Hundstage
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Filmplakat
Filmplakat Titel Deutschland: Hundstage
Genre: Drama
Farbe, Österreich, 2001

Kino Deutschland: 2002-08-01
Laufzeit Kino: 121 Minuten
Kinoverleih D: Alamode


Szenenfoto Wochenende, Zeit der Hundstage. Es ist drückend heiß, südlich von Wien, im Niemandsland zwischen Autobahnzubringern, Einkaufsmärkten und Einfamilienhaussiedlungen. Die Temperatur steigt, die Aggression steigt. Asphaltdecken brechen auf.

In dieser Atmosphäre erzählen sechs Geschichten, denen Ort und Zeit des Geschehens gemeinsam ist, von Alltag und Aggression; von Nächten voller Lieder und Spiele, Sex und Gewalt. Von Tagen voller Einsamkeit, Verlust von Liebe, der Sehnsucht nach Liebe.


SzenenfotoDarsteller: Maria Hofstätter (Autostopperin), Alfred Mrwa (Sicherheitsann), Erich Finsches (alter Mann), Gerti Lehner (Haushälterin), Franziska Weiß (junges Mädchen), René Wanko (ihr Freund), Claudia Martini (Ex-Ehefrau), Victor Rathbone (Ex-Ehemann), Christian Bakonyi (Masseur), Christine Jirku (Lehrerin),

Regie: Ulrich Seidl

Stab: • Produzenten: Helmut Grasser, Philippe Bober • Drehbuch: Ulrich Seidl, Veronika Franz • Vorlage: - • Filmmusik: - • Kamera: Wolfgang Thaler • Spezialeffekte: - • Ausstattung: Andreas Donhauser, Renate Martin • Schnitt: Andrea Wagner, Christoph Schertenleib • Kostüme: Sabine Volz • Make Up: - • Ton: Ekkehart Baumung • Ton(effekt)schnitt: - • Stunts: - •


SzenenfotoFilmkritiken

Der Spiegel 2002-31: "Hundstage" sind nichts für den Kinofreund, der wenigstens auf der Leinwand erfüllt sehen will, was ein Begriff wie Liebe verheißt; in "Hundstage" ist nur zu sehen, wie Menschen einander auf der vergeblichen Jagd danach schinden, quälen und missbrauchen. Der österreichische Dokumentarfilmer Ulrich Seidl, 50, schafft in seinem ersten, gnadenlos realistischen Spielfilm ein Mosaik kleinbürgerlicher Provinzialität zwischen Einfamilienhaus und Einkaufszentrum: Klägliche Schicksale kläglicher Figuren in einem schmierigen, Gewaltbereitschaft ausdünstenden Milieu - eine Ungeheuerlichkeit, die ihren Einsatz wert ist. Der unbequeme Monomane Seidl hat dafür 2001 in Venedig den Großen Preis der Jury bekommen. Es hätte auch der Goldene Löwe sein können.

Szenenfotofilm-dienst 2002-15: Ein heißes Wochenende im Wiener Süden: Vier Paare leiden unter der Hitze, aber auch unter den Gemeinheiten und Verletzungen, die sie sich zufügen. Als Bindeglied dient ein Anhalterin, die durch dreiste Fragen immer wieder zum Kern der Inhumanität vordringt. Spielfilm mit dokumentarischem Anstrich, der schonungslos die Hässlichkeit der Menschen, die Trostlosigkeit ihres Lebens sowie den alltäglichen Schrecken zeigt. Ein drastischer, in der Sprache derber Film, der zwar an die Grenzen des Zumutbaren geht, dabei aber stets Zuneigung oder wenigstens Verständnis für die Menschen, ihre Einsamkeit und ihr Scheitern erkennen lässt.

SzenenfotoCinema 2002-08: In unerbittlichen Bildern zeigt Seidl unter anderem den Rentner Walter, der seine alte Haushälterin zum Nackttanz nötigt, wütende Autofahrer, die Rache für ein paar Lackkratzer wollen, die Verzweiflung einer Lehrerin, die sich von ihrem Freund verprügeln lässt. Dabei legen die Laien- und Profimimen einen Seelenstrip hin, der oft schwer zu ertragen ist. Kino, das weh tut. Und das ist gut so.

(TV-Today) 2002-16: Während Seidl eifrig damit beschäftigt war, die bürgerliche Vorortanständigkeit als Schein zu entlarven, vergaß er, aus den deprimierenden Impressionen eines Hochsommerwochenendes einen richtigen Spielfilm zu machen.


SzenenfotoOscar ®
SzenenfotoBemerkungen


Dirk Jasper FilmLexikon
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