schicksal entgegenführt.

Szenenfoto Mr. Ververs Entschluss steht fest: Er wird sein großes Lebenswerk beginnen sein Museum nicht in ferner Zukunft, sondern genau jetzt, und zu diesem Zweck wird er sowohl seine Kunstschätze als auch seine Frau mit nach American City nehmen. Diese Entscheidung trifft er gemeinsam mit seiner Tochter; denn auch Maggie sieht ein, dass ihr Vater seine Frau fortbringen mußs. Um beide Ehen zu retten, sind Vater und Tochter bereit, einander zu opfern.

Doch in ihrem Großmut sorgt sich Maggie nach diesem Sieg um ihre Gegenspielerin Charlotte, die ja nun ihren Liebhaber, den Fürst, verloren hat und dazu verurteilt ist, ihr Leben im primitiven und provinziellen American City zu fristen. Um Charlottes Stolz zu retten, bietet sie ihr eine weitere Lüge an und gibt vor, nichts vom Plan ihres Vaters zu wissen. Charlotte ergreift diese Chance: Sie behauptet, der Plan stamme von ihr, es wäre ihr Wunsch, ihre Ehe zu retten und deshalb ihren Ehemann wegzubringen, fort aus der Umklammerung seiner Tochter; und darüber hinaus sei sie bereit, sich nun ganz seinem großen Lebenswerk in American City zu widmen.

Szenenfoto Maggie akzeptiert diese Lüge ergeben auf diese Weise rettet sie Charlottes Stolz und lässt sie wieder ihren großartigen Platz in der Gesellschaft einnehmen als Frau von Adam Verver und Kunstmäzenin.

Und der Fürst? Er sagt am Ende zu seiner Frau: Du bist mein ganzes Leben, ich habe nur Augen für dich. Als er sieht, wie sie ihm und seiner schuldigen Partnerin vergibt und ihren geliebten Vater für ihn opfert, erkennt er ihre ganze Größe und ihre grenzenlose Liebe für ihn, und nun ist er bereit, sie mit seiner Liebe zu erwidern.

Dirk Jasper FilmLexikon
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