Ausführlicher Inhalt zu Down

Szenenfoto Nacht liegt über Manhattan. Riesen aus Stahl, Glas und Beton stemmen sich über den Adern der Stadt, über den Straßen im Lichterstrom, zum Himmel. Mächtig ragt eines der architektonischen Wunder New Yorks zu den dichten Gewitterwolken hinauf. Mit 102 Stockwerken, 73 Aufzügen und einer Prachtfassade gilt das Millennium Building als Triumph von menschlicher Kreativität und technischer Perfektion.

Jetzt, da die Besucherfluten wieder in die Stadt zurückgekehrt sind, haben zwei Wachleute die traumhafte Aussichtsplattform im 86. Stock für sich. Der Blick durch die Münzfernrohre ist spektakulär für die Gelegenheitsvoyeure, die hinter erleuchteten Fenstern Intimes beobachten. Dann setzen drohende Blitze dem Spaß der Spanner ein Ende. Während einer der Männer auf die Toilette verschwindet, holt der andere den Expresslift. Als sich dessen Stahltüren einladend öffnen, spielt sich Gespenstisches ab: Warnend rotiert die Armbanduhr, blinkt die Taschenlampe des Beamten, der sich zwischen die Türen stellt, die nicht mehr zurückweichen wollen. Dann hallt ein Schrei durch die Nacht. Der Schrei eines geschockten Mannes, der mit seinem Gestammel über die Attacke des Lifts nur Spott bei seinem Kollegen erntet.

Am nächsten Morgen scheint der Spuk vergessen. Tausende Menschen tummeln sich hektisch in Gängen und Büros, während überfüllte Aufzüge geduldig neue Massen aufnehmen. In gelöster Stimmung betritt eine Gruppe hochschwangerer Frauen den Lift. Dann schließen sich die Türen und der Aufzug rast in die Tiefe, bis er im 22. Stock mit einer Sofortbremsung alle Passagiere zu Boden wirft. Bevor Mechaniker und Sicherheitsdienst die Türen zu öffnen vermögen, stürzt der Lift wieder dem Boden entgegen. Als sich im Erdgeschoss schließlich die Türen öffnen, verschlägt es den staunenden Aufsichtskräften die Sprache. In der kleinen stickigen Kabine verschaffen sich schreiende Babys Gehör.

Szenenfoto In einem anderen Teil New Yorks glaubt Ex-Marine Mark Newman (James Marshall) ein Kingeln im Kopf zu hören. Was er für die unmittelbare Folge seines Erstkontakts mit einem Schläger hält, entpuppt sich als Handy-Notruf, der den Mechaniker von "Meteor Elevators" ins Millennium Building holt. Auf dem Weg dorthin ist auch die Reporterin Jennifer Evans (Naomi Watts), die ihren Artikel über das Frauenwahlrecht von 1918 zurückstellen mußs, weil ihr Chef in der Liftstory doch Aktuelleres wittert.

Nachdem Milligan (Ed Herrmann), der Manager des Gebäudes, von den Reparateuren schnelle Ergebnisse erwartet, beginnen Mark und sein Freund und Kollege Jeffrey (Eric Thal) im Maschinenraum ihren Routinecheck. Mark arbeitet erst wenige Monate für die Firma und ersetzt Jeffreys alten Partner, den man nach offensichtlichem Selbstmord aus dem East River zog. Den schweren, unheimlichen Atem, den Mark im Schacht zu hören glaubt, erklärt Jeffrey mit einem Luftzug, der Stahlriesen wie diesen lebendig erscheinen lässt. Ohne einen Fehler gefunden zu haben, ziehen die Mechaniker wieder ab. Zurück bleibt ein Spuk, der bald Menschenleben fordern wird.

Szenenfoto Das erste Opfer ist ein blinder Mann, der 79 Stockwerke abwärts stürzt, als hinter den sich öffnenden Lifttüren nur endlose dunkle Leere wartet. Einen noch grausameren Tod erleidet in der Nacht ein Wachmann, der, in den Flurtüren hilflos eingeklemmt, vom sich langsam senkenden Lift geköpft wird. Vom diabolischen Eigenleben, das der hochmoderne Aufzug entwickelt hat, ahnt Manager Milligan nichts. Mc Bain (Dan Hedaya), der für die New Yorker Polizei die Vorfälle untersucht, glaubt an einen Eindringling, der - einem Phantom gleich - keine Spuren hinterlässt.

dass Aufzüge jährlich 1,8 Millionen Menschen festsetzen, sie kurzfristig zu Gefangenen machen, bestätigt statistisch Mc Bains These, dass es normal sei, wenn Technik verrückt spielt. Marks Anregung, einen aufwändigen Generalcheck durchzuführen, weist Milligan entnervt zurück, denn eine Woche Stillstand könne sich hier derzeit niemand leisten. So geht man zur Tagesordnung über, während Mark die herumschnüffelnde Journalistin Jennifer mit der Antwort der Lift habe eben einen schlechten Tag gehabt in den Abend entlässt.

Szenenfoto Seine flapsigen Kommentare finden sich am nächsten Morgen unter der Schlagzeile "Aufzug aus der Hölle" in Jennifers Artikel wieder und treiben Zorn ins Gesicht von Marks Chef (Ron Perlman), der nicht viel von solcher Werbung hält. Nach dessen deutlicher Warnung wird Mark einem anderen Kollegen als Partner zugeteilt, während sich die unheimliche Todesserie fortsetzt. Das Straßenrennen zweier junger Skater endet für einen unter brutaler Gewalt tödlich. Er wird in der Tiefgarage des Wolkenkratzers bei gespenstisch weißem Licht erst in das Innere des geöffneten Lifts gesaugt, um kurz darauf auf der Aussichtsplattform durch Sicherheitsglas ausgespuckt und wieder in die Tiefe geschleudert zu werden. Der Skater landet zerschmettert vor den Füßen seines entsetzten Freundes.

Szenenfoto Obwohl die Horrormeldungen sich über alle Medien verbreiten und potenzielle Büromieter abschrecken, überdenkt Milligan seine passive Haltung nicht. Ungehindert kann so auch ein kleines Mädchen über einsame Flure schleichen, bis es vor den Lifttüren steht, die sich spielerisch öffnen und schließen. Mary Jane kann ihrer Neugier nicht widerstehen, will den merkwürdigen Zauber aus nächster Nähe sehen.

Als ihre Kindergärtnerin sie schließlich erstarrt vor den Türen findet, ist ihre Puppe zerquetscht. Milligan, der gerade mit japanischen Kunden den Lift betreten wollte, ist überzeugt, besser die Treppe zu nehmen.

Währenddessen lässt Mark die nicht abreißende Kette schrecklicher Todesfälle keine Ruhe. Einen ersten Beweis für übernatürliche Vorgänge liefert Jennifer, die nachts mit einem Videoband vor seiner Türe steht. Geschockt sehen sie die Todesminuten des Skaters und den mitgelaufenen Timecode, der Unglaubliches enthüllt. Statt der üblichen 42 benötigte der Lift nur 1,8 Sekunden bis ganz nach oben, von den mysteriösen Todesumständen des Jungen ganz zu schweigen. Entschlossen der Sache nun auf den Grund zu gehen, suchen die beiden Jeffrey auf, der mitten in der Nacht in seinen Wagen steigt. Von den dubiosen Theorien der beiden nichts wissen wollend, fährt er mürrisch davon. Mark und Jennifer brechen daraufhin in die Zeitungsredaktion auf und machen eine erstaunliche Entdeckung.

Szenenfoto Steinberg (Michael Ironside), der für Meteor Elevators das elektronische Innenleben der Fahrstühle entwarf, experimentierte vor Jahren für die Armee mit Biochips, mit lebenden Zellen, die man den Gehirnen von Delphinen entnommen hatte. Nach seiner Entlassung setzte der Wissenschaftler die illegalen Experimente fort und produzierte einen bio-mechanischen Organismus, der außer Kontrolle geriet. Gegner, die ihn zu stoppen versuchten, hatte Steinberg viele - den letzten findet man am nächsten Morgen erhängt im Schacht.

Es ist Jeffrey, der auf eigene Faust dem Grauen ein Ende machen wollte, aber nun von der Polizei als Saboteur und Mörder gebrandmarkt wird. Angewidert von der Vertuschungspolitik der Behörden, suchen Mark und Jennifer die Witwe von Jeffreys Ex-Kollegen auf. Sie treffen auf eine verwirrte Frau, die von einer ruhelosen Seele murmelt und erzählt, dass auch ihr Mann im Lift und nicht im East River starb. "Es wird noch viel schlimmer kommen" warnt sie prophetisch, und der nächste Morgen wird dem dubiosen Orakel Recht geben.

Szenenfoto Haltlos rast der voll besetzte Lift nach oben, öffnet seinen Boden, lässt seine menschliche Fracht in die Tiefe stürzen und bohrt sich schließlich in die Gebäudespitze. Während das FBI den Schauplatz des Schreckens sofort hermetisch abriegelt, schmuggelt sich Mark in das Gebäude, um das bio-mechanische Monstrum an seiner verborgenen, verwundbaren Stelle zu treffen. Zug um Zug dringt er tiefer in den Aufzugsschacht vor, bis sich ihm eine Kreatur zeigt, die kein Mensch zuvor gesehen hat ...

Dirk Jasper FilmLexikon
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