Filmkritiken
Cinema 2002-08: Aus dieser konfliktgeladenen Konstellation entwickelt Woo ein Männerdrama um Loyalität, Freundschaft, Verrat, Ehre und Aufopferung. Die Inszenierung des Krieges wirkt hingegen statisch, fast elegisch - womit der Regisseur an die epische Tradition eines John Ford oder Samuel Fuller anknüpft, sich mithin zwischen alle Stühle setzt. Der Versuch, das Pathos des Antikriegsfilms mit der Sogwirkung des Schlachtengetümmels zu verknüpfen, wirkt häufig hölzern und bemüht. Dennoch: Selbst wenn Woo scheitert, ist das sehenswert.
film-dienst 2002-16: Während des Zweiten Weltkriegs setzen die Amerikaner im Pazifik Navajo-Indianer als Funker ein, deren Sprache von den Japanern nicht entschlüsselt werden kann. Um den Code zu schützen, wird den Funkern jeweils ein Marinesoldat zur Seite gestellt, der sie im Fall der Gefangennahme töten soll. Kriegsfilm von John Woo, der sich erzählerisch wie stilistisch eher am Western orientiert und den Krieg nicht als Vater aller Dinge, sondern als Schrecken ohne Sinn beschreibt. In Anlage wie Dramaturgie oft allzu simpel und voller Klischees, sodass lediglich die Eleganz der Bilder und rare Augenblicke der Stille im Gedächtnis bleiben.
Rüdiger Rapke (TV-Movie) 2002-16: "Windtalkers" lässt dem Zuschauer keine Zeit zum Luftholen: Schonungslos bombardiert Regisseur Woo uns mit superrealen Bildern vom Sterben der Soldaten. Die verblüffend realistischen Bilder vom Schlachtfeld sind eine filmische Meisterleistung und ein Zeugnis für John Woos Virtuosität. Schade nur, dass die Geschichte einer Männerfreundschaft immer dann schwächelt, wenn die Waffen schweigen.
Kultur Spiegel 2002-08: Die Amerikaner setzten im Zweiten Weltkrieg die Sprache der Navajo-Indianer als Code ein, weil sie sicher waren, die Japaner würden ihn nicht knacken können. Wer darüber mehr wissen will, ist in diesem Film falsch.
(TV-Today) 2002-16: Brutal, aber ehrlich. Das kann längst nicht jeder Kriegsfilm von sich behaupten.