The One

Produktionsnotizen

?Ein mikroskopisch kleines Wurmloch kann überall auftauchen?, erklärt Morgan, ?aber die Fähigkeit es auch nur um einen Meter zu öffnen, braucht mehr Energie, als im ganzen Universum existiert. Da wir so ein Wurmloch nicht öffnen können, entwickelten wir die Idee, dass unsere Charaktere aufgelöst würden, so dass sie durch diese Löcher passten.

Ihre Atome werden auseinander gebrochen, durch diesen Wirbel in die Wurmlöcher gezogen und im nächsten Universum wieder zusammengesetzt. Die Funktionsweise ist in etwa so wie der Transporter in "Raumschiff Enterprise", aber die Visual Effects sind sehr viel komplizierter.

Die Multiverse Authority ist in der Lage vorherzusagen, wo ein Wurmloch erscheinen wird, so dass sie etwas benutzen können, was wir ?Quantum Tunneler? genannt haben, um ihre Agenten durch diese mikroskopisch kleine Autobahn zu schicken."

?Diese Entdeckungen sind es, die ein Universum vom anderen unterscheiden, obwohl in jedem Universum dieselben Menschen leben?, erklärt Wong. ?In dem Film sehen wir fünf dieser Universen?. Die beiden Autoren entwickelten ihre Geschichte während einer Autofahrt von Los Angeles nach Las Vegas. Als sie nach L.A. zurück kamen, schlugen sie ihre Idee Joe Roth vor, der ihnen sofort einen Entwicklungsauftrag gab.

?Joe hatte sich mit Revolution Studios selbständig gemacht und wollte einen Science-Fiction-Film machen?, sagt Wong. ?Wir sprachen mit ihm sowohl über die Idee paralleler Universen als auch darüber, dass ein Schauspieler mehrere Rollen übernimmt. Als erstes mußsten wir entscheiden, wer der beste Gegner des Helden sein soll.

Der Gegner eines wirklich guten Kämpfers kann nur er selbst sein. Spricht man von Action, dann bekämpft der Held den Antihelden ? zwei Rollen, die, wenn sie von dem besten Martial-Arts-Kämpfer der Welt gespielt werden, nur das Potenzial der Action Sequenzen vergrößert?.

Todd Garner, der Herstellungsleiter des Studios, versprach den beiden Autoren, er könne Jet Li als Star für ihre Geschichte überzeugen. ?Jet drehte gerade "Kiss Of The Dragon" in Paris?, erzählt Morgan ?Bereits vier Tage später rief Todd uns an, Jet stünde zur Verfügung. Das war großartig, denn Jim und ich hätten niemals gedacht, dass wir mit einem internationalen Star mit solch großem und unglaublichen Talent zusammen arbeiten würden.?

Jet Li, den viele als den Welt größten Martial-Arts-Kämpfer betrachten, war von dem Konzept der Geschichte und der Möglichkeit gepackt, verschiedene Charaktere in einem Film zu spielen. ?Ich glaube daran, dass mehr als nur ein Universum existiert?, berichtet Li, ?ich mochte die Plausibilität der Idee. Außerdem war es eine Herausforderung drei verschiedene Menschen in einem Film zu spielen; denselben Mann in drei verschiedenen Universen und jeder Mann hat eine andere Energie.?

Li brachte den Autor Robert Kamen hinzu, um die Elemente einzufügen, die Li in jedem seiner Filme wichtig sind. ?Jet mag es, jeden seiner Filme so zu gestalten, das er zu seinem Leben passt, ?betont Steve Chasman, Produzent und Lis Manager. ?Wenn es sich bloß um einen Actionfilm handelt, der Nichts hat, was das Publikum aus ihm mitnehmen kann, dann ist er nicht interessiert.

Dieser Film handelt von der Suche nach Macht und den vielen schwierigen Situationen, denen wir in unserem Leben gegenüber stehen. Gleichzeitig geht der Film um die Balance von Gut und Böse. Der gute Gabe und der böse Yulaw sind nicht wirklich Feinde. Gabe setzt sich nur gegen das zur Wehr, was mit ihm passiert und Yulaw glaubt daran, dass er irgendwie Ordnung in all die verschiedenen Universen bringt.?

"Gabe ist ein ausgeglichener Mensch mit einer Frau, einem Job und sogar einem Hund, den er liebt", erzählt Li ?Er kann nicht verstehen was mit ihm passiert wenn die Energie seiner Gegenstücke aus den anderen Universen in seinen Körper eindringt. Er möchte nicht Superman sein. Der böse Yulaw ist offenbar nicht in der Lage, sich selbst zu stoppen, während er seine Morde fortsetzt.

Während er tötet, wird er von einem Hochgefühl gepackt, ähnlich dem eines Drogenabhängigen. Seine Macht wächst, und somit wächst auch seine Abhängigkeit. Aber man mußs beide Charaktere mögen, selbst den bösen Jungen, um sie gut zu spielen.?

?Yulaw betrachtet es nicht als Mord, wenn er seine anderen Lebensformen tötet?, erklärt Wong, ?in seiner arroganten Art glaubt er, er sei die beste Hülle für ihre Lebensenergie. Er sammelt nur das, was ihm sowieso gehört, nämlich seine eigene Lebensenergie.?

Morgan wirft diese Frage während der gesamten Drehzeit auf: ?Sind Gabe und Yulaw dieselbe Person? Wenn wir unseren Job gut gemacht haben, dann wird das Publikum nicht nur einen Film mit großartiger Action gesehen haben, sondern sich auch die Frage stellen: ?Wie mag wohl mein anderes Ich in einem anderen Universum sein??

Genau die gleiche Frage wird Gabe gestellt, doch es wird ihm keine Zeit gelassen, darüber nachzudenken. Es kann keinen Tag ohne Nacht und kein Gut ohne Böse geben. Wir müssen die dunkle Seite in uns selbst akzeptieren, sie ist einfach da. Aber Yulaw akzeptiert diesen Fakt nicht. Er möchte Gott werden und alles haben. Jet brachte diese übergeordnete Sichtweise des Lebens in das Projekt.?

Als praktizierender Buddhist ist Li jederzeit bereit, seine Zeit und seine Philosophie mit der Crew zu teilen. Er bringt eine Aura der Ruhe an das Set und hat die Passion, mit seinem Publikum zu teilen, was er auf seiner Lebensreise gelernt hat. ?Ich möchte durch meine Filme mit meinem Publikum reden?, so der Schauspieler, ?zu leben bedeutet ausgeglichen zu sein. Es ist der irdene Standpunkt. Das Leben geht darum Menschen zu verstehen, die Schuhe eines anderen auszuprobieren. Und es bedeutet auch, sich auf das Heute zu konzentrieren und sich keine Sorge um die Zukunft zu machen.?

Journalisten und auch sein Publikum fragen Li regelmäßig, ob er nicht einige seiner erfolgreichsten chinesischen Erfolge für ein westliches Publikum neu verfilmen will. Obwohl ihn diese Bitte ehrt und er sein Publikum respektiert, sucht er doch die eigene Herausforderung und möchte seine internationale Filmkarriere weiter ausbauen.

?Das Publikum hat die Macht?, erklärt Li, ?ich versuche ihm zuzuhören und bis zu einem gewissen Grad diktiert es meinen Weg, denn sein Rat ist unschätzbar wertvoll. Jedoch bin ich mehr daran interessiert, neue Dinge zu tun, wie es etwa in diesem Film der Fall ist.?

Mit der Zusage Lis, die drei verschiedenen Rollen zu spielen, war es für die Macher nun wichtig, ihren Star mit gleichwertig dynamischen Nebenrollen zu umgeben, die ebenfalls vor der Herausforderung standen, mehr als nur eine Rolle zu übernehmen.

?Nachdem Li zugesagt hatte, wollten wir konträr zu seinem ruhigem Verhalten besetzen?, berichtet Wong ?Er ist spirituell und gesammelt. Also wollten wir Charaktere schaffen, die das Gegenteil sind. Die anderen Agenten mußsten aggressiv und einschüchternd sein.?

Einer dieser Agenten ist Yulaws früherer Partner Harry Roedecker. Delroy Lindo spielt den in die Jahre gekommenen Veteranen der Multiverse Authority, der den Auftrag hat, seinen alten Freund zu finden und zu stoppen.

?Roedeckers Funktion ist es, Yulaw daran zu hindern, sein Ziel zu erreichen, der Eine zu werden, das Universum ins Chaos zu werfen und es möglicherweise sogar zu vernichten?, sagt Lindo, ?es trifft die Sache, wenn man sagt, dies ist eine Geschichte über Gut gegen Böse.

Ich interpretiere die Geschichte als eine Parabel über Faschismus. Es geht darum, dass ein Mann versucht, ein omnipotentes, alles beherrschendes, übermenschlich starkes Wesen zu werden. Mein Job ist es, ihn davon abzuhalten.?

Lindo und Li arbeiteten bereits kurz bei dem Actionfilm "Romeo Must Die" zusammen. ?Dieses Mal hatten wir mehr Zeit, zusammen zu arbeiten. Es hat großen Spaß gemacht?. ?Für Jet war es sehr angenehm, an das Set zu kommen und schon vorher mit Delroy zusammen gearbeitet zu haben?, erklährt Chasman.

?Delroy ist einer der besten Schauspieler, die ich je gesehen habe, und er ergänzt Jet hervorragend. Man ist nur so gut, wie die Leute, mit denen man zusammen arbeitet und die beiden haben eine gute gemeinsame Chemie entwickelt.?

Bei der Jagd wird Roedecker von Ethan Funsch, einem weiteren Agenten, unterstützt, der von Jason Statham gespielt wird. ?Roedecker ist eher ein Polizist, und ich bin mehr ein Soldat aus einem Universum, das von Kriminellen bevölkert ist wie einem Hitler oder Hussein, fügt Statham hinzu. ?Funsch wird für diese Arten von Konfrontationen gebraucht. Er ist es gewohnt, sich seine Hände mit dieser Art von Kriminellen schmutzig zu machen.?

Chasman managt nicht nur Jet Li, sondern auch Statham: ?Jason ist wie ein junger, britischer Bruce Willis. Auf der Leinwand ist er unglaublich präsent.?

?Ich wollte, dass Jason seinen Akzent ändert?, lacht Wong. ?Das war eine echte Herausforderung für ihn, und er machte es großartig. Jason ist voller Energie und ohne Furcht.? ?Diesen drei Schauspieler dabei zuzusehen, wie sie zusammen arbeiten, ist unglaublich?, betont Morgan. ?Da Jet aus einer anderen Kultur stammt, mußsten wir ihm gelegentlich erklären, warum wir etwas lustig fanden und er bestimmte dann, ob es für ihn einen Sinn ergab.

Bei Delroy wollte er immer wissen, was diesen Charakter motivierte, etwas zu tun oder zu sagen oder sogar irgendwo zu stehen. Er hält dich wirklich in Bewegung. Und Jason ist einfach scharf darauf, alles auszuprobieren. So haben wir einen internationalen Star mit Jet Li, einen vollendeten, in die Jahre gekommenen Professionellen wie Delroy Lindo und einen Nachwuchsschauspieler wie Jason Statham mit einer angeborenen Fähigkeit und einer starken Arbeitsethik. Es war sehr interessant zu sehen, wie diese Dynamik arbeitet.?

Die Besetzung rundet Carla Gugino ab, die Gabes ergebene Ehefrau T.K., und Yulaws Freundin Massie Walsh spielt. ?Carla kam glücklicherweise in letzter Minute dazu?, erklärt Morgan. ?Es ist keine große Rolle, aber sie ist ungeheuer wichtig; wenn man sie nicht mag, wenn man ihr nicht glaubt, dann fällt die gesamte Geschichte auseinander.?

?Carla ist eine jener Darstellerinnen, die alles ausprobiert und gut damit fährt?, so Wong. ?Als sie als die verschiedenen Charaktere an das Set kam, erkannte die Crew sie kaum wieder. Zuerst ist sie die erotischste Frau, die man je zu sehen bekommt, dann wird sie diese wundervolle Ehefrau mit Bodenhaftung und dann eine Frau, die voll im Berufsleben steht. Man sieht die verschiedenen Arten, mit denen sie an ihre Rollen herangeht ? es ist ein Tribut an ihr Talent.?

?T.K. ist eine sehr pragmatische Frau und sie liebt Gabe sehr?, erzählt Gugino, ?von dem Moment an, an dem wir sie kennen lernen, befindet sie sich in einer Krise, da ihr Ehemann sich in einer schwierigen Situation befindet. Wir fühlen ihre Liebe und die Beziehung, die zwischen ihnen besteht. Sie ist in jeder Beziehung eine sehr reale Frau.

Massie wiederum ist die Quintessenz der Femme Fatale, sie ist ein heißes Weib, das wenig sagt, aber in ihrer Art sehr effizient ist. Sie ist eine menschliche Version von Jessica Rabbit. Eines der ersten Dinge, die Jet wichtig war, ist die Aussage, wie wichtig ihm die Beziehung dieser beiden Charaktere zueinander ist.

Für Jet war die Beziehung zwischen Gabe und T.K. das Herz der Geschichte. Hier ist die Menschlichkeit. Ich mochte die Idee, dass die Seele mehr ist, als unsere bloße physische Präsenz und dass sie sich durch mehr als nur ein Leben zieht.?

Während die Filmemacher an der Besetzung arbeiteten, kreierte Production Designer David Snyder das jeweilige Aussehen der fünf Universen. Sie repräsentierten die Gegenwart, die nahe Zukunft und die weitere Zukunft, in der sich die Technologie auf einem hohen Niveau befindet.

Ein euphorischer Ort namens Happy Land, wo alles sauber und schön ist und schlussendlich eine dunkle Unterwelt, die der Hölle ähnelt. ?Da die Geschichte es erforderte, durch Zeit und Raum zu reisen, mußste jedes dieser Universen ein spezifisches Aussehen haben, das verschiedene Texturen und Farbpaletten einschließt. Wir bemühten uns, Unterschiede zwischen den Universen herauszuarbeiten.

Die Tatsache, dass Jim auch Autor ist, machte die Dinge um einiges einfacher, da er exakt ausdrücken konnte, was er wollte. Ich machte einfach nur Bilder von dem, was er und Glen niederschrieben. Die interessanteste Herausforderung war die Erschaffung der Universen A und C ? anders ausgedrückt: die Gegenwart und die nahe Zukunft. Voraussetzung war es, dass sie exakt gleich aussehen bis auf einige subtile Unterschiede.

Das Publikum sieht augenscheinlich eine Szene zweimal. In Wirklichkeit sind es zwei verschiedene Szenen an zwei verschiedenen Orten. Wir wechselten die Autos aus, die Werbung, die Farben und die Texturen. Es ist sehr klug geschrieben und erlaubte mir bei der Umsetzung mit Spaß bei der Sache zu sein. Man versucht immer etwas zu tun, was niemals zuvor gemacht worden ist. Natürlich gibt es nichts, das wirklich neu ist.

Deshalb haben wir uns bemüht Vielfalt in die verschiedenen Universen zu bringen und uns nicht mit anderen Filmen zu vergleichen. Das Multiverse Agency der Zukunft ist sehr spartanisch und pragmatisch. Es gibt dort keinen Kratzer auf dem Boden und keinen Staub. Es ist dort peinlichst sauber. Die Fabrik der Gegenwart jedoch hat viel Textur, Schmiere und Dreck. Das Haus von Gabe und T.K. ist schön und gepflegt, man sieht, dass darin gewohnt wird. Jeder Handlungsort wurde aufgrund seiner jeweiligen Bedeutung gestaltet.?

Zu den Drehvorbereitungen gehörte es auch, die Kampfsequenzen zu entwerfen. Sie wurden von dem berühmten Kampfregisseur Corey Yuen choreographiert, der in China auch als Yuen Kwei bekannt ist. Da Yuen in Frankreich war, um die Martial-Arts-Sequenzen für KISS OF THE DRAGON zu überwachen, kam er mit seiner Crew erst drei Wochen vor Drehbeginn in die Staaten für die Choreographie für THE ONE. Yuens Assistent Jonathan Ke Quan und der assistierende Kampf-Koordinator David Lai fungierten als Übersetzer zwischen den Englisch sprechenden Schauspielern und Yuens chinesischer Crew.

?Dieser Film ist anders, als die meisten Martial-Arts-Filme, die das Publikum je gesehen hat,? ist Yuen überzeugt. ?Wir haben versucht so wenig wie möglich mit unterstützenden Drähten zu arbeiten, an die die Schauspieler gehängt werden, damit ihre Kämpfe besser aussehen. Wir nutzten mehr von Jets Martial-Arts-Fähigkeiten, weil er wirklich gut darin ist. Das Publikum möchte sehen, wie er kämpft.

Doch wenn der Regisseur will, dass wir spektakuläre Bewegungen ausführen, weil sich der Charakter gerade in einem bestimmten Universum befindet oder um die Stärke, Kraft, Bewegung und Geschwindigkeit des Charakters zu verstärken und dies ein Mensch unmöglich durchführen kann, dann haben wir die Drähte benutzt, um diese Teile der Action zu verstärken oder überhaupt erst möglich zu machen. Doch im Grunde verließen wir uns auf Jets Fähigkeiten. Sie ähneln sehr dem Ballett. Er ist einer der größten Kampfkünstler der Welt.?

Jet Li und Yuen entschieden sich, zwei verschiedene, klar zu erkennende Kampfstile zu benutzen, um die beiden Charaktere voneinander abzusetzen. Sie wählten Bagwa, eine kreisende Bewegung für den guten Gabe, und Shinyi, eine direkte, schlagende Attacke für den bösen Yulaw. ?Wir wollten, dass das Publikum die verschiedene Kampfstile klar dem Guten und dem Bösen zuordnen kann?, erklärt Yuen die Entscheidung.

?Bei dem Bagwa-Stil bewegt sich der Kämpfer in einem Kreis, was zu Gabe passt. Er ist ein einfacher Mann, der versucht, seinen Mittelpunkt zu finden. Er versucht, während der Geschichte seine Ruhe zu bewahren. Beim Shinyi-Stil ist Yulaw extrem motiviert sein Ziel, der Eine ? THE ONE zu werden, zu erreichen, und er versucht alles, um dieses Ziel zu erreichen.

Er ist also die Art von Person, die sich um nichts anderes kümmert und klar nach vorne attackiert, um zu bekommen, was er will. Er macht niemals einen Rückzieher. Er kämpft in einer geraden Linie, weil er glaubt, dass dies die kürzeste und schnellste Verbindung zwischen zwei Punkten sei. Diese gegensätzlichen Stile haben wir zusammengebracht und es ist sehr interessant zu sehen, wie sie zusammen harmonieren.?

Die Sequenzen, in denen Jet Li mit sich selber kämpft, erfordern das Können von erfahrenen Stuntleuten und der Kampfkünstler Yong Guo Jian, Lin Feng und Sam Huang Ka. Li kämpfte zuerst als Gabe, dann wechselte er das Kostüm und kämpfte mit seinem Stuntdouble als Yulaw. Für den letzten Kampf zwischen Gut und Böse brauchte die Crew vier Wochen.

Yuen und Li haben schon häufig zusammen gearbeitet. Yuen hatte an vielen von Lis Filmen als Martial-Arts Koordinator und Regisseur mitgewirkt. Ihre Fertigkeiten und ihre gemeinsam verbrachte Zeit ermöglichen eine nahtlose Zusammenarbeit. ?Jet geht sehr gut mit jeder Form von Action um?, findet Yuen. ?Wenn wir darüber diskutieren, was wir vorhaben, möchte Jet immer Bilder schaffen, die das Publikum zuvor noch nicht gesehen hat.?

Yuen und seine Leute mußsten nicht nur die Kampfsequenzen entwickeln, sie mußsten auch als Martial-Arts-Instruktoren für Delroy Lindo und Jason Statham wirken, die sich einem intensiven Training unterzogen. ?Als wir anfingen mit Delroy zu trainieren, befürchteten wir, dass er nicht flexibel oder weich genug sein würde, weil er so ein großer Mann ist?, berichtet Jonathan Ke Quan, Yuens Assistent. ?Delroy ist etwa 1,90 Meter. Wir befürchteten die Tritte würden zu viel für ihn sein, aber vom ersten Tag an brachte er sich voll ein. Nach der ersten Trainingswoche merkten wir, wie gut er ist und was für eine großartige Haltung er hat. Es hat richtig Spaß gemacht, mit ihm zu arbeiten.?

?Delroy nimmt alles sehr ernst, was er anfängt?, so Li. ?Wir hatten eine Kampfszene zwischen ihm und Yulaw, die gut ein Stuntdouble hätte machen können, aber Delroy wollte nicht. Er wollte wirklich selber kämpfen. Er ist ein wunderbarer Schauspieler.?

?Jason war genauso begeistert wie Delroy?, fügt Wong hinzu, ?er wollte ständig seine eigenen Stunts machen, und wir mußsten ihm sagen: ?Nein, wir haben Stuntleute, weil wir nicht wollen, dass du dich verletzt?. Er war bereit alles zu tun. Quan stimmt zu: ?Zuerst zeigten wir Jason nur Faustschläge, aber er wollte unbedingt, dass wir ihm chinesisches Kung Fu beibringen. So hat ihm Corey drehende Tritte und Tritte nach vorne im Sprung beigebracht, und er war wirklich gut darin.?

Als Yuen mit der Arbeit anfing, war er begeistert, mit einem chinesisch-amerikanischen Regisseur zu arbeiten. Yuen glaubte, er könne mit James Wong chinesisch reden, denn Yuen sprach während des Drehs kaum Englisch. ?Ich dachte, o.k., ich kann mich mit ihm auf chinesisch unterhalten?, lacht Yuen, ?und obwohl Jim eine Menge versteht, spricht er doch kaum. Dennoch war es wunderbar, mit ihm zu arbeiten, weil er so viele großartige Ideen hat und obwohl seine Grundkenntnisse in den Kampfkünsten nicht groß waren, verstand er sofort und war sehr deutlich in dem, was ihm vorschwebte. Er hatte exakte Vorstellungen darüber, welche Art von Rhythmus und Stimmung er erzeugen wollte.?

Yuen arbeitete Hand in Hand mit dem Stunt Koordinator und Second Unit Regisseur Gary Hymes. Hymes und seine Mitarbeiter bauten und betreuten nicht nur die Takelage für die Szenen mit den Drähten, sie überwachten auch die zahlreichen Stunt Sequenzen, von denen einige auch Martial-Arts-Szenen enthielten.

?Dieser Film ist anders als die meisten?, erklärt Hymes. ?Ich habe sehr eng mit Corey Yuen zusammen gearbeitet. Corey war wunderbar, wenn es darum ging, nach anderen Anregungen zu schauen, und wir haben gemeinsam Ideen entwickelt. Er schlug viele sehr kreative und unterschiedliche Arten von Kämpfen vor. Wir haben uns das angesehen und sagten: ?Wie können wir dies noch verstärken?? Dabei half uns dann die Technik. Wir benutzen verschiedene Arten von Drähten, pneumatische Ratschen, mit Propangas arbeitende Mörser und so weiter. Es war eine Kombination aus Ost trifft West.?

Hymes war gleich begeistert, als ihn Executive Producer Lata Ryan bat, an dem Film mitzuwirken. ?Es gibt wirklich wenig Drehbücher, die einen beim ersten Lesen so begeistern wie dieses?, meint Hymes, ?es ist ein ganz andere Art von Action. Es sah so aus, als ob ich hier eine Gelegenheit bekam, Neues auszuprobieren. Wir sind bei diesem Film wirklich in jede Richtung gegangen.

Wenn man die Art des Films und die Anzahl an Szenen, die mit Drahtunterstützung gedreht wurden, bedenkt, dann verursachte er eine Wahnsinnsarbeit an Vorbereitungen. Jedes Mal, wenn wir Leute durch die Luft fliegen ließen, verwenden wir einiges an pneumatischen und hydraulischen Geräten. Proben sind unerlässlich, um die bestmögliche Darstellung zu erzielen, aber auch, um die Stunts zu perfektionieren. Dadurch haben wir auch die Gelegenheit, Jim vor der Aufnahme zu zeigen, was wir machen.?

In einer Sequenz versucht Yulaw, der Polizei zu entkommen, die ihm schon knapp auf den Fersen ist. Er rennt im entgegenkommenden Verkehr, und als sie aufholen, springt er über eine 90 Meter breite Lücke über den Harbor Freeway. Hymes und seine Leute probten den Stunt Anfang November, um die Action zu verfeinern und sicher zu stellen, dass der Stunt auch glaubwürdig aussieht.

Sie benutzten einen Kran und eine pneumatische Ratsche mit einer Bremse, um Lis Stuntdouble über eine Öffnung über der eigentlichen Schnellstraße fliegen zu lassen.?Die Autos auf der Schnellstraße fuhren,? erklärte Hymes, ?wir haben den Verkehr für diese Sequenz nicht anhalten lassen.?

Die Aufnahmen begannen am 29. Januar 2001 im Studio von Playa Vista in Kalifornien. Ein weiterer Drehort war ein Kraftwerk in Redondo Beach, wo die Crew neun Wochen lang Nachtdrehs machte. Hinzu kamen das Sybil Brand Institute in Monterey Park und das alte Unocal Gebäude, das in die Los Angeles Center Stages, eine moderne Studioanlage, umgebaut wurde.

Weitere Szenen wurden in Glendale, Torrance, Valley Village und in der Innenstadt von Los Angeles gedreht. In den Universal Studios erbaute David Snyder, der Production Designer, außerdem ein riesiges Set für die Stygian Strafkolonie im Hades Universum.

?Das großartige an Science-Fiction-Filmen ist, das alle üblichen Regeln, wie etwas auszusehen hat, notwendigerweise nicht mehr gelten?, sagt der Director of Photography, Rob McLachlan, ?das gibt einem Kameramann eine Menge Spielraum, wie er fotografiert.

Er kann die Geschichte visuell freier interpretieren, als er es in einem normalen Drama könnte, wo er in bekannten Umgebungen gefangen ist. Hier gehen wir zu Orten, die niemand zuvor gesehen hat. Hier gibt es niemanden, der sagen könnte: ?Also, alle Lichter sehen so aus und alle Leute so und alles hat diese Farbe oder diese Farbe.?

Ein weiterer Vorteil an futuristischen Orten ist, dass die Bandbreite und der Kontrast innerhalb des Films eine aufregende Materie sind, um damit zu spielen. Und da wir parallele Universen verwenden, wollen wir dem Publikum mit visuellen Punkten Hinweise geben, wenn wir uns woanders hinbegeben, damit es nicht total verwirrend wird. Wir taten dies, indem wir mit Hilfe der Farbe und dem Aussehen der Sets arbeiteten.

David Snyder leistete hervorragende Arbeit, feine Unterscheidungen zwischen den verschiedenen Universen allein durch sein Design herzustellen. Auf dieses Konzept bauten wir bei der Schaffung der Farben und des Lichts auf. Ein Beispiel: die Gefängnisszene, mit der der Film beginnt, spielt im Universum A, der Strafkolonie.

Sie ist ein wenig futuristisch, und wir verwandten Lavendelgel, um ihr eine intensive Farbe zu geben. Diese Gels sind ziemlich neu auf dem Markt. Bevor sie entwickelt wurden, konnte man diese Farbe nicht auf die Leinwand bringen. Es ist ein sehr vereinnahmender Farbton, er ist sehr dunkel und stimmungsvoll.

Von dort gehen wir in das Universum, das uns bekannter vorkommt, weil es unserem am ähnlichsten ist. Und dann gibt es noch ein weiteres Universum, das wieder etwas anders ist. So haben wir genügend Raum, um mit verschiedenen Qualitäten an Licht und Farben zu spielen.

Wenn wir im Multi-Verse sind, ist alles ein wenig herunter genommen. In der Postproduktion haben wir einen Teil der Farbe rausgezogen, so dass es monochromatischer wurde. Auf diese Art und Weise erhielten wir eine Vielzahl verschiedener Aussehen.

Die größte Herausforderung war es, das Universum, in dem der größte Teil des Films spielt, als einen kalten, nicht gerade einladenden Ort zu gestalten. Einzige Ausnahme war Gabes Haus, das der einzige Ort in dieser Welt ist, der warm, anheimelnd und einladend ist.

Im Glücklichen Universum ist die ganze Welt sehr intensiv mit satten Farben und dem Licht des späten Nachmittags gestaltet. Aber alles andere in den verschiedenen Welten, in denen sich die Charaktere wieder finden, ist nicht sehr einladend.?

Während Yulaws Kräfte wachsen, wird er zu einem Supermann. Er wird schneller und stärker, und die Filmemacher suchten eine Lösung, um diesen Zuwachs seiner Kräfte auf die Leinwand zu bringen. ?Wir entschieden uns für eine Technik, bei der Yulaw verschwimmt, wenn er sich mit Supergeschwindigkeit bewegt?, sagt Wong. ?Wenn er sich schnell bewegt, bewegen wir uns sehr viel langsamer. Mit anderen Worten: Wir versuchten die Welt langsamer zu machen, während er vorbei rast.?

?Ich wollte eine Methode finden, wie ich mit der Kamera einen Effekt herstellen konnte, der den Eindruck erweckt, Gabe und Yulaw bewegen sich unglaublich schnell?, erklährt McLachlan. ?Ich erinnerte mich an ein paar Tests mit Stroboskoplicht, die ich vor langer Zeit gemacht hatte. Die Technik war bis dahin nur gelegentlich in Fernsehwerbung benutzt worden, um Bewegungen einzufrieren.

Diese Technik gibt ein unglaublich scharfes Bild, weil die Belichtungszeit des Stroboskops, das wie der Blitz einer Kleinbildkamera funktioniert, sehr schnell aufleuchtet und so Bewegung einfriert. Ich fand heraus, dass das Stroboskop kombiniert mit normalen Licht sowohl ein sehr scharfes Bild, als auch ein sehr verschwommenes Bild erzeugt.

Wir erweiterten dieses Konzept, indem wir dreißig Stroboskope miteinander kombinierten, was zuvor noch nie gemacht worden ist, und die in einer Reihe aufhängten. So haben wir die Szene gedreht, in der Yulaw versucht, der Polizei davon zu rennen und dabei schneller ist, als die Autos auf der Straße. Es freut mich sehr, dass wir dies hinbekommen haben, denn es ist ein unglaublich schwieriger und arbeitsintensiver Effekt.?

Die Martial Arts und Stunts mit der Strategie des Visual-Effects-Teams zu koordinieren, war unabdingbar sobald der Dreh begann. Die vielen Szenen zu überwachen und zu koordinieren fiel in die Verantwortung des Visual Effects Supervisor Eric Durst und die Effects Producer Susan Zwerman. Zur Unterstützung ihrer Arbeit wandten sie sich an die Visual-Effects-Gurus bei Kleiser-Walscak.

?Die Geschichte erforderte eine Anzahl verschiedener Bilder, die verschiedene Visual-Effects-Techniken benötigten?, berichtet Durst. ?Wir mußsten sowohl verschiedene Charaktere dabei zeigen, wie sie durch mehrere Universen reisen als auch die physikalischen Veränderungen, durch die Jets Charakter gehen. In dem einen Universum hat er Kräfte, die jenseits des Normalen liegen.

Geschwindigkeits- und Zeitverschiebungen wie diese erfordern visuelle Effekte. In einer anderen Sequenz erweitert sich der Umfang des Sets. Hier setzten wir ein Matte Painting ein. Und dann ist da das Universum, in dem sich Jet selbst gegenübersteht. Auch das erforderte eine andere Methode. Diese Szenen brauchen Glaubwürdigkeit und müssen sich gut einfügen, so dass sie auf die Geschichte wirken können.?

Für die letzte Kampfszene überlegte das Visual Effects Department, das Gesicht des Stuntmans mit einer Maske zu verdecken während er kämpft. Doch dies bedeutete große Schwierigkeiten für die Schauspieler. ?Die Maske war zuviel?, sagt Yuen, ?es wurden zwar Löcher für die Augen hinein geschnitten, aber das seitliche Sehen des Stuntman wurde dadurch eingeschränkt.

Er konnte weder nach unten noch nach oben sehen, sondern nur noch geradeaus. Während einer Kampfszene mußs man aber sehen, von wo der Schlag kommt, um ihn abblocken zu können. Also haben wir die Löcher immer größer geschnitten.?

?Für diese Technik nimmt man eine Fotografie und transportiert sie in die dreidimensionale Welt des Computers?, erklärt Durst. ?Zum Beispiel: die 3D-Version der Maske, die auf dem Gesicht des Schauspielers sitzt, wenn er über die MRI-Maschine springt, wird im Computer verfolgt und gespeichert. Im Computer entspricht sie der genauen Bewegung wie auf der Bühne.

Wir können diesen 3D-Platzhalter nehmen und Jets Gesicht darauf projizieren. Wenn wir die richtige Menge an Schatten und Licht haben, können wir seinen Gesichtsaudruck sehen. Dieses Bild wird dann in die gefilmte Einstellung eingefügt und was wir sehen, sieht aus, als ob sich Jet tatsächlich in diesem Raum und dieser Zeit befindet.

In den Gesichtern von Jet und seinem Double gibt es Unterschiede an den Wangen und am Kinn. Diese Bereiche mußsten wir gesondert behandeln. Wir mußsten auf Erhöhungen und die Belichtung der Augen achten und alles zusammen bringen.?

?Wir testeten einige Visual Effects, bevor wir mit dem Dreh begannen?, erzählt Hymes. ?Wir befanden uns in einem Studio, um eine Szene zu drehen. Ich kannte jede Bewegung ganz genau. Dann sah ich es zwei Monate später, als sämtliche Visual Effects hinzugefügt worden waren.

Ich sah es mir genau an und fragte mich: ?War ich an jenem Tag dort?? Es war absolut unglaublich. Diese neue Software und Technologie gibt uns atemberaubende Möglichkeiten an die Hand. Ich glaube dieser Film wird außerordentlich.?

Gleichzeitig weisen die Filmemacher darauf hin, dass die meisten technologischen Fortschritte eigentlich nicht wahrnehmbar sind, obwohl für den Film Techniken verwandt wurden, die niemals zuvor zu sehen waren. ?Es handelt sich nicht um ?Matrix??, hält der Produzent Morgan fest, ?ich glaube nicht, dass das Publikum merken wird, dass es sich etwas ansieht, was es so zuvor nie gab.

Es ist zu subtil. Aber sie werden Dinge sehen, die sie nicht erwarten. Plot Points, die in Actionfilmen normalerweise nicht vorkommen und Zeitveränderungen, bei denen sie denken werden, der Vorführer hat die Rollen in der falschen Reihenfolge zusammengeklebt.?

?Jedermann, der bereit ist für einen aufregenden, schnellen, Action-geladenen Thriller, wird diesen Film genießen?, ist Wong überzeugt, ?er startet wie eine Rakete und fliegt einfach weiter. Er macht unglaublich Spaß, ohne dabei zu dunkel oder zu schwer zu sein. Wir jedenfalls hatten eine Menge Spaß dabei, ihn zu machen.?

Szenenfoto
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