Produktionsnotizen zu Hardball

Bei einem Film, bei dem so viele Schlüsselrollen von jungen Schauspielern bzw. Sportlern verkörpert werden, war die richtige Besetzung von großer Wichtigkeit. Der ausführende Produzent Herbert Gains erklärt: "Es war uns immer klar, dass wir möglichst viele Kinder aus Chicago dabei haben wollten, denn die würden besser zu unserem Film passen". Jedoch wurde auch in anderen amerikanischen Städten nach baseballspielenden Kindern Ausschau gehalten. Die Filmemacher waren aber sehr froh darüber, dass die Chicagoer Jungen die meisten Rollen bekamen.

Baseball-Koordinator Mark Ellis erklärt: "Es gibt jede Menge Baseball-Szenen im Film. Manche dieser Szenen stammen aus wirklichen Spielen, während andere Dialogszenen mit dem Spielfeld als Hintergrund dienen. Es war sehr wichtig, dass die Darsteller Erfahrungen mit diesem Spiel hatten."

Ellis und das Produktionsteam interviewten 600 Jungen allein in Chicago zwei Tage lang. Davon wurden 350 in ein dreiwöchiges Trainingscamp eingeladen, und schließlich blieben 40 der Kids für größere und kleinere Rollen übrig.

All diese Jungen zeigten eine Leidenschaft für die Darstellung, doch was wirklich entscheidend war, sie liebten auch den Sport. Die Organisation von Regisseur Brian Robbins und Baseball-Koordinator Mark Ellis im Trainingscamp war so angelegt, dass morgens die Proben und die Unterrichtung im Schauspiel stattfanden und am Nachmittag standen die Baseball-Spiele auf dem Plan. Robbins erzählt, dass der Schauspiel-Coach Bob Krackover die Proben auf Video aufnahm und sie dann den Müttern der Kinder, die es liebten, ihren Nachwuchs in Aktion zu sehen, vorspielte. Die jungen Darsteller beeindruckten auch Ellis: "Es ist großartig, dass Regisseur Brian Robbins Besetzung nur sportliche Darsteller für den Film besetzte. Diese Jungen waren alle gute Sportler."

Keanu Reeves, der 1999 in dem Action-Hit "Matrix" erfolgreich war, brachte eine bemerkenswerte Offenheit und athletische Stärke in seine Rolle als widerstrebender Baseball-Coach Conor O`Neill ein. Gerade der Sport führte den Schauspieler in seinen früheren Rollen zum Erfolg. Der in Toronto aufgewachsene Keanu war schon während seiner High School-Zeit sehr an Eishockey interessiert. Als Tormann des Teams bekam er den Spitznamen "Die Wand". Schließlich bekam er eine Nebenrolle in Rob Lowes Eishockey-Film "Bodycheck", der in Kanada gedreht wurde.

Reeves versteht den Zusammenhang zwischen Sport und Erwachsenwerden. Er erinnert sich: "Sport ist ein wichtiger Teil beim Aufwachsen. Die körperliche Entwicklung, das Wissen um Wettbewerb, Teamarbeit und die Führung eines Coaches - all das kann man im Leben umsetzen. Man kann einfach etwas daraus lernen".

Einer der jungen Darsteller war ganz besonders neugierig, Reeves zu treffen: "Meine Eltern erzählten mir, dass viele Schauspieler knauserig sind. So dachte ich, er sei ein bisschen nervös und unfreundlich. Aber er war ein wirklich netter Typ."

Ein anderer der jungen Darsteller, Kristopher Loften, der den Clarence spielt, sagt, dass Reeves immer mit den Kids spielte, er machte mit ihnen Wrestling, sie fragten ihn nach "Matrix" aus, sie redeten über das Leben. Auch für Regisseur Brian Robbins findet er nur gute Worte. "Er sagte immer: `Jungs, wir versuchen diese Szene in zwei takes durchzuziehen. Wenn ich`s versaue, könnt ihr mich zusammenschlagen, aber wenn ihr Mist baut, ist das eine andere Sache!"

Für den Regisseur wurde mit diesem Film ein Traum wahr. Er war immer ein Fan des Buches, das seine Frau ihm für den Urlaub gegeben hatte. Robbins sagt, dass er es sofort liebte und die Story einfach bezwingend fand. Er wollte den Film sehr ehrlich machen. Robbins und seine Crew suchten lange nach dem richtigen Drehort. Die Location in Chicago erlaubte es, sehr authentisch an dem Drehbuch zu bleiben. Das Spielfeld fanden sie am ALBA House. Es war perfekt für die Filmemacher und sie konnten viele lokale Bewohner als Statisten im Film nehmen. Andere Chicagoer waren als Crew-Mitglieder angeheuert.

Brian Robbins erklärt: "Ich fand, dass es sehr wichtig war, die richtige Umgebung und die richtigen Leute zu haben, damit die Story glaubhaft wirkt".

Als Dankeschön hinterließ die "Hardball"-Produktion ein brandneues Spielfeld für die Gemeinde und speziell für die ALBA-Bewohner.

Die Atmosphäre half den jungen Darstellern, das beste aus sich herauszuholen und sich aber auch so zu verhalten, dass es glaubhaft wirkt.

Das Herz des Filmes ist die Veränderung von Conor O`Neill. Er gibt viel von sich auf und erhält im Gegenzug eine Menge Gutes. Die Kids geben ihm viel, aber auch ihr Leben ändert sich dadurch. Regisseur Brian Robbins sagt: "Was Conor im Film getan hat, anderen zu helfen und auf sie einzugehen, hat sein Leben völlig verändert."

Dirk Jasper FilmLexikon
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