Der Obrist und die Tänzerin

• Inhalt • Darsteller & Stab • Filmkritiken • Ausführlicher InhaltProduktionsnotizen • Interview mit John Malkovich • Filmplakat im Großformat: Deutschland

Titel Deutschland: Der Obrist und die Tänzerin
Titel USA: The Dancer Upstairs
Genre: Polit-Thriller
Farbe, Spanien, USA, 2001

Kino Deutschland: 16. Januar 2003
Laufzeit Kino: 124 Minuten, FSK 16

DVD Deutschland: 29. Juli 2003
Video Deutschland: 29. Juli 2003
Laufzeit DVD/Video: 120 Minuten



Inhalt Ein südamerikanisches Land in den achtziger Jahren: Agustin Rejas versieht seinen Dienst in der Hauptstadt. Einst ein vielversprechender Anwalt, hat er seine Karriere an den Nagel gehängt, weil er glaubte, mit dem kleinen Job eines Polizisten sei es leichter, dem Ideal der Gerechtigkeit zu dienen ohne korrumpiert zu werden.

Erst vereinzelt, zunehmend geballt tauchen Nachrichten von einem Guerilla-Aufstand neuer Art auf: brutale Attentate, skrupellose Sabotageakte, ritualisierte Hinrichtungen. Das einzig offensichtliche Ziel der Untergrundgruppe: die umfassende Destabilisierung des Regimes. Führer dieses unsichtbaren und lautlosen Aufstandes ist ein geheimnisvoller Mann, den niemand kennt und niemand gesehen hat. Nur sein Deckname kursiert unter vorgehaltener Hand: Ezequiel.

Rejas soll diesen Ezequiel verhaften. Der Druck, möglichst bald einen Fahndungserfolg zu liefern, ist groß, dennoch legen ihm seine korrupten Vorgesetzten immer neue Steine in den Weg. Irgendwann übernimmt das Militär das gesamte Kommando. Nicht minder brutal wie Ezequiel selbst schlagen die Truppen jetzt zurück: ziellos, sinnvoll, wahllos - Kollateralschäden inklusive.

Rejas' einziger Trost: die aufkeimende Romanze mit Yolanda, der attraktiven Tanzlehrerin seiner Tochter. Diese Liebe motiviert ihn schließlich, seinen verdeckten und schier ausweglosen Kampf weiterzuverfolgen. Manchmal verleitet sie ihn auch zu unkonventionellen Methoden ... aber gerade sie führen ihn zu guter Letzt ins Herz des Terrorismus.


Darsteller & Stab Darsteller: Javier Bardem (Agustín Rejas),Juan Diego Botto (Sucre), Laura Morante (Yolanda), Elvira Minguez (Llosa), Lucas Rodriguez (Sargento Gómez), Alexandra Lancaste (Sylvina), Marie-Anne Verganza (Laura), Abel Folk (Ezequiel Duràn), José Antonio Izaguirre (Quesada), Oliver Cotton (General Merino)

Stab:Regie: John MalkovichProduzenten: Andrés Vicente Gómez • Drehbuch: Nicholas Shakespeare • Vorlage: Roman Der Obrist und die Tänzerin von Nicholas Shakespeare • Filmmusik: Alberto Igleasias • Kamera: José Luis Alcaine • Spezialeffekte: - • Ausstattung: Pierre Limbosch • Schnitt: Pedro Malgheas • Kostüme: Bina Daigeler • Make Up: - • Ton: - • Ton(effekt)schnitt: - • Stunts: - •


Filmkritiken Cinema 2003-02: Die Überraschung ist John Malkovich gelungen. Da führt der Schauspielstar erstmals Regie - und dreht ausgerechnet einen Politthriller. Eine "Hamlet"-Verfilmung hätte man dem Theaterliebhaber zugetraut, abgedrehtes Kunstkino seiner Exzentrik zugeschrieben. Aber John Malkovich zog es zur Guerilla. Als er einen Roman über die Jagd auf den peruanischen Rebellenführer Abimael Guzmán las, war er so begeistert, dass er sich die Filmrechte sicherte. Bis 1992 tötete Guzmáns Terrorgruppe "Leuchtender Pfad" mehr als 30.000 Menschen, Kinder spielten Selbstmord-Attentäter, Stromausfälle legten das öffentliche Leben lahm. Bei John Malkovich heißt der Rebellenchef Ezequiel, das Land bleibt ohne Namen. Ihn interessiert vor allem die bedrückende Atmosphäre, die den Terror gebiert - und die moralische Haltung des Polizisten Agustín (Javier Bardem). Auf der Jagd nach Ezequiel verstrickt er sich im Morast der Gefühle, hält aber an seinen Idealen fest. Das tat auch John Malkovich. Er lehnte Geld aus Hollywood ab und drehte mit Darstellern aus Spanien und Südamerika. Seine Botschaft von Ehre und Moral ist sowieso international.

film-dienst 2003-02: Spannende Parabel über die Schwierigkeiten, Pflicht, Glück und die Folgen des Handelns unter einen Hut zu bringen. Ambitioniertes Regiedebüt von John Malkovich, das durch seine altmodisch, fast semi-dokumentarische Erzählweise und den Mut zu Leerstellen fasziniert.

Filmplakat
Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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