Produktionsnotizen zu Arac Attack - Angriff der achtbeinigen Monster

Drei Filmemacher haben dieselbe verrückte Idee

Die Filmemacher Roland Emmerich und Dean Devlin lernten sich vor zehn Jahren bei den Dreharbeiten zu "Moon 44" in Deutschland kennen - Emmerich führte Regie, Devlin spielte die Hauptrolle. Emmerich war von Devlins Improvisationstalent bei der Arbeit an den Dialogen schwer beeindruckt und engagierte ihn als Co-Autor für das Drehbuch zu seinem nächsten Film, dem Science-Fiction-Action-Abenteuer "Universal Soldier". So entstand eine langjährige kreative Partnerschaft. Die beiden drehten mit ihrer Produktionsfirma Centropolis später auch "Stargate", "Independence Day", "Godzilla" und "Der Patriot" - Emmerich inszenierte, Devlin übernahm die Produktion. Und mit Ausnahme von "Der Patriot" erscheinen immer beide als Drehbuchautoren im Vorspann.


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Als begeisterte Kinofans sprachen sie oft über ihre Lieblingsfilme. Beide schätzen besonders die billig produzierten B-Film-Thriller der 50er- und frühen 60er-Jahre, zum Beispiel Formicula" und "Tarantula", deren nachhaltige Popularität Kultstatus erreichte - sie bilden heute ein ganz spezifisches eigenes Genre. Devlin erinnert sich: "Wir überlegten, wie man von diesen Filmen erfolgreiche Remakes machen könnte - die visuellen Effekte wären durch die heute zur Verfügung stehende Technik viel überzeugender, der Aufwand größer, die Storys der heutigen Zeit angepasst, aber der Charme und Humor der Originale, der sie von den übrigen Filmen ihrer Zeit unterschied, müsste natürlich erhalten bleiben."

Egal wie ausgeklügelt und überzeugend die Special Effects auch ausfallen mögen - Remakes "dürfen sich auf keinen Fall zu ernst nehmen oder ihre Vorbilder verleugnen", fügt Emmerich hinzu.

Zu der Zeit hatten die beiden noch nichts von dem neuseeländischen Regisseur Ellory Elkayem gehört. Er hatte gerade seine eigene Hommage an das Genre geschrieben, inszeniert und produziert: Sein 13-minütiger Schwarzweißfilm "Larger Than Life" zeigt eine kleine Spinne, die durch eine giftige Substanz zum Riesenmonster mutiert und einer Frau in ihrem Haus Höllenangst einjagt. Das Publikum auf Festivals rund um die Welt reagierte begeistert, und der Streifen brachte der New Zealand Film Commission schließlich die für einen Kurzfilm beachtliche Summe von 50.000 Dollar ein.

Nachdem "Larger Than Life" 1998 auf dem Filmfestival in Telluride/Colorado gelaufen war, arrangierte Executive Producer Peter Winther eine Vorführung für Emmerich und Devlin. "Ellorys Kurzfilm entsprach genau den von uns entwickelten Vorgaben", sagt Devlin. "Zum Schreien komisch, gut gemacht und mit sehr persönlicher Handschrift. Wir merkten sofort, dass sich hier die Gelegenheit bot, auf die wir gewartet hatten - mit Ellory konnten wir das von uns verehrte Genre aus dem Winterschlaf holen."

Die drei setzten sich zusammen, um die Möglichkeiten einer abendfüllenden Fassung des Spinnenkurzfilms zu diskutieren - nicht nur eine Spinne sollte im Mittelpunkt stehen, sondern Tausende. Emmerich und Devlin überließen Elkayem die Regie. Dazu Devlin: "Wir wollten ihn seine eigene Vision umsetzen lassen - im Kurzfilm ist ihm das wirklich überzeugend gelungen. Der Maßstab ist jetzt natürlich größer, Ellory kann über die Ressourcen eines großen Produktionsstabs verfügen, auf unsere Erfahrungen als Filmemacher zurückgreifen und die denkbar besten Effekte einplanen. Anders gesagt: Wir bauen einen Porsche-Motor in einen Volkswagen ein und schauen mal, was passiert."

Bruce Berman, Vorsitzender und Leiter von Village Roadshow Pictures, hat unter anderem "The Matrix", "Training Day" und "Ocean's 11" auf die Leinwand gebracht. Als Fan der Genre-Filme fand er dieses Konzept einfach unwiderstehlich, zumal er es in den Händen kompetenter Filmemacher wusste. Er empfahl dem Chef der weltweiten Filmproduktion bei Warner Bros. Pictures, Lorenzo di Bonaventura, das Projekt als Joint Venture in Angriff zu nehmen. "Sowohl Village Roadshow als auch Warner Bros. Pictures suchten schon längere Zeit nach einem geeigneten Projekt für diese Filmemacher, weil sie inzwischen zu den Besten der Branche zählen", sagt Berman. "In diesem speziellen Fall konnten wir uns auf ihr Know-how in Bezug auf Special Effects voll und ganz verlassen."

Elkayem arbeitete zusammen mit Randy Kornfield sofort einen Drehbuchentwurf aus, später stieß auch Autor Jesse Alexander hinzu. Gemeinsam verfassten sie das Drehbuch zu Arac Attack - Angriff der achtbeinigen Monster - immer unter Elkayems Motto: "Spannung, Grusel, Spaß - und zwar alles gleichzeitig."

"Die Kunst besteht darin, den Film stilistisch immer im Griff zu behalten, nicht zu sehr zu übertreiben, ihm einen eigenen Maßstab zuzugestehen", bemerkt Berman. "Wir wollen natürlich den Science-Fiction-Filmen Tribut zollen, mit denen die meisten von uns aufgewachsen sind, doch gleichzeitig soll er auch eine Generation ansprechen, die jene Filme vielleicht nie gesehen hat und das Genre zum ersten Mal erlebt."

Elkayem und Alexander entwickelten eine ganz eigene Arbeitsmethode, von der die Autoren der 50er-Jahre nur in ihren SF-Visionen träumen konnten: Per E-Mail schickten sie sich gegenseitig ihre überarbeiteten Fassungen zu. "Die Methode erwies sich als sehr effektiv", erklärt Elkayem. "Unsere Änderungen schrieben wir in verschiedenen Farben, damit man sie sofort erkennen konnte. Wir konnten Abschnitte durchstreichen, ohne sie zu löschen, um notfalls später auf sie zurückzugreifen. Dadurch brauchten wir uns nicht ständig zu treffen, und wir mußsten auch nicht unbedingt gleichzeitig arbeiten."

Einig waren sich alle Beteiligten über ihre Abneigung gegen Spinnen - allerdings unterscheiden sich die Theorien darüber, warum diese relativ harmlosen Tiere bei normalen Menschen derartige Ängste auslösen - selbst wenn sie nicht durch Umweltverseuchung mutiert sind. "Ich glaube, es liegt vor allem an den Beinen", sagt Elkayem mit einem boshaften Grinsen. "Wie sie sich auf diesen acht Beinen bewegen, ist einfach ekelhaft, unvorhersehbar und überraschend. Man weiß nie, wann und wo sie auftauchen, manchmal gar von der Decke herab, in der Kleidung, im Schuh. Man merkt überhaupt nicht, dass sie da sind - bis man sie zufällig im Augenwinkel wahrnimmt und einen Riesenschreck bekommt. Sofort fragt man sich, ob da irgendwo noch andere lauern, die man noch nicht entdeckt hat. Wo stecken die?!!"

Devlin vertritt die Ansicht, dass die Furcht vor Spinnen (Arachnophobie) als Urangst auf unsere ältesten Vorfahren zurückgeht. Unterstützt wird diese These von einem Mitarbeiter, der kürzlich bei Dreharbeiten mit Schimpansen zu tun hatte: Jedesmal wenn die Schimpansen Spinnen entdeckten, wurden sie sichtbar unruhig. Von sich selbst sagt der Produzent ganz offen: "Ich kann die Viecher nicht ausstehen. Ich finde sie ekelhaft. Mir läuft's jedesmal kalt den Rücken runter!"

Doch die überzeugendsten Argumente zur Panikmache liefert Roland Emmerich, der nur einige Monate vor Produktionsbeginn im Urlaub eine reichlich unheimliche Begegnung hatte. "Ich schaute mir die Maya-Ruinen in Mexiko an", berichtet er. "Das kleine Hotel befand sich ganz in der Nähe im Dschungel. Eines Morgens zog ich meine Hosen an und schob dabei etwas Pelziges aus dem Hosenbein. Ich kapierte erst, was los war, als das Ding sich aufrappelte und weglief - es war eine Tarantel!"

Wenn wir auf der Leinwand erleben, wie drei Meter große Taranteln durch die Gegend stampfen und gewaltige Spinnen sich von Hochhäusern abseilen, soll die Angst dabei aber nicht überhand nehmen - sie wird ständig durch komische Szenen relativiert. "Lachen löst die Spannung", sagt Elkayem. "denn es kann sehr anstrengend sein, wenn man sich pausenlos gruselt." Trotzdem gibt er zu: "Viele Zuschauer werden es zumindest zeitweilig nicht ertragen, auf die Leinwand zu schauen. Und falls sie es trotzdem tun, nehmen wir das als Kompliment."

Die Zweibeiner werden besetzt

Laut Produzent Devlin nützen auch die spektakulärsten Trickeffekte überhaupt nichts, "wenn die Zuschauer nicht mit den menschlichen Helden mitfiebern. Wir haben deshalb die Hauptfiguren unserer Geschichte sehr sorgfältig entwickelt, wir zeigen sie als Menschen mit all ihren Eigenheiten. Sie geraten in eine absolut nachvollziehbare lebensgefährliche Situation, in der sie keine Hilfe von außen erwarten können."

Die Filmemacher warteten also mit der Besetzung, bis die Story fertig war. Sie spielt in einem abgelegenen Städtchen und einem Bergwerk, in dessen verlassenen Stollen riesige Spinnen sich leicht verstecken und vermehren könnten. Emmerich behält dabei immer im Auge, dass der Humor viel zum Charme dieses Genres beiträgt - auch dieser Umstand hat ihn bei der Besetzung der Rollen beeinflusst: "Wenn ich Schauspieler engagiere, die sich im komischen Fach bewährt haben, beeinflusst das in jedem Fall ihre Darstellung. Selbst wenn sie ganz normale Dialoge sprechen (und das ist meistens der Fall), lassen die Akteure ihren subtilen Humor einfließen - allein dadurch, wie sie die Sätze sagen oder wie sie reagieren."

Als David Arquette das Skript zu Arac Attack - Angriff der achtbeinigen Monster gelesen und Ellory Elkayems Kurzfilm gesehen hatte, bemühte er sich sehr um die Schlüsselrolle des Chris McCormick, der in dieser Stadt aufgewachsen ist und jetzt zurückkehrt, weil sein Vater, der Minenbesitzer, gestorben ist. Chris ist ein ruhiger und zurückhaltender Typ - in Gegenwart seiner Ex-Freundin Samantha wirkt er sogar schüchtern. Sam hat inzwischen das Amt des Sheriffs übernommen. Erst als die Hölle losbricht, kann Chris seinen Mut beweisen.

"David wirkt vor der Kamera absolut natürlich", sagt Elkayem über den wandlungsfähigen Star. "Man merkt überhaupt nicht, dass er spielt - er geht völlig in seiner Rolle auf." Als der anfangs sehr bedächtige Chris ist Arquette die perfekte Besetzung. Er beschreibt seinen Part so: "Chris ist gerade nach zehn Jahren wieder in seine Heimatstadt zurückgekehrt. Er mußs sich mit dem Tod seines Vaters auseinandersetzen und die schwere Entscheidung treffen, ob er das alte Bergwerk verkaufen soll. Er begegnet der Frau, die er einst geliebt und dann verloren hat. Irgendwie steht er neben sich, er hat seine Gefühle nicht im Griff."

Doch als die Stadt von der Invasion der Riesenspinnen bedroht wird, findet Chris zu seiner Selbstsicherheit zurück, und entsprechend legt Arquette einen anderen Gang ein. Devlin vergleicht Arquette mit dem Stummfilmkomiker Harold Lloyd, wenn er sagt: "David beherrscht neben seinem erstaunlichen komödiantischen Talent die gesamte Bandbreite eines gut ausgebildeten Schauspielers. Berühmt wurde er mit seinen komischen Rollen, doch inzwischen hat er sich auch in dramatischen Filmen bewährt. All das kommt jetzt in Chris McCormick zusammen - er spielt eine traditionelle Hauptrolle in einer äußerst unkonventionellen Story."

Kari Wuhrer ist als die alleinerziehende Mutter Samantha "Sam" Parker zu sehen, die das Amt des Sheriffs übernommen hat. Auch ihre Rolle sprengt die Tradition. Denn jene Filme, die das Vorbild zu "Arac Attack" liefern, zeichneten sich nicht gerade durch starke Frauenrollen aus. Die Schauspielerinnen in "Formicula", "Tarantula", "The Black Scorpion" etc. durften nicht viel mehr als kreischen, fliehen und in Ohnmacht fallen. "Als wir unseren Film konzipierten, wollten wir die alten Filme nicht imitieren, sondern ihnen durch eine Übersetzung in die Gegenwart unsere Reverenz erweisen", sagt Devlin. "Unser zeitgemäßer Ansatz stärkt auch die weibliche Hauptfigur, die sich nicht zuletzt in den Action-Sequenzen unerschrocken und überzeugend bewährt."

"Kari weiß sich in den Actionszenen absolut kompetent zu behaupten", fügt Elkayem hinzu. "Gleichzeitig überzeugt sie uns aber auch als Mutter, als Sheriff mit gutem Draht zu den Bürgern der Stadt und nicht zuletzt als Frau, die einer großen Liebe nachtrauert." Der Umgang mit Waffen und die Vertilgung von Ungeziefermonstern ist für Wuhrer eine leichte Übung - zumindest was die Waffen angeht. Weil ihr Vater Polizist ist, kennt sie sich mit Schießeisen bestens aus. Erfahrung mit Action-Szenen bringt sie aus Filmen wie "Anaconda" mit. "Handfeste Action beim Drehen bringt immer Spaß" sagt sie und gibt zu, dass sie sich gerade von solch komplizierten Aufgaben herausfordern lässt. "Wenn ich herumballern und Uniform tragen darf, fühle ich mich ganz wie zu Hause."

Dennoch entspricht Sam Parker durchaus nicht dem Klischee, und Wuhrer versteht die einschlägigen Versatzstücke zu vermeiden. "Sam ist nicht die Mama mit der Wumme im Anschlag", stellt sie klar. "Sam erzieht ihre Kinder allein. Sie nimmt ihr Amt als Sheriff ebenso ernst wie ihre Aufgaben als Mutter. Sie hat gelernt, Verantwortung zu tragen - für sich selbst, ihre Familie, ihre Gemeinde. Die Schwierigkeit besteht darin, dass sie sich seit langen Jahren ausschließlich um andere kümmert. Dabei kommt ihr eigenes Leben zu kurz. Und als sie Chris wiedertrifft, denkt sie darüber nach, ob in der Vergangenheit wirklich alles optimal gelaufen ist."

Scott Terra spielt Sheriff Parkers Sohn Mike - Devlin nennt ihn "eine große Entdeckung". Mike verkörpert die klassische Rolle, die in jedem Film dieses Genres vorkommt: Für sein Alter ist er überdurchschnittlich intelligent, er erkennt die Gefahr, aber die Erwachsenen nehmen ihn nicht ernst. Elkayem formuliert die typische Situation so: "Meist hat ein Kind den vollen Durchblick, aber niemand hört ihm zu - bis es zu spät ist."

"Als es brenzlig wird, absolviert Scott die reichlich technischen Dialoge mit den wissenschaftlichen Namen der Spinnen ganz bravourös", sagt Devlin. "In mancher Hinsicht spielt er eine Erwachsenenrolle, die er klug und humorvoll gestaltet. Er wirkt absolut überzeugend." Der Komiker/Schauspieler Doug E. Doug wurde als jamaikanischer Bobfahrer in "Cool Runnings" und mit seiner Rolle als Griffin in der beliebten Serie "Cosby" berühmt. Er übernimmt den Part des paranoiden Radiomoderators Harlan Griffith, der in seinem abgewrackten Wohnwagen am Rande der Stadt den Lokalsender betreibt und ständig über Regierungsverschwörungen und Invasionen aus dem All jammert. Die Stadtbewohner empfinden Harlans Tiraden als reine Unterhaltung. Als er plötzlich völlig hysterisch vor dem Angriff der Spinnengiganten warnt, nimmt ihn natürlich niemand ernst.

"Der Spaß an der Sache" war Dougs Hauptgrund für seine Mitwirkung: "Es gibt zwar ein paar wirklich haarsträubende Momente, aber sie werden durch den Humor mehr als ausgeglichen." Doug hat sich als Standup-Komiker einen Namen gemacht und war natürlich begeistert darüber, dass die Filmemacher ihm die Interpretation seiner Rolle selbst überließen. "Als Darsteller wünscht man sich immer, im Rahmen des Drehbuchs selbst Ideen einzubringen. Und Ellory hat als Regisseur Verständnis für dieses Bedürfnis."

Scarlett Johansson spielt Ashley Parker, Sams halbwüchsige Tochter. In einer ihrer Schlüsselszenen wird den Stadtbewohnern endlich klar, was ihnen bevorsteht: Ashley wird von einer spuckenden Riesenspinne in die Schlafzimmerecke gedrängt und mit Spinnfäden buchstäblich an die Wand geklebt. Vor normalen Spinnen im Alltag hat Johansson keine Angst, aber über ihre Dreherfahrungen sagt sie angewidert: "Derart vollgeschleimt zu werden war ekelhafter als alles, was ich je bei Filmarbeiten erlebt habe - kalt, schmierig und feucht."

Terra war als ihr jüngerer Bruder in der Szene dabei und kann das bestätigen: "Das Zeug war fürchterlich, setzte sich überall fest. An meinen Schuhen klebt es immer noch." Laut Devlin weiß Johansson die Ashley mit genau dem richtigen Maß Ernsthaftigkeit und Sympathie darzustellen. Diese Eigenschaften tragen entscheidend dazu bei, dass "uns das Herz wirklich bis zum Hals klopft, wenn sie in Gefahr gerät. Als Schauspielerin lotet Scarlett ihre Rolle ungeheuer tiefgründig aus - gleichzeitig erklärt sie sich aber auch jederzeit bereit, wahnwitzige Szenen mit den Spinnen zu spielen. Schauspielerinnen von ihrem Schlag gibt es nur sehr wenige."

Johansson hat mit Robert Redford in "Der Pferdeflüsterer" zusammengearbeitet. Sie zeigt sich beeindruckt von Elkayems, Emmerichs und Devlins reibungsloser Teamarbeit während des Drehs. "Alle waren sie am Set, und sie sprühten nur so vor Ideen für diese oder jene Szene", erzählt sie. "Manchmal wollten sie in drei ganz verschiedene Richtungen - aber erstaunlicherweise standen sie sich niemals im Weg."

Damit wir uns gruseln, machen die Trick-Gurus Überstunden

Jene Genre-Filme, die den Filmemachern hier als Vorbild dienten, sind gemeinhin bekannt für ihre technisch sehr bescheidenen Spezialeffekte - mit den heute möglichen, im Computer errechneten visuellen Effekten lassen sie sich kaum vergleichen. Devlin und Emmerich haben die Grenzen dieser Technik im letzten Jahrzehnt mit ihrer gemeinsamen Arbeit erheblich erweitert - umso mehr empfanden sie diese neue Aufgabe als verlockende Herausforderung. Ihnen war von vornherein klar, dass die Zuschauer vor allem die Spinnen als die wahren Stars in Arac Attack - Angriff der achtbeinigen Monster wahrnehmen werden, und so begannen sie mit den Vorarbeiten schon so früh wie möglich.

Karen Goulekas hat sich bereits bei der Überwachung der visuellen Effekte zu "Godzilla" bewährt. Sie wirkte an Filmerfolgen wie "True Lies", "Apollo 13", "Terminator 2 - Tag der Abrechnung" und übrigens auch an "Spider-Man" mit. Den British Academy Award (BAFTA) gewann sie mit "Das fünfte Element" und den Saturn Award für "Godzilla". Unterstützt wurde sie vom Effekte-Fachmann Thomas Dadras ("Starship Troopers", "Deep Blue Sea") und Effekte-Produzent Drew McKeen ("Armageddon", "End of Days"), die für die verblüffende Optik in Emmerichs "Der Patriot" verantwortlich waren. Gemeinsam leiteten sie ein Team von etwa 70 Spezialisten und Animatoren, die die achtbeinigen Monster auf die Leinwand brachten. Dadras und McKeen kümmerten sich vorwiegend um die Vorbereitungsphase, und Goulekas verantwortete die sechsmonatige Endfertigung.

Emmerich berichtet, dass Dadras und McKeen jede Minute nutzten und sich schon sieben Monate vor Beginn der Dreharbeiten in die Arbeit stürzten. "Sie rannten sofort ins nächste Zoogeschäft und kauften sich Spinnen, um sie zu beobachten", lacht Emmerich. Er bekennt sich zu seiner Spinnenangst und sah seinen Besuchen bei dem Projekt mit gemischten Gefühlen entgegen. "Ich schaute manchmal bei ihnen herein um zu sehen, wie sie mit den Effekten vorankamen, und überall standen Terrarien voller Spinnen herum."

Die Vorarbeiten nahmen viel Zeit in Anspruch. Die Animatoren schauten sich Hunderte von Stunden Dokumentarmaterial über Spinnen an, um ihre Bewegungen, Eigenheiten und ihr Verhalten genau zu studieren. Im Film treten fünf verschiedene Spinnenarten auf, jede mit einem unverwechselbaren Aussehen und eigenen Jagdmethoden, die Thomas Dadras so beschreibt: "Die Springspinnen sind die schnellsten auf der Leinwand. Die Fallen-Spinnen erscheinen blitzartig von unten und zerren ihre Opfer unter die Erde. Die Spuckspinnen umgarnen ihre Beute in einem klebrigen Netz. Die Taranteln gehen wie Panzer vor. Und die Kokon-Spinnen wickeln alles fest wie eine Mumie ein. Das Weibchen der Kokon-Spinnen ist die böse Anführerin im Film - sie beschützt ihr riesiges unterirdisches Nest, in dem Millionen kleiner Spinnen ausgebrütet werden. Sie geht am aggressivsten vor."

Über die exakte Detailtreue seiner Mitarbeiter sagt Dadras: "Jede Spinne hat ihre spezifische Gangart. Die Tarantel ist verhältnismäßig groß und schwer, sie bewegt sich anders als die Spuck-Spinne, die wendiger ist und schneller laufen kann."

Speziell für diese komplizierte Aufgabe entwickelte das Effekteteam neue Software: Im Rechner entstand eine virtuelle Welt, in der es digitale Kameras, Scheinwerfer, Modelle der Schauspieler und Spinnen gibt. Dazu Dadras: "Im Computer bauten wir dreidimensionale Modelle des Einkaufszentrums und der Hauptstraßen, damit wir sehen konnten, wo die Spinnen längsrennen und auf welche Gebäude sie klettern. Das diente nur zur Orientierung, um ihre Position festzulegen."

Um den Maßstab richtig zu treffen, wurden Mitarbeiter neben bestimmten Objekten fotografiert: Fahrräder, Autos und Lastwagen. Mit diesen Fotos als Anhaltspunkt stellten die Animatoren Spinnen unterschiedlicher Dimensionen ins Bild, bis sie die Größe bestimmt hatten, die für das Monster in der jeweiligen Einstellung angemessen wirkt.

Und so kombinierte man die Computerbilder mit den in der Kamera gefilmten Bildern: "Das Original-Negativ des Films scannten wir in den Rechner", sagt Dadras. "Damit lag der Hintergrund als Serie von Pixeln vor, Einzelbild für Einzelbild. Auf diesen Bildern ließen sich die 3-D-Bilder der Spinnen einfügen. So entstand ein neues Original-Negativ mit integrierten Spinnen."

Über diesen arbeitsaufwändigen Prozess sagt Devlin: "Früher mußsten wir uns mit der Animation den real gedrehten Szenen anpassen. Inzwischen können wir die Animation schon vorher dreidimensional darstellen und den Blickwinkel unserer virtuellen Kamera so einstellen, dass er den real gefilmten Bildern entspricht. Das erlaubt uns, einen Großteil der Arbeit schon vor den Dreharbeiten zu leisten."

Vor Drehbeginn, während und sogar noch nach Abschluss der Dreharbeiten arbeiteten Scharen von Figurenanimatoren an der Vervollkommnung der Spinneninvasion. Andere Computerkünstler waren für Farbgebung und Oberflächenstruktur, Licht, Schatten und andere Details zuständig. Und schließlich fügte man die endgültig berechneten Computergrafiken zum fertigen Filmbild zusammen. Über Langeweile mußste sich in der Effekteabteilung wahrlich niemand beklagen. Als Karen Goulekas in der letzten Drehwoche zum Team stieß, lag als einzig wirklich fertiges Element nur das real gefilmte Material vor. "Die Animation war zwar recht weit fortgeschritten", erinnert sie sich. "Dadras hatte die meisten Vorarbeiten schon abgeschlossen, aber etliche Spinnen warteten noch auf den Feinschliff der Oberflächen und bestimmte Details, und wieder andere Einstellungen befanden sich noch im Entwicklungsstadium."

Zusammen mit Animationschef Kelvin Lee, Computeranimationsleiter Paolo Moscatelli, Bildkompositionsleiter Abra Grupp und Bret St. Clair, dem Verantwortlichen für die digitalen Modelle und Oberflächen, machte Goulekas jeden Morgen ihre Runde, überprüfte den Stand der Dinge in den Abteilungen Animation, Beleuchtung und Bildkomposition, schaute jedem Computerkünstler über die Schulter, um den Fortschritt der Arbeit zu beobachten. Daraufhin konferierte sie mit den Filmemachern über die notwendigen Arbeitsschritte und wie schnell sie ausgeführt werden konnten. Goulekas ist in der Branche für ihre enthusiastische Arbeitswut bekannt und war nicht überrascht, als sie hörte, dass die Crew (viele Mitarbeiter kannte sie bereits von "Godzilla") schon vorher gewettet hatte, wann sie das Arbeitstempo wohl forcieren würde. "Sobald ich das Ruder übernahm, führte ich die Sechs-Tage-Woche ein", gibt sie lachend zu. "Am Montag fing ich an, und ab Donnerstag wurden Überstunden gemacht."

Goulekas machte sich die Vision der Filmemacher zu eigen: "Sie stellten sich Spinnen mit Persönlichkeit und individuellem Auftreten vor", erklärt sie. "Hier ging es keineswegs um einen Schwarm Insekten, die man im Rechner per Mausklick auf ,Herde' vervielfältigt. Unsere Spinnen greifen Menschen an, werden erschossen, interagieren und kämpfen miteinander, zertrampeln Objekte. Also mußsten wir ihnen eine große Bandbreite von Gefühlen und Reaktionen beibringen, sie unverwechselbar gestalten. Doch grundsätzlich gilt: Wir wollten das alles nicht zu ernst nehmen - die Zuschauer sollen darüber lachen können."

Goulekas hat sich schon immer für Animationsfilme begeistert, und als sie eine frühe Arbeitskopie von Arac Attack - Angriff der achtbeinigen Monster auf der Leinwand sah, war ihr der Ekelfaktor zu wenig ausgeprägt. "Ich finde, das ,Igitt!'-Erlebnis stellt ein wesentliches Element solcher Filme dar - es bildet das Fundament für komische Situationen", sagt sie und bekundet damit deutliche Sympathie für das Genre. "Wenn die Spinnenmonster von Geschossen getroffen werden, mußs der grüne Schleim nur so aus ihnen heraussprudeln und alles einsauen. Wochenlang haben sie mich Schleimgöttin genannt - weil sich mein erster Kommentar darauf bezog."

Aber abgesehen vom Schleim wollten die Filmemacher die Spinnen durchaus lebensecht porträtieren. Dazu Elkayem: "Wenn man wie in dieser Story von Umweltverseuchung ausgeht, könnte man die Spinnen natürlich in beliebig fantastische Monster mutieren lassen. Doch unserer Meinung nach wirken sie sehr viel überzeugender, wenn wir sie nur vergrößern, ihnen ansonsten aber ihr normales Aussehen lassen. Denn Spinnen machen uns auch so schon reichlich Angst. Das mußsten wir gar nicht so sehr übertreiben."

Berman stimmt ihm zu: "Man gruselt sich viel mehr, wenn man die Monster als reale Lebewesen erkennt. Am besten erreichen wir das, indem wir sie so naturgetreu wie nur möglich gestalten und sie dann derart vergrößern, dass man alle Details auch wirklich erkennen kann."

Allerdings stellte sich heraus, dass die Designer doch ein wenig von der Natur abweichen mußsten. Das lag in den Tieren selbst begründet. Drew McKeen sagt dazu: "Wenn man einige dieser Spinnen vergrößert, sehen ihre Augen so aus, als ob sie nicht nach vorn blicken können. Wir haben die Augen im Gesicht also weiter vorn platziert. Der Vorteil dabei: Sie sehen noch bedrohlicher aus. Ein bisschen haben wir sie für unsere Zwecke manipuliert."

Die exakte Darstellung der Tarantel erwies sich als problematisch, denn im gigantischen Maßstab sah sie, na ja, etwas zu "knuddelig" aus. Dadras beschreibt das so: "Üblicherweise wird die Tarantel nicht größer als 25 bis 30 Zentimeter im Umfang. Doch wenn man sie auf anderthalb Meter vergrößert, hat sie einen Umfang von fünf Metern. Dann wirken einige ihrer natürlichen Merkmale nicht mehr so unheimlich, wie sie erscheinen sollen. Die Tarantel ist zum Beispiel völlig behaart, was bei der kleinen Gestalt normal aussieht, aber bei der Größe eines Trucks sieht das einfach zu nett aus - wie ein riesiger kuscheliger Teddybär."

Um das zu vermeiden, rasierten die Animatoren das Kuschelfell von den Tarantelbeinen und schufen kahle Stellen im Gesicht und an den Kiefertastern, die laut Dadras "nicht wie Beine, sondern eher wie Arme funktionieren. Die Spinne benutzt sie vorwiegend, um sich Nahrung ins Maul zu schaufeln."

"Es gibt für den Computer kaum eine kompliziertere Aufgabe als die Darstellung von Fell", fährt Dadras fort. "Es gilt dabei alle visuellen Aspekte zu bedenken: den Glanz, den Einfall des Lichts und die Tatsache, dass Fell aus Millionen von Einzelhaaren besteht." Letzlich lief es darauf hinaus, dass im Team eine spezielle Software für dieses Verfahren entwickelt wurde. Schwierig war auch das Design der Spinne mit ihren unterirdischen Fallgruben, die Goulekas bei der Endfertigung in Angriff nahm. "Sie hat uns reichlich Kopfzerbrechen bereitet, wir haben lange daran herumlaboriert", sagt sie. "Diese Spinnen sehen normalerweise sehr zart aus. Sie sind vorwiegend orange gefärbt, fast pastellfarben und praktisch durchsichtig. Mit der Farbe haben wir herumexperimentiert, bis wir uns für ein dunkleres Orange entschieden. Und dem Körper verpassten wir das Aussehen einer harten Schale, sie wirkt jetzt wie ein Krebs-Panzer."

Laut Goulekas entstanden in der Endfertigungsphase etwa 50 vorher nicht geplante Einstellungen. Daran wird deutlich, wie schwierig es war, den schöpferischen Prozess irgendwann anzuhalten. Glücklicherweise waren die Filmemacher jederzeit bereit, sich Goulekas' Ideen und die Vorschläge der Animatoren anzuhören. "Manchmal kommt vom Regisseur zu wenig Rückmeldung", sagt sie. "Das war in diesem Fall ganz anders. Jeden Tag machten wir mit Ellory und Dean unsere Runde. Ich zögerte nie, ihnen Skizzen und Entwürfe schon im Anfangsstadium zu zeigen, denn sie luden mich nicht nur dazu ein, sondern sie konnten sich sofort etwas darunter vorstellen und das Potenzial beurteilen. Einer sagte zum Beispiel: ,Wie wäre es, wenn eine Spinne sich im Rad eines Trucks verfängt?' Dann dachte der nächste weiter: ,Die Spinne könnte da so herauskatapultiert werden und vorwärts kugeln.' Kelvin ermunterte die Animatoren ständig, eigene Ideen beizutragen. Entsprechend enthusiastisch machten sich die Mitarbeiter an die Arbeit - und es ging immer lustig dabei zu."

Durch eine solche Idee entstand im Computer die Szene, in der eine Katze im Haus mit einer gigantischen Spinne kämpft, während die perplexen menschlichen Bewohner nur hilflos und wie angewurzelt zuschauen. Devlin stellte Goulekas diese Idee vor. Natürlich war eine solche Szene nie geplant gewesen, aber sie begann sofort mit den Entwürfen und freut sich jetzt über das fertige Resultat. Weder die Katze noch die Spinne sind zu sehen, doch die Spuren ihres Kampfes auf Leben und Tod erscheinen als katzen- und spinnenförmige Scharten im Wandputz.

Goulekas hat die Spinnen gezählt: Über 2000 wurden für Arac Attack - Angriff der achtbeinigen Monster im Computer kreiert. Während die Riesentaranteln und ihre Kameraden im virtuellen Wartezimmer auf ihren Einsatz warteten, mußsten die menschlichen Schauspieler in ihren Szenen panisch auf die nicht vorhandenen Monster reagieren.

"Wir konnten uns die Testaufnahmen mit den Computermodellen anschauen", sagt David Arquette. "Dadurch bekamen wir eine Vorstellung davon, wie die Spinnen aussehen und sich bewegen. Mit diesen Bildern im Kopf hielten wir uns eng an Ellorys Regieanweisungen, der dann sagte: ,Da ist die Spinne, und dein Leben hängt an einem seidenen Faden.' Für den Rest ließen wir unserer Fantasie freien Lauf."

Außerdem verpasste man den Requisiten am realen Set die Spuren der Spinnenaktionen: Ihr Amoklauf durch die Szenerie hinterlässt eine Schneise der Zerstörung, die zum realistischen Endeffekt beiträgt.

Scott Terra berichtet: "Manchmal haben die Techniker irgendwo ein Kreuz als Markierung hingemalt. Oder da lag ein Tennisball oder ein Spinnenmodell als Double, damit wir wussten, wo sie sich befindet - das war für die Kamera noch wichtiger als für uns Darsteller. Es ist gar nicht so einfach, panisch zu reagieren, während man auf einen Tennisball starrt."

Auch die haarsträubenden Sound-Effekte tragen einen Großteil zum allgemeinen Grusel des Films bei. Dafür zeichnet Scott Wolf verantwortlich - er ist Mitglied der Vereinigung der US-Toncutter. Er mußste sich ausdenken, wie es sich wohl anhört, wenn Riesenspinnen eine Stadt zu Kleinholz verarbeiten. Und er liefert alles: vom Zuschnappen ihrer Schneidewerkzeuge, wenn sie ihre Beute packen, bis zum bedrohlichen Zischen des Speichels in ihren gewaltigen Mäulern. Und wer schon mal zusammengezuckt ist, wenn er mit sanftem Knacken eine Spinne an der Schlafzimmerwand zerdrückte, weiß auch das donnernde Krachen zu würdigen, wenn die überdimensionalen Beine der Mutanten im Schlachtgewühl zerbrechen.

Zusätzlich zu den Computerbildern lieferte Monster-Effekt-Experte Bill Johnson etliche mechanische Modelle der XXL-Spinnen, und er schuf die sarkophagartigen Seidenkokons, in denen die Spinnen ihre menschlichen Opfer einspinnen.

Natürlich warteten auch viele echte Spinnen bei Drehbeginn auf ihren Einsatz. Die Firma Arizona's Pets Inc. züchtet und verkauft Hunderte von Spinnenarten an Sammler und stellte der Produktion etwa 200 unheimliche Krabbeltiere zur Verfügung, darunter eine Goliath-Vogelfresser-Tarantel. Sie treten in den Szenen vor der Mutation durch die giftigen Chemikalien auf. Pets-Inc.-Eigner Don Hayes und sein Geschäftsführer Bill Ingles bestätigen, dass die Goliath die größte Tarantel der Erde ist. Und weiter: "Es gibt allein 2000 bekannte Arten von Taranteln. Gefährlich sind davon nur vier. Die Mehrzahl der Arten ist sehr sanft und völlig harmlos." Klar doch.

Manchmal erlebt auch ein Motivsucher seinen großen Tag

Wie praktisch wäre es doch, wenn ein Motivsucher Ausschau nach einem geräumigen, stillgelegten Einkaufszentrum und einem verlassenen Bergwerk hielte und beide Schauplätze wie bestellt in unmittelbarer Nähe voneinander fände! Genau dieses Glück wurde dem Aufnahmeleiter Alan Benoit zuteil: Er entdeckte die historische Bergarbeiterstadt Superior/Arizona etwas hundert Kilometer östlich von Phoenix, und das für die Dreharbeiten ideale, nicht mehr genutzte Einkaufszentrum fand sich im nahegelegenen Glendale.

Viele Originalbauten des Bergwerks sind erhalten geblieben und konnten für die Außenaufnahmen genutzt werden. Dazu zählt auch der beeindruckende, sechzig Meter hohe Stahlturm über dem senkrecht ins Erdreich führenden Schacht. Seit 1910 wird er als Silver Queen der Magma Copper Company bezeichnet. In seinem Aufzug fuhren die Bergarbeiter in den viele Stockwerke tiefen Schacht ein.

Leider waren die tatsächlichen Stollen des Bergwerks für Filmaufnahmen ungeeignet, denn sie befinden sich fast tausend Meter unter Tage und sind sehr eng. Die Filmemacher lösten das Problem auf ihre Weise: Während die Stadtbewohner sich im Einkaufszentrum mit den Riesenspinnen herumschlugen, bauten die Ausstatter auf der riesigen Ausstellungsfläche des ehemaligen Kaufhauses nebenan fünfzig Meter lange Tunnelröhren aus Fiberglas und Holz.

Der Zeitpunkt hätte nicht günstiger sein können. Die Eignerfirma der verlassenen Kupfermine in Superior, BHP Copper, will die Mine wieder in Betrieb nehmen, doch der Baubeginn sollte erst Monate später beginnen, was dem Filmteam Zeit und Ruhe für die Dreharbeiten ließ. "Eine Woche nach unserer Abreise kamen dann die Geologen, um zu prüfen, ob es sich lohnt, die möglicherweise reiche Ader südlich des ursprünglichen Stollens auszubeuten", sagt Benoit. Auch die Stadt selbst wird restauriert, denn in letzter Zeit ist die Bevölkerungszahl deutlich gewachsen. Eine moderne neue Highschool entsteht, und vor allem Künstler zieht es in die Region, sie wollen Galerien eröffnen und die ehemalige Schule zu einem Künstlerzentrum ausbauen. Zuvor konnte das Filmteam das alte Schulgebäude als Werkstatt nutzen. Dazu Benoit: "Zwei Jahre später wäre das nicht mehr möglich gewesen."

Die Filmcrew nutzte auch gern die spektakulären Wüstenpanoramen in Arizona. Für etliche Szenen benötigte man abgelegene Feldwege, auf denen Motorradfahrer panisch ins Schleudern kommen, als sie versuchen, den Monstern auszuweichen. Kleine Hügel in der Umgebung eigneten sich gut als Versteck für die Spinnen, die dann plötzlich über die ahnungslosen Motocross-Biker herfallen.

© Fotos: Warner Bros. © 1994 - 2010 Dirk Jasper