Pinero
• Inhalt • Cast & Crew • Filmkritiken • Oscar ® • Bemerkungen •
Filmplakat
Filmplakat Titel Deutschland: Pinero
Titel USA: Pinero
Genre: Drama
Farbe, USA, 2001

Kino Deutschland: 2002-07-18
Kino USA: 2001-12-14
Laufzeit Kino: 100 Minuten
Kinoverleih D: Highlight Film


Szenenfoto "Piñero" erzählt die turbulente und kreative Lebensgeschichte der Latino-Ikone Miguel Piñero, der die Literatur-Szene durch seine Interpretationen des Weltgeschehens sowie durch experimentelle Gedichte, Prosa und Theaterstücke fesselte und beeindruckte.

Wegen eines Bagatell-Diebstahls saß Piñero in Sing-Sing ein. Die Erlebnisse und einschneidenden Erfahrungen dort inspirierten ihn zu dem Theaterstück "Short Eyes", das sich zum Riesenhit am Broadway entwickelte. Das Stück bekam herausragende Kritiken und wurde für sechs Tony-Awards nominiert.

Szenenfoto 1976 wurde "Short Eyes" von Robert Young mit Miguel Piñero selbst in der Hauptrolle verfilmt. Damit begann seine Karriere als Schauspieler und Autor. Piñero spielte eine Rolle in dem erfolgreichen Streifen "The Bronx" mit Paul Newman. Außerdem sah man ihn in den Fernsehserien "Baretta", "Miami Vice" und "Einsatz in Manhattan".

Neben seinem ständig steigenden Drogenkonsum und mehreren Haftstrafen schaffte es der charismatische Piñero immer wieder, die Herzen der Stars zu erobern - darunter auch das von Sugar, einer jungen Schauspielerin, die ihm bei seinem selbstmörderischen Lebenswandel immer zur Seite stand.

Szenenfoto Der Künstler war Mitbegründer des berühmten Nuyorican Poets Café in Manhattans Lower East Side, zusammen mit seinem Freund und Mentor Miguel Algarin. Hier stehen auch heute noch junge und hoffnungsvolle Latino-Künstler auf der Bühne. Piñero wurde zum Helden der Theater-Welt und der Latinos in Amerika.

Doch sein exzessiver Lebenswandel und der zunehmenden Ruhm waren letztendlich zu viel für den Latino Bad Boy, der 1988 eines viel zu frühen Todes starb. Seine Legende lebt aber auch heute noch weiter.


SzenenfotoDarsteller: Benjamin Bratt (Miguel), Giancarlo Esposito (Algarin), Talisa Soto (Sugar), Nelson Vasquez (Tito), Michael Wright (Edgar), Michael Irby (Reinaldo), Rita Moreno (Miguels Mutter), Jaime Sanchez (Miguels Vater), Rome Neal (Jake), Mandy Patinkin (Joseph Papp)

Regie: Leon Ichaso

Stab: • Produzenten: John Penotti, Fisher Stevens, Tim Williams • Drehbuch: Leon Ichaso • Vorlage: - • Filmmusik: Kip Hanrahan • Kamera: Claudio Chea • Spezialeffekte: - • Ausstattung: Sharon Lomofsky • Schnitt: David Tedeschi • Kostüme: Sandra Hernandez • Make Up: - • Ton: - • Ton(effekt)schnitt: - • Stunts: - •


SzenenfotoFilmkritiken

film-dienst 2002-15: Biografischer Film über den Autor und Schauspieler Miguel Piñero (1948-88), der durch ein im Gefängnis geschriebenes Stück berühmt wurde, über sein konkretes Lebensumfeld in der Lower East Side von Manhattan hinaus zur Latino-Ikone avancierte und an Drogen und Alkohol zugrunde ging. Piñeros Vita wird in einer nervös, spröde, unfertig und widerspenstig wirkenden Dramaturgie mit Rück- und Vorblenden, in ständigem Wechsel von Schwarz-weiß und Farbe erzählt. Das verleiht dem Film einen dokumentarischen Gestus, macht ihn aber auch unnahbar. Über die Schilderung eines individuellen Schicksals hinaus gelingt es nur in Ansätzen, Themen wie Heimatlosigkeit, die daraus resultierende Angst vor festen Bindungen oder das ambivalente Verhältnis zum Erfolg zu verallgemeinern.

Reneé Wieder (TV-Movie) 2002-15: Mit fiebrigen Schnitten, wilden Zeitsprüngen und ruhelosem Erzähltempo rast der kubanische Regisseur Leon Ichaso kreuz und quer durch den selbstmörderischen Teufelskreis von Piñeros Leben. Das strengt an, lässt aber niemanden kalt. Besonders dank Hauptdarsteller Benjamin Bratt, der die bislang beste Vorstellung seiner Karriere abliefert.

Cinema 2002-08: Nahezu authentisch wirkt auch die Leistung, zu der Regisseur Leon Ichaso Benjamin Bratt, unauffälliger B-Star und Ex von Julia Roberts, animierte: Charme, Verzweiflung, Intellekt und Selbsthass des Titelhelden stellt er so überzeugend dar, dass Piñeros bester Freund Joel Rose das Gefühl hatte, "dem wahren Leben" zuzusehen. Kann ein Film größeres Lob erfahren?

Kultur Spiegel 2002-07: Die Verherrlichung von Street-Coolness zeigt Miguel Pinero, den Latino-Pionier-Poeten der Siebziger, hier optisch zum Ché-Look-alike verschönt, als Kriminellen, Junkie, Hipster und Nervensäge, Kunstgewerbliche filmische Mätzchen beschwören dabei ein chaotisches Underground-Feeling.

Rhein-Zeitung 2002-07-19: Der kubanische Regisseur Leon Ichaso hat seinen Kinofilm "Pinero" über den gleichnamigen Latino-Poeten mit Videokameras gedreht. Benjamin Bratt spielt die Rolle des Miguel Pinero, der wegen provokativer Aktionen und kleinere krimineller Delikte Anfang der 70er im Gefängnis landet.

Volker Bleeck (TV-Spielfilm) 2002-15: Kraftvoll, sprunghaft und manchmal so poetisch-rau wie ein Tom-Waits-Song.

(TV-Today) 2002-15: Julia Roberts' Ex Benjamin Bratt ist mitreißend in der Titelrolle.


SzenenfotoOscar ®
SzenenfotoBemerkungen


Dirk Jasper FilmLexikon
© Fotos: Highlight Film © 1994 - 2010 Dirk Jasper