Gosford Park
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Filmplakat
Filmplakat Titel Deutschland: Gosford Park
Titel USA: Gosford Park
Genre: Tragikomödie
Farbe, USA, 2001

Kino Deutschland: 2002-06-13
Kino USA: 2002-01-04
Laufzeit Kino: 137 Minuten
Kinoverleih D: Ottfilm


Szenenfoto Auf diesen Moment hat die junge Kammerzofe Mary Maceachran seit langem gewartet: sie darf am Wochenende ihre Herrin Lady Constance von Trentham zu einer feudalen Jagdgesellschaft in Gosford Park begleiten. Sir William McCordle und Lady Sylvia McCordle wissen wie immer illustre Gäste um sich zu scharen.

Außer Sylvias Tante, der bereits erwähnten Gräfin von Trentham und weiteren höchst angesehenen Lordschaften, sind auch der berühmte britische Stummfilm-Star Ivor Novello sowie der amerikanischer Filmproduzent Morris Weissman mit von der Partie. Wie die anderen Bediensteten der noblen Gäste, versuchen auch Henry Denton und Mary sich im Gewimmel von Butlern, Kammerdienern, Köchinnen und Dienstmädchen in den zahlreichen Gesinderäumen und Fluren zurecht zu finden.

Szenenfoto Die feine Gesellschaft in der Belle Etage pflegt den kultivierten Müßiggang streng ritualisiert und nach festgefügten Mustern. Von diesem Leben hören die Bediensteten mehr, als dass sie etwas davon zu sehen bekommen.

Auf Gosford Park scheint die strikte gesellschaftliche Hierarchie auch 1932 noch völlig intakt: Loyalität, Diskretion und eine betont devote Haltung sind Erwartungen, die nicht nur die Herrschaften an die Bediensteten stellen, die Bediensteten stellen diese Forderungen auch gegenüber sich selbst. Dennoch: bei den Mahlzeiten im Souterrain breiten jedoch alle, auch der Butler Jennings, die Hausdame Mrs. Wilson, die Köchin Mrs. Croft, der Lakai George und das erste Hausmädchen Elsie genüsslich den jeweils neuesten Tratsch über das Treiben, das Leiden und die Intrigen der Herrschaften aus.

Szenenfoto Mary findet in Elsie eine Vertraute, die ihr einen weiteren Einblick in die ganz und gar eigenen Gesetze von Gosford Park gewährt. Als um Mitternacht ein Mord das Haus erschüttert, ist klar, dass in diesem sonderbaren Kosmos nichts so ist, wie es scheint - weder oben in den luxuriösen Salons, noch unten in den Waschküchen und Werkstätten!

Der ermittelnde Inspektor Thompson steht vor einer Wand des Schweigens. Ein Geheimnis scheint beide Welten unsichtbar miteinander zu verbinden ...


SzenenfotoDarsteller: Michael Gambon (Sir William McCordle), Kristin Scott Thomas (Lady Sylvia McCordle), Camilla Rutherford (Isobel McCordle), Maggie Smith (Constance, Countess of Trentham), Charles Dance (Raymond, Lord Stockbridge), Helen Mirren (Mrs. Jane Wilson), Alan Bates (Jennings (The McCordles' Butler), Geraldine Somerville (Louisa, Lady Stockbridge), Tom Hollander (Lieutenant Commander Anthony Meredith), Natasha Wightman (Lady Lavinia Meredith)

Regie: Robert Altman

Stab: • Produzenten: Robert Altman, Bob Balaban, David Levy • Drehbuch: Julian Fellowes • Vorlage: Robert Altman, Bob Balaban • Filmmusik: Patrick Doyle • Kamera: Andrew Dunn • Spezialeffekte: - • Ausstattung: Anna Pinnock • Schnitt: Tim Squyres • Kostüme: Jenny Beavan • Make Up: - • Ton: - • Ton(effekt)schnitt: - • Stunts: - •


SzenenfotoFilmkritiken

Dirk Jasper FilmLexikon: Altmeister Robert Altman hat für "Gosford Park" erstmals in England gedreht. Entstanden ist ein einzigartiger Ensemble-Film, der weit über das gängige Genre des klassischen, englischen "Country House Murder Mystery" hinausgeht. Altman entwirft vor den Augen des Zuschauers ein vielteiliges Mosaik verschiedenster Handlungen, die sich alle unter einem Dach - im Kosmos des "oben" und "unten" - simultan ereignen. Dabei besticht vor allem die Brillianz des feinen Humors in den Dialogen: selten wurde der sogenannten Upper Class ihr Snobismus böser auf den Leib geschrieben und durch ein solches Star-Ensemble mit gekonnter Leichtigkeit zum Leben erweckt. Selten wurde das Leben so pointiert gezeigt, wie es nun einmal eben auch sein kann: unglaublich tragisch und komisch zugleich.

Cinema 2002-06: Zum Klassenkampf bezog der ewige Hollywood-Außenseiter auch auf der Berlinale Stellung, wo Altman mit einem Goldenen Bären geehrt wurde: "Ich bin nicht gegen die Traumfabrik. Sie produziert Schuhe, ich fertige Handschuhe". In diesem Fall ein elegantes, einzigartiges Exemplar. Eben Wertarbeit.

film-dienst 2002-12: Eine kluge Komödie über die Grausamkeit hinter der glänzenden Fassade der feinen Gesellschaft, der die überaus elegante Inszenierung mit Witz, brillanten Dialogen und scharfer Intelligenz einen Spiegel vorhält. Der illusionslose Abgesang auf eine vergangene Epoche wird von einer brillanten Schauspielerriege getragen.

Svenja Hadler (TV-Movie) 2002-13: Kleine Gemeinheit hier, gehässiger Seitenhieb dort - nach zuletzt enttäuschenden Filmen wie "Dr. T. And The Women" gelingt Robert Altman hier ein herrlich ironisches Sittengemälde, das mit einer herausragenden Besetzung auftrumpft. Trotz einiger Längen: "Gosford Park" ist Altmans bester Film seit Jahren.

Kultur Spiegel 2002-06: Mit großem Staraufgebot zeigt Robert Altman eine Gesellschaft im Wandel: Stolz, Klassenbewußtsein und Aufsteigerehrgeiz lassen ein Jagdwochenende auf dem Land in der Katastrophe enden.

Rolf von der Reith (TV-Today) 2002-13: Ein großartiges, spannendes Ensemblestück, perfekt inszeniert und begeisternd gespielt.

Nina Rehfeld (TV-Spielfilm) 2002-13: Bitterböse, brillant gespieltes Gespinst aus Mord, Hass und Intrigen.


SzenenfotoOscar ®

Oscar-Nominierung für 2001 für Robert Altman, Bob Balaban, David Levy als Bester Film
Oscar-Nominierung für 2001 für Helen Mirren als Beste Nebendarstellerin
Oscar-Nominierung für 2001 für Maggie Smith als Beste Nebendarstellerin
Oscar-Nominierung für 2001 für Robert Altman für Beste Regie
Oscar-Nominierung für 2001 für Stephen Altman, Anna Pinnock für Beste Ausstattung
Oscar-Nominierung für 2001 für Jenny Beavan für Beste Kostüme


SzenenfotoBemerkungen


Dirk Jasper FilmLexikon
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