Der Stellvertreter
• Inhalt • Cast & Crew • Filmkritiken • Oscar ® • Bemerkungen • Interview mit Ulrich Tukur • Mathieu Kassovitz • Ulrich Mühe • Constantin Costa Gavras • Filmplakat im Großformat
Filmplakat
Filmplakat Titel Deutschland: Der Stellvertreter
Titel Frankreich: Amen
Genre: Drama
Farbe, Frankreich, Deutschland, 2002

Kino Deutschland: 2002-05-30
Laufzeit Kino: 130 Minuten
Kinoverleih D: Concorde

DVD Deutschland: 2002-12-05
Video Deutschland: 2002-12-05
Laufzeit DVD/Video: 126 Minuten


Szenenfoto Die Nazi-Maschinerie. Der diplomatische Apparat von Vatikan und Alliierten. Zwei Männer bekämpfen die Systeme. Von innen, unter Einsatz des eigenen Lebens. In Deutschland Kurt Gerstein: Obwohl er Offizier der Waffen-SS ist, versucht er, die Alliierten, den Papst und die deutschen Kirchen auf die Verbrechen der Nationalsozialisten aufmerksam zu machen, versucht verzweifelt, sie zum Handeln, zumindest zu einer Stellungnahme zu bewegen.

In Italien ist es der junge Jesuit Riccardo, der die katholische Kirche zur Auflehnung motivieren will. Riccardo ist eine fiktive Figur, die all die Priester mit genug Mut und reinem Gewissen repräsentiert, die gegen die Schlächter ankämpften und dafür nicht selten mit dem Leben bezahlten. Diese zahllosen Priester, manche öffentlich, andere anonym, konnten sich nicht mit dem Schweigen ihrer Hierarchien abfinden. Wann ist der Moment im Leben eines Menschen erreicht, in dem Gemeinwohl und Ethik vor den Selbstschutz gestellt werden? Kurt Gerstein wusste es und wollte es der Welt mitteilen.


SzenenfotoDarsteller: Ulrich Tukur (Kurt Gerstein), Mathieu Kassovitz (Riccardo Fontana), Ulrich Mühe (Der Doktor), Michel Duchaussoy (Der Kardinal), Ion Caramitru (Graf Fontana), Marcel Iures (Der Papst), Friedrich von Thun (Gersteins Vater), Antje Schmidt (Frau Gerstein), Hanns Zischler (Grawitz), Sebastian Koch (Höss)

Regie: Constantin Costa-Gavras

Stab: • Produzenten: Claude Berri • Drehbuch: Constantin Costa-Gavras, Jean-Claude Grumberg • Vorlage: basierend auf dem gleichnamigen Stück von Rolf Hochhuth • Filmmusik: Armand Amar • Kamera: Patrick Blossier • Spezialeffekte: - • Ausstattung: Ari Hantke • Schnitt: Yannick Kergoat • Kostüme: Edith Vespérini • Make Up: - • Ton: - • Ton(effekt)schnitt: - • Stunts: - •


SzenenfotoFilmkritiken

Der Spiegel 2002-22: Beruht auf Rolf Hochhuths 1963 uraufgeführtem Theaterstück und rennt mit antiklerikalem Furor und über dreißig Jahren Verspätung offene Kirchentüren ein. Polit-Filmer Costa-Gavras inszeniert den Kampf einiger Aufrechter gegen die weit gehende Ignoranz des Vatikans angesichts der Judenverfolgung im Dritten Reich mit der etwas penetranten Selbstgewissheit, voll und ganz die gerechte Aufklärung fremder Schuld zu repräsentieren. Ulrich Tukur nimmt es als SS-Offizier, der nicht einfach zum Handlanger der Vernichtung werden will, in einer der wenigen ambivalenten Rollen des Films mutig mit der schematischen Vorlage auf. Doch es hilft nicht. Hochhuth kommt vor dem Fall.

film-dienst 2002-11: Das konventionell inszenierte, mit guten Darstellern besetzte Lehrstück setzt zum Teil andere Akzente als die Bühnenfassung und reduziert die Rolle des Papstes. Costa -Gavras geht es mehr um einen moralischen Appell, als um historische Genauigkeit, wodurch er die Chance verschenkt, die komplexen Charaktere und die politischen Konstellationen genauer zu durchleuchten.

Cinema 2002-06: Das subtile, beklemmende Spiel von Ulrich Tukur, Mathieu Kassovitz und Ulrich Mühe veredelt das Drama zu einem Meisterwerk. Die vatikanischen Würdenträger waren nach der Berlinale-Premiere denn auch demonstrativ empört - vordergründig ob des Plakatmotivs, auf dem Kruzifix und Hakenkreuz eine unheilige Allianz eingehen.

Kultur Spiegel 2002-06: Man möchte die redliche Absicht und die engagierten Mimen loben, aber Costa-Gavras' Umsetzung des Hochhuth-Dramas bietet lediglich Volksschul-Lektionen. Vorgeführt wird der Widerstand von gottesfürchtigen Gesinnungshelden aus besseren Kreisen gegen Nazi-Schergen und intrigante Pfaffen.

Volker Bleeck (TV-Spielfilm) 2002-12: Politische Anklage, die auch nach all den Jahren nicht an Brisanz verloren hat.


SzenenfotoBemerkungen


Dirk Jasper FilmLexikon
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