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Mit seinem vierten
007-Abenteuer hat Pierce Brosnan der Rolle
des Geheimagenten James Bond nun endgültig seinen Stempel
aufgedrückt. "Mit drei erfolgreichen Filmen im Rücken
konnte ich einfach in die Rolle hineinschlüpfen", erklärt
er. Doch natürlich bedeutet das nicht, dass man den Job mit
links erledigen kann.
"Der Action-Held Bond ist eine freie Erfindung", fährt Brosnan fort. "Dennoch mußs man um den Charakter der Figur kämpfen, herausarbeiten, worauf er Lust hat, und das Dramatische an der Rolle definieren." In dieser Hinsicht wurde Brosnan völlig zufrieden gestellt, erzählt das Script von James Bond 007: Stirb an einem anderen Tag doch eine packende Geschichte. "Es enthält viele starke Emotionen", schwärmt er. "Bond wird entführt, gefoltert und verliert seine Befugnisse als Doppelnull-Agent. Zum ersten Mal findet er sich in der Rolle des Geächteten wieder, mußs sich rehabilitieren und sich den Platz im Spiel neu erkämpfen. Er verliert beinahe seine Identität. Doch so etwas bringt Bond nur noch mehr auf Touren!" Alle Bond-Filme zeichnen sich durch einen herausragenden Teamgeist aus, und so beteiligte sich Pierce Brosnan auch an der Entwicklung des Scripts. "Schon von Beginn der Drehbuch-Entwicklung an nahm ich an den Treffen mit Neal Purvis und Robert Wade teil, um über das Script zu sprechen. Wir grübelten über die verschiedensten Fragen: Was wäre, wenn Bond entführt würde? Was, wenn er aus dem inneren Kreis der Agenten ausgeschlossen würde? Wir haben mit den beiden Drehbuch-Autoren über die Grundzüge der Story gesprochen, alles Weitere war dann natürlich wieder ihre Aufgabe." Neben der Tatsache, dass sie Bond einmal auf gänzlich unbekanntes Territorium führen durften, genossen die Filmemacher besonders das Einstreuen subtiler Referenzen an frühere Bond-Abenteuer. Schließlich feiert das erfolgreiche Franchise ja 2002 seinen 40. Geburtstag. Dieser historische Meilenstein gab dem Projekt einen besonderen Schwung. "Ich könnte mir nichts Besseres vorstellen, als gerade zu diesem Zeitpunkt der Geschichte Bonds mitzuarbeiten", freut sich Brosnan. "Ich bin sehr stolz auf meinen Bond und die vier Filme, in denen ich ihn verkörpern durfte." Vier Filme, das bedeutete für Brosnan auch vier verschiedene Filmemacher und vier Arbeitsstile. "Die vorherigen Regisseure waren alle ziemlich solide", erklärt Brosnan. "Doch Lee Tamahori hat eine ganz ungewöhnliche Vorgehensweise, sehr frei und energiegeladen. Er hat bei James Bond 007: Stirb an einem anderen Tag wirklich unglaubliche Arbeit geleistet und dem Film eine sehr kraftvolle, spannende Atmosphäre verliehen, dessen Elemente auf den Punkt genau passen. Und er kannte das Drehbuch in- und auswendig. Er wusste über jedes Persönlichkeitsmerkmal aller Figuren Bescheid. Und er besitzt eine besonders schnelle Auffassungsgabe." Auch bezüglich seiner Star-Kollegen ist Brosnan voll des Lobes. "Toby Stephens, Rosamund Pike, Rick Yune: Sie alle haben toll gearbeitet und die Bond-Familie auf aufregende Weise ergänzt. Ich habe auch die erneute Zusammenarbeit mit Judi Dench sehr genossen - sie ist eine großartige Frau - und die Szenen mit John Cleese haben richtig Spaß gemacht. Die gesamte Besetzung war herausragend. Jeder Einzelne hat sich voll eingesetzt und ist bis an seine Grenzen gegangen. Das sieht man dem Film natürlich auch an - er wirkt einfach umwerfend." Auf seine besonderen Erinnerungen an die Arbeit mit Halle Berry angesprochen, lächelt Brosnan vielsagend. "Wenn Halle aus den Fluten steigt, ist das schon ein sensationeller Anblick. Sie hat eine große dramatische Begabung, behauptet sich aber auch als Action-Heldin bestens. Die Arbeit mit ihr war ein außergewöhnliches Vergnügen, das ich nicht missen möchte." Es ist nicht einfach, einen Action-Film wie James Bond 007: Stirb an einem anderen Tag zu drehen, doch Brosnan ist unglaublich dankbar für seine Erfahrungen als berühmtester Spion der Welt. "Ich bin ein herumvagabundierender Schauspieler. Ich gehe in den Dingen auf, die ich tue. Bond ist ein fantastisches Sprungbrett in meinem Leben gewesen." "Ich genoss es, ein Bond-Girl zu sein!" - Halle Berry Als Halle Berry ihre Dreharbeiten als Jinx begann, eilte ihr bereits der Ruf als talentierte und vielseitige Darstellerin voraus. Als sie jedoch für Monster's Ball (2001, Regie: Marc Forster) einen Oscar erhielt, stieg sie in eine neue Liga auf. Auf ihre Gefühle angesprochen, so kurz nach dem Oscar-Gewinn auch noch als Bond-Girl zu reüssieren, antwortet sie kurz und knapp: "Das war das Tüpfelchen auf dem i", schwärmt sie. "Ich genoss es, ein Bond-Girl zu sein!" Mit dem Oscar im Gepäck kehrte sie an das Set von James Bond 007: Stirb an einem anderen Tag zurück und wurde vom Team mit überwältigender Sympathie empfangen. "Jeder - und besonders Pierce - hat sich so für mich gefreut. Ich bin vor Stolz fast geplatzt. Aber dann ging es zurück an die Arbeit", lacht sie. Es hieß: "Okay, du hast gewonnen, aber jetzt drehen wir." Während ihrer gesamten Karriere achtete Berry stets darauf, die verschiedensten Genres auszuprobieren. Sie genoss die Möglichkeit, ernste Parts mit Engagements in Action-Filmen abzuwechseln. "Ich hatte stets das Ziel, meine Rollen breit gefächert anzulegen", erklärt sie. " James Bond 007: Stirb an einem anderen Tag war eine schöne Abwechslung zu MONSTER'S BALL. Genau so hatte ich mir meine Karriere vorgestellt." Und so wie Bond mit einer neuen Situation konfrontiert werden mußs, schufen die Filmemacher mit Jinx einen neuen Typus des Bond-Girls. Berry empfand ihre Rolle als interessante Herausforderung. "Ich mag Jinx", verdeutlicht sie. "Sie wirkt sehr stark und mir gefällt die Tatsache, dass sie in der Evolution der Bond-Girls ganz oben steht. Jahr für Jahr wurden sie ein wenig stärker, ein wenig schlauer und Bond ein bisschen ebenbürtiger, ohne jedoch ihren Sex-Appeal zu verlieren. Mittlerweile stehen sie intellektuell und physisch auf einer Ebene mit Bond - und Jinx ist die Krone dieser Entwicklung." "Jinx ist sehr sexy", fährt Berry fort. "Sie ist super-feminin, geistreich, ebenso schlagfertig wie Bond und äußerst hart im Nehmen. Ihr Charakter hat viele Fassetten und genau das hat enormen Spaß gemacht." In Berrys Augen war Regisseur Lee Tamahori die perfekte Wahl für James Bond 007: Stirb an einem anderen Tag. "Er verlieh der Story einen ganz neuen, elektrisierenden Touch und ging noch kompromissloser an das Projekt heran", verdeutlicht sie. "Weil es ja schließlich ein Bond-Film werden sollte, mußsten die üblichen Zutaten natürlich eingebunden werden - Autos, technische Spielereien, Frauen -, dennoch modernisierte er das ganze Erscheinungsbild." Auch die enge Zusammenarbeit mit Brosnan faszinierte Berry an ihrer neuen Aufgabe. "Mit ihm zu drehen war absolut wunderbar", schwärmt sie. "Er interpretiert die Rolle Bonds völlig lässig, trägt sie wie eine zweite Haut. Er fühlt sich in dieser Figur absolut wohl, das macht die Arbeit so angenehm. Und er gibt kontinuierlich Hilfestellung beim Dreh." Obwohl Jinx ziemlich viel Zeit damit verbringt, Verfolger abzuschütteln und Bösewichter zu attackieren, beinhaltet die Rolle auch ein großes Quäntchen Glamour. "Ich habe mich in Jinx' exquisiten Roben am wohlsten gefühlt", gesteht Halle Berry. "Da war es mit den Tarnanzügen und der Kampfausrüstung schon schwieriger. Man mußs darin glaubwürdig wirken und nicht so, als wollte man sich so schnell wie möglich umziehen. Die Abendkleider waren ein Klacks dagegen." Zu ihren Action-Szenen bemerkt sie: "Den meisten Aufgaben fühlte ich mich gewachsen. Messerkämpfe, das Schießen, mich von Kabeln abseilen - das konnte ich alles und das sah auch professionell aus. Doch ein Stunt hat mich fast erledigt." "Pierce und ich mußsten neben einem rollenden Flugzeug herlaufen und uns dann in den Radkasten hinaufschwingen", erinnert sie sich. "Es fuhr nur etwa 24 km/h und ich war mir sicher, das schaffen zu können. Aber man realisiert gar nicht, wie schnell das in Wirklichkeit ist, wenn man ein fahrendes Flugzeug erwischen möchte. Nach dem vierten oder fünften Versuch war ich völlig erschöpft. Pierce hat das Ganze natürlich mühelos gepackt, aber ich kam nicht vom Fleck, obwohl sich meine Beine eigentlich bewegt haben." "Der Cutter wird mich retten", lacht sie. "Als Bond-Bösewicht hat man eine große Verantwortung." - Toby Stephens Toby Stephens spielt Bonds neueste Nemesis namens Gustav Graves. Obwohl er noch relativ unbekannt ist, kann er doch auf einen erstaunlichen Stammbaum zurückblicken: Seine Mutter ist die legendäre Schauspielerin Dame Maggie Smith, sein Vater der bereits verstorbene Bühnenstar Sir Robert Stephens. Stephens ist außerdem der jüngste aller Bond-Unholde. Stephens freute sich enorm über seine Besetzung als Graves, fühlte sich jedoch auch äußerst unter Druck gesetzt. "Zuerst schwebt man auf Wolke sieben, dann aber realisiert man, welch große Verantwortung durch die Rolle eines Bond-Gegenspielers auf einem lastet", gesteht er. "Die Filme haben eine riesige Fangemeinde und müssen hohen Erwartungen gerecht werden. Da ist es unvermeidlich, dass der Bösewicht die Geschichte katalysiert und antreibt. Ist der Schurke nicht gut, wird der Film auch kein Meisterwerk." Der klassisch ausgebildete Schauspieler beruhigte sich zwar ein wenig, sobald die Kameras liefen, konnte aber die Aufregung über seinen neuen Part nie ganz überwinden. "Oftmals war ich nach den Szenen mit Pierce Brosnan richtig von der Rolle", erinnert er sich. "Plötzlich denkt man: ?Ich glaub' das einfach nicht. Ich stehe mit James Bond vor der Kamera!'" Doch Stephens möchte nicht zu viele Einzelheiten über seine Figur preisgeben: "Das würde viel zu viel verraten. Das Schöne an Graves ist ja gerade das Geheimnis, das ihn umgibt", verdeutlicht er. "Ich kann aber sagen, dass er unglaublich erfolgreich und vermögend ist. Nach außen hin wirkt er freundlich und fürsorglich, doch dahinter verbirgt sich eine völlig andere Persönlichkeit. Ich finde ihn äußerst interessant. Doch das Publikum soll die Wahrheit über seine Person selbst herausfinden." Laut Drehbuch ist Graves ein meisterhafter Schwertkämpfer, deshalb trainierte Stephens zwei Monate lang die Kunst des Degenfechtens und einiger weiterer Waffen mit Lehrmeister Bob Anderson. Natürlich hatte er bereits bei Kampfszenen auf der Theaterbühne Erfahrungen gesammelt, empfand jedoch das Kämpfen vor der Kamera als ungleich schwieriger. "Auf der Bühne macht man sehr flache, ausgreifende Bewegungen, denn auch die Leute hinten im Zuschauerraum sollen noch etwas sehen", erklärt Stephens. "Für das Kino dagegen darf man nur kleinste Bewegungen durchführen und mußs dabei auch noch genau zielen." Auch die Globalität der Bond-Filme verlangte Stephens einiges ab. "Ich mußste verschiedene Sätze Koreanisch lernen", erzählt er. "Beeindruckend, was?" "Ich habe wirklich gute Dialoge", gesteht Stephens, "aber ich war enttäuscht darüber, nicht den berühmten Satz ?Goodbye, Mr. Bond' sagen zu dürfen. Die meisten Bond-Schurken durften das. Na ja, dafür hab ich den Satz beim Casting ausgesprochen. Dabei habe ich mir immer eingeredet, dass ich, falls ich die Rolle nicht bekomme, zumindest den Satz sagen durfte." Letztendlich empfand Stephens seinen Einsatz als Graves als große Herausforderung und unvergessliche Erinnerung. "Mein Lieblings-Bond war immer "Liebesgrüße aus Moskau", (1963, Regie: Terence Young)", erzählt er. "Ich liebe Robert Shaws darstellerische Leistung. Seine Szenen mit Sean Connery spielte er so verbissen, dass man dachte, Bond hätte seinen Meister gefunden. So soll es sein. Wenn man dem Publikum - und sei es nur für einen Augenblick - glaubhaft machen kann, dass Bond aufgeben will, hat man sein Ziel erreicht, obwohl natürlich jeder weiß, dass 007 am Ende siegen wird." "Ich kann immer noch nicht glauben, dass ich jetzt dazugehöre!" - Rosamund Pike Obwohl erst 22, hat sich die in Oxford ausgebildete Rosamund Pike bereits einen Namen als herausragende Bühnen- und TV-Schauspielerin gemacht. Nun gibt sie als eiskalte Miranda Frost ihr Leinwanddebüt. Als sie von ihrer Zusage erfuhr, habe sie den größten Adrenalinschub bekommen, den sie je wegen eines Jobs hatte, gesteht sie. "Das ist mein erster Kinofilm", fährt Pike fort. "dass es ein James-Bond-Film ist, macht das Ganze nur noch nervenaufreibender. Alle erwarten von dir, eine neue, fantastische Bond-Figur zu kreieren und ihre Ansprüche zu befriedigen. Dennoch habe ich all die Aufregung auch genossen." Pike beschreibt ihre Figur als "knallhartes Kerlchen". Frost hat als Fechterin bei den Olympischen Spielen gewonnen, "und jeder, der das Durchhaltevermögen und die Stärke besitzt, eine Sportart so zu beherrschen, mußs auch selbstsicher und von sich eingenommen sein", erklärt sie. "Außerdem verfügt sie über diese natürliche Aggressivität, die man braucht, um olympisches Gold zu erreichen. Egal, um was es geht, stets will sie die Beste sein." Pike beschreibt die Dreharbeiten mit Pierce Brosnan als "immens befriedigend und lustig. Er arbeitet absolut professionell", verdeutlicht sie. Zu den obligatorischen Liebesszenen bemerkt sie: "Ich hoffe, unsere Sexszenen wirken so leidenschaftlich und aufregend, wie man es erwartet. Für mich war das ein Novum, doch Pierce war großartig und hat mich absolut unterstützt. Er hat mir geholfen, meine Aufregung abzulegen, indem er mir von seinen ersten Liebesszenen in anderen Filmen erzählte. Seine persönliche Geschichte des schlechten Sex!", grinst sie. "Damit war das Eis gebrochen." Während der gesamten Dreharbeiten wurde Pike immer wieder vom Ausmaß des Bond-Imperiums überrascht. "In diesem Jahr feiern die Bond-Filme ihr Vierzigstes", bemerkt sie. "Michael G. Wilson und Barbara Broccoli wurden bereits von renommierten Filminstituten wie dem London Film Critics Circle und der BAFTA geehrt, die sie mit einem ?Spezialpreis für 40 Jahre James-Bond-Filme' auszeichneten. An solch einer Preisverleihung wird dann ein repräsentativer Zusammenschnitt der 007-Abenteuer gezeigt und all diese unvergesslichen Szenen flimmern vor deinen Augen. Plötzlich denkst du: ?Mein Gott, ich kann es nicht fassen, dass ich jetzt ein Teil dieses Ganzen geworden bin!' Es ist sehr aufregend." Ebenso wie Stephens lernte Pike für ihre Rolle das Fechten, doch darüber hinaus mußste sie auch den Gebrauch von Schusswaffen trainieren. "Ich hatte nie zuvor eine Waffe in der Hand und habe außerdem einen Heidenrespekt vor den Dingern", gesteht sie. Doch als sie sich auf ihre ersten Schießübungen vorbereitete, warnte der Waffenausstatter des Films sie schon vor "Ich garantiere, dass du das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht kriegen wirst. Alle haben Spaß daran, wenn sie das erste Mal eine Waffe abfeuern." Und genau so war es dann auch. "Ich habe mich wie ein Kind gefühlt, das auf dem Schulhof eine Bond-Szene nachspielt", lächelt sie. Auf ihren neuen Status als "Bond-Girl" angesprochen, erklärt Pike: "Ich werde immer stolz darauf sein, Miranda Frost gespielt zu haben. Ich denke nicht, dass viele Schauspielerinnen die Chance ausschlagen würden, eine dieser Frauen zu verkörpern. Sie sind etwas ganz Besonderes. Ich kann die Reaktionen des Publikums kaum erwarten. Ich arbeite seit November 2001 an diesem Projekt, aber es wird mich mein ganzes Leben lang begleiten. So eine Chance bekommt man nur einmal im Leben." "Dieser Bond repräsentiert das neue Millennium." - Rick Yune Vor seiner Besetzung als Bösewicht im neuen Bond hat Rick Yune bereits in zwei Filmen mitgewirkt. Als er von seinem Einsatz als Zao erfuhr, hatte er das Gefühl, etwas Besonderes stünde ihm bevor. Jetzt, nach Beendigung der Dreharbeiten, könnte er mit dem Ergebnis kaum zufriedener sein. "Dieser Bond repräsentiert das neue Millennium", erklärt er. "Alles, von den Action-Szenen bis hin zur Interaktion zwischen den Figuren, wurde modernisiert. Und diese Elemente reflektieren die Veränderungen, die auf der Welt in den letzten Jahren vonstatten gingen. Natürlich hat alles noch den typischen Bond-Charakter, doch viele Dinge wirken einfach ein wenig cleverer als früher." Yune war überrascht von der Wärme und Offenheit, die ihm entgegengebracht wurde. "Das ist erst mein dritter Film", schwärmt er. "Und schon habe ich das Glück, mit einigen der besten Leute des Business zusammenarbeiten zu können. Halle Berry ist sowohl menschlich als auch als Schauspielerin wirklich außergewöhnlich. Sie ist die professionellste und hilfsbereiteste Person, mit der ich bislang zusammenarbeiten durfte." Auch Pierce Brosnans Intensität als Bond erstaunte Yune. "In der Eröffnungssequenz mußste ich Pierce entwaffnen", erinnert er sich. "Doch ich konnte seinen Arm einfach nicht festhalten. Die Stärke und Schnelligkeit dieses Mannes ist einfach erstaunlich. Schon als Kind habe ich viel trainiert und mit 19 qualifizierte ich mich für das olympische Taekwondo-Team, doch ich konnte ihn nicht fixieren. Einmal hat er mich einfach geschnappt. Mit Pierce aneinander zu geraten ist, als ob man sich mit Bond anlegt." Im Film wird Zaos Gesicht durch eine von Bond gezündete Bombe entstellt. Diese Aufnahme und Zaos folgende "Rekonstruktion" bedeuteten für Yune stundenlanges Sitzen im Make-up-Stuhl. "Meine Figur durchläuft einen erstaunlichen körperlichen Transformationsprozess", verdeutlicht er. "Mein Gesicht wird ziemlich durcheinander gebracht und das waren die schmerzhaftesten und juckendsten Erfahrungen meines Lebens. In jeder Szene glitzerte oder glühte ich. Außerdem wurde ich komplett enthaart. Ich mußste zum ersten Mal solch eine Prozedur durchstehen, was nicht gerade angenehm war, aber im Endeffekt bin ich für diese Erfahrung recht dankbar." Nach dem College arbeitete Yune als Händler bei einer Investmentbank, bevor er zum Modeln und Schauspielen zurückkehrte. "Ich kann das, was ich als Schauspieler tue, mit meiner Tätigkeit als Banker gleichsetzen", sagt er. Als Händler mußste ich jeden Tag das Risiko meiner eigenen Entscheidungen und Absprachen tragen. Beim Schauspielen riskiert man eine Menge und man weiß nicht, in welche Richtung sich die Sache entwickelt." Wie für viele andere Schauspieler war es auch für Yune beängstigend, in einem Bond-Film mitzuwirken, aber nachdem er in die Rolle hineingewachsen war, war er in der Lage, die neue Herausforderung zu meistern. "Bereits vor meiner Geburt gab es James Bond und der war damals schon ein Star. Wenn ich es zugelassen hätte, dass diese Faszination meine Gedanken beherrscht, dann hätte ich mich nicht mehr konzentrieren können. dass ich in meiner Kindheit Bond-Filme sah, ist einer der Gründe, warum ich Filme liebe." "Ich verabscheue Technik in jeder Form." - John Cleese In James Bond 007: Stirb an einem anderen Tag ersetzt John Cleese den 1999 bei einem Autounfall ums Leben gekommenen Original-Q Desmond Llewelyn. Llewelyn verkörperte den MI6-Tüftler in 18 früheren Bond-Abenteuern. Cleese war bereits bei "Die Welt ist nicht genug", 1999, Regie: Michael Apted) als Qs Assistent zu sehen gewesen. "Ich habe immer darauf gehofft, mit Desmond noch zwei, drei weitere Filme zusammenarbeiten zu können", erzählt Cleese. "Leider sollte es anders kommen." Obwohl sie nicht noch einmal zusammen vor der Kamera standen, entdeckte Cleese, dass sie beide die Einstellung zur Technik verband. "Wie Desmond", verdeutlicht Cleese, "verabscheue ich Technik in all ihren Ausprägungen. Bei mir funktioniert nie etwas. Ich habe schon Probleme, Bleistifte zu benützen, und bin deshalb völlig ungeeignet für diese Rolle. Dennoch haben sie mich genommen." "Wie Desmond", fährt er fort, "fällt es mir wahnsinnig schwer, Dialoge über High-Tech-Gerätschaften zu lernen. Ich dachte immer, jeder, der sich ernsthaft für diese Dinge interessiert, hat ein Problem, irgendeine Fehlfunktion in seinem Gefühlsleben. Das Lustige an diesem Technik-Kauderwelsch ist, dass man sich manche Dinge leicht merken kann, andere überhaupt nicht. Ich persönlich konnte ?zielsuchendes Gewehr' nicht über meine Lippen bringen - vielleicht ist es ja ein Zungenbrecher -, dafür war ?winzige Kameras auf allen Seiten projizieren das Bild auf eine leuchtende Polymerfolie' vollkommen einfach." Darüber, dass seine Szenen mit Bond beim Publikum am besten ankommen, sagt John Cleese: "Das war mir zuvor nie bewusst. Irgendjemand sagte mir, das Tolle an Bond-Filmen sei, dass man jedes Mal ein neues Bond-Girl zu sehen bekommt, ohne miterleben zu müssen, wie das vorherige abserviert wird, und das ist doch schön. Außerdem mußs jedes Mal ein neuer Bösewicht ran, weil der letzte umgebracht wurde. Die Sache mit Q dagegen brachte eine gewisse Kontinuität mit sich - und je älter man wird, desto nostalgischer ist man in Bezug auf Kontinuität." Im Ganzen gesehen freut sich John Cleese jedoch darüber, ein Teil des 007-Vermächtnisses geworden zu sein, und darüber, auch im nächsten Abenteuer wieder eingesetzt zu werden. "Ich hoffe, ich darf auch einmal an einen dieser glamourösen Drehorte reisen", seufzt er. "Aber man sagte mir, Desmond habe 18 Bond-Filme gedreht und sei nur einmal verreist. Ich befürchte, bis dahin wird noch einige Zeit vergehen." "Ich denke, M macht sich um Bond große Sorgen." - Judi Dench Als Judi Dench für "Goldeneye" (1995, Regie: Martin Campbell) zum ersten Mal in die Rolle der M schlüpfte, fühlte sie sich nach eigenen Angaben auf dem Filmset nicht wohl. Sie war an ihrem ersten Goldeneye-Drehtag nervöser als bei jeder Theaterpremiere ihrer bisherigen Karriere. In der Folge wurde sie für "Shakespeare In Love" (1998, Regie: John Madden) mit einem Oscar sowie diversen britischen Filmpreisen ausgezeichnet und drei weitere Male für die begehrte Trophäe nominiert. Trotz all dieser Ehrungen zeigte sie sich dennoch hocherfreut, wieder die Rolle der M übernehmen zu können. "Ich habe mich wirklich auf die Dreharbeiten zu James Bond 007: Stirb an einem anderen Tag gefreut", erzählt sie. "Es fühlt sich an, als ob man nach Hause kommt. Man kennt all die Leute am Set, fast wie bei einem Ensemble-Stück. Deshalb kommt man sich auch nicht fremd vor. Bei Bond-Filmen wird man außerdem immer sehr zuvorkommend behandelt." "Sowohl mein Mann als auch meine Tochter waren völlig aus dem Häuschen, als ich zum ersten Mal M spielen durfte, mehr sogar als ich selbst", erinnert sie sich. "Sie sagten, ?Los, mach es, sei ein Bond-Girl!'. Ich liebe meinen Part als M. Es macht nämlich riesig Spaß, Bonds Boss zu sein." Dench hatte sogar die Gelegenheit, den Charakter ihrer Figur über mehrere Filme hinweg weiter zu entwickeln. "M wird von Film zu Film komplexer. Seit ihrer ersten Konfrontation in "Goldeneye", als sie ihn als frauenfeindlichen Dinosaurier bezeichnete, sind sich Bond und sie immer näher gekommen", erklärt Dench. "Ich denke, M macht sich große Sorgen um Bond, wenn sie es sich auch nicht anmerken lässt. Sie weiß genau, dass er der Beste ist." Ebenso wie Halle Berry genoss Judi Dench die Möglichkeit, eine Auszeit von traditionell angelegten ernsten Rollen zu nehmen. "Jeder hat Spaß an aufregenden Abenteuergeschichten", verdeutlicht sie. "Nach all den Jahren auf der Bühne empfand ich es als wohltuende Abwechslung, einmal etwas völlig anderes spielen zu können. Nach so etwas suche ich immer. Zuerst spielst du Königin Victoria und plötzlich darfst du die Chefin des MI6 verkörpern - das finde ich einfach aufregend!" Dench hat es rundum genossen, Teil der Bond-Familie geworden zu sein. "Die Bond-Filme haben eine große Fangemeinde. Ich weiß das, weil ich ständig Briefe bekomme, in denen ich um ein Autogramm gebeten werde", lacht sie. "Mit jedem neuen Bond-Spektakel werden nicht nur die unzähligen alten Anhänger angelockt, sondern auch neue Liebhaber gewonnen. Ich hoffe, die Sache mit Bond geht ewig so weiter." "Wohin könnten wir Bond schicken, wo er nicht schon zuvor gewesen ist?" - die Produzenten Barbara Broccoli und Michael G. Wilson Barbara Broccoli und Michael G. Wilson mußsten bei der Realisierung ihres vierten Bond-Films James Bond 007: Stirb an einem anderen Tag zuerst einen passenden Regisseur aussuchen. Broccoli verdeutlicht: "Wir mußsten jemanden finden, der die Erwartungen, die das Publikum an einen Bond-Film stellt, mehr als erfüllen kann." "Lee Tamahoris filmisches Schaffen ist erstaunlich", schwärmt sie. "Die letzte Kriegerin" (1994) gehört zu den besten Werken der letzten 50 Jahre. Tamahori besitzt eine ungeheure Energie und einen feinen Sinn für Visuelles. Wir wussten, er würde in diesem Film eine kraftvolle Vision verwirklichen und ihn somit auf einen andere Ebene transportieren." "Die Arbeit mit den Autoren ist reines Teamwork", erklärt Wilson. "Wir machen wochenlange Brainstorming-Sitzungen und schlagen uns mit verschiedensten Ideen herum, bevor wir uns auf irgendeine Handlung einigen." "Wir beginnen immer mit dem Hauptthema", ergänzt Broccoli. "Worum sorgen sich die Menschen derzeit oder in der nahen Zukunft? Welche Rolle kann Bond in diesem Zusammenhang spielen? Bei James Bond 007: Stirb an einem anderen Tag haben wir besonders über die Orte auf dieser Welt gesprochen, die immer noch eine Aura des Mysteriösen, Faszinierenden bewahrt haben. Korea gehört zu diesen Ländern. Dann haben wir überlegt, was ein Bösewicht dort zu suchen haben könnte und welche Ereignisse eintreffen könnten, mit denen Bond noch nie zuvor konfrontiert wurde. Welche Herausforderungen könnten wir Bond stellen? Das zu entscheiden hat ziemlich lange gedauert." "Wir entschlossen uns dazu, Bond entführen und ihn in ein Militärgefängnis werfen zu lassen", erzählt Wilson. "Pierce fand die Idee richtig gut, denn er sucht immer nach neuen Charaktereigenschaften seiner Figur, die er entdecken könnte." "Ian Fleming hatte meist zwei Interessen", erklärt Wilson. "Zum einen Persönlichkeiten - James Bond und die Leute in seinem Umfeld - und zweitens die Handlung. Zur Vorbereitung auf die Bond-Filme greifen wir als Inspiration immer wieder auf Flemings Romane zurück." "Die Charaktere sind das Wichtigste", sagt Broccoli. "Bond hat eine so komplexe, vielschichtige Persönlichkeit, dass man - besonders mit Pierce als Titelheld - in jedem neuen Abenteuer einen anderen Aspekt seines Wesens untersuchen kann. Denn Pierce wirkt trotz allem sehr menschlich und verletzlich. Wir können neue Bereiche erforschen. Diesmal wird er gefangen genommen und gefoltert, hält aber dennoch durch, um weiterzukämpfen." Die nächste wichtige Hürde war das Casting. Die Produzenten zeigten sich jedoch letztendlich mit der Zusammenstellung des hochkarätigen Ensembles von James Bond 007: Stirb an einem anderen Tag hoch zufrieden. "Der Casting-Prozess gehört zu den interessantesten Aufgaben der gesamten Arbeit", erzählt Broccoli. "In diesem Projekt sind wunderbare Schauspieler vor der Kamera versammelt und alle haben einen tollen Job gemacht." Halle Berry beeindruckte die Produzenten tief. "Halle ist ein wunderbarer Mensch", schwärmt Wilson. "Mit ihr zu arbeiten gehört zu den schönsten Erfahrungen meines Lebens. Sie und Pierce harmonierten einfach großartig. Trotz ihrer Schönheit und ihrer Professionalität konnte sie sich ihre Natürlichkeit bewahren. Im Film wirkt sie einfach perfekt - in vielerlei Hinsicht ist sie das ultimative Bond-Girl." Das Bond-Vermächtnis fortzuführen ist ziemlich hart. "Ich werde oft gefragt, wie wir die Serie am Leben erhalten", erklärt Broccoli. "Über 300 Leute sind an solch einem Film beteiligt - das ist es, was die Reihe lebendig hält. Mein Vater begründete den Mythos mit seinen Filmen in den 60er Jahren mit einem Stab von Leuten, die sich vollkommen für das Projekt eingesetzt haben. Seither haben Generationen von Filmschaffenden für Bond hart gearbeitet. Jeder Einzelne hat zu diesem Erfolg beigetragen." "Wir haben Bond zu völlig neuen Ufern geführt." - Regisseur Lee Tamahori Obwohl der Neuseeländer Lee Tamahori einhellig als Wunschregisseur für James Bond 007: Stirb an einem anderen Tag genannt wurde, kam das Angebot für ihn völlig überraschend. "Das Projekt, an dem ich eigentlich arbeiten wollte, war gerade ins Wasser gefallen, als mein Agent mich anrief und wissen wollte, ob ich den neuen Bond drehen wollte", erinnert sich Tamahori. "Ich habe mit so etwas nicht im Entferntesten gerechnet. Aber dann habe ich nur fünf Sekunden mit meiner Zusage gezögert." "Ich war schon immer ein großer Bond-Fan", erzählt Tamahori. "Ich kenne alle Filme. Bond ist einfach perfektes Kino, man kann es nicht größer oder besser machen. Deshalb sah ich darin die Möglichkeit, eine große Action-Produktion mit aufwändigen Stunts realisieren zu können." Die Produzenten Broccoli und Wilson engagierten sich sehr stark während der gesamten Produktionsphase, was Tamahori durchaus zu schätzen wusste. "Ab dem ersten Zusammentreffen", erinnert sich Tamahori, "sind wir wunderbar miteinander ausgekommen. Die Arbeit mit ihnen ist etwas Besonderes. Sie machen Filme auf eine einzigartige und ungewöhnliche Weise, die ich als sehr erfrischend empfand." Nach seinen Gefühlen befragt, den 20. Film einer erfolgreichen Serie zu inszenieren, sagt Tamahori: "Ich fühle mich nicht eingeschüchtert. Ich wusste, was mich erwarten würde, und habe mich auch keinen Illusionen hingegeben. Die Bond-Filme bilden ein ganz eigenes Genre, das nach bestimmten Vorgehensweisen verlangt. Man mußs die Tatsache respektieren, dass sich alles im Grunde nur um Mädels, Kanonen, technische Spielereien und Action dreht", grinst er. "Sobald das alles untergebracht ist, hast du freie Hand." "Mein einziger Gedanke war, es nicht zu versauen", gesteht er. "Diese Filme sind gigantische Monster. Riesige Maschinen, die Unterhaltung produzieren. Da hat man am besten von Anfang an die Nase vorn oder man geht gnadenlos unter." Tamahori erzählt, Brosnan sei eine große Hilfe dabei gewesen, das Projekt reibungslos über die Bühne zu bringen. "Gott sei Dank! kannte Pierce all die Macken und Eigenheiten der Bond-Figur", erklärt er. "Das war toll, denn wenn ich sagte ?Pierce, ich weiß nicht, was ich Bond in dieser Szene tun lassen soll', dann antwortete er immer ?Ich weiß genau, was ich machen mußs', verprügelte irgendeinen Typen und richtete danach seine Krawatte." Bond, wie er leibt und lebt. "Andere Szenen erwiesen sich da schon als wesentlich schwieriger, da wir Bond diesmal ja in ganz neue Gefilde treiben. Denn die Hälfte der Zeit mußs sich Bond ohne den Rückhalt des MI6 alleine durchschlagen. Er wird betrogen und ausgebootet. Pierce und ich haben daran gearbeitet, das Geschehen bis ans Limit zu treiben, ohne zu sehr von der Essenz der Bond-Filme abzudriften. Wir wollten ihn aus dem bekannten Umfeld herausfallen lassen, ohne die positiven Aspekte seines Charakters zu beschneiden." Tamahori hatte von Beginn an Halle Berry als seine Wunschkandidatin für das Bond-Girl vor Augen. "Im Script war ja diese dynamische weibliche Bond-mäßige Figur enthalten. Ich wusste, Halle wäre dafür geradezu prädestiniert", schwärmt er. "Und Halle war absolut geeignet. Man kann in diesem Abenteuer eine genaue Vorstellung von Jinx entwickeln. Wir haben ihr einige recht heftige Actionszenen und andere außergewöhnliche Momente gegeben. Halle hat sich einfach hingestellt und es durchgezogen." Im Rückblick erzählt Tamahori: "Ich bereue es absolut nicht, James Bond 007: Stirb an einem anderen Tag gemacht zu haben. Und jetzt, wo ich den fertigen Film sehen kann, bin ich darüber noch glücklicher als je zuvor. Ich habe das rasante, intensive Filmemachen schon immer gemocht. Intensiver als die Arbeit an James Bond 007: Stirb an einem anderen Tag kann es kaum werden." "An was sich die Leute bei James Bond 007: Stirb an einem anderen Tag erinnern sollen?", fährt er fort. "Ich persönlich wünsche mir, dass sie ihn als aufwändiger und direkter empfinden. Denn ich habe alles bis zum Letzten ausgereizt, so etwa die unglaublichen Action-Szenen. Der Eispalast war die größte Bond-Kulisse seit dem U-Boot-Dock aus "Der Spion, der mich liebte" (1977, Regie: Lewis Gilbert). Die Fans werden es zu schätzen wissen, dass ich Dutzende von Referenzen an die älteren Bond-Abenteuer eingebaut habe - Halles Bikini à la Ursula Andress, Raketenrucksäcke wie in "Feuerball" (1965, Regie: Terence Young), Goldfinger-Laser (1964, Regie: Guy Hamilton) - allesamt liebevolle Ehrerweisungen an das Erbe Bonds in einem neuen, sich von ihnen radikal unterscheidenden Abenteuer." "Es kommt nicht oft vor, dass man für einen bestimmten Schauspieler schreibt." - die Autoren Neal Purvis & Robert Wade Neal Purvis und Robert Wade hatten bereits das Drehbuch für den Kinohit "Die Welt ist nicht genug" (1999, Regie: Michael Apted) verfasst und freuten sich darauf, auch das neueste Bond-Abenteuer zu schreiben. Während des ganzen Jahres 2001 arbeitete das Duo beständig an dem neuen Script, da die Dreharbeiten im Januar 2002 beginnen sollten. "Unsere Hauptaufgabe bestand darin, Bond mehr Charakter zu geben und ihn weniger als Karikatur wirken zu lassen. Wir wollten seine dunklere Seite hervorheben." "Wir sind der Meinung, dass Pierce die komplexe Kombination aus Emotionen und Kaltblütigkeit perfekt verkörpert", fahren sie fort. "Er wirkt verletzlich, ohne schwach zu sein. Für uns ist es ungewöhnlich, einem bestimmten Schauspieler die Rolle auf den Leib zu schreiben. Aber man möchte die Figur immer fordern, sie auf ein Abenteuer schicken. In diesem Film ist uns das gelungen." Außerdem mußste das Duo bestimmte Bond-Zutaten ins Script einbinden: die Szenen mit Q und Moneypenny, hoch technisierte Erfindungen und Ähnliches. "Solchen Szenen einen frischen Touch zu verpassen ist ziemlich schwierig", geben sie zu. "Besonders in James Bond 007: Stirb an einem anderen Tag wollten wir die Action und das Drumherum ganz natürlich aus der Handlung und den Charakteren entwickeln." "Weil er die Figur schon drei Mal gespielt hat, besitzt Pierce ein intuitives Verständnis für die Rolle", erklärt Purvis. "Er hat von Zeit zu Zeit Szenen verändert, weil er glaubte, Bond würde so oder so nicht handeln. Zum Beispiel änderte er die Taktik in einer Szene, in der eine Frau ihm eine Pistole an den Kopf hält, während er auf den Bösewicht zielt. Er wirbelt einfach herum und erschießt sie. Das war absolut richtig. So stand es zwar nicht im Drehbuch, doch Bond würde so handeln." Purvis und Wade sind jetzt, da der Film fertig gestellt ist, äußerst glücklich über das Resultat. James Bond 007: Stirb an einem anderen Tag wirkt so, wie sie es beabsichtigt hatten. "Es ist eine anspruchsvolle, mit haarsträubendem Tempo erzählte Geschichte", resümiert Purvis. "Die Verfolgungssequenz war atemberaubend." - der Second-Unit-Director Vic Armstrong Weil die Dreharbeiten bei Bond-Projekten stets äußerst aufwändig sind, fällt auch dem Second-Unit-Director eine wichtige Aufgabe bei der Realisierung der gemeinsamen Vision zu. Vic Armstrong gehört zu den meistbeschäftigten auf Action-Szenen spezialisierten Second-Unit-Directors der Industrie. So inszenierte er bereits die Rennboot-Jagd auf der Themse für "Die Welt ist nicht genug" (1999, Regie: Michael Apted) und die Verfolgungsszene mit Motorrad und Helikopter über die Dächer Bangkoks für "Der Morgen stirbt nie" (1997, Regie: Roger Spottiswoode). Zu Armstrongs rasanten Action-Szenen von James Bond 007: Stirb an einem anderen Tag gehört unter anderem eine bemerkenswerte Verfolgungsjagd zwischen Bonds Aston Martin V12 und Zaos Jaguar XKR über Islands weite Eisflächen. "Die Dreharbeiten für diese Verfolgungsjagd waren absolut fantastisch", schwärmt Armstrong. "Wir haben an einem See am Ausläufer eines der größten Gletscher Europas an der Westküste Islands gedreht. Deshalb hat sich auch das Wetter ständig geändert. Dort ist es nie länger als drei oder vier Tage am Stück sonnig - vor allem nicht im Winter", erinnert sich Armstrong. "Wegen der wechselnden Wetterverhältnisse", fährt er fort, "war der See nicht zugefroren. Es gab einfach keinen Frost. Plötzlich erhielten wir die Nachricht, in Island seien die Temperaturen gefallen. Es entstanden knapp 20 Zentimeter Eisschicht, die uns völlig ausreichten. Die Isländer haben den See sogar etwas aufgestaut, was den Vereisungsprozess noch etwas beschleunigte." "Dann erlebten wir den kältesten, aber auch sonnigsten Winter seit Menschengedenken. Alles war fest gefroren - bis die Sonne herauskam. Drei aufeinander folgende Wochen hatten wir strahlenden Sonnenschein, der den Schnee von den Eisbergen abschmolz und das darunter liegende Eis in den verschiedensten Blautönen zum Vorschein brachte. Ich habe den Grand Canyon gesehen und die verschiedensten Gegenden der Welt bereist, aber diese Szenerie haute mich jeden Morgen aufs Neue um." "Die gesamte Szene läuft in fließenden Bewegungen ab, beinahe wie ein Ballett. Ich hatte mir tiefe, weite Aufnahmen vorgestellt, wie man sie aus "Lawrence von Arabien" (1962, Regie: David Lean) oder "Ringo - Der Höllenritt nach Santa Fe" (1939, Regie: John Ford) kennt. Wir brauchten zwei Wochen, um die Autoszenen zu drehen, dann noch eine Woche, um Aufnahmen mit einem Schneemobil und eine Verfolgungsjagd mit einem Dragster auf einem Gletscherfeld fertig zu stellen - das Wetter hielt. Als wir unsere letzten Takes abgeschlossen und uns auf den Weg ins Tal gemacht hatten, bewölkte es sich. Am nächsten Tag hätte man nicht einmal mehr auf dem Eis gehen können, geschweige denn ein Auto darauf fahren lassen, denn es schmolz rapide. Wir hatten immenses Glück." "Das war ein riesiger Gemeinschaftserfolg." - Produktionsdesigner Peter Lamont Bereits 17 Mal beteiligte sich Peter Lamont in kreativer Tätigkeit an Bond-Produktionen. Seine neuesten Sets für James Bond 007: Stirb an einem anderen Tag führen dabei die anspruchsvolle Tradition vergangener Bond-Kulissen fort. Allen voran: Graves' Eispalast, aufgebaut in der berühmten 007-Halle der Pinewood-Studios. Zuerst sollten im Eispalast eigentlich nur ein paar Szenen gedreht werden, doch nachdem sie die Pläne für diese Kulisse gesehen hatten, entschieden sich die Filmemacher dafür, wesentlich mehr Szenen in diese Kulisse zu verlegen. Lamont erzählt: "Tamahori kam plötzlich mit der Idee an, eine Verfolgungsjagd mit dem Aston Martin und Zaos Jaguar im Eispalast stattfinden zu lassen. Dabei sollte Zao Bond daran hindern, Jinx aus ihrer sinkenden Zelle zu befreien." "Wir mußsten die gesamte Konstruktion aus Sicherheitsgründen verstärken", erläutert Lamont. "Wir bauten ein Extra-Set für den in einen Wassertank versinkenden Raum sowie zwei Rampen, die es ermöglichten, nach Lust und Laune um das Kernstück des Palastes herumzufahren. Außerdem installierten wir Hunderte von Meter lange Wasserschläuche in der Konstruktion, denn wir hatten einen enormen Wasserverbrauch." "Alle Unterabteilungen des Kulissenbaus arbeiteten wie ein großes Team. Es war fast ein Wunder, dass alles rechtzeitig fertig wurde. Wir fingen mit dem Aufbau im August 2001 an und die Dreharbeiten begannen am 14. Januar 2002." Qs Konstruktionshalle gehörte stets zu den beliebtesten Kulissen aller Bond-Abenteuer und dieses Mal enthielt sie nicht nur neueste technische Erfindungen. "Wir konnten glücklicherweise einige der frühen Bond-Artefakte aus dem Eon-Archiv besorgen", erinnert sich Lamont. Bond-Fans werden sehr genau schauen müssen, um all die Referenzen an frühere Filme zu erkennen, dennoch versinnbildlichen sie eine subtile Verbeugung vor 40 Jahren Bond-Geschichte. Rückblickend auf die Arbeit an James Bond 007: Stirb an einem anderen Tag erklärt Lamont: "Alle Spionage-Geschichten sind sich irgendwie ähnlich, doch diesmal haben wir uns auf ganz neues Terrain vorgewagt - die Verfolgungsjagd mit dem Luftkissenboot, das Autorennen auf dem Eis -, und das wird man bestimmt nicht wiederholen können. Denn die Szenen wirken einfach einzigartig. Ich bin über die Resultate absolut glücklich. Das Teamwork hat wunderbar funktioniert, also gebührt der Dank einer ganzen Menge von Leuten." "Bond darf sich in diesem Abenteuer wesentlich lässiger geben." - Kostümdesignerin Lindy Hemming Die Oscar-gekrönte Kostümdesignerin Lindy Hemming ist, wie so viele im Team, ein Bond-Veteran. Dennoch reizte sie die Herausforderung, auch für James Bond 007: Stirb an einem anderen Tag die Kleidungsfragen zu lösen. Einige der weltbekannten Modelabels kamen ihr dabei zu Hilfe. Viele Teile, die nicht aus der Kollektion der Firmen stammten, entwarf Lindy Hemmings selbst und ließ sie dann von den Modehäusern anfertigen. Das Resultat, eine einzigartige Mischung aus Kleidern von der Stange und geschneiderten Stücken, kann sich sehen lassen. "Als größte Herausforderung erwies sich für mich der Empfang im Eispalast", gesteht Hemmings. "Es war schwierig, die Leute in elegante, bequeme Roben zu kleiden und sie dennoch vor den Temperaturen unter dem Gefrierpunkt zu schützen." Sie experimentierte mit Kunstpelz. Die Modehäuser Fendi, Amanda Wakeley, Jenny Packham und Escada stellten Kleidungsstücke zur Verfügung. "Die beste Entscheidung war", erinnert sich Hemming, "Donatella Versace darum zu bitten, ein Kleid für Halle Berry zu entwerfen. Sie produzierte daraufhin einen richtigen Hingucker. Außerdem liehen wir einige Schmuckstücke von Tiffany für die Szenen aus, in denen unsere Hauptdarstellerinnen Diamanten tragen." Zu Bonds Garderobe erklärt Hemming: "Pierce trägt wesentlich mehr Brioni als früher. Die meisten seiner Hemden und Krawatten wurden von Turnbull & Asser bereitgestellt, die Schuhe lieferte Church. Dadurch wirkt er wesentlich weniger förmlich als zuvor. Brioni fertigte außerdem einige Kleidungsstücke von Judi Dench und Samantha Bond an." "Für Halle entwarf ich selbst den Kampfanzug aus weinrotem wasserfesten Leder. Weil Jinx ein Fan von Messern ist, erfand ich einen Gürtel, um das Messerwerfen zu erleichtern. Wir haben für jedes einzelne ihrer Outfits einen den entsprechenden Anforderungen angepassten Gürtel. Diese wurden dann von den Lederspezialisten Whittaker und Malem angefertigt. Halles Bikinis wurden eigens von La Perla genäht." "Whittaker und Malem schneiderten außerdem Veritys fantastischen Fechtanzug, den sie im Blades Club trägt", erklärt Hemming. "Für Rosamund entwarf ich einen wesentlich kühleren, härteren Look. Sie bekam einen fantastischen silberfarbenen Armani-Anzug und ich designte ein mit Swarowski-Kristallen behängtes Abendkleid, die bei ihrem Gang durch den Eispalast im Licht funkeln. Außerdem entwarf ich ihre anschließend von Dominic angefertigten Fechtanzüge - sie wirken modern, zeitgemäß, aber gleichzeitig beinahe futuristisch." Gustav Graves hingegen trägt Gucci, Dolce & Gabbana, Vivienne Westwood sowie Prada-Schuhe und Manschettenknöpfe von Tateossian. "Klassisch, aber äußerst modern", verdeutlicht Hemming. "Einige meiner Lieblingsoutfits entwarf ich für Zao. Sie wirken ein wenig MATRIX-artig wegen den High-Tech-Materialien, die seine durchscheinende Haut betonen." Obwohl die meisten Kleidungsstücke der neuesten Mode entsprachen, mußsten sie dennoch extra angefertigt werden, um den vielfältigen Belastungen während der Dreharbeiten standzuhalten. "Man kann nicht einfach 20 Mal dieses oder 20 Mal jenes Kleidungsstück bestellen. Es war sogar unmöglich, die benötigte Menge in den verschiedenen Läden einfach zu ordern", seufzt Hemming. Das Ergebnis all der harten Arbeit stellte aber alle zufrieden. "Der Look des Films gefällt mir wirklich gut. Der neue Bond ist cool, rasant und groß, richtig monumental!" Location Maui, Hawaii: In der Eröffnungsszene sieht man Bond mit zwei anderen Wellenreitern auf einer gigantischen Woge auf die nordkoreanische Küste zu surfen. Diese Szene wurde vor der Nordküste Mauis gefilmt - der weltweit einzigen Location, deren Wellen mächtig genug sind, um drei Surfer nebeneinander zu tragen. Die unter Surfern als "Jaws" bekannten Wellen treten jedoch nur einige Male im Jahr auf. Die Dreharbeiten mit einem speziellen Surf-Team fanden am 26. Dezember 2001 unter der Aufsicht des Ausführenden Produzenten Anthony Waye statt.Island: Den Großteil der Drehzeit für das Rennen auf der Eisfläche verbrachte das Second-Unit-Team in Höfn, eine Stunde nördlich von Reykjavík. Die von hoch aufragenden Gletschern umgebene Eis-Lagune in Jökulsárlon stellte die Kulisse für die von Vic Armstrong als "Eis-Ballett" bezeichnete Sequenz. Bestens gegen die eisigen Temperaturen geschützt, brachte das Team von den drei Wochen in dieser wunderschönen Gegend wahrhaft atemberaubende Aufnahmen mit. Um auf dem Eis mehr Kontrolle über die Fahrzeuge zu erlangen, baute Chris Corboulds Special-Effects-Team in beide Autos einen Vierradantrieb ein. Spanien: Das an der südwestlichen Atlantik-Küste Spaniens gelegene Cádiz wurde ausgewählt, um die in Havanna und auf dem kubanischen Land spielenden Szenen zu realisieren. Für die Jahreszeit ungewöhnlich unbeständiges Wetter erschwerte zwar die Filmarbeiten, dennoch konnte eine der filmischen Ehrerweisungen an Bonds Vergangenheit gedreht werden. Man sieht Halle Berry in einem Bikini aus dem Wasser steigen, wie es Ursula Andress als Honey Rider 1962 in "James Bond jagt Dr. No" (Regie: Terence Young) getan hatte. Großbritannien: Einige Schlüsselszenen der im Vorspann stattfindenden Luftkissenboot-Verfolgungsjagd wurden auf einem mehrere Hektar großen, etwa 50 km südlich von London gelegenen Armeegelände in Aldershot gedreht, auf dem die Soldaten normalerweise ihr Fahrertraining absolvieren. Außerdem wurde im nahe gelegenen Hawley Hill gefilmt, wo die Armee die bislang letzte Ponton-Brücke der britischen Geschichte aufbaute, um die Szenen mit dem Gefangenen-Austausch zu ermöglichen. Das Äußere eines US-Bunkers am Rande der demilitarisierten Zone in Südkorea wurde auf dem Royal-Air-Force-Gelände in Odiham, Hampshire, nachgebaut. Zu den weiteren Drehorten gehörte unter anderem der London Manston Airport in Kent, wo die Szenen mit dem Antonow-Transportflugzeug stattfanden, sowie die Startbahn in Rissington, wo Teile der zugefrorenen Lagune für die Autostunts simuliert wurden. Ein riesiges Zementwerk in Chinnor, Oxfordshire, wurde benutzt, um die Schlussszenen der Hovercraft-Jagd abzudrehen. In London wurde unter anderem im exklusiven Reform Club in der Pall Mall gedreht, der im Film als der Fechtclub Blades fungiert, in dem Bond und Graves die Klingen kreuzen. Graves beendete zudem seinen Fallschirmabsprung im Außengelände des Buckingham Palace. Das Eden Project, ein zusammenhängender Komplex riesiger, als künstliche Welten fungierender Kuppeln im Südwesten Englands, mußste gleich für mehrere Drehorte herhalten, unter anderem als tropischer Regenwald. Die Bio-Domes gaben außerdem den Anstoß für eine außergewöhnliche Studio-Kulisse, in der einige Action-Szenen mit Bond und Jinx realisiert wurden. |
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