Produktionsnotizen zu Das Haus am Meer

Regisseur Irwin Winkler träumte schon lange von einem Film, in dem ein Mann die hektische Tretmühle des Lebens im 21. Jahrhundert als Gefängnis empfindet und ausbricht, um endlich ein Leben nach seinem Herzen zu führen. Das war eine abstrakte Idee, doch als Winkler sie dem Drehbuchautor und Oscar-Anwärter Mark Andrus "Besser geht's nicht" erzählte, meinte Andrus: "Wie wäre es, wenn der Mann die Midlife-Krise durchlebt, sein Haus abreißt und ein neues baut?"

Die Metapher brachte die Idee auf den Punkt - sie passt wunderbar in eine Zeit, in der immer mehr Menschen ihre Häuser selbst abreißen, um neue zu errichten. "Aus der Hausbau-Idee entwickelte Mark die Story, wie jemand den Sinn seines Lebens neu definiert", sagt Irwin Winkler. "Im Zentrum steht ein durchaus angemessener Held: Der Mann hat nichts mehr zu verlieren, und deswegen findet er endlich den Mut, seinen kühnen Traum zu verwirklichen, für den er sich nie Zeit genommen hat. Damit mischt er auch das Leben der Menschen um sich herum kräftig auf."

Dabei bringt uns Andrus nicht nur die Technik des Hausbaus mit authentischen Details näher, er bevölkert die Geschichte auch mit vielen Figuren, die sich nach einem einfachen, unprätentiösen und menschlichen Leben sehnen, die Welt aber als das genaue Gegenteil erleben. Alle sind sie von George Monroe beeindruckt - wenn auch aus verschiedenen Gründen. "Das Skript besteht aus etlichen Liebesgeschichten", stellt Winkler fest. "Es geht um einen Mann, der vielen Menschen die Angst nimmt - sie finden den Mut, ihren Frust zu überwinden und eine wahre Liebesarbeit zu vollbringen."

Als Andrus sein fertiges Drehbuch ablieferte, überraschte vor allem sein Stil: ebenso rührend wie urkomisch, lebensbejahend trotz der Kette alltäglicher Absurditäten. Es geht um kaputte Familien, aber auch um Mutterwitz und Leidenschaft. "Das Drehbuch ist sehr clever, komisch, traurig, und es steckt gleichzeitig voller erstaunlicher Wendungen", kommentiert Winkler. "Mark hat ein untrügliches Gespür für menschliches Verhalten - da, wo es interessant, wahrhaftig, also kompliziert ist. Er kennt die Sehnsucht, den Verlust, ohne zu vergessen, dass Menschen sich nun mal sehr komisch verhalten. Humor spielt eine große Rolle im Drehbuch, und zwar jener Humor, über den man lacht, weil man sich selbst wiedererkennt."

Winklers erste Überlegung: Auf dem Hauptdarsteller liegt die Last und Verantwortung für eine äußerst nuancierte, im Grunde überlebensgroße Leistung - deswegen stand von Anfang an fest: Niemand außer Kevin Kline kann George Monroe spielen. Dazu der Regisseur: "Kevin ist die perfekte Besetzung, denn er kann sich verwandeln. Er entwickelt sich aus der völligen Ausweglosigkeit in einen derart lebenslustigen Menschen, dass man fast Angst bekommt. Egal, welchen Eindruck wir anfangs von George Monroe bekommen - Kevin sorgt dafür, dass wir mit ihm fiebern, ihm die Daumen drücken."

Und Produzent Rob Cowan fügt hinzu: "Wir wussten genau, dass Kevin Kline eine derart schwierige Figur mit all ihren Ecken und Kanten porträtieren kann, denn es gelingt ihm gleichzeitig, George äußerst sympathisch darzustellen."

Kline fühlte sich von den überraschenden Wendungen des Drehbuchs inspiriert, aber auch von der tiefen Menschlichkeit, die aus ihren Figuren spricht. "Ein wunderbar geschriebenes Skript. George Monroe versucht, seinem Leben eine sinnvolle Richtung zu geben; und ohne es zu wollen, löst er auch die ganz ähnlichen Probleme der anderen", sagt Kline. "Ein wesentlicher Aspekt der Geschichte lässt sich so beschreiben: George überwindet seine Lebensangst und findet den Mut zum Neuanfang."

Besonders gefiel Kline das Verhältnis zwischen George Monroe und seiner Ex-Frau, die Kristin Scott Thomas spielt - eine sehr subtile moderne Liebesgeschichte. "Diese Beziehung ist sehr echt gezeichnet", stellt er fest. "Beide haben viel einstecken müssen. Einst hatten sie sich gefunden, und jetzt entdecken sie einander wieder."

Um sich auf die Rolle vorzubereiten, machte Kline einen intensiven Kurzlehrgang als Zimmermann: Er hobelte und schmirgelte Holzplanken, lernte Balken zu verzapfen, Wände mit dem Vorschlaghammer einzureißen, tischlern, schweißen und den Umgang mit gefährlichen Motorwerkzeugen wie der Kettensäge. Der körperliche Einsatz machte ihm besonders viel Spaß, aber genauso begeistert stürzte er sich auf die sanfteren Aspekte wie die stille Kunst des Modellbaus, die ihm der Experte Nick Dorr beibrachte. "Modelle verlangen ungeteilte Aufmerksamkeit", gibt Kline zu. "Eine echte Geduldsprobe, aber die Mühe lohnt sich." Kline baute in seinem Wohnwagen selbst etliche Modelle.

Doch der wohl wichtigste Bauabschnitt in Georges neuem Leben ist die erneute Annäherung an seine Frau Robin (Kristin Scott Thomas). Sie hat ihn vor Jahren verlassen und alles erreicht, was man sich nur wünschen kann - sie ist schön, reich und Mutter dreier Kinder. Aber zufrieden ist sie trotzdem nicht. Das Glück findet sie, wo sie es am wenigsten vermutet: bei ihrem Ex-Mann, den sie verlassen hat, weil er sie durch seine Gefühlskälte und seinen mangelnden Ehrgeiz völlig frustrierte. Jetzt lernt sie ihn von einer ganz neuen Seite kennen.

"Mir gefallen die Menschen in diesem Film: Sie tun endlich das, was sie immer wieder aufgeschoben haben", sagt Scott Thomas. "Man braucht nur einen entscheidenden Impuls, um das umzusetzen, wovon man schon so lange geträumt hat - endlich ist die Chance da, der Seele so richtig Luft zu machen."

Tatsächlich konnte sich Kristin Scott Thomas selbst einen lang gehegten Wunsch erfüllen, nämlich mit Kevin Kline zu arbeiten. "Davon träume ich seit Jahren", gibt sie zu. "Und jetzt wird dieser Traum auf so wunderschöne Weise wahr. Kevin nimmt seine Arbeit ungeheuer ernst - er hat sich sehr intensiv mit Georges charakterlichen Abgründen auseinander gesetzt. Aber das bringt ihm in jeder Phase sehr viel Spaß."

Besonders interessierte sie sich für die schillernde Beziehung der beiden - eine typische Situation für geschiedene Paare, die weiterhin Freunde bleiben. "George behauptet, Robin habe sich verkauft: Sie lebt ein sinnloses Leben im Luxus, verleugnet die früheren Ideale. Robin ist dagegen der Meinung, dass George ausschließlich von Idealen träumt, aber nicht den Mumm aufbringt, sie auch zu leben. Als George tatsächlich anfängt, das Haus zu bauen, ist sie völlig perplex. Jetzt macht er plötzlich wahr, wovon sie beide immer geträumt haben." Zwar geht es in Mark Andrus' Skript um allgemein menschliche Fragen, doch Scott Thomas sah sich dadurch vor ein sehr konkretes Problem gestellt: Sie sollte eine typisch amerikanische Mutter verkörpern. "Der Film ist irgendwie unglaublich amerikanisch", findet sie. "Aber gleichzeitig kann jeder etwas mit dem Thema anfangen: Wie baue ich mir meine Existenz auf?" Für die Filmemacher hat sich die Arbeit mit der Schauspielerin voll ausgezahlt. Produzent Rob Cowan schwärmt: "Kristin ist so charmant und liebenswürdig, dass ihre Warmherzigkeit den ganzen Film durchdringt."

Zwischen George und Robin steht ihr gemeinsamer Sohn Sam - er pubertiert heftig, steht auf Piercing und trägt mehr Augen-Make-up als seine Mutter. "Er bereitet Robin schlaflose Nächte", gibt Kristin Scott Thomas zu. "Aber wen wundert's? Immerhin stammt er aus einer Familie, in der es keine Vertrauensgrundlage mehr gibt - es herrscht ein nerviger, zickiger Ton. Zumindest hat es anfangs den Anschein."

Sam wird gespielt von Nachwuchsstar Hayden Christensen, der Schlagzeilen machte, als George Lucas ihm die Rolle des jugendlichen Darth Vader im aktuellen Star Wars: Episode: 2 - Angriff der Klonkrieger anvertraute. Für die Rolle des Sam sprachen neben Christensen auch viele andere junge Schauspieler vor, doch die Filmemacher begeisterten sich für seinen zwischen Rebellion und Angst schwankenden Ausdruck, der an James Dean erinnert. "Er hat uns schwer beeindruckt", erinnert sich Irwin Winkler. "Als er eine Szene mit Kevin spielte, schaute Kevin ständig zu mir herüber, als ob er sagen wollte: ,Der Kleine hat echt was drauf.' Und damit hatte er natürlich völlig Recht. Hayden hat eine erstaunliche Ausstrahlung - ihm gelingt einfach alles."

Christensen bereitete sich intensiv auf "eine sehr komplexe Figur vor. Als wir Sam kennen lernen, steckt er in einer tiefen Krise, denn er empfindet sein Leben als sinnlos - niemand geht auf ihn ein. Er ist völlig durcheinander, spürt eine tierische Wut im Bauch. Doch dann erlebt er, wie sein Vater das Haus niederreißt - und damit auch all die alten Erinnerungen. Und entsprechend beginnt Sam seinen eigenen verkorksten Lebensstil zu überdenken."

Durch den Hausbau lernt Sam auch Georges junge Nachbarin Alyssa näher kennen und ist sehr überrascht. "Mir gefällt, dass Sam und Alyssa nicht im üblichen Sinne befreundet sind und miteinander gehen - er stellt sich sehr schüchtern und tollpatschig an. Das ist originell", sagt Christensen. "Genau darum gefällt mir der Film so sehr. Die Empfindungen der Figuren erscheinen zunächst ungewöhnlich, aber es steckt viel Wahrheit darin. Manchmal wirken sie komisch, manchmal traurig, aber immer packen sie uns als sehr wahrhaftig - denn so sind Menschen nun mal."

Erst Alyssa Beck gelingt es, Sam aus seinem Kokon zu befreien: Gespielt wird sie von der begabten jungen Schauspielerin Jena Malone, der am Drehbuch vor allem die voll ausgespielte bizarre Komik gefällt. "Ich mag schwarzen Humor, wenn er mit Realismus gepaart ist", sagt sie. "Und das trifft auf die Beziehungen im Film zu - sie entwickeln sich wirklich ungewöhnlich und originell. Ist doch eine tolle Idee: Da leben die Nachbarn schon so lange nebeneinander, ohne sich wirklich zu kennen. Plötzlich erfahren sie erstaunliche Dinge von sich."

Jena Malone freute sich, die Alyssa zu spielen, die gern ein unschuldiges Lächeln zur Schau trägt, aber auch frühreif und sehr dominant auftreten kann: "Alyssa steht an der Schwelle zum Erwachsenwerden - daraus macht sie ein Spiel. Sie probiert aus, wie weit sie gehen kann - und zwar bei Sam und auch bei George. Aber im Grunde lernt sie einfach, ihrem Instinkt zu trauen - und darum geht es eigentlich im ganzen Film."

Kevin Kline zeigt sich besonders von der naturalistischen Darstellung seiner jugendlichen Partner beeindruckt. "Hayden und Jena sind beide erstaunlich talentierte Schauspieler", sagt er. Oscar-Preisträgerin Mary Steenburgen sorgt im Darsteller-Ensemble für einen Hauch liebevoller Zärtlichkeit: Sie spielt Georges Nachbarin - eine alleinerziehende Mutter, mit der er einst ausgegangen ist, sich dann aber wieder von ihr zurückzog. Die Rolle war ganz nach Steenburgens Geschmack: "Als ich das Skript las, war meine Reaktion: Es lohnt immer, sich im Leben und in der Liebe ernsthaft Mühe zu geben. Eine wunderschöne Geschichte über die Sinnsuche in unserem Dasein."

Auch Mary Steenburgen als Coleen spürt plötzlich, wie ihr Leben auf den Kopf gestellt wird, als George sein neues Haus baut - und zwar auf ganz unerwartete Weise. "Coleen sehnt sich nach Liebe, aber sie sucht an der falschen Stelle", lacht Steenburgen. "Sie hat ihre Schwächen, aber mir gefällt, wie sie in jeder Situation sehr menschlich reagiert."

Steenburgen schätzt an Coleen und den übrigen Figuren in Das Haus am Meer vor allem, dass sie alle das Konzept der "idealen amerikanischen Familie" hinterfragen: "Meiner Meinung nach messen wir uns an einem hehren Familienideal, das es faktisch überhaupt nicht gibt. Hier erleben wir Menschen, die mit ihrem Leben nicht zurechtkommen, aber sie stellen sich ihren Nöten und ihrer Einsamkeit, sie finden die wahre Liebe. Eine solche Story könnte man sehr sentimental aufziehen - doch hier wird sie mit respektlosem Humor angepackt. Genauso wie im richtigen Leben."

Ergänzt wird die Besetzung durch fähige Nebendarsteller wie Sam Robards, Barry Primus und Margo Winkler als George Monroes neugierige Nachbarn; Jamey Sheridan als Robins zweiter Mann sowie Scotty Leavenworth und Mike Weinberg als ihre Söhne; Ian Somerhalder als Sams straffälliger Schulfreund; Scott Bakula als sympathischer Polizist und John Pankow als George Monroes kaltherziger Chef im Architekturbüro, der Georges Kehrtwende mit auslöst.

Das Haus am Meer beleuchtet zwar einige problematische Aspekte des American Way of Life, doch die Handlung spielt in einer fast märchenhaften Umgebung - auf der Steilküste hoch über der Brandung des Pazifiks. Hier hat sich George Monroe jahrelang in seiner verkommenen Bruchbude verkrochen, hier wagt er schließlich den großen Sprung und baut sein Traumhaus.

Kevin Kline hält die überwältigende natürliche Schönheit des Schauplatzes für den Auslöser zu Georges Neuanfang: "George lebt in einer so atemberaubenden Landschaft, dass man es fast nicht ertragen kann - jeden Tag die Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge, der Seenebel, der vom Meer hereinkommt und wieder verschwindet, die Brandung unten am Kliff. Das alles ist wunderschön, aber er nimmt es einfach als gegeben hin - bis er eines Tages aufwacht."

Produzent Rob Cowan drückt es so aus: "Wir wollten an einem Schauplatz drehen, der die Frage aufwirft: Wie kann in einem solchen Viertel überhaupt jemals etwas schief gehen? Palmen, der Ozean, die Sonne ? aber das ist eben nicht die ganze Geschichte. Tief im Innern brauchen auch diese Menschen jemanden, der sie wachrüttelt."

Hauptsächlich entstand der Film an der Südküste der Palos-Verdes-Halbinsel, einem Küstenvorort im südlichen California, der bekannt ist für seinen spektakulären Seeblick und die hübschen Häuser der oberen Mittelklasse. Irwin Winkler, Produzent Rob Cowan und Produktionsdesigner Dennis Washington trauten ihren Augen nicht, als sie auf Motivsuche die Küste mit dem Helikopter abflogen: Mitten in einem teuren Wohnviertel entdeckten sie eine unbebaute Felsnase. Das ausgedehnte Gelände wird Long Point genannt. Früher befand sich dort das Marineland Aquarium - ein 1300 Meter langer Küstenstreifen mit atemberaubendem Meerblick. dass wir diesen Schauplatz mit der unglaublichen Aussicht gefunden haben, war riesiges Glück", sagt Cowan. "Denn man kann sich sehr gut vorstellen, wie hier ein Mann seinen Traum verwirklicht und etwas Bleibendes schafft, um Wind und Wetter zu trotzen."

Das Filmteam baute hier zunächst Kevin Kline heruntergekommene Hütte - anschließend entstanden für die Kamera die verschiedenen Stadien des Abrisses und der Bau des architektonisch durchgeplanten, lichtdurchfluteten neuen Hauses. Produktionsdesigner Dennis Washington verwendete dabei sogar ein bereits existierendes Haus, denn er wollte George Monroes Projekt so wirklichkeitsnah wie nur möglich gestalten. Drumherum baute Washington die Fassaden zahlreicher Nachbarhäuser, die den Wendehammer der Zufahrtstraße und Georges Grundstück umgeben.

"So wie sich Georges Haus äußerlich verändert, verändert er sich innerlich", stellt Rob Cowan fest. "Am Anfang mag sich niemand in dem verwahrlosten Schuppen wohl fühlen. Aber sobald George mit seinen Freunden das neue Haus baut, wird es von Wärme und Licht erfüllt - man spürt, dass hier etwas Dauerhaftes entsteht. Dank Dennis Washington können wir dieses wunderbare Design ins Zentrum unserer Geschichte stellen."

Die Filmemacher hatten Glück: Washington studierte Architektur, bevor er Ausstatter wurde - die Pläne für Georges neues Haus stammen von ihm selbst. "Seine Entwürfe sind sehr kreativ", sagt Irwin Winkler. "Gleich zu Anfang beschlossen wir, dass George kein abgehobenes Traumschloss bauen sollte, sondern ein Haus, bei dem der praktische Wohnkomfort im Vordergrund steht; gebaut wird es aus den natürlichen Materialien der Umgebung. Mit diesen Vorgaben legte Dennis los."

Washington fügt hinzu: "Ich wollte ein Haus bauen, wie es ein Mann wie George entwerfen würde - es soll seinen Charme und seine handwerklichen Fähigkeiten ausdrücken. Mit seinem eleganten Realismus hebt es sich von allen Häusern der Umgebung ab."

Der Großteil der Dreharbeiten fand zwar in Palos Verdes statt, aber das Produktionsteam filmte auch in benachbarten Buchten und an weiteren Schauplätzen in Los Angeles. Das Innere von Mary Steenburgens Haus befand sich in Long Beach. Die Schulszenen mit Hayden Christensen und Jena Malone entstanden am Crestmont College der Heilsarmee in Palos Verdes. Kristin Scott Thomas' prächtiges Haus steht oberhalb vom Zuma Beach in Malibu. "Bei der Wahl und Ausstattung der Häuser bezog sich Dennis jeweils auf den Charakter seiner Bewohner", berichtet Rob Cowan. Der Schauplatz an der Steilküste beschert dem Film zwar atemberaubende Panoramen, doch gleichzeitig sorgten unvorhersehbare Wetterverhältnisse oft für unangenehme Arbeitsbedingungen. "Wir mußsten uns darauf einstellen, dass sich das Wetter alle fünf Minuten ändert", erzählt Kristin Scott Thomas.

Vor allem das Wasser erwies sich als gefährlich kalt, wie Kevin Kline herausfand, als er darauf bestand, seine Stunts selbst auszuführen. "Als Kevin vom Kliff in die Tiefe springt und dann durch die Brandung watet, konnte er nur ein kleine Gummihose als Kälteschutz tragen, weil er in der Szene ja eine Badehose anhat. Es war reichlich kalt, und wir sorgten uns um seine Gesundheit", erinnert sich Irwin Winkler. "Aber wir haben genau im richtigen Moment gedreht; das Licht entwickelte sich prachtvoll, und die Wogen wirkten sehr dramatisch. Kevin ließ es sich nicht nehmen, die Einstellung drei- oder viermal zu wiederholen, bis wir sie im Kasten hatten - das zeigt, was für ein kompromissloser Schauspieler er ist."

Kameramann und Oscar-Preisträger Vilmos Zsigmond verleiht dem beeindruckenden Ambiente des Schauplatzes mit seinem bewährten Know-how eine unverwechselbare visuelle Atmosphäre. "Seit 20 Jahren möchte ich mit Vilmos arbeiten, aber er hatte nie Zeit", sagt Irwin Winkler. "Noch nie hatte ich es mit jemandem zu tun, der vor schöpferischen Ideen nur so sprudelt. Ohne ihn wäre dieser Film für mich undenkbar."

Und Rob Cowan fügt hinzu: "Vilmos persönliche Handschrift verleiht dem Film überwältigende Bilder, die er manchmal ironisch bricht und die uns immer mitreißen. Irwin, Kevin und Vilmos gemeinsam am Set zu erleben erscheint mir wie ein überraschend choreographierter Tanz: Einer äußert eine Idee, der nächste spinnt sie weiter. Ihr Teamwork läuft wie am Schnürchen." Zsigmond freut sich ebenso über das gelungene Ergebnis: "Bei der Planung haben mir die vielen vorhersehbaren Probleme Sorgen gemacht, aber allein schon diese Schönheit auf Celluloid festzuhalten hat den Aufwand gelohnt."

Kevin Kline Kommentar: "Vilmos hat das Licht am Pazifik in vollkommenen Bildern eingefangen - diese Atmosphäre birgt ihre ganz eigenen Geheimnisse und Gefahren, aber sie steht auch für Schönheit und Ausgeglichenheit."

Dirk Jasper FilmLexikon
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