Deutschland, Dezember 1944. Col. William McNamara lebt seit Monaten in einem Gefangenenlager der Nazis. Dem unmenschlichen Regime des deutschen Kommandanten Werner Visser zum Trotz gelingt es dem Amerikaner, unter seinen gefangenen Landsleuten den Überlebenswillen, ja sogar so etwas wie Zuversicht aufrechtzuerhalten.
Als zwei schwarze Piloten in das Gefangenenlager überstellt werden, bricht offener Rassismus bei einigen der GIs aus. Tage später ist einer der beiden Flieger tot - die Schuld daran trägt Vic Bedford, der die beiden Schwarzen stets besonders stark attackiert hatte.
Der Mord bringt McNamara auf eine verwegene Idee. Zusammen mit 35 Männern plant er den Ausbruch. Doch es kann nur funktionieren, wenn der junge Lt. Thomas Hart, ein Jurastudent, seine Rolle in diesem Täuschungsmanöver spielt, dessen Regisseur McNamara ist. Das Problem dabei: Hart darf davon nichts wissen ...
Filmkritiken
Björn Ahrens (TV-Movie) 2002-12: In der Welle von Kriegsfilmen; die derzeit aus Hollywood über uns hereinbricht, wirkt "Das Tribunal" wohltuend altmodisch. Statt donnernder Action setzt Regisseur Gregory Hoblit auf die Faszination der ungewöhnlichen Story und sorgfältig gezeichneten Charaktere. Nur das allzu pathetische Ende trübt den Eindruck ein wenig.
Kultur Spiegel 2002-06: Nach einem rassistischen Vorfall in den eigenen Reihen stellen amerikanische Gefangene in einem deutschen Lager einen schwarzen Offizier vors Kriegsgericht. Die Frage, wie die U.S. Army im Zweiten Weltkrieg mit ihren schwarzen Soldaten umgegangen ist, geht dabei vorzeitig im genretypischen Heldengetümmel verloren.
Cinema 2002-06: Die Schlusspointe funktioniert wie ein Weckruf, mindert aber nicht den Eindruck, dass Gregory Hoblit einen lahmen Propagandafilm über die Rechtschaffenheit tapferer US-Boys gedreht hat. Amerikanische Moralsauce mit Nazi-Garnitur.
film-dienst 2002-11: Nur zu Beginn ein dichtes, durchaus differenziert angelegtes Drama, das den Rassismus im US-Militär anprangern will, dann aber zusehends zu einem vereinfachenden ideologischen Pamphlet.
Gernot Gricksch (TV-Today) 2002-12: Seltsamer Mix aus Militär-"Matlock", Patriotengesülze und verkniffenen Männerritualen.
D. Lackner (TV-Spielfilm) 2002-12: Ein hehres Anliegen, ertrinkt in einem Meer von Pathos.