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"Ich bin mit Jerry Bruckheimer befreundet, seitdem ich "Lost Boys" (1986) gedreht habe", fährt Schumacher fort. "Er rief mich damals an, weil er den Film mochte. Seither haben wir immer wieder darüber geredet, gemeinsam einen Film zu machen. Dieser Stoff war jetzt einfach die perfekte Gelegenheit, den Plan in die Tat umzusetzen - und dann noch mit Anthony und Chris, das war eine fantastische Kombination."
"Dies ist ein Projekt, das lange auf die ganz besonderen Elemente gewartet hat. Mit Anthony, Chris und Joel stellten sie sich alle auf einmal ein", erklärt Jerry Bruckheimer. "Ich würde sagen, dass es uns mit Bad Company - Die Welt ist in guten Händen gelungen ist, die ganz unverkennbare Comedy von Chris Rock mit dem hinreißenden Schauspiel von Oscar©-Gewinner Anthony Hopkins zu einem einzigartigen Filmerlebnis zu verbinden." Und er fährt fort: " Joel Schumacher hat immer wieder bewiesen, dass sein Talent als Regisseur grenzenlos ist. Er ist sehr zeitgemäß und hat die Fähigkeit, ein längst akzeptiertes Filmgenre richtiggehend neu zu erfinden. Joel ist nicht einfach nur ein Regisseur. Er ist ein Autor, ein Designer und verfügt über einen gleichermaßen ausgeprägten Sinn für das Visuelle und großartigen Humor. Ich liebe es, talentierte Regisseure, die für einen bestimmten Stil bekannt sind, mit einem für sie völlig neuen Genre zu konfrontieren. Wenn sie dann so kreativ wie Joel sind, dann verpassen sie etwas Altbekanntem einen völlig neuen Look und machen daraus etwas Eigenes."
"Bad Company - Die Welt ist in guten Händen ist definitiv ein aufregender Actionfilm", wagt sich Schumacher an eine Beschreibung. "Ich würde nicht sagen, dass es sich um ein Buddy-Movie im traditionellen Sinne handelt, denn die zwei Hauptfiguren können sich zunächst einmal überhaupt nicht riechen. Allein die Besetzung von Anthony und Chris macht ja schon klar, dass es sich um ein sehr seltsames Paar handelt, dass wir hier durch ein Spionagefilm-Szenario schicken. Ich glaube allerdings, dass uns eine Mischung gelungen ist, die sich sämtlichen Genrebeschreibungen entzieht. Es ist ein völlig neuartiges Filmerlebnis, das frisch ist, das neu ist und das sich anfühlt wie das Hier und Jetzt."
"Bisher habe ich mir immer das Drehbuch vorgenommen und selbst für die Besetzung gesorgt. Diesmal wurde mir die Besetzung gemeinsam mit dem Drehbuch auf dem goldenen Präsentierteller serviert - welch ein Geschenk!" freut sich Joel Schumacher.
"Über die Bandbreite und Power von Anthony Hopkins mußs man nicht viele Worte verlieren. Er hat sie immer wieder unter Beweis gestellt", sagt Jerry Bruckheimer. "Ich finde, dass er seiner typischen Leinwandpersönlichkeit, die die Zuschauer kennen und lieben, in Bad Company - Die Welt ist in guten Händen ganz neue Seiten abgewinnt."
"Ich bin ein Kenner von Actionfilmen", gesteht Anthony Hopkins. "Filme mit Schwarzenegger oder Harrison Ford in den Indiana Jones-Filmen, das ist pure Unterhaltung. Mir gefällt das. Ich kann mir keine ernsten Filme ansehen. Ich langweile mich schnell. An einem Actionfilm beteiligt zu sein, ist harte Arbeit, aber es macht auch Spaß und ist ein interessanter Tempowechsel.
Über das grundlegende Dilemma von CIA-Agent Oakes, seiner Figur in Bad Company - Die Welt ist in guten Händen, sagt Hopkins: "Für Oakes und sein CIA-Team gibt es nur eine Möglichkeit ihre Probleme zu bewältigen: Sie müssen Jake trainieren, damit dieser als sein Zwillingsbruder auftreten kann. Das ist eine sehr pfiffige, ironische und auch komische Konstellation für Chris Rock, der natürlich sowohl Kevin als auch Jake spielt."
"Oakes ist ein abgebrühter Veteran und weiß genau, was er will", beschreibt Hopkins seine Figur. "Er hatte früher schon mit Kids wie Jake zu tun. Er ist geduldig, weil er ihr Können, ihr Talent sofort erkennt. Oakes weiß, dass er den ,jungen Nichtsnutz', wie er ihn nennt, manipulieren, antreiben und manchmal auch in die Mangel nehmen mußs. Er mußs harte Manschetten anlegen und Jake je nach Situation entweder locken oder bestrafen, um das aus ihm herauszukitzeln, was er will. Jake hat eine ausgeprägte Bauernschläue und ist schlagfertig, aber er hat auch Angst und ist manchmal sogar ein richtiger Hasenfuß. Als er und Oakes verfolgt werden, betont Chris diesen Aspekt seines Charakters - und das ist ungeheuer komisch."
"Jerry Bruckheimer ist ein guter Typ, ich habe so viel von ihm gelernt", meint Chris Rock, der erklärt, dass er sich für das Projekt interessierte, weil sich die Möglichkeit bot, mit dem legendären Produzenten zu arbeiten. "Wenn man mit einem Eimer Popcorn in ein Kino geht, dann will man einen Jerry-Bruckheimer-Film sehen - da weiß man, dass man etwas wirklich Großes für sein Geld bekommt. Jerry lässt einen diesbezüglich niemals hängen."
Über seine Rolle Jake Hayes sagt Rock: "Jake Hayes hält sich damit über Wasser, dass er Leute beim Schach über die Ohren haut, Tickets auf dem Schwarzmarkt vertickt oder als DJ arbeitet. Er ist ein Hansdampf in allen Gassen. Als sein identischer Zwillingsbruder Kevin getötet wird, mußs Jake seine Stelle einnehmen, um dessen Mission zu vollenden."
Er fährt fort: "Obwohl sie völlig gleich aussehen, könnten sie nicht unterschiedlicher sein. In Fernsehsendungen hört man ja immer von Zwillingsbrüdern, die bei der Geburt voneinander getrennt werden, sich aber letztlich doch sehr ähnlich sind. Ich würde sagen, dass ein Kid, das in Harlem auf seiner dreckigen Matratze auf und ab springt, genauso glücklich ist wie ein Kid in Beverly Hills, das das gleiche auf einem Trampolin macht - solange beide die nötige Liebe und genügend Brot auf den Tisch bekommen."
"Jakes Jobs sind ein bisschen halbseiden und seine Freundin Julie hat von dieser Situation längst die Nase gestrichen voll", erklärt Rock. "Er will aber nicht, dass die Beziehung den Bach runtergeht. Er will das Richtige tun. Also nimmt er diesen Spionagejob an: Er will nur etwas Stabilität und Sicherheit in sein Leben bekommen, damit er sein Mädchen nicht verliert."
Augenzwinkernd betont das Comedy-Ass: "Stimmt schon, dass Jake zunächst auch an dem versprochenen Geld interessiert ist, aber vor allem will er das Richtige tun. Es ist ja nicht so, dass die anderen Typen in diesem Film allesamt umsonst arbeiten würden. Bei denen lästert ja auch keiner rum, weil sie Geld mit ihrer Arbeit verdienen."
"Ich hatte Chris bei den Aufnahmen zu einem öffentlichen Aufruf über die Bedeutung von Erziehung und Ausbildung kennengelernt. Natürlich war ich da bereits ein großer Fan seiner Standup-Comedy, weil er ein brillanter junger Mann ist", erinnert sich Joel Schumacher. "Er ist einer dieser Komödianten, dessen Humor absolut real und immer ausgezeichnet ist. Es macht Spaß, einfach nur Zeit mit Chris zu verbringen und mit ihm zu reden, denn es gibt kein Thema auf der Welt, über das man sich nicht mit ihm unterhalten könnte. Es ist phänomenal zuzusehen, wie sein Verstand funktioniert. Er sagt immer die Dinge, von denen man sich wünscht, man hätte sie selbst gesagt, weil er den Zeitgeist des jeweiligen Moments immer präzise auf den Punkt bringt, egal ob es um Politik, Sex oder Gewalt geht."
"Chris' Art der Comedy ist absolut abgefahren. Er geht immer über das hinaus, was generell als akzeptiert gilt. Gleichzeitig ist er ein Gentleman und hoch intelligent und das nicht nur auf dieser vielbeschriebenen Street-Ebene, sondern ganz real, ganz echt", beobachtet Schumacher. "In der Figur des Jake Hayes steckt sehr viel von Chris, aber als von ihm verlangt wurde ernst zu sein, machte er einen ausgezeichneten Job. Ich glaube, er war selbst ein bisschen überrascht."
"Kevin Pope ist ein ernsthafter, sehr eleganter junger Mann. Chris spielt ihn wunderbar", sagt Schumacher über seinen Star, der eigentlich noch eine dritte Rolle zu spielen hatte: Antiquitätenhändler Michael Turner, die Undercover-Identität von Kevin Pope. "Bei Chris' Intelligenz war mir klar, dass er, hätten irgendwelche Probleme mit den schauspielerischen Herausforderungen bestanden, es mühelos hätte lernen können."
" Anthony Hopkins ist ein absoluter Profi - und alles andere, was damit einhergeht", sagt Rock. "Er hat sein Leben in vollen Zügen gelebt, hat die ganze Welt bereist und mit wirklich Jedem gearbeitet. Viel habe ich einfach dadurch gelernt, neben ihm zu arbeiten. Das war wie Lernen durch Osmose."
"Anthony legte die Figur des CIA-Agenten Oakes so an, dass wir dieses Ich-bin-aus-London-und-du-machst-was-ich-sage-Spielchen niemals spielen mußsten", erklärt Rock. "Ich selbst bin viel lockerer als der typisch steife Engländer. Und so bin ich auch an meine Rolle herangegangen", merkt Hopkins an.
"Wir mußsten nicht totale Gegensätze spielen oder so tun, als hätten wir gar nichts miteinander gemein", überlegt Rock. "Es ist völlig egal, ob man nun in Brooklyn oder in London hart arbeitet. Es kommt immer harte Arbeit dabei heraus. Es gibt da keinen Unterschied - wir sind einfach nur zwei Typen. Am Anfang des Films können wir uns nicht allzu gut leiden, aber wir müssen eine Mission erfüllen und lernen im Verlauf miteinander auszukommen und als ein Team zu arbeiten."
"Chris Rock ist ein sehr lustiger Mann", meint Hopkins. "Ich bewundere Komödianten, aber das ist nicht meine Welt. Ich bin weder Chris Rock, noch bin ich ein Komödiant. Ich bin witzig und habe einen Sinn für trockenen, lakonischen, lockeren Humor. Ich empfinde große Bewunderung für Menschen, die immer Lacher ernten und komisch sein können. Ich finde, als der Normale an der Seite des Komischen hat man den einfacheren Job."
"Anthony und ich haben nichts gemeinsam und wir haben alles gemeinsam", versucht Rock ihre Chemie zu umschreiben. "Ich kann mir nicht vorstellen, mit jemand anderem, egal wie alt, schwarz oder weiß, eine bessere Arbeitserfahrung zu machen. Wir gehen beide mit vollem Einsatz an die Arbeit, und er war auch bei seinen komischen Szenen verblüffend gut. Er weiß, dass er nur dann witzig sein kann, wenn er nicht auf witzig macht. Es ist eine echte Kunst, den Normalen so zu spielen, dass die Figur funktioniert. Komödie ist ein hartes Brot, und jeder Gag bedarf großer Konzentration. Wenn ich etwas Verrücktes oder Ungewöhnliches anstellte, dann wusste Anthony, welche Zeile er bringen mußste, damit der Moment noch komischer wurde."
"Während der Produktion verbrachten Anthony Hopkins und ich viel Zeit damit, über unser Leben zu reden. Aus diesen Gesprächen entwickelte sich die Art von enger Beziehung, wie man sie nur mit jemandem im gleichen Alter hat", sagt Schumacher. "Wir unterhielten uns über die Dinge, die wir durchgemacht haben, ähnliche Erfahrungen, was wir auf dem Weg gelernt zu haben glauben, Fehler, die wir gemacht haben und derlei Dinge. Das nenne ich eine wunderbare Freundschaft."
"Es war sehr einfach, mit Joel Schumacher zu arbeiten, er ist ein so geduldiger und bezaubernder Mann", sagt Hopkins über seinen Regisseur. "Joel ist immer bestens vorbereitet und dreht sehr schnell. Ihm gelingt eine gute Balance: Wir Schauspieler haben die Freiheit zur Improvisation und können eigene Ideen ausprobieren, aber er gewährt uns keine Vogelfreiheit. Letztlich mußs der Regisseur die Zügel in der Hand behalten und die nötige Autorität haben, alles unter Kontrolle zu halten."
"Joel stieg stets darauf ein, wenn wir hin und wieder unsere Zeilen improvisierten, aber das mußste sich immer aus den jeweiligen Szenen und der Geschichte ergeben", erzählt Chris Rock. "Joel wollte nicht, dass das Drehbuch in Stein gemeißelt ist. Ihm war ein gewisser Fluss in den Dialogen wichtiger. Gleichzeitig hatte er immer die eigene Vision, wie der Film am Ende aussehen sollte, im Hinterkopf und handelte entsprechend."
"Ich bin sehr locker, was Improvisation anbetrifft", sagt Hopkins. "Man kann gerne eine gute Pointe unterbringen. Ich mag es allerdings nicht, wenn sich die Improvisation über ganze Szenen erstreckt. Es kann leicht passieren, dass man den Fokus der Szene aus den Augen verliert und zu keinem Ende findet."
"Chris improvisierte, weil er das aus seinem Standup-Act kennt. Die anderen Schauspieler mußsten allerdings immer in der Lage sein, ihm bei seinen Ausflügen zu folgen", erklärt Schumacher. "Sogar Anthony improvisierte hin und wieder. Ich ermutige Schauspieler sogar dazu, solange es ins Konzept der jeweiligen Szene passt. Wenn das nicht der Fall ist, gehen wir zurück zum Drehbuch. Aber oft stellen sich die improvisierten Teile als die besten heraus."
"Wenn man Standup-Comedy macht, hat man eine Idee und man bringt den Witz an. Wenn die Leute lachen, ist er gut; wenn nicht, ist er schlecht", sagt Rock. "Wenn man im Film seine Zeilen anbringt, die komisch sein sollen, mußs man die Pointe immer ein bisschen verstecken, damit das alles nicht rüberkommt, als hätte man ein Mikrofon in der Hand."
Dieses Team von Schauspielern ist stellvertretend für die Absichten, die Schumacher mit Oakes' Gruppe verfolgte: "Ich wollte auf keinen Fall, dass Oakes wie so ein verkrusteter, schusseliger CIA-Veteran rüberkommt, der schon seit 100 Jahren für den Geheimdienst arbeitet. Solche Typen haben wir schon mehr als 100 mal gesehen. Wir wollten ihn als progressiven, wissbegierigen und praktischen Typen zeichnen. Anstatt ihn also mit einer Crew von abgebrühten Jungs zu umgeben, stellten wir ihm ein dynamisches und ausgezeichnetes Team zur Seite."
"Agent Seale ist ein Überwachungsspezialist und Oakes' rechte Hand", sagt Gabriel Macht bei der Beschreibung seiner Figur. "Er ist ein Delta-Force-Rekrut. Nicht zuletzt deshalb würde ich ihn als das stärkste Mitglied der Gruppe bezeichnen. Er ist ein ambitionierter junger Mann, der jede Aufgabe lösen will, die man ihm vorsetzt. Er vertraut Oakes wie einem Vater. Oakes sieht in ihm im Gegenzug einen Sohn, den er respektiert und dem er vertraut. Seale ist der Schmerz bewusst, den Oakes nach dem Tod von Kevin durchmacht. Gleichzeitig will er ihn auf den Boden der Tatsachen zurückbringen und seinen Fokus wieder auf die Durchführung der Mission richten."
"Seale hat Kevin Pope als Kollegen, der sich in seinem Job bestens auskannte, bewundert", erklärt Macht. "Es bricht Seale das Herz, als Kevin wegen eines kleinen Fehlers sein Leben lassen mußs. Seale ist der einzige in der Gruppe von CIA-Agenten, der von Anfang an zu Jake Hayes hält. Der sieht sich mit der unglaublichen Aufgabe konfrontiert in nur neun Tagen wie Kevin - der Bruder, den er niemals kannte - zu werden und dessen Mission zu Ende zu bringen. Aber Seale stärkt Jake den Rücken, indem er ihm rät darauf zu vertrauen, wer er ist. Ich denke, Seale glaubt wirklich daran."
Um sich auf seine Rolle vorzubereiten, stellte Macht Recherchen über die CIA und die Delta Force an. "Ich habe mit einer Gruppe von Jungs geredet, die da mittendrin waren", sagt Macht. "Sie haben mir einige der technischen Aspekte beigebracht, z. B. wie man richtig mit einer Waffe herumläuft und wie man sich in Konfliktsituationen zu verhalten hat."
" Anthony Hopkins ist faszinierend und die Arbeit mit ihm war Wahnsinn", begeistert sich Macht. "Er ist ein ganz normaler Typ und er hat nicht den Hauch von Starallüren. Er sieht sein Schauspiel als den Job, den er zu erledigen hat, um seinen Teil zum Gelingen des Films beizutragen. Als ich mich mit ihm über das Schauspielen unterhielt, sagte er: ,Lass uns nicht darüber reden - das vernebelt nur den Kopf und man macht sich zu viele Gedanken'."
"Anthony geht ganz instinktiv an seine Arbeit heran", erzählt Macht. "Er ist so entspannt, dass er einen regelrecht hypnotisiert und man ganz automatisch in den Rhythmus der Szene kommt - als würde man in seinem Windschatten fahren. Das ist etwas ganz Besonderes. Ich habe das noch bei keinem anderen Schauspieler erlebt. Er ist unglaublich großzügig und hat mich viel gelehrt: Man mußs nur pünktlich zur Arbeit erscheinen und seine Zeilen können. Dann entspannt man sich, hat etwas Spaß, spielt herum. Man darf das alles nicht zu ernst nehmen."
"Ich bin ein Riesenfan von Chris Rocks Standup- und Sketch-Comedy, er ist eine der stärksten und bedeutsamsten Stimmen meiner Generation", sagt Gabriel Macht. "Seine Betrachtungen über das Leben und die Gesellschaft sind sehr mutig. Manchmal war ich ein bisschen eingeschüchtert, neben ihm zu spielen. Wenn Chris dann mit seinen Improvisationen anfing, konnte ich gar nicht glauben, ihn hier nicht einfach im Fernsehen zu verfolgen, sondern live dabei zu sein, wie er richtig Gas gibt. Sein Verstand ist scharf wie eine Rasierklinge."
Peter Stormare wurde als Adrik Vas, der russische Schwarzmarkt-Kontaktmann besetzt, eine der Figuren aus der dunkleren Seite von Oakes' und Jakes Realität. Stormare hatte für Joel Schumacher bereits in 8MM - Acht Millimeter und für Jerry Bruckheimer in Armageddon - Das jüngste Gericht vor der Kamera gestanden.
"Bei Armageddon - Das jüngste Gericht hatten wir so eine wunderbare Zeit mit ihm, als er diesen durchgeknallten Kosmonauten spielte", erinnert sich Jerry Bruckheimer. "Wenn wir auf talentierte Schauspieler stoßen, setzen wir sie nur zu gerne erneut wieder ein, aber dann in ganz anderen Rollen. Peter gefiel das Drehbuch und wollte einen Bösewicht spielen, also holten wir ihn mit an Bord. Die Gelegenheit, mit Leuten, die man mag und bewundert, bei einer großen Bandbreite von Filmen zu arbeiten, ist einer der aufregendsten und angenehmsten Aspekte des Filmemachens."
"John Slattery spielt Roland Yates, den Chef der CIA", berichtet Joel Schumacher. "Es ist Yates' Job Terrorismus auszumerzen, koste es, was es wolle, auch wenn Menschenleben geopfert werden müssen... immer mit dem Wahlspruch im Hinterkopf, dass ein einzelnes Leben nicht so wichtig ist wie das vieler Menschen."
Kerry Washington spielt Julie, Jake Hayes' Freundin. "Ich würde sagen, dass Kerry eine der besten jungen Schauspielerinnen ist, die es gegenwärtig gibt", sagt Schumacher. "Ich habe sie in dem kleinen Film LIFT eine Ladendiebin spielen sehen und da war sie großartig." Außerdem machte sich Washington einen Namen mit den Filmen "Save the Last Dance" (2001) und "Our Song" (2000).
"Als man mich zum Vorstellungsgespräch zu Joel brachte, dachte ich, man hätte mich für die Rolle der Nicole, die jetzt von Gabrielle Beauvais-Nilon gespielt wird, vorgesehen", erinnert sich die junge Schauspielerin. "Nicole wurde als sehr großer, sehr eleganter Supermodeltyp beschrieben, und so sah ich mich ja überhaupt nicht. Also beschloss ich, bei dem Termin mit Joel einfach mein Bestes zu geben und so hinreißend wie möglich auszusehen. Joel erzählte mir, er wolle mich als Julie besetzen, die als Figur gerade neu ins Drehbuch aufgenommen worden sei. Das fand ich sehr aufregend - wie das ganze Projekt, das so viele verschiedene Geschichten erzählt und viele verschiedene Ebenen hat."
Sie fährt fort: "Julie liebt Jake von ganzem Herzen. Das macht es für sie noch schwieriger, ihm von dem neuen Kurs zu berichten, den sie in ihrem Leben einschlagen will. Sie lebt bei ihrer Schwester, hilft ihr mit den Kindern und pendelt täglich in die Stadt. Sie hat Angst, sie könnte den Rest ihres Lebens in diesem Trott hängenbleiben, wenn sie keine drastische Änderung vornimmt. Sie möchte die Schule abschließen, einen besseren Job finden, von Jersey City fortziehen und ein neues Leben beginnen, in dem sie endlich die Frau sein kann, die sie sein will."
"Jake ist ein wunderbarer Mensch, sehr smart und witzig. Er hat Mittel und Wege gefunden sich durchs Leben zu mogeln und zu überleben", berichtet Washington. "Mir gefällt der Aspekt der Geschichte, in dem ein Blick darauf geworfen wird, dass unsere Umwelt beeinflusst, wer oder was wir werden. Denn Jake ist genauso intelligent und begabt wie Kevin. Aber Julie befürchtet, dass Jake seine Fähigkeiten nicht in dem Maß einsetzt, wie sie es sich wünschen würde. Sie versteht nicht, was mit ihm los ist. Es ist aber geheimnisvoll genug, dass sie in der Stadt bleibt, um ihrer Beziehung noch einmal eine Chance zu geben"
"Chris Rock ist sehr aufgeweckt und ständig sieht er die Dinge in einer Weise, die ebenso faszinierend wie aberkomisch ist - und er lässt andere nur zu gern daran teilhaben", erzählt Washington. "Viele Komödianten schaffen es einfach nicht, ihre komische Seite abzuschalten. Das hat oft etwas mit Unsicherheit zu tun. Aber Chris ist ganz anders. Er ist ein ernst zu nehmender Schauspieler. Er und Anthony Hopkins sind grundverschiedene Typen, aber beide sind überdurchschnittlich talentiert und unglaublich intelligent. Es war eine große Freude, mit ihnen am Set sein zu dürfen und Teil dieses Films zu sein."
"Kevin Popes Freundin Nicole wird von Garcelle Beauvais-Nilon gespielt", sagt Chris Rock. "Sie weiß nicht, dass Kevin tot ist. Und jetzt ist Jake da, der so wie sein Bruder aussieht und klingt. Aber Jake hat ein Problem: Nicole ist unglaublich attraktiv und glaubt, er sei ihr Freund, doch er darf sich auf nichts einlassen. Das ist ein interessantes Dilemma."
"Das Publikum kennt Gabrielle Beauvais-Nilon vermutlich aus "Die doppelte Nummer" (2001) oder der ,Jamie Foxx Show'", mutmaßt Joel Schumacher. "Gabrielle und Kerry sind unglaublich attraktiv und talentiert. Sie haben die nötige Tiefe und kennen sich mit Komödie aus. Es kommt oft vor, dass sich diese beiden Elemente nicht miteinander vertragen."
Matthew Marsh, seit über 25 Jahren in dutzenden Bühnen- Bühnen- und Spielfilmproduktionen aufgetreten, wurde als der böse Dragan Adjanic besetzt.
"Dragan ist ein entfremdeter Mann mit schweren Problemen", sagt Marsh. "Beim Zusammenbruch Jugoslawiens gab es Schwierigkeiten in seinem Heimatland und Mitglieder seiner Familie mußsten sterben. Das brachte seine psychopathische Seite zum Vorschein. Er ist ein Unruhestifter und Söldner und hat sich mit Ausgestoßenen anderer Länder zusammengetan, die nur ein gemeinsames Ziel haben: Sie wollen sich mit Onkel Sam anlegen."
"Oakes und Jake wissen nicht, worauf sie sich einlassen, als sie sich mit Dragan anlegen", orakelt Marsh. "Sie schwimmen nur ziellos im flachen Wasser, während Dragan sie wie ein Mörderhai umkreist und nur auf den richtigen Moment wartet, um zuzuschlagen."
"Ich liebe es, mit meinen Rollen ein breites Spektrum abzudecken", erklärt der Brite. "Damals war mir das nicht bewusst, aber vor drei Jahren sah Joel Schumacher mich in London in einem Theaterstück, in dem ich den deutschen Physiker Werner Heisenberg, eines der großen Genies des 20. Jahrhunderts, spielte. Kann also leicht sein, dass man in einem Monat lange Reden über Philosophie und Physik schwingt und im nächsten Jagd auf andere Menschen macht und von einem fahrenden Auto ins nächste hechtet. Mir gefällt beides."
"Ich kann mich noch gut erinnern, als Schuljunge Anthony Hopkins auf einer Londoner Bühne in einer klassischen Rolle gesehen zu haben", überlegt Marsh. "Kurz darauf verließ er das Land, um in Amerika Filme zu drehen. Sein Ansatz für seine Karriere hat viele britische Schauspieler dazu inspiriert, das Auftreten in Filmen nicht mehr länger zu verdammen. Was seinen Einfluss auf andere Schauspieler anbetrifft, gibt es keinen Größeren in England. Nachdem ich ihn nun kennen gelernt und in einem Film mit ihm gespielt habe, kann ich auch sagen, dass er ein tolles Beispiel dafür ist, ein großer Star und gleichzeitig ein wunderbar angenehmer Mann zu sein."
"Die Spezialgebiete von CIA-Agentin Diane Swanson sind Sprachen und umfangreiches Wissen über den europäischen Osten", erklärt Brooke Smith. "Sie arbeitet schon seit längerem mit Oakes und ist eindeutig in ihn verschossen. Es kann sehr attraktiv sein, Leuten bei der Arbeit zuzusehen, die auf ihrem Gebiet sehr gut sind. Swanson und Oakes haben nicht wirklich ein Privatleben, dafür widmen sie sich zu sehr ihrer Arbeit. Sie ist beeindruckt davon, dass er trotz der Jahre bei der Agency immer noch menschlicher und moralischer als sämtliche Kollegen ist."
"Gegen den Rest der Jungs kann sich Swanson ganz gut durchsetzen, ohne ihre Weiblichkeit dabei zu opfern", merkt sie an.
"Swanson hat lange mit Kevin Pope gearbeitet. Als ihre CIA-Einheit seinen Zwillingsbruder rekrutiert, steckt sie in einer merkwürdigen, emotional komplexen Zwickmühle", erläutert Brooke Smith. "Wir trauern um Kevin und lassen das nötige Vertrauen vermissen, dass Jake die Mission tatsächlich zu Ende bringen kann. Als wir ihn kennenlernen, ist er nicht allzu kultiviert. Unsere Aufgabe ist es, ihm die Manieren eines Weltmannes, die tschechische Sprache und alles Wissenswerte über Antiquitäten beizubringen."
"Brooke Smith ist eine unglaubliche Schauspielerin. Ich habe die Arbeit mit ihr in vollen Zügen genossen", berichtet Gabriel Macht. "Wenn man zu einem Dreh kommt, hofft man, dass man mit den anderen Schauspielern Freundschaft schließen kann. Brooke ist so etwas wie eine ältere Schwester für mich geworden. Sie ist sehr cool."
Smith hat ebenfalls Lob für einen ihrer CIA-Kollegen übrig: "John Slattery kenne ich schon sehr lange. Er ist einer der witzigsten Menschen, den ich jemals kennengelernt habe." Aber auch von Anthony Hopkins spricht die Schauspielerin mit glühender Bewunderung: " Anthony Hopkins ist so unglaublich solide. Man weiß, dass er immer für einen da ist. Das Schweigen der Lämmer war einer der ersten Filme, in denen ich mitspielte. Obwohl ich damals nie gemeinsam mit Anthony vor der Kamera stand, saß ich immer beim Dreh und beobachtete ihn bei der Arbeit. Das war unglaublich."
"Beim Dreh des Films hatte ich sogar die Möglichkeit, ein paar Szenen mit Anthony zu improvisieren", fährt Smith fort. "Joel, Anthony und ich diskutierten eine Szene, in der Swanson Oakes ihre Gefühle gesteht. Joel machte ein paar Notizen, wir sprachen das noch einmal durch und dann drehten wir die Szene einfach so. Das war ein starker Moment."
"Vor sieben Jahren rief mich Joel Schumacher an, weil er mich kennen lernen wollte", erinnert sich Brooke Smith. "Er hatte mich in Louis Malles "Vanya auf der 42. Straße" (1994) gesehen. Er sagte, dass ihm meine Arbeit gefallen hatte und er gerne mit mir arbeiten würde. Das Projekt kam damals nicht zustande, aber dann rief er mich eines Tages wie aus heiterem Himmel an und bot mir diesen Part an. Ich arbeite selbst als Filmemacherin, also möchte ich eigentlich im Vorhinein immer wissen, was genau mich erwartet. Bei Joel ging es mir nicht so. Bei ihm weiß man, dass man sich in guten Händen befindet."
"Joel ist wundervoll, weil er genau weiß, wann man Hilfe benötigt und wann man alleine gelassen werden will", sagt Smith. "Er weiß, wann er sich einmischen mußs. Wenn er dann etwas sagt, dann ist es immer richtig und auf den Punkt - genau das braucht ein Schauspieler."
"Joel hat in seinen Arbeiten solch eine gewaltige Bandbreite bewiesen und stets bringt er diese gewaltige Erfahrung und sein perfektes Gespür in alles mit ein", begeistert sich auch Kerry Washington. "Selbst wenn er sich mit technischen Fragen herumschlägt, wie man den Kamerakran, Explosionen und Rauch einsetzt, ist es ganz deutlich, dass er die kreativen Aspekte niemals aus den Augen verliert. Nie ließ er die künstlerische Seite außer Acht. Er hatte immer auch im Kopf, ob der jeweilige Moment eine realistische Herausforderung für den Schauspieler darstellte. Es wäre ein leichtes gewesen, in all dem Geballer und inmitten der pyrotechnischen Gimmicks den Überblick zu verlieren, aber Joel ließ sich davon niemals ablenken. Für uns Schauspieler war das überaus inspirierend."
"Joel war sehr entspannt und voller Vertrauen, dass jeder seinen Job zu seiner vollsten Zufriedenheit ausüben würde", sagt Matthew Marsh über die Arbeit mit dem Regisseur. "Sowohl während des Drehs als auch danach fand er immer Zeit für ein kleines Schwätzchen über Gott und die Welt und diskutierte nicht nur über die nächste Einstellung. Er schuf für alle eine sehr zivilisierte Atmosphäre am Set und ließ uns spüren, dass wir zum Gelingen des Unterfangens beitragen könnten. Gleichzeitig hatte er das nötige Charisma, das ihn stets aus mehr als 100 Menschen herausragen ließ."
"Es war eine große Ehre für mich, mit Joel Schumacher arbeiten zu dürfen, weil ich mit seinen Filmen aufgewachsen bin", freut sich Gabriel Macht. "Ich habe all seine frühen Filme geliebt: "Car Wash" (1976), "Flatliners - Heute ist ein schöner Tag zum Sterben" (1990) oder "The Lost Boys". Sein Wissen über Film ist die halbe Miete. Er weiß, was er will und wie er es bekommen kann und er hat ein fabelhaftes Gespür für Schauspieler und geht gerade mit jungen Darstellern wunderbar um. Ich würde sagen, dass ich nie zuvor in einem derart stressfreien Umfeld arbeiten konnte. Es war alles sehr sorglos. Er ließ uns spielerisch sein und einfach abheben."
"Film ist ein Medium, bei dem es auf Zusammenarbeit ankommt. Das gefällt mir, denn ich bin ein Teamspieler", erklärt Chris Rock. "Wenn man mit anderen Schauspielern arbeitet, geht man am besten immer so gut vorbereitet und bemüht wie möglich in jede Szene. Am meisten Spaß macht es, wenn man die Gelegenheit hat, mit interessanten, witzigen und kreativen Leuten zu arbeiten. Bad Company - Die Welt ist in guten Händen ist ein perfektes Beispiel dafür, denn Jerry, Joel, Anthony, Gabriel, Kerry und Gabrielle gehören eindeutig zu diesen interessanten, witzigen und kreativen Leuten."
"Von Jerry erhält man bedingungslose Unterstützung. Ich kann mich voll und ganz auf die Regie konzentrieren, ohne mich mit den Aufgaben eines Produzenten herumärgern zu müssen", fährt Joel Schumacher fort. "Jerry liebt seine Filme. Das sieht man bei allem, was er macht. Ich habe bereits in der Vergangenheit mit einigen Leuten aus Jerrys Team gearbeitet - und Junge, ich kann sagen: das sind die Besten der Besten. Bei Produktionen von Jerry Bruckheimer spürt man förmlich, dass sie in Teamarbeit entstanden sind. Jeder trägt seinen Anteil zum Gelingen bei."
"Der einzige Nachteil bei der Arbeit mit Jerry ist, dass man von ihm verdorben wird", meint Schumacher augenzwinkernd. "Ich weiß nicht, wie viele Filme Gott für mich vorbestimmt hat, aber wenn er mir einen Vertrag vorsetzen würde, in dem geschrieben steht, dass ich fortan nur noch für Jerry Bruckheimer drehen dürfte, dann hätte ich damit kein Problem. Dann wäre ich ein glücklicher Mann."
Nachdem man die Besetzung und Produktionsvorbereitungen abgeschlossen hatte, begannen Bruckheimer und Schumacher im Frühjahr 2001 mit den Dreharbeiten von Bad Company - Die Welt ist in guten Händen.
"Die Geschichte spielt in New York und in Prag, und wir drehten in beiden Städten", erzählt Schumacher. "Wir wollten alle Vorzüge der natürlichen Schönheit und einzigartigen Architektur Prags nutzen, denn darin spiegelt sich ja auch die Geschichte der Stadt wider", beobachtet Bruckheimer. "In Prag finden sich Einflüsse von Barock bis Renaissance, die die Geschichte auf perfekte Weise geheimnisvoll erscheinen lassen."
"Prag ist ein Treffpunkt für viele Menschen", sagt Schumacher. "Es ist eine der schönsten Städte der Welt und die Menschen dort waren wundervoll zu uns. Hitler warf keine Bomben auf Prag, also ist ein Großteil der berühmten Architektur noch intakt und lässt die Stadt aussehen wie das Königreich eines Märchens."
"Viele Szenen im Drehbuch fanden in Räumen statt, aber als wir nach Prag kamen, stellten wir uns die Frage: Warum sollten wir vor Ort drehen, wenn wir nicht einen maximalen Nutzen aus der Umgebung ziehen", merkt Schumacher an. "Man gestattete uns Zugang zu gewissen Sehenswürdigkeiten, wie das Dach der Nationalen Oper, wo man noch nie einen Film drehen durfte - und vermutlich auch nie wieder drehen darf."
"Dariusz Wolski ist ein brillianter Kameramann. Ich war begeistert, dass er den Film mit mir machen würde", sagt Schumacher über den Kameramann, der für Bruckheimer bereits "Crimson Tide - In tiefster Gefahr" (1995) realisiert hatte und zuletzt als Kameramann von The Mexican in Erscheinung getreten war.
"Ich hatte ihn bereits damals bei meinem ersten Batman-Film auf der Wunschliste, aber nie klappte es ... bis jetzt", erklärt Joel Schumacher. "Dariusz holte das meiste aus den Locations in Prag und New York heraus, vergaß dabei aber nie, dass wir einen Actionthriller drehten."
"Mit Jan Roelfs hatte ich bereits bei Makellos gearbeitet. Er ist ein fantastischer Ausstatter", sagt Schumacher über seinen Produktionsdesigner, der für Makellos und "Orlando" (1992) Oscar©-Nominierungen erhalten hatte. "Er führte ein sensationelles Team mit Leuten aus den USA und Prag an und leistete phänomenale Arbeit."
Das herausragende Designteam wurde mit der in Ungarn geborenen Kostümdesignerin Beatrix Pasztor komplettiert, die an mehr als zwei dutzend Filmen gearbeitet hat, u. a. wiederholt für Gus Van Sant.
"Prag ist eine Stadt der Brücken, weil sich die Moldau mitten durch die Stadt zieht", berichtet Schumacher. "Die Karlsbrücke ist eine der schönsten Brücken der Welt, die von Menschen aus der ganzen Welt besucht wird. Ich verlegte eine Szene auf die Strelecky-Insel inmitten des Flusses, damit man im Hintergrund die Karlsbrücke und ganz Prag sehen konnte. In Realität kann man die Insel nicht mit Autos erreichen, aber für den Film nahmen wir uns diese Freiheit."
"Prag ist eine schöne Stadt", sagt Chris Rock. "Das ist wie New Orleans ohne das Essen. Und New York ist natürlich meine Heimatstadt. Ich habe schon viele Filme in New York gedreht."
Nach einmonatigem Dreh in New York brach die Produktion ihre Zelte dort ab und zog weiter nach Prag. Um Wetterproblemen vorzubeugen und aus zeitlichen Gründen wurden einige der in den USA spielenden Innenaufnahmen nach Prag verlegt.
"Im Film ist Julie nie in Prag zu sehen", bemerkt Kerry Washington. "Aber weil einige Szenen in der Grand Central Station in Prag gedreht wurden, hatte ich das ironische Vergnügen, den ganzen Weg nach Prag zu reisen, um in New York zu sein." Es waren keine Klagen von der Schauspielerin zu hören, die es genoss, durch die tschechische Hauptstadt zu bummeln.
Gedreht wurde überdies außerhalb von Prag in der alten Chotesev-Abtei und in den nahe gelegenen bukolischen Hopfenfeldern. Des Weiteren stellte man die Kameras im Olsany-Friedhof auf, einem der größten Friedhöfe von ganz Europa. Beim Locationscouting vor Drehbeginn stieß man auf weitere hinreißende Drehorte, die man als Kulisse für die Action einarbeitete. Ein Beispiel dafür ist der riesige, verlassene Naturgassilo in Kladno, der nach Ende der Dreharbeiten niedergerissen wurde. Gabriel Macht wird ihn niemals vergessen.
"Wir gingen in den Silo, um unsere Szene zu drehen", erzählt Macht. "Im Inneren hatte man in fünf Metern Höhe eine eiserne Plattform installiert. Als Agent Seale fuhr ich mit dem Motorrad in den Silo, um einen Russen namens Darius zu treffen, gespielt von Petr Jakl, ein zwei Meter zehn großer, 125 Kilo schwerer Judo-Olympionike."
Er fährt fort: "In der Szene erhält Darius den Auftrag, dass er Seale umlegen soll. Gerade noch rechtzeitig merke ich, dass er eine Pistole auf meinen Kopf richtet, und kann ihm meinen Laptop ins Gesicht schlagen. Danach entwickelt sich ein Zweikampf zwischen uns. Als ich aufwuchs, spielten meine Brüder und ich immer diese großen James-Bond-Actionszenen nach. Als Seale konnte ich diese Erfahrung jetzt tatsächlich in einen Film einbringen. Das war ein Erlebnis! Ein Meter achtzig groß zu sein, 85 Kilo zu wiegen und es dennoch mit diesem Riesen aufnehmen zu können, war für mich die Erfüllung eines Kindheitstraums."
Obwohl Macht über Kampferfahrung verfügte, weil er sich für die Darstellung des Mercutio in einer Schultheateraufführung die Grundbegriffe des Schwertkampfes hatte beibringen lassen und in dem Film "American Outlaws" (2001) den Scharfschützen Frank James gespielt hatte, bekam er bei diesem Handgemenge mit einem unverhältnismäßig größeren Opponenten erstmals wirklich eine Vorstellung davon, wie anspruchsvoll das Actiongenre sein kann.
"Das Irre beim Dreh der Szene war, dass dieser sensationelle Athlet keine Ahnung hatte, wie man in einem Film kämpft, also warf er mich zu Boden und begann, mich zu würgen", erinnert sich Macht. "Ich sagte ihm: ,Lockere Hände, lockere Hände, mach nur Augenkontakt. Das ist alles nicht ernst hier, wir spielen nur.' Und dann ging er wieder auf mich los. Es war aberwitzig. Ich habe es überlebt und alles war cool, aber am Ende des Drehtages war ich über und über mit blauen Flecken und Beulen bedeckt."
Auch die anderen Darsteller mußsten die Erfahrung machen, dass der Dreh eines Actionfilms alles andere als ein Zuckerschlecken ist.
"In einer Szene mußste ich 50 Stufen hinabrennen, an Nonnen vorbei, mit gezückten Waffen, dann durch eine Feuerwand hindurch und wieder eine Treppe hinauf, was sich zu diesem Zeitpunkt anfühlte, als müsste ich 3000 Stufen hochrennen", lacht Matthew Marsh bei der Erinnerung an eine der Actionszenen, die er als Bösewicht Dragan zu bestehen hatte. "Es gibt natürlich immer viele technische Unwägbarkeiten, bis man die perfekte Version einer Szene auf Zelluloid bannen kann. Als wir also bei der achten Klappe angekommen waren, war es mir körperlich nicht mehr möglich, die Treppen wieder hinaufzulaufen. Am Ende der Aufnahme brach ich auf der Treppe zusammen und blieb erst einmal fünf Minuten regungslos liegen. Und dann ging es wieder von vorn los. Im Großen und Ganzen kann man aber sagen, dass es eine Menge Spaß gemacht hat."
"Jetzt bin ich in besserer körperlicher Verfassung, als ich es jemals zuvor gewesen bin", sagt Chris Rock, dessen vorangegangene Ausflüge ins Actionfach Beverly Hills Cop 3 und Lethal Weapon 4 umfassten. "Bei Bad Company - Die Welt ist in guten Händen handelt es sich einwandfrei um einen Actionfilm, ganz geradeaus, mit einem Spritzer Komödie, natürlich. Aber die Action ist es, die einen vom Sitz reißt. Und das meine ich ganz persönlich. Ich bin vielleicht nicht von Gebäuden runtergesprungen, aber es ging doch mehrere Treppen auf und ab. Und ich bin um viele Häuserblocks gelaufen. Viel rennen, keine Frage."
"Ich bin in guter Form und habe meine Stunts selber ausgeführt", sagt Anthony Hopkins. Auf die Frage, ob er weiterhin im Actiongenre tätig bleiben wolle, antwortet der Oscar©-Gewinner: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich über Autos springe oder ähnliches, aber ich bin fit und habe viel Mut. In der Vergangenheit habe ich mich bei Stunts einige Male verletzt. Ich habe mir die Achillessehne gerissen, einen Arm von einem Pferd zerschmettern lassen und einmal hätte ich mir beinahe das Genick gebrochen. Natürlich kann man sich weh tun, wenn man körperlich anstrengende Dinge tut. Aber das ist es doch, was Spaß macht."
"Wir drehten bei Nacht und jagten den Bösen auf einer Treppe hinterher", berichtet Brooke Smith. "Das war ein interessanter Moment für mich als Schauspielerin, weil mir in diesem Moment bewusst wurde, dass wir wirklich spielen. Ich weiß, dass Waffen etwas Fürchterliches sind. Aber das waren ja keine echten Knarren. Es war wie damals, als wir als Kinder Räuber und Gendarm spielten."
Nicht von ungefähr beschäftigte die Produktion eine ganze Gruppe von Experten und Beratern, die sicherstellten, dass die Schauspieler sicher sein würden und die Aktionen der Figuren so realistisch aussahen, wie es nur möglich ist.
"Wir hatten Experten, die bei der CIA beschäftigt waren. Sie gingen das Drehbuch durch und besuchten uns wöchentlich am Set des Films", erzählt Joel Schumacher. "Sie trugen die Verantwortung dafür, dass alles so authentisch wie möglich ist. Sie sagten uns, was die CIA macht und was nicht. Zum Beispiel erzählten sie uns, dass sie niemals Geld und eine Bombe am selben Platz austauschen würden. Man würde die Aktion von Computern steuern lassen, und dann würden sich die Leute an zwei voneinander getrennten Orten aufhalten. Also korrigierten wir das Drehbuch, um diesem Umstand Rechnung zu tragen. Aber manchmal mußs man sich als Geschichtenerzähler gewisse Freiheiten nehmen."
"Die CIA war sehr großzügig", berichtet Jerry Bruckheimer. "Sie ließen uns sogar in einem ihrer Gebäude in Virginia drehen, was höchst ungewöhnlich ist. Wir haben uns große Mühe gegeben, die Männer und Frauen der Agentur, die auf der ganzen Welt in bisweilen höchst gefährlichen Situationen für unser Land kämpfen, respektvoll darzustellen."
"Selbst wenn man eine Komödie dreht, müssen die Grundlagen realistisch sein", fährt der Produzent fort. "Wenn man die Geschichte richtig und in einem glaubwürdigen Umfeld etabliert, entwickelt sich die Komödie aus den Figuren. Das Publikum kann Jakes Situation verstehen, weil man sich selbst in der gleichen misslichen Lage befinden würde. Der unterhaltsamste Humor findet sich im wahren Leben."
Schnittmeister Mark Goldblatt, der für Jerry Bruckheimer bereits Pearl Harbor, Armageddon - Das jüngste Gericht und - in Teilen - The Rock - Fels der Entscheidung geschnitten hatte, begann mit seinem Team gleich bei Start des Drehs mit seiner Arbeit. Sowohl beim Schnitt von Action als auch bei Komödien spielt das Timing eine entscheidende Rolle. Deshalb arbeitete Goldblatt während der Produktion und der Postproduktion sehr eng mit Joel Schumacher zusammen, um ein perfektes Ergebnis zu erzielen.
"Unser Komponist Trevor Rabin sah sich bei dem Film vor eine sehr schwierige Aufgabe gestellt, aber er entwickelte einen sehr provokativen, bedrohlichen Score", verrät Schumacher. "Er konnte Elemente der alten Welt, für die Prag steht, mit einer Straßenatmosphäre verbinden und reagierte auf die Actionhöhepunkte und den allgemeinen Handlungsfluss. Außerdem brachten wir das britische Hiphop-Genie Tricky mit an Bord, dessen progressive urbane Musik dem Soundtrack eine ganz eigene Qualität verlieh. Trevor und Tricky gelang es, ihre musikalischen Motive nahtlos ineinander zu verweben. Das Endergebnis ist etwas ausgesprochen Eigenständiges."
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