Produktionsnotizen zu Der Anschlag

Könnten Terroristen eine Massenvernichtungswaffe auf US-amerikanischem Boden explodieren lassen? Laut CIA haben oder entwickeln möglicherweise bis zu 20 Staaten - die Hälfte davon im Mittleren Osten und Südasien - Massenvernichtungswaffen. Außerdem ist es kein Geheimnis, dass Zehntausende derartiger Waffen gebaut und während des Kalten Krieges auf Abschussrampen in aller Welt gelagert wurden. Bis heute bleibt laut amtlichen Aufzeichnungen der Verbleib von 164 transportierbaren Sprengköpfen ungeklärt.

Mit Ben Affleck als CIA Analytiker Jack Ryan und Morgan Freeman als CIA Direktor William Cabot, entwirft Der Anschlag das beklemmend realistische Portrait dessen, was passieren könnte, wenn diese Waffen in die falschen Hände fallen. Mit einer fast unheimlichen Anlehnung an das derzeitige politische Klima zeigt der Film auf beängstigende Weise, wie schnell Angst zu Paranoia werden kann - eine Paranoia, die Vernunft und gesunden Menschenverstand auszuschalten vermag.

Tom Clancys Buch ("Das Echo aller Furcht") stand nach seinem Erscheinen im August 1991 über sechs Monate auf der Bestsellerliste der New York Times und bis heute wurden mehr als sechs Millionen Exemplare verkauft. Es ist bereits der vierte von Clancys Erfolgsromanen, den Produzent Mace Neufeld auf die Kinoleinwand bringt. Von ihm stammen auch die internationalen Kassenschlager "Jagd auf Roter Oktober", der mit einem Oscar ausgezeichnet wurde und 188 Mio. Dollar weltweit einspielte; "Die Stunde der Patrioten", mit einem weltweiten Einspielergebnis von 173 Mio. Dollar; sowie "Das Kartell", das sogar 212 Mio. Dollar in die Kassen seiner Produzenten spielte und zwei Oscar-Nominierungen erhielt.

Über Story und Besetzung "Wir leben in gefährlichen Zeiten", sagt Produzent Mace Neufeld. Die Anzahl der bombenähnlichen Geräte, die auf der Welt im Umlauf sind, ist ein wirklich legitimer Anlass zur Sorge. Die Möglichkeit einer heimlich geplanten Terrorattacke wächst immer mehr, was sich ja in den Schlagzeilen der Zeitungen wiederfindet, die scheinbar Tag für Tag näher an unsere Filmstory heranrücken. Man kann nur hoffen, dass sie uns nicht einholen."

"Als ich das Drehbuch las, war ich überrascht davon, wie intelligent es ist, was ja auch ein Prüfstein für alle Tom Clancy-Filme ist", sagt Regisseur Phil Alden Robinson. "Es sind kluge Actionfilme. Sie erzählen von Geschichten aus der wahren Welt, und sie behandeln diese auf intelligente Art und Weise. In der Ära nach dem Kalten Krieg, in der regionale Konflikte immer häufiger werden und die immer weitreichendere Verbreitung von Technologie und Informationen immer schneller voranschreitet, hat sich die Bedrohung stetig verstärkt, dass jemand Massenvernichtungswaffen in dicht besiedelten Gebieten einsetzt. Dieser Film zeigt die Gefahr, wie Angst unsere Reaktionen leiten und uns zu den falschen Schlussfolgerungen und Antworten kommen lassen kann."

"Der Film ist intelligent, detailliert und realistisch", stimmt Ben Affleck zu. "Ich war schon immer ein Fan von Tom Clancys Büchern und den Verfilmungen, die bisher gemacht wurden."

In der Abfolge der Jack Ryan-Bücher Clancys arbeitet sich Ryan vom jungen Analytiker beim CIA auf den Posten des Deputy Directors hoch und schafft es schließlich als Director of Intelligence sogar bis in den Chefsessel. Letztendlich wird er sogar Präsident der Vereinigten Staaten.

Die Herausforderung, vor der Neufeld und das Filmteam bei der Adaption von Der Anschlag standen, war es, die Figur des Jack Ryan sozusagen wieder "mitten in die Action" zu werfen, nachdem er bereits den Höhepunkt seiner Karriere erreicht hatte. Um das zu erreichen, behielt man das zeitgenössische Umfeld bei, schrieb das Drehbuch aber so um, dass es einem 28jährigen Ryan gerecht wurde, der gerade erst beim CIA angefangen hat.

Einen Schauspieler für diese Rolle zu finden, die Harrison Ford mit so großem Erfolg gespielt hatte, war natürlich nicht einfach, bis man schließlich auf einen der talentiertesten jungen Darsteller Hollywoods kam, Oscar-Preisträger Ben Affleck.

"Als Ben Interesse an der Rolle bekundete, haben wir gar nicht weitergesucht", erinnert sich Neufeld. "Er ist einer der aufregendsten Schauspieler seiner Generation und die perfekte Wahl. Abgesehen davon, dass er ein attraktiver Hauptdarsteller ist, passt er auch physisch in die Rolle, sodass man ihm abnimmt, wenn er sich in die Action stürzt. Und dann hat er auch noch einen großartigen Sinn für Humor, was glaube ich sehr gut zum Tragen kommt."

"Ich bin hoch erfreut darüber, dass Ben Jack Ryan spielt. Er ist talentiert, klug und kann sich gut artikulieren", sagt Tom Clancy. "Außerdem ist er auch selbst Autor. Er hat ja fürs Schreiben sogar schon einen Oscar bekommen. Nicht zuletzt dadurch bringt er eine neue Dimension in die Rolle ein."

Dem stimmt auch Regisseur Phil Alden Robin-son zu: "Zusätzlich dazu, dass er ein begabter Schauspieler ist, hat Ben ein sehr gewinnendes Wesen, gepaart mit einer enormen angeborenen Intelligenz. Er ist sehr neugierig, bringt die Leute leicht auf seine Seite und hat ein gutes Herz. Ich glaube, er ist ein toller Jack Ryan. In der Welt, in der sich Ryan bewegt - die Welt des CIA und der Geheimnisse von vertraulichen Informationen - verkörpert Ben eine Person, die die Zuschauer dort mit hineinnimmt. Er ermöglicht es uns, in Ryans Welt einzutauchen und sie besser zu verstehen."

Danach gefragt, zu beschreiben, was ihn an der Rolle des Jack Ryan ansprach, sagt Affleck: "Ryan ist ein sehr glaubwürdiger Held. Er hat Moral, einen starken Sinn für Ethik und liebt sein Land. Außerdem fand ich es wirklich interessant, wie Phil Robinson mit dem Material umzugehen plante." Affleck weiter: "Er ist ein politisch sehr engagierter Mensch, der nicht nur irgendeinen Actionfilm machen wollte. Er hatte vor, einen klugen, spannenden Film zu drehen, der die Gefahren des derzeitigen politischen Klimas widerspiegelt. Das hat mich sehr ange-sprochen."

Die Verantwortung, die er mit der "Übernahme" der Rolle von Clancys berühmtem Romanhelden einging, nahm Affleck sehr ernst.

"Ich bewundere und respektiere sowohl Alec Baldwin (der Ryan in "Jagd auf Roter Oktober" spielte) als auch Harrison Ford", sagt Affleck. "Ich mag die Filme, die die beiden gemacht haben, wirklich sehr, und wenn einer von den zweien auch diesen hier gedreht hätte, dann hätte ich mir sicher eine Kinokarte gekauft. Zufälligerweise arbeitete ich gerade mit Alec (an "Pearl Harbor"), als das Angebot für Der Anschlag kam. Wir haben darüber gesprochen, ob ich die Rolle des Ryan übernehmen soll, und er hat mich sehr ermutigt. Dann habe ich Harrison angerufen, um seinen Segen zu bekommen, sozusagen, und auch er hat mich sehr unterstützt."

Zusätzlich zu seinen Gesprächen mit Baldwin und Ford, besuchte Affleck außerdem Buchautor Tom Clancy in dessen Zuhause in Maryland.

"Es war mir sehr wichtig, dass Tom meiner Besetzung zustimmte, denn er kennt die Figur ja besser als irgendjemand sonst", erklärt Affleck. "Es war ein echtes Vergnügen, ihn kennenzulernen. Er ist ein sehr intelligenter und interessanter Mann. Wir haben uns lange unterhalten, und er hat mir viele Einsichten in die Figur vermittelt."

Glaubt man Clancy, so hat die Zeit, die er mit Affleck verbrachte, ihn darin bestärkt, dass der junge Schauspieler der Richtige für die Rolle des Jack Ryan ist. "Wir aßen zusammen zu Abend, und ich bin normalerweise nicht so schnell zu beeindrucken, aber er hat es geschafft", erinnert sich Clancy. "Wissen Sie, einer meiner Freunde im Produktionsbereich hat einmal gesagt, Schauspieler müssen nicht intelligent sein, sie müssen nur so tun können als seien sie es. Nun ja, Ben mußs es nicht spielen, er ist intelligent."

Für die Rolle von Jack Ryans Mentor, dem CIA Direktor William Cabot, suchten sich die Filmemacher Morgan Freeman aus, der in seiner erlesenen Karriere bereits dreimal für den Oscar nominiert wurde.

"In jeder neuen Rolle zeigt Morgan immer wieder verschiedene Facetten seiner selbst und der Figuren, die er spielt", sagt Robinson, "und er macht das immer mit Integrität, Leidenschaft und Ehrlichkeit."

Neufeld stimmt zu: "Morgan besitzt diese seltene Fähigkeit, jeder Rolle, die er spielt, Glaubhaftigkeit und Autorität zu verleihen. Die Figur des William Cabot ist für diese Geschichte unglaublich wichtig, und Morgan vermittelt dies auf glaubwürdige Art und Weise. Er war der Erste, den wir für die Rolle im Kopf hatten, und glücklicherweise konnten wir die Zeitplanungen so einteilen, dass er den Part übernehmen konnte."

Auch Freeman ist froh über seine Teilnahme an Der Anschlag, nicht nur aufgrund der Qualität des Projekts, sondern auch aufgrund der besonderen Zusammensetzung des Filmteams.

"Phil Robinson ist einfach umwerfend", sagt Freeman. "Er bringt eine ganz ruhige Stimmung von Frieden ans Set, denn er weiß, was er macht und er ist sehr ruhig. Was Mace angeht, wissen Sie, es gibt in Hollywood nur ein paar wenige Produzenten, die einen wirklich goldenen Ruf haben. Mace Neufeld ist einer davon."

Auch für Tom Clancy hegt Morgan Freeman reichlich Respekt, besonders für dessen politisches und militärisches Wissen. Er sagt, der Schriftsteller verstehe, was in dieser Welt so vorgehe, und seine Geschichten und Figuren reflektierten das. Über die Figur, die er spielt, sagt Freeman: "Cabot bewegt sich sehr geschickt durch die Korridore der Macht. Wie Ryan hat er als Analytiker in der Abteilung für Russland angefangen und sich von dort aus nach oben gearbeitet. Als er Ryan engagiert, bei der auftretenden russischen Sonderlage zu helfen, erkennt er etwas Besonderes in dem jungen Mann und nimmt ihn unter seine Fittiche."

Co-Star Affleck hätte kaum glücklicher sein können über die Besetzung seines Leinwand-Mentors. "Als ich für die Rolle unterschrieb, war ich hocherfreut darüber, an der Seite von Morgan spielen zu können", sagt Affleck. "Er ist schon seit Jahren einer meiner Helden."

James Cromwell, der mit Neufeld bereits bei "Die Tochter des Generals" zusammengearbeitet hat, spielt Robert Fowler, den Präsidenten der Vereinigten Staaten, und damit einen Mann, der in dieser speziellen Story das Schicksal der Welt in seinen Händen hält.

"Ich kann mir keine einsamere Position vorstellen als die des US-Präsidenten", sagt Cromwell. "Ich glaube, der ultimative Alptraum jeder Präsidentschaft ist es, vor der Entscheidung zu stehen, vor der Fowler hier steht - ob oder ob nicht man einen massiven Schlag starten soll. Das ist eine fast unbegreifliche Situation. Ich meine, was würden Sie wirklich tun, wenn Sie den Befehl zur Vernichtung einer Stadt geben und die Welt an den Rand der sicheren Vernichtung treiben müssten? Was würde Ihnen durch den Kopf gehen? Die Realität dieser Situation ist äußerst ernüchternd."

Liev Schreiber sielt den CIA Beamten John Clark, den Cabot dem Neuling Ryan zur Seite stellt. Laut Schreiber ist seine Figur "quasi ein Superspion", und er wird ausgewählt, Ryan die Spielregeln beizubringen, denn er ist der Beste der Besten des CIA.

"Clark ist der Typ, der die Jobs übernimmt, die sonst keiner machen will", erklärt Schreiber. "Er ist körperlich sehr präsent, und er schafft es leicht, irgendwo rein und raus zu kommen. Außerdem spricht er fließend mehrere Fremdsprachen, was es ihm ermöglicht, an alle erdenklichen Informationen zu kommen. Er ist der Beste, und deshalb sucht Cabot ihn aus, um Ryan im Außendienst anzulernen, und dann schickt er sie auf eine verdeckte Mission, um drei vermisste russische Wissenschaftler zu suchen. Ich glaube, anfangs ist Clark ein bisschen sauer, dass er bei dieser Mission für Ryan den Babysitter spielen soll, aber dann endet es natürlich damit, dass es die Zwei zusammenschweißt."

Während einige Schauspieler, wie Affleck und Freeman, sich für die Hauptrollen geradezu auf den ersten Blick anboten, war die Besetzung von Ryans Freundin Cathy Muller etwas schwieriger. Es wurde sogar ein aufwendiger Besetzungsvorgang durchlaufen, bis man sich schließlich für die relative Newcomerin Bridget Moynahan entschied.

"Bridget hat uns einfach umgehauen", erinnert sich Robinson. "Da Cathy niedergelassene Ärztin ist, brauchten wir Jemanden, der eine intelligente, mitfühlende und selbstbewusste Figur verkörpern konnte. Wir brauchten außerdem Jemanden, der sich in einem Ensemble echter Charakterdarsteller und Stars behaupten konnte. Sie ist eine wunderbare Darstellerin, und mit Ben hat sie eine großartige Chemie vor der Kamera entwickelt."

Was Moynahan angeht, so war einer der Gründe, weshalb ihr die Rolle der Cathy so gut gefiel, nicht nur, dass sie eine starke Frau ist, sondern auch, dass sie Jack Ryan ebenbürtig ist. "Cathy ist eine äußerst fähige und unabhängige Frau, die sich sehr auf ihre eigene Karriere konzentriert", erklärt Moynahan. "Sie ist nicht bereit, für Irgendjemanden die zweite Geige zu spielen. Sie und Jack stehen auf einer Stufe."

Den russischen Präsidenten Alexander Nemerov, den Mann, der nach dem plötzlichen Tod seines Vorgängers unvorhergesehen an die Macht kommt, spielt Ciarán Hinds. Laut Hinds ist die Figur des Nemerov ein leicht geheimnisumwobener Mann.

"Weil über Nemerov nicht allzu viel bekannt ist, wissen die Amerikaner nicht, ob er ein Falke oder eine Taube ist", erklärt Hinds. "Ryan aber hat eine Abhandlung über den russischen Führer geschrieben, und obwohl die vorherrschende Meinung in Washington ist, dass Nemerov Schwierigkeiten machen wird, ist Ryan eher skeptisch."

Für die Rolle des Richard Dressler, einen wohlhabenden und rücksichtslosen Industriellen, suchten sich die Filmemacher mit Alan Bates einen von Großbritanniens angesehensten Schauspieler aus. Dieser sieht seine Figur als einen Mann mit Visionen - wenn auch ziemlich schrecklichen.

"Dressler ist Jemand, der ungeheuer clever, verführerisch und charmant ist. Er ist auch jemand, vor dem man auf der Hut sein sollte", sagt Bates. "Ich glaube für einen Schauspieler ist es faszinierend, Jemanden zu spielen, der böse ist, denn viele von uns verbringen die Zeit damit, zu versuchen, eben genau nicht böse zu sein. Es ist die Seite der menschlichen Natur, die uns zugleich abschreckt und fasziniert. Aber es gibt ein paar böse Menschen, über die wir uns wirklich Sorgen machen sollten, besonders dann, wenn sie an Machtpositionen gelangen. Dressler ist so einer dieser Menschen."

Die Besetzung wird vervollständigt durch Michael Byrne als Grushkov, den scharfsinnigen und gerissenen Berater Nemerovs; Colm Feore als südafrikanischer Waffenhändler Olson; Bruce McGill als Nationaler Sicherheitsberater Revel; Ron Rifkin als Staatssekretär Owens; Philip Baker Hall als Verteidigungsminister Becker; John Beasley als General Lasseter und Ken Jenkins als Admiral Pollack.

"Dies ist eine wirklich außergewöhnliche Besetzung", sagt Regisseur Phil Alden Robinson. "Ich denke, der Schlüssel für alle Tom Clancy-Verfilmungen war immer, dass sie sich echt anfühlten und intelligent waren. Für mich ist der beste Weg, diese Art von Qualität zu erzielen, die Zusammenstellung der besten Schauspieler, die ich finden kann, und ihnen dann markante Rollen zu geben in die sie sich hineinversetzen können und sie dann spielen zu lassen. Auf diese Weise entsteht nicht nur einfach ein Actionfilm; sondern man dreht einen Thriller, von dem sich jeder gerne mitreißen lässt."

Dem stimmt auch Produzent Mace Neufeld zu: "Wir haben ein unglaublich tolles Ensemble zusammenbekommen. Alle sind erstklassige Schauspieler, die es gemeinsam geschafft haben, einen spannenden Thriller zu kreieren."

Über die Produktion Da Genauigkeit und Realismus für die Geschichte von Der Anschlag sehr wichtig waren, suchten sich die Produzenten militärische und Regierungsberater für die Arbeiten an dem Film. Zu denen, die sich für die Produktion mit am hilfreichsten erwiesen, gehörte der Air Force Entertainment Verbindungsoffizier Charles E. Davis, der dem Projekt vom Verteidigungsministerium zugeteilt wurde.

"Wir waren hoch erfreut, als wir von der Produktionsfirma um Unterstützung gebeten wurden", sagt Davis. "Wir arbeiteten eng mit den Produzenten und dem Regisseur zusammen, um zu erfahren, unter welchen Notwendigkeiten sie agierten, und dann boten wir unsere Empfehlungen darüber an, wie diese am besten zu erfüllen waren. Ich kann ihnen eines sagen: Der Anschlag ist einer der technisch korrektesten Filme seit langem."

Neben der Tatsache, dass es die Produktion mit mehreren technischen Beratern unterstütze, machte das Verteidigungsministerium es auch möglich, dass mehrere Flugzeuge - darunter ein Geschwader von F-16 und B-2-Maschinen - für die Dreharbeiten zur Verfügung standen, ebenso wie Blackhawk Helikopter der US Armee. Für die Szene, in denen der US-Präsident von den Marines gerettet wird, arrangierte das Verteidigungsministerium den Dreh mit drei CH-53 Hubschraubern mitsamt Marines-Besatzung von der Reserve-Einheit in Willowgrowe in Pennsylvania.

Der Optik des Filmes kam es auch sehr zugute, dass die Mitarbeiter des Art Department weitreichenden Zutritt zum Pentagon, dem Weißen Haus und dem National Airborne Kommandozentrum hatten. Mithin liegen die Sets vom White House Situation Room, vom Mess-Raumes im Weißen Haus, vom Pentagon Kontroll-Center und dem sogenannten Hotline Room alle sehr nah an der Realität. Die künstlerischen Mitarbeiter durften sogar - unter Aufsicht - Fotos, Zeichnungen und Notizen machen, was sich als unglaublich nützlich bei der Erstellung von Details der im Studio nachgebauten Schauplätze erwies. Außerdem gestattete das Verteidigungsministerium der Produktion authentische Aufnahmen des fliegenden National Airborne Command.

"Soviel Unterstützung seitens der Regierung und des Militärs fügte eine Plausibilität und einen Wahrheitsgehalt hinzu, den wir sonst auf der Leinwand nicht so hätten erzielen können", sagt Produzent Neufeld. "Für das Echte gibt es eben keinen Ersatz."

Um sich auf seine Rolle als CIA-Analytiker vorzubereiten, verbrachte Affleck Zeit im CIA Hauptquartier in Langley, Virginia. Dort durfte er sich unter der Anleitung von Chase Brandon, einem Veteran, der 25 Jahre im CIA-Außendienst tätig war (und der inzwischen als Filmbeauftragter für das Büro der Öffentlichkeitsarbeit des CIA arbeitet), mit diversen Einrichtungen vertraut machen und hatte auch die Gelegenheit, mit echten Analytikern aus der Russland-Abteilung zu sprechen.

Für Michael Byrne (Grushkov) war die Vorgabe, seine Dialoge in russischer Sprache wiedergeben zu müssen, eine gewaltige Aufgabe, um es dezent auszudrücken, oder wie er es sagt, "ein echter Alptraum".

"Man öffnet seinen Mund und hofft, es kommt das Richtige heraus", sagt Byrne. "Was das Arbeiten mit Sprachen angeht, war das das Schwerste, das ich je gemacht habe."

"Es war auch für mich wirklich das Schwerste, was ich in Bezug auf reines auswendig Lernen jemals machen mußste", stimmt Affleck zu. "Ich habe mir immer gut Texte merken können, und habe dabei jetzt festgestellt, dass es daran liegt, dass ich mich an Ideen erinnern kann, an Gedanken, an die Konzepte hinter dem Text. Mit Russisch ging das nicht. Da mußste man rein phonetisch auswendig lernen."

Dazu sagt Liev Schreiber, der den CIA-Agenten Clark spielt: "Es war schwierig, aber hat auch sehr viel Spaß gemacht, eine Szene in einer anderen Sprache zu spielen, und zu erfahren, wie sich Leute in einer Sprache ausdrücken, die sich so sehr von der unseren unterscheidet."

Um den Darstellern zu helfen und den Szenen im Kreml weitere Authentizität zu verleihen, nahm man auch mehrere echte russische Schauspieler in die Besetzung auf.

"Es gibt da einen gewissen Grad an Echtheit, den man erzielt, wenn man Leute einsetzt, die eine Sprache tatsächlich sprechen und auch die Kultur kennen", sagt Robinson. "Alleine die Art, in der sie stehen, sprechen, einen ansehen, - alleine das erlaubt es bereits, eine bessere Annäherung an die Wirklichkeit zu erhalten. Wir hatten Glück und konnten die beiden in Russland sehr bekannten Schauspieler Lev Prygounov (General Saratkin) und Alexander Belyavsky (Admiral Ivanov) engagieren, ebenso wie einige in Russland geborene Darsteller, die jetzt in Amerika leben. Ciarán Hinds hat eine Menge Zeit mit diesen Kollegen verbracht. Sie brachten ihm einiges bei, zeigten ihm, wie man steht, schaut und redet, und das hat ihm sehr geholfen seine ohnehin schon sehr beeindruckende darstellerische Leistung noch weiter zu perfektionieren."

Obwohl Der Anschlag sicher in großen Teilen von seinen durchweg herausragenden Schauspielern lebt, enthält der Film natürlich auch tolle Actionszenen. Um den Grad an Realität und Spannung zu erreichen, den die Filmemacher im Sinn hatten, waren die Fachkenntnisse von Special Effects Koordinator Al Di Sarro und dem Visual Effects Supervisor Glenn Neufeld gefragt.

Di Sarro und seine Effekt-Crew realisierten explosive Pyrotechniken, Regen, Schnee, Flammen, Wind, Rauch und Asche. Außerdem waren sie für die mechanischen Effekte im Film verantwortlich, wie zum Beispiel den "kontrollierten" Crash eines Huey-Helikopters sowie dem Design und Bau einer 120 Fuß großen Plattform in einem Kardanrahmen, der das fliegende "National Airborne Command Center" hin- und herschaukelte, um Turbulenzen zu simulieren, in dem sich das Flugzeug befinden sollte. Für die riesige Bombe beim Super Bowl, einer der wichtigsten Sequenzen des Films, setzten Neufeld und sein Team eine Vielzahl unterschiedlichster Tricktechniken ein - von neuester Computeranimation bis hin zu den eher traditionellen Methoden von Green Screen-Kompositionen. Dank all dieser Techno-Effekte und in Zusammenarbeit mit den atemberaubenden Arbeiten des Stunt-Koordinators Terry J. Leonard, gelangen unvergessliche, actiongeladene Szenen, die dem Publikum sicher noch lange im Gedächtnis bleiben werden.

Die Hauptdreharbeiten für Der Anschlag begannen am 12. Februar 2001 im kanadischen Montreal. Während man hauptsächlich in Montreal und Umgebung drehte, fanden weitere Dreharbeiten in Washington, D.C., Baltimore, Russland und in der kalifornischen Wüste statt.

Im Verlauf der viermonatigen Dreharbeiten, entwarfen, konstruierten und errichteten Produktionsdesignerin Jeannine C. Oppewall und ihre Mitarbeiter über 100 verschiedene Sets und Drehorte, um Montreal und seine Umgebung in wechselnde andere Orte zu verwandeln, darunter Washington, D.C., Baltimore, Russland, Wien, die Ukraine, die Golanhöhen und Damaskus. Die größten und aufwendigsten Sets des Films, wie das CIA Hauptquartier, das Pentagon, Dresslers Apartment, der White House Situation Room, das Baltimore General Hospital und das Flugzeuginnere des National Airborne Command Center - einer 747, die bei nationalen Notfällen zum Einsatz kommt - wurden in den Hallen zweier Studios in Montreal errichtet.

Um die Sets für den Kreml zu schaffen, benutzte Oppewall eine Anzahl unterschiedlicher Gebäude in Montreal. So lagen zum Beispiel der Kommandobunker des Kremls, ebenso wie die Nukleareinrichtung von Arzamaz in der Atwater Filteranlage. Der Empfangsraum, in dem Ryan und Cabot zum ersten Mal auf Nemerov treffen, befand sich im Windsor Hotel. Der Ballraum eben jenes Hotels diente als Schauplatz des Washington Correspondents' Dinners. Die Szenen in den Büros von Nemerov und Zorkin, ebenso wie in Nemerovs Schlafzimmer, wurden in einem alten Herrenhaus mit Namen Unitas House gefilmt, während Montreals Rathaus als Double für die Zeremonienhalle des Kreml einspringen mußste.

Auch bei der Darstellung des "Mount Weather Command Center" bediente man sich einer Reihe verschiedener Sets. In diesem Kommandozentrum besprechen zu Beginn des Filmes der US-Präsident und seine Berater die anstehende Krise. Was die Tunnel und Treppenaufgänge angeht, die das Innere des sogenannten "Situation Rooms" umgeben bzw. dorthin führen, so begab sich die Produktion hierfür in den historischen Diefenbunker, ein Komplex, den die kanadische Regierung Ende der 50er als Antwort auf den Kalten Krieg hatte erbauen lassen. Der Diefenbunker, der am Rand von Ottawa im kanadischen Bundesstaat Ontario liegt, war für den Fall eines massiven Angriffes als Schutzunterkunft für politische und militärische Schlüsselpersonen gedacht. Als vierstöckiger Bunker tief in einen Hügel gebaut, wurde der Diefenbunker so konstruiert, dass er praktisch allem außer einem direkten Treffer durch eine Massenvernichtungswaffe hätte standhalten sollen.

In Montreal fanden auch zahlreiche Außendreharbeiten statt, wobei einige Gegenden doppelte Funktion hatten. So diente zum Beispiel die alte Redpath Zuckerraffinerie zum einen als verlassene Armeebasis in der Ukraine sowie als industrielles Umland in Baltimore, das durch die verheerenden Flammen und den Schutt nach der riesigen Explosion im Football-Stadium dem Erdboden gleichgemacht wird. Der Hafen von Montreal ist im Film als Dockgelände Baltimores zu sehen, und der Freimaurertempel der Stadt wurde zur Kulisse der SCIF (Sensitive Compartmentalized Information Facility), einem abhörsicheren Hightech Raum aus Glas und Metall, in dem Cabot das Geheimdienst-Komitee über die russische Situation aufklärt. Für Jack Ryans Apartment suchte man sich das historische Notman House in Montreal aus, und der Mount Royal Park war dank der Rekordschneefälle des letzten Jahres die ideale Drehort für die Szenen im russischen Wald.

Das äußerst wichtige Footballspiel - eine der aufwendigsten Sequenzen - wurde im Olympiastadion Montreals gedreht, das man hierfür für drei Tage in das Baltimore Forum verwandelte. Um sicherzustellen, dass die Szenen authentisch erschienen, engagierte das Filmteam den altgedienten NFL Schiedsrichter Jerry Markbreit als technischen Berater. Außerdem ließ Stunt-Koodinator Terry J. Leonard (selbst ein ehemaliger Profi-Footballer der British Columbia Lions) die echten Montreal Alouettes und die Toronto Argonauts als Double für die fiktiven Chicago Rockets und Alabama Gators vor Tausenden begeisterter Montrealer, die als Fans die Ränge füllten, auflaufen.

Um den Wahrheitsgehalt auch auf politischer Ebene zu garantieren, berieten sich die Filmemacher ausführlich mit Beratern des CIA und des Verteidigungsministeriums, darunter Spezialisten der Air Force, der Marines, der Armee und der Navy. Eine Vielzahl erstklassiger Experten gab technische Ratschläge zu zahlreichen Belangen, etwa der Frage, was während und nach einer massiven Explosion passieren würde bis hin zu den Vorgehensweisen, die beim Bau und der Handhabung von Massenvernichtungswaffen eine Rolle spielen. Es ist mithin keine Übertreibung, dass Authentizität und Realismus - bis hin zu kleinen Details wie exakter militärischer Kleidung für die Statisten - eine unglaublich bedeutende Rolle in Der Anschlag spielen.

Dirk Jasper FilmLexikon
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