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Bibi Blocksberg ist die erste Realverfilmung um
die Abenteuer jener frechen, kleinen Hexe, die seit Mitte der
achtziger Jahre aus keinem deutschen Kinderzimmer mehr wegzudenken
ist. Bis zum heutigen Tage wurden sage und schreibe 33 Mio.
Audiokassetten mit Bibi-Blocksberg-Geschichten verkauft. Von den
Videokassetten mit der Mitte der neunziger Jahre eingeführten
Zeichentrickfigur konnten bis heute rund 1,6 Mio. Exemplare
abgesetzt werden.
Uschi Reich, die als Produzentin hinter den beiden Kinohits steht, dazu: "Karl Blatz von der Kiddinx AG hat zunächst nicht geglaubt, dass man diesen Stoff real verfilmen kann. Aber er fand unsere Filme gut und vor allem hat ihn die Tatsache überzeugt, dass wir auch hier in Deutschland Kinderdarsteller gefunden haben, die so etwas spielen können." Die Dreharbeiten zu Bibi Blocksberg dauerten von 23. Oktober bis zum 21. Dezember 2001. Im Januar 2002 wurden noch im Studio die Flugaufnahmen mit den Hexen auf ihren Besen vor Blue Screen realisiert. Im Anschluss ging es in die digitale Postproduktion, die aufgrund der zahlreichen Tricks und Effekte rund fünf Monate in Anspruch nahm. Einer der wichtigsten Schauplätze des Films ist der Blocksberg, wo sich die Hexen zu ihren Versammlungen treffen. Er entstand unter der Leitung der renommierten Ausstatter Susann Bieling und Uwe Szielasko auf dem Bavaria-Gelände in Halle 12, der so genannten Bayerischen Filmhalle. "Ansonsten," so Uschi Reich, "drehten wir an Originalmotiven. In Starnberg stand ein altes Haus, das im Blocksbergschen Sinne umgestaltet wurde." Ein weiterer Drehort, das Schloss der heimtückischen Hexe Rabia, wurde in Landshut gefunden. Dort befindet sich unter der Burg der ehemalige "Weinkeller", eine äußerst imposante Kathedrale mit 15 Meter hohen Mauern. Bayerische Filmhalle wurde zum Blocksberg Als Regisseurin konnte Hermine Huntgeburth gewonnen werden. Mit der Inszenierung von Bibi Blocksberg betrat die renommierte Filmemacherin, die sowohl mit ambitionierten Kinofilmen wie "Das Trio" als auch mit TV-Thrillern wie der Ingrid-Noll-Adaption "Der Hahn ist tot" auf sich aufmerksam machen konnte, Neuland. Eine Tatsache, die sie "wahnsinnig interessant und spannend fand, weil man beim Kinderfilm ganz neu denken mußs. Ich habe selbst eine 13-jährige Tochter und freute mich darauf, für dieses Zielpublikum einen Film machen zu dürfen."Neben den Kostümen und der Ausstattung stellte das Unternehmen Bibi Blocksberg vor allem in Bezug auf die Tricktechnik für alle Beteiligten eine besondere Herausforderung dar. Doch Uschi Reich setzte hier auf Tradition - schließlich entstanden auf dem Bavaria-Gelände schon so aufwändige Produktionen wie "Das Boot" oder "Die unendliche Geschichte" - und auf ihren persönlichen Ehrgeiz: "Ich wollte zeigen, dass wir auch in Deutschland gute Spezialeffekte machen können. Deshalb haben wir uns auch mit bayerischen Firmen zusammengetan, die freilich Erfahrungen bei Roland Emmerich in den USA machen konnten." So entwickelte die Fa. Magicon Bibis Zauberkugel, Harald Rüdiger baute das Flying Rig, die Konstruktion, die Bibi und Barbara Blocksberg fliegen ließ, die digitalen Tricks wurden bei Scanline entworfen, die ebenfalls auf dem Gelände der BAVARIA ansässig sind. Ganz ohne Unterstützung aus England ging es aber auch bei Bibi Blocksberg nicht. Die renommierte Firma ARTEM, die unter anderem auch die Realtricks für Superman und viele andere große Hollywoodproduktionen gemacht hat, hat einige Mitarbeiter für ein paar Wochen nach München geschickt, um die Realtricks von Bibi Blocksberg zu entwerfen. Auch das Streifenhörnchen, in das sich die böse Hexe Rabia verwandelt, ist in England trainiert (und seine künstliche Version wurde dort gebaut). Hermine Huntgeburth hatte schnell den anfänglichen Respekt vor dem Unbekannten verloren: "Wenn man die Computertricks gut machen will, und wir wollen sie gut machen, dann heißt das: Zeit, Aufwand und viel Liebe. Es ist auch Quatsch, zu glauben, man müsste die Amerikaner nachmachen. Ich denke, wir Europäer müssen unsere Authentizität und Individualität bewahren." Entertainment für Groß und Klein Wie bei den Kästner-Verfilmungen zuvor ging es Uschi Reich nicht darum, einen reinen Kinderfilm zu produzieren, sie will mit Bibi Blocksberg auch das "erwachsene" Publikum unterhalten: "Wenn man seinen Kindern Bücher vorliest, will man ja auch selbst ein bisschen Spaß dabei haben. Und bei BIBI ist mir wichtig, dass die Eltern nicht sagen: 'O Gott, das habe ich mir schon auf 200 Autofahrten anhören müssen', sondern dass sie die Erfahrung machen, dass dieser Film eine eigenständige, qualitätsvolle Geschichte ist, die noch nie als Hörspiel oder in einem anderen Medium erschienen ist und an der sie genau wie ihre Kinder ihren Spaß haben können."Für die Titelrolle der Bibi Blocksberg wurde mit Sidonie von Krosigk eine junge Schauspielerin besetzt, die für Uschi Reich längst keine Unbekannte mehr ist. Entdeckt wurde die zwölfjährige Münchnerin von Franziska Buch, die ihr bereits 1999 in "Verschwinde von hier" einen Part übertrug. "Ich fand Sidonie schon damals in der Rolle dieses etwas verwahrlosten Mädchens sensationell," bemerkt die Produzentin begeistert. "In "Emil und die Detektive" gab es noch keine Rolle für sie, aber ich habe sie vor kurzem in dem ProSieben-Film "Was ist bloß mit meinen Männern los?" besetzt. Für Bibi hat Sidonie von allen Mädchen mit Abstand das beste Casting gemacht." Stelldichein der Stars Neben Sidonie von Krosigk konnte Uschi Reich auch für weitere Rollen einige "alte" Bekannte gewinnen. So spielt Maximilian Befort, der Gypsi aus "Emil und die Detektive", den Florian, Elea Geissler, das Pünktchen aus "Pünktchen und Anton", ist die Hexe Arkadia, und Anna Sommavilla, die Pony Hütchen aus "Emil und die Detektive" und auch im wirklichen Leben mit Elea befreundet, ist als Arkadias Freundin Schubia zu sehen.Für die erwachsenen Parts wurden ebenfalls hochkarätige Darsteller verpflichtet. Das Ehepaar Barbara und Bernhard Blocksberg wird von Katja Riemann und Ulrich Noethen, der gerade als Herr Taschenbier in "Das Sams" seine Liebe für den Kinderfilm entdeckt hat, verkörpert, und Corinna Harfouch schlüpft in das Kostüm der bösen Hexe Rabia. Monica Bleibtreu als weise Oberhexe Walpurgia, Inga Busch als rasende Reporterin Karla Kolumna und "Faust" Christian Nickel ergänzen das illustre Schauspielerensemble. So konstatiert Hermine Huntgeburth nicht ohne Stolz: "Ich arbeitete mit den tollsten Schauspielern Deutschlands, und die Kinder waren nicht nur hervorragende Darsteller, sondern auch immer guter Laune und sehr liebenswert. Ich bin wirklich rundum glücklich." Spannend, sinnlich, turbulent Als Glücksgriff stellte sich auch das Engagement von Elfie Donnelly, der "Mutter" von "Bibi Blocksberg" und auch von "Benjamin Blümchen" heraus. Auch die Regisseurin zeigt sich vom Drehbuch mehr als angetan: "Bibi Blocksberg ist eine spannende, sinnliche und turbulente Geschichte, ein Märchen, ein wunderschönes Buch. Es ist nicht seicht, nicht flach, gleichzeitig ist es lustig und spannend. Dadurch, dass wir einen Film über und mit Hexen machen, kann man eine irrsinnige Fantasie entfalten."Für Bibi Blocksberg stand Uschi Reich ein Budget von knapp 6 Millionen Euro zur Verfügung. Gefördert wurde das Projekt vom FilmFernsehFonds Bayern und der Filmförderungsanstalt. |
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