Produktionsnotizen zu 2002 - Durchgeknallt im All

2002 - Durchgeknallt im All ist eine ausgelassene Komödie in der Tradition von "Die nackte Kanone" (1988) und bringt Leslie Nielsen in unbekannte Stratosphären ? sogar bis auf den Mond.

Zur internationalen Besetzung gehören neben der schönen Ophélie Winter (als Richard Dix' Assistentin Cassandra) der italienische Superstar Ezio Greggio in der Rolle des Kapitäns Valentino DiPasquale und der Stand-up Comedian Pierre in der Rolle des Leutnant Shitzu. Die Bösewichte werden vom britischen Star Peter Egan in der Rolle des schmierigen Dr. Pratt und von Alexandra Kamp als exotisch-erotische Dr. Uschi Künstler gespielt.

Leslie Nielsen: "Die Produzenten kamen auf mich zu und schlugen vor, dass wir zusammen einen Film machen, an dem ein deutscher Produzent, vielleicht ein französischer, ein britischer und ein kanadischer beteiligt sind. Solche Koproduktionen erreichen mit verschiedenen staatlichen Förderungen ein größeres Budget und damit von Anfang an eine solide Finanzierung.

Das hat mir gefallen und ich war spontan der Meinung, warum versuchen wir das nicht. Es begann mit intensiven Überlegungen, welchen Film wir machen wollen und endete bei dem dümmlichen, einfältigen Gesetzeshüter Marshal Richard 'Dick' Dix, der mit einem Spezialauftrag den Präsidenten retten soll. Er agiert sozusagen 'verloren im Weltall', obwohl er von den modernsten technischen Systemen umgeben ist."

In München wurden die Rollen von Dr. Uschi Künstler und Miss Pustle gecastet. Für Produzent Werner Koenig stand von Anfang an fest, dass er Alexandra Kamp und Verona Feldbusch dabei haben wollte. Und die beiden überzeugten nicht nur die Koproduzenten, sondern auch Leslie Nielsen.

In den riesigen Münchner Mahag-Hallen (heute Elser-Hallen) bauten die Architekten Hucky Hornberger und O. Jochen Schmidt Teile der beeindruckenden Raumstation Vegan und das geheimnisvolle Labor auf, in dem Dr. Pratt (Peter Egan) und Dr. Künstler (Alexandra Kamp) mächtige und berühmte Menschen klonen. Auch die große, spektakuläre Actionszene, an deren Ende Leslie Nielsen im VW-Beetle in Big Joe's Burgers landet, inszenierte Stuntkoordinator Mac Steinmeier im Münchner Kunstpark Ost zusammen mit Special Effects-Spezialist Heinz Ludwig. Regisseur Allan Goldstein war sehr beeindruckt über seine Dreh-Erfahrungen in Deutschland und lobte das professionelle Arbeiten aller Beteiligten. "Wir sind sehr glücklich mit den Ergebnissen der Dreharbeiten in München".

Besonders die Arbeit von Alexandra Kamp beeindruckte Goldstein: "Es ist sehr schwierig in einer fremden Sprache zu schauspielern und Alexandra ist wirklich exzellent. Sie verkörpert ihre Rolle ausgesprochen gut und es macht Spaß, mit ihr zu arbeiten." Nach den Dreharbeiten in München ging es in Montreal/Kanada weiter. Production Designer Csaba Kertesz verwandelte Montreals Olympia-Stadion in eine hochtechnische und futuristische Mondstation.

Bob Keen (Visual Effects) hauchte den verrückten und lustigen Aliens Leben ein. Leslie Nielsen: "Ich wollte unbedingt, dass diese ganze moderne Technologie enthalten ist, die bei älteren Menschen ziemlich viel Chaos und Verwirrung auslöst. Wir haben fantastische Aliens in diesem Film und die Arbeit mit CGI, Prothesen, Spezial-Make-up, Masken und all diesen Sachen hat uns allen viel Spaß gemacht."

In 2002 - Durchgeknallt im All ist Nielsen erstmals nicht nur Hauptdarsteller, sondern schrieb zusammen mit Allan Sherman das Drehbuch, in das er - nach über 80 Filmen, 1500 Fernsehauftritten und dem Gewinn des UCLA Jack Benny Award - den weltweit erfolgreichen "Leslie-Nielsen-Witz" einbrachte.

2002 - Durchgeknallt im All: "Natürlich konnte ich auch bisher schon bei all meinen Filmen mitreden, habe viel Zeit für das Einbringen meiner Ideen, das Schreiben und Korrigieren verwendet. Aber nie war es so wie dieses Mal, dass ich hätte sagen können, ich sei Co-Autor gewesen." Ophélie Winter machten die Dreharbeiten zu 2002 - Durchgeknallt im All besonderen Spaß: "Die Filme mit Leslie haben mir immer schon sehr gut gefallen. Filme sind für mich Unterhaltung, und wenn ich dabei auch noch eine Stunde lachen kann, dann wird das Ganze zum magischen Moment.

Genauso wie Kubricks Meisterstück "2001 ? A Space Odysee" wird auch 2002 - Durchgeknallt im All zeigen, dass die Menschheit ab und zu eines guten Lachers bedarf." Den Spaß bei der Arbeit sieht man allen Beteiligten an. Regisseur Allan A. Goldstein dazu: "Die Atmosphäre am Set ist sehr wichtig. Zu meinen Aufgaben gehört es auch, dafür zu sorgen, dass alle bei der Arbeit ein positives Gefühl haben und entspannt agieren können."

So schaffte es Goldstein, dass aus dieser ungewöhnlichen Geschichte mit einer Riege der eigentümlichsten Charaktere ein völlig verrücktes Kinoereignis für Zuschauer jeder Altersgruppe wurde. Für die Postproduktion zeichnete DAS WERK in München verantwortlich. Etwa 115 Einstellungen (ca. 15 Minuten Film) wurden digital bearbeitet, insgesamt dauerten die Arbeiten an dem Projekt 4 Monate. Hierbei wurden eine Vielzahl "unsichtbarer" Effekte, wie Split-Screens, Crowd-Replications, Monitor-Inserts und Set-Extensions verwendet.

Die Visual Effects wurden von Bob Keen überwacht. Die Arbeiten konzentrierten sich auf die Realisierung von Persiflagen bekannter Szenen aus Kubricks Original, wie z.B. im Vorspann. In der Shuttle-Szene entstammt das Shuttle, welches Dix in den Orbit befördert, gänzlich dem Computer, genauso wurden die Auswirkungen der Schwerkraft komplett digital visualisiert. Die Mondstation wurde von einem zehnköpfigen Team von Computer-Animatoren mittels Softimage designt und realisiert.

Die Ergebnisse sind entweder als komplett digitale Einstellungen oder als "Digitale Set Extensions" (an Studioszenen angefügte Sequenzen) zu sehen. Am Inferno, einem hoch spezialisierten Film-Compositing System, entstanden diverse Morphing-Sequenzen, beispielsweise die Szene, in der sich Alexandra Kamp in einen Alien verwandelt. Eine Vielzahl weiterer voll digitaler Außerirdischer wurden von Animationsspezialisten der Werks-Tochterfirma TRIXTER beigesteuert.

Dirk Jasper FilmLexikon
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