Mein letzter Film

Ausführlicher Inhalt

Mein letzter Film, das ist Maries letzter Film, der letzte, einsame Auftritt einer großen Schauspielerin, "zeitlos schön, in den Jahren, die verfliegen", dargestellt von Hannelore Elsner, unter der Regie von Oliver Hirschbiegel. Das Buch schrieb Bodo Kirchhoff, der zuletzt mit "Der Schundroman" viel von sich reden machte.


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Marie hat alles erreicht, was eine Frau in diesem Beruf erreichen kann und beschließt, ihrem alten Leben den Rücken zu kehren. Während sie ihre Sachen für ein neues Leben packt, packt sie noch einmal - oder überhaupt zum ersten Mal - gründlich aus, und ein junger Kameramann - wir sehen ihn nur kurz am Anfang und am Ende - hält alles fest.

In Maries alter Berliner Wohnung entsteht auf diese Weise ein 90-Minuten-Solo, in dem sie ihr Leben Revue passieren lässt. Wir erfahren von Richard, ihrem Entdecker, Regisseur und langjährigen Ehemann, der sie in einer Weise betrog, die sie am Ende nicht mehr ignorieren konnte. Sie wollte mit ihm alt werden: Ein geplatzter Traum! Marie hat Richard schon vor einem Jahr vor die Türe gesetzt, aber die eigentliche Abrechnung kommt erst jetzt ...

Wir erfahren aber auch von Maries Verhältnis mit Paul, dem Politiker, der an ihrer Schulter geweint hat, "der nicht mit der Ehe aber auch nicht ohne die Ehe konnte" und von Tomas, dem berühmten Fußballtrainer. Er machte nie viele Worte, dafür konnte er kochen und war zärtlich; seine letzten Worte waren allerdings: "Es geht jetzt nicht um uns, es geht um den deutschen Fußball".

Mit der Auswahl ihrer Sachen, die in den Koffer dürfen (oder zurückbleiben müssen), sortiert Marie ihr erfülltes Leben. Sie stößt dabei bis auf den Grund der Dinge vor: dem, was sie beglückt und dem, was sie zerstört hat. So lebhaft wie schonungslos berichtet sie von den besten und bösesten Momenten mit Richard, zuletzt sogar vom Tod ihrer drei Tage alten Tochter, Maries Wunschkind, dem sie nicht einmal einen Namen geben konnte.

Ruhig und doch leidenschaftlich erzählt sie das alles einem Mann, den sie im Verdacht hat, dass er diesen letzten Film nicht für sich behalten wird, dass er ihn weitergibt an einen Sender, wie man ja sieht. Also spricht sie gelegentlich das Publikum an und es entsteht ein intensives Gefühl von Gegenwart, das ganz ihrem Credo entspricht: "Jetzt ist, wenn es weh tut".

Marie hat alle Rollen gespielt - was übrig bleibt, ist sie selbst. Sie geht als Siegerin ohne Lorbeer: "Ich werde in der Form meines Lebens sein, und niemand sieht´s".

Szenenfoto
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© Fotos: Ottfilm © 1994 - 2010 Dirk Jasper