Produktionsnotizen zu Birthday Girl

"Wo steht geschrieben, dass man die Liebe seines Lebens unbedingt im Supermarkt kennen lernen muss?"

Die große Liebe zu finden, ist niemals einfach. Aber im Fall von Birthday Girl entwickelt sich diese Suche zu etwas regelrecht Verrücktem und Gefährlichem. Das Internet, russische Betrüger, ein Bankraub, "Cats", sexuelle Verwicklungen, Probleme mit dem Auto und hinreißender knochentrockener britischer Humor sorgen dafür, dass sich eine anfangs zärtliche Romanze mehr und mehr in einen düsteren Thriller mit komischen Elementen wandelt.

Was als harmlose Geschichte eines liebeshungrigen Vorstädters und einer russischen Katalog-Braut, die nicht so recht zu ihm passen will, beginnt, wird zum Drama eines ganz normalen Mannes, der von einer Welle mitgerissen wird, in der er sich urplötzlich Verbrechen und ungeahnten Leidenschaften ausgesetzt sieht. So zumindest sehen die Butterworth-Brüder ihren romantischen Thriller.

Die Butterworths sind eine britische Filmemacherfamilie, bestehend aus Regisseur Jez, Koautor Tom und Produzent Stephen, die sich das Ziel gesetzt haben, mit Birthday Girl einem altbekannten Genre eine ganz neue komische Seite, beseelt und auch etwas bösartig, abzugewinnen. Vor einigen Jahren hatten die Butterworths mit dem hippen Brit-Gangsterfilm "Mojo" (1997) ein beeindruckendes Debüt abgeliefert. Diesmal wollten sie sich dem Genre von einer ganz anderen Seite nähern. Bei Birthday Girl verpassen sie der klassischen "Gegensätze ziehen sich an"-Geschichte ihren unverkennbar eigenen Stil: Sie haben sich die Freiheit genommen, die vermeintlich altbekannte Konstellation mit Elementen von Krimi und Suspense-Thriller, ungewöhnlichen klischeefreien Figuren, überraschenden Wendungen, bissigen und doch spielerischen Dialogen und hochenergetischem Charme selbst in den heikelsten Situationen aufzufrischen.

Dazu kommt noch eine prickelnde, ebenfalls ungewöhnliche Besetzung, an deren Spitze Superstar Nicole Kidman, die sich nach ihrer Oscar-nominierten Darstellung in Moulin Rouge und dem atmosphärischen Schocker The Others wieder an eine komische Rolle wagt, und der britische Jungstar Ben Chaplin, der nach einigen erfolgreichen Hollywood-Auftritten erstmals wieder in seine Heimat zurückkehrt, stehen. Durch diese Paarung - Kidman als russische Betrügerin und Chaplin als bescheidener britischer Bankangestellter, der von ihren immer neuen, nicht immer positiven Seiten fast um den Verstand (und seine Existenz) gebracht wird - entsteht eine ganz eigene multikulturelle und sexuelle Spannung.

Die Butterworths verstanden Birthday Girl stets als Film über Kommunikation - und einen entscheidenden Mangel daran, woran ausgesprochen viele moderne Beziehungen zu leiden scheinen. Sie stellten sich die Frage, wie ein Mann reagieren würde, der in einem Katalog eine Ehefrau bestellt und dann mit einer umwerfend aussehenden Frau konfrontiert wird, die seine Sprache nicht spricht, seine Kultur nicht versteht - und ihn auch sonst völlig irritiert, außer wenn es um Sex geht. Die unvermeidliche Peinlichkeit der Situation und das Potenzial für Fettnäpfchen und bösartige Hintergedanken gefielen den Filmemacherbrüdern: Das war gleichzeitig komisch und höchst spannend. Und darauf baute sich die Geschichte auf.

Bei der Recherche für das Drehbuch fiel den Butterworths vor allem ein im Internet weites Umsichgreifen von Websites auf, auf denen englischen und amerikanischen Männern, die in der Liebe bislang nicht allzu viel Glück hatten, russische Bräute angeboten werden. Fasziniert klickten sie sich durch Sites, in denen schöne, aber auch geheimnisvolle russische Frauen ihre Lebensgeschichten in kleinen Videoclips erzählten, und waren überrascht davon, wie viel Raum für unangenehme Überraschungen sie bereithielten. Also erdachten sie Nadia - die aus einer Aeroflot-Maschine aussteigt und sich als kettenrauchendes, unschuldig nickendes Rätsel entpuppt, das trotz der Versprechungen in seinem Internetprofil kein einziges Wort Englisch spricht.

In der Tat wird der erste Teil von Birthday Girl ausschließlich aus der Sicht von der Figur Ben Chaplins erzählt, während er zunehmend verwirrt und letztlich auf sehr hilflose Weise versucht, sich mit der schüchternen Braut auseinander zu setzen. Als die Schauspieler die Drehbücher erhielten, fand sich im ersten Akt tatsächlich so wenig Dialog, dass sich der Gedanke aufgedrängte, die Geschichte könne einer vergangenen Ära entsprungen sein, wenn es die offensichtliche Sexiness und die modernen Situationen nicht gegeben hätte.

"Wir haben es mit zwei Figuren zu tun, die nicht mit konventionellen Mitteln miteinander kommunizieren können. Also konnten wir John und Nadia lediglich durch ihr Verhalten definieren, und das machte viel Spaß", erklärt Jez Butterworth. "Uns gefiel die Idee, eine Art Stummfilmszenario in einem sehr zeitgemäßen Umfeld durchzuspielen." Aber wenn sich die Handlung schließlich in Bewegung setzt, ändert sich der Ton des Films. Der zuvor wortlose Tanz von Nadia und John macht Platz für bissige Dialoge und heftige Action - speziell als Nadias Cousins ins Bild kommen und ihrem neuen Ehemann ihre geheimen Pläne offenbaren.

"Red keinen Quatsch ... in Russland ist es so kalt, dass du nach England abhauen und mit anderen Leuten vögeln mußst, um dich warmzuhalten!"

Mit dem fertig gestellten Drehbuch machten sich die Butterworths auf die Suche nach der geeigneten Besetzung - das Ergebnis ihrer Suche überraschte sie selbst. Denn, obwohl drei der vier Hauptfiguren Russen mit starkem russischem Akzent sind, ging keiner dieser Parts an russische Schauspieler. Stattdessen wurden die Rollen mit einem großen Hollywood-Star, einem gefeierten europäischen Filmemacher und einem erfolgreichen französischen Schauspieler besetzt.

Stephen Butterworth erklärt: "Wir reisten nach Moskau, um nach russischen Darstellern zu suchen, die diese Rollen hätten spielen können. Jez traf sich mit allen, die für die Parts in Frage hätten kommen können. Ein beeindruckender russischer Schauspieler nach dem anderen stellte sich vor - die waren ziemlich spektakulär und sehr, sehr gut. Leider sprach keiner von ihnen auch nur ein Wort Englisch, obwohl man uns zugesichert hatte, dass sie die Sprache fließend beherrschen." Dieses Erlebnis inspirierte schließlich den ersten Gag in Birthday Girl: Anders als im Bestellkatalog versprochen, spricht Nadia kein Wort Englisch. Die Filmemacher wussten danach aber auch, dass sie an anderen Orten weitersuchen mußsten.

Die wichtigste dieser Figuren ist natürlich Nadia, die gefährliche Schönheit, deren Anwesenheit in seinem Zuhause der bemitleidenswerte John Buckingham alsbald zutiefst bedauern wird. Weil sich einfach keine russische Schauspielerin finden ließ, die die notwendige Kombination aus schlitzohrigem Witz, cooler Sexiness und einem wenigstens rudimentären Verständnis der englischen Sprache auf sich vereinen konnte, begann Butterworth, sich außerhalb Russlands nach einer geeigneten Darstellerin umzusehen.

Niemals im Leben hätte er allerdings daran gedacht, dass ein in Hollywood ansässiger Star vom Format einer Nicole Kidman Interesse an dem Projekt zeigen würde. "Sie ist ja nicht gerade der Inbegriff einer Russin", meint Butterworth. "Aber als ich mit Nicole redete, erkannte ich, dass sie die Figur in- und auswendig verstand und begriff. Es war superb, mit ihr zu arbeiten, weil ihre Instinkte ganz ausgezeichnet sind - vermutlich sind sie bei Nicole besser ausgeprägt als bei jedem anderen Schauspieler, mit dem ich bisher zu tun hatte. Als Nadia war sie einfach unglaublich und einzigartig komisch."

Nicole Kidman gefiel die Herausforderung und der düstere unbändige Spaß, der von der Rolle ausging. "Ich habe mich schon immer zu schwarzen Komödien hingezogen gefühlt", sagt die Schauspielerin, die auf diesem Gebiet bereits in Gus Van Sants To Die For einen der besten und mit einem Golden Globe prämierten Auftritt ihrer Karriere hatte. "Und ich war sehr interessiert daran, eine russische Frau zu spielen. Ganz offensichtlich könnte kaum eine Figur weiter von mir selbst entfernt sein. Das gab mir die Gelegenheit, einen Charakter von Grund auf zu erfinden und aufzubauen."

Auch die Aussicht auf die Zusammenarbeit mit einem jungen Filmemacher wie Jez Butterworth, der seine eigene kreative Vision außerhalb der standardisierten Strukturen umzusetzen versucht, faszinierte Nicole Kidman. "Es ist großartig, mit jemandem zu arbeiten, der gleichzeitig Regisseur und Autor ist. Er kennt die Figuren ganz genau und kann auf jede Anregung reagieren", erläutert der Filmstar. "Jez hat einen wunderbaren Geschmack, was Darstellungen anbetrifft, also vertraute ich ihm vollkommen. Und natürlich war ich sehr angetan von seinem ungewöhnlichen Sinn für Humor."

"Das Bankgeschäft verlangt dem Einzelnen eine ganze Menge ab. Es sagt: Hier ist all die Kohle. Stiehl sie ... nicht!"

Von der ungewöhnlichen Art von humoristischem Wahnwitz fühlte sich auch Ben Chaplin angesprochen, der als John Buckingham zu sehen ist: ein Mann, dessen unkompliziertes Leben in einer Londoner Vorstadt auf den Kopf gestellt und in eine völlig neue, teils abenteuerliche, teils verbrecherische Richtung gelenkt wird, als Nadia ankommt. Chaplin erkannte sofort eine unmittelbare Verwandt- schaft mit John, auch wenn dieser bei seiner Suche nach Liebe zu recht unglaublichen Maßnahmen - er bestellt immerhin eine Braut im Internet - greift. Er beschloss, die Figur mit einer berührenden Schüchternheit darzustellen. Außerdem sollte er völlig ahnungslos sein, was den eigenen Charme und die eigene Anziehungskraft angeht. "Ich habe nicht im Entferntesten ein Urteil darüber gefällt, dass John sich eine Braut kauft", sagt Chaplin. "Ich glaube, da draußen gibt es viele attraktive, aber verzweifelt einsame Typen wie John. Jeder von uns kennt wenigstens einen."

Nachdem er zuletzt in erster Linie in amerikanischen Produktionen vor der Kamera gestanden hat, war Chaplin begeistert von der Aussicht, in seinem Heimatland einen Engländer spielen zu können: "Ich habe schon so lange keine englische Figur mehr gespielt, dass ich das richtiggehend vermisste. John steht mir sehr nahe, weil er einen ähnlichen Hintergrund wie ich hat und aus dem gleichen Teil Englands kommt. Ich glaube, ich kann ihn gut verstehen, obwohl ich hoffe, dass ich nicht so bin wie er."

Am Set empfand Nicole Kidman ihren Kollegen in dieser außer Kontrolle geratenden Romanze als würdigen Gegenspieler. "Ich wollte immer schon mit Ben arbeiten, und diese Erfahrung machte unendlich viel Spaß", berichtet sie. "Ich fühlte mich in seiner Gegenwart sehr sicher, speziell mit diesem russischen Akzent, aber er gab mir immer das Gefühl, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Vor allem ist er ein toller Komödiant, und das war eine großartige Inspiration."

"Wer seid ihr?" "Wir sind Russen!"

Der komödiantische Ton von Birthday Girl wendet sich ins Düstere, als Nadias vermeintliche Cousins auftauchen, um ihren Geburtstag zu feiern - und sich als bösartige Betrüger entpuppen, die es sich selbst in angespannten Situationen nicht nehmen lassen, über die Bedeutung von "Cats" zu debattieren.

Wieder ließ es sich Jez Butterworth nicht nehmen, völlig gegen den Strich zu besetzen. Er setzte auf französische Darsteller: den gefeierten Regisseur und Schauspieler Mathieu Kassovitz, der beim Festival du Film in Cannes die Camera d'Or für "Hass" (1996) gewann und zuletzt in dem Sensationserfolg "Die fabelhafte Welt der Amélie" (2001) und in "Der Stellvertreter" (2002) zu sehen war, und den nicht minder hoch angesehenen Schauspieler Vincent Cassel, der in zwei Filmen Kassovitz' Hauptrollen spielt. Beide Männer unterzogen sich einem Crashkurs, um ihre russischen Akzente so perfekt wie möglich meistern zu können.

Produzentin Diana Phillips erklärt: "Vincent Cassel und Mathieu Kassovitz waren Jez' großes Trumpfass, weil ihre Bereitschaft, ihre Dialoge in kürzester Zeit zu lernen, einfach außerordentlich war. Fast ihre gesamte Dialogarbeit fand während eines 24-Stunden-Fluges von Frankreich an den Drehort in Sydney statt, bei denen ihnen ein Dialogcoach ihre russischen Texte beibrachte. Wir hatten auch einen Dialektcoach am Set, der der Besetzung lernen sollte, wie man Englisch mit russischem Akzent spricht. Ihre Verwandlung ging sehr schnell vor sich." Die Tatsache, dass Cassel und Kassovitz bereits an einer Reihe von Filmprojekten gemeinsam gearbeitet hatten, war Grundlage für die furchtlose Arbeitsbeziehung des Duos, die bei diesen beiden unberechenbaren Figuren auch unbedingt notwendig war. "Eigentlich wäre es ziemlich schwierig gewesen, in solch kurzer Zeit eine glaubwürdige Beziehung zwischen Yuri und Alexei aufzubauen, doch der Fakt, dass wir uns privat bereits seit Jahren blendend miteinander verstehen, war ausgesprochen hilfreich", sagt Cassel.

Erst nachdem er Vincent und Mathieu besetzt hatte, fand Jez Butterworth heraus, dass sie auch im wahren Leben beste Freunde sind: "Jeder für sich war absolut der Richtige für die jeweilige Rolle. dass sie so gut miteinander befreundet sind, war ein sehr erfreulicher Nebeneffekt und verlieh ihrer Beziehung im Film eine ganz besondere Dimension. Ich hatte Mathieu in "Un Heros Tres Discret" (1997) gesehen und fand ihn brillant - in diesem Film spielt er einen Lügner, genau wie bei uns - und das nimmt man ihm vollkommen ab. Und Vincent halte ich ohnehin für einen der besten Schauspieler unserer Zeit."

Mathieu hatte viel Spaß daran, den spitzzüngigen Gangster Yuri zu spielen, eine Figur, die zunächst ein ganz klar definierter Typus zu sein scheint, sich dann aber als ein ganz anderer Typ entpuppt: "Das Drehbuch war ganz wunderbar geschrieben. Alle Figuren haben viele unterschiedliche Schattierungen. Zunächst spielen Yuri und Alex zwei völlig überzogene russische Charaktere, um John zu täuschen.

Als ihr eigentlicher Plan zum Vorschein kommt, können sie sich normaler verhalten. Dann kann auch das Publikum erkennen, dass sie eigentlich gar keine richtigen Gangster sind. Sie suchen einfach nur nach einem Weg, um zu überleben." Vincent Cassel stellte fest, dass es einen ganz handfesten Unterschied gab, ob man nun auf Russisch oder auf Englisch spielt: "Manchmal versuchten wir, auf Englisch zu proben, um genau zu verstehen, was jeder Einzelne sagt. Aber das haut nicht hin. Ich beobachtete Nicole bei ihren Dialogen auf Englisch und dann auf Russisch. Ihre komplette Körpersprache veränderte sich. Alles war derart anders, dass wir erkannten, dass einen die Sprache gleichermaßen verändern kann, wie es mit Kostümen oder Makeup möglich ist."

Trotz seiner großen Erfahrung im europäischen Kino hatte Cassel den Eindruck, viel von Nicole Kidman lernen zu können: "Sie zu beobachten, war ungeheuer interessant, weil sie so unglaublich entspannt ist, speziell wenn wir auf Russisch spielten. Wenn man bei der Sprache nicht entspannt ist, dann neigt man dazu, zu schnell zu sprechen. Aber sie war ganz ruhig und half damit, die Geschwindigkeit auf das richtige Tempo zu drosseln."

Aber auch Nicole Kidman fand die Arbeit mit den beiden Franzosen sehr spannend. "Ich war begeistert, als ich hörte, dass Mathieu und Vincent den Film machen würden, weil ich ihre Besetzung für ungeheuer ungewöhnlich, aber auf merkwürdige Weise doch absolut perfekt empfand", erinnert sich die Schauspielerin "Wir hatten alle einen Heidenrespekt davor, Russen spielen zu müssen. Aber das war gut, weil wir deshalb noch härter daran arbeiteten. Beide agieren sehr instinktiv und trugen damit viel zu den Figuren und dem Dreh bei."

"Du kannst mir nicht mehr weh tun, als du bereits getan hast." "Nadia, wenn es dir wirklich egal ist, würde ich dir dennoch gern eine runterhauen."

Birthday Girl spielt in St. Albans, einer gemütlichen Pendler-Vorstadt von London in Hertfordshire, die den ganz normalen Arbeiterklassenhintergrund von John Buckingham bestens illustriert - bis Nadia in sein Leben tritt. Das malerische St. Albans, eine alte Stadt mit einem mittelalterlichen Glockenturm und einem Pub, das auf den malerischen Namen "Ye Olde Fightin' Cocks" hört, ist auch die Heimatstadt der Butterworth-Brüder. Stephen Butterworth gesteht sogar, dass er und seine Brüder alle schon das eine oder andere Mal aus dem Pub geworfen worden sind.

Trotz ihres Wunsches, St. Albans so authentisch wie nur möglich einzufangen, drehten die Butterworths die Innenaufnahmen in erster Linie in Australien. Diana Phillips erklärt: "Wir gingen nach Australien, weil es für alle Beteiligten am idealsten war. Es war wunder-bar, in Nicoles Heimatstadt zu arbeiten. Und Bens Familie lebt ebenfalls in Sydney, also freute er sich, einige Zeit mit seinen Verwandten verbringen zu können. Weil der Hauptanteil von Nicoles Arbeit aus Innenaufnahmen bestand, machte es natürlich auch Sinn, auf diese Weise zu arbeiten."

Aber für die Außenaufnahmen stand fest, dass nur das Wahre in Frage kam. Mit großer Freude kehrten die Butterworths auf heimischen Boden zurück, um die ländlichen Vorstädte Londons einzufangen, die man nur ganz selten in Filmen zu sehen bekommt. Jez Butterworth erklärt: "Was ich an Hertfordshire und St. Albans so ausgesprochen gern mag, ist ihre Schönheit, nach der man allerdings erst etwas suchen mußs. Es gibt wunderbare ländliche Abschnitte, die von Autobahnen getrennt werden. Das ist ein Thema, das sich auch in den Figuren von Birthday Girl widerspiegelt. Tief in ihrem Inneren sind sie wohl wunderbare, schöne Menschen, aber man mußs danach suchen, denn sie sind entfremdet und voneinander getrennt. Die Oberfläche zeigt eine Sache. Aber darunter spielt sich noch viel, viel mehr ab."

Dirk Jasper FilmLexikon
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